Wien

Schaurig schön – Ungeheuerliches in der Kunst

Peter Paul Rubens: Haupt der Medusa, um 1617/18, Leinwand, H. 68,5 cm, B. 118 cm. Foto: © Kunsthistorisches Museum Wien

Von Greifen, Kentauren und Sphingen: Das Kunsthistorische Museum Wien begibt sich ins mythische Reich der Misch- und Fabelwesen und fördert «Ungeheuerliches in der Kunst» zutage. Eine sagenhafte Ausstellung.

Mythen sind ein wesentlicher Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Jeder verbindet etwas mit ihnen; die  Annahme, zunehmende Aufklärung und Verwissenschaftlichung brächten sie zum Verschwinden, geht völlig in die Irre.

 

Info

Schaurig schön – Ungeheuerliches in der Kunst

 

15.02.2011 – 01.05.2011
täglich außer montags 10 – 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr im Kunsthistorischen Museum, Maria-Theresien-Platz, Wien

 

Weitere Informationen

Paradoxerweise wurde der Mythos (ursprünglich griechisch für «Erzählung») erst in der Neuzeit zum Grundbegriff; seit der Aufklärung existiert er als eigenständige Denkform. Gleichzeitig mit der definitionsgemäß aufgeklärten Abgrenzung vom Mythos begann eine romantisch verklärte Sehnsucht nach ihm.

 

Fabelwesen als Bedeutungsträger

 

Besonders Fabelwesen wie Dämonen, Drachen oder Kentauren sind mythische Bedeutungsträger und blicken auf eine oft Jahrtausende alte Geschichte zurück. Das Kunsthistorische Museum Wien hat sich auf ihre Spur begeben und mit einer im Wortsinne sagenhaften Schau die Kunstgeschichte nach «Ungeheuerlichem» durchforstet.

 

Anhand von ausgewählten Objekten aus den verschiedensten Sammlungen werden Geschichte und Bedeutungswandel diverser mythischer Gestalten erklärt. Die Ausstellung demonstriert das Potential dieser Figuren, allgemeingültige Vorstellungen von Gut und Böse, von Unschuld oder Triebhaftigkeit zu verkörpern.

 

Festigung kollektiver Identitäten

 

Drachen und Einhörner, das Haupt der Medusa oder Phönix aus der Asche – vom alten Ägypten bis in die Neuzeit versammelt diese Ausstellung ein exzellentes Sammelsurium an Objekten, die einen sagendurchwobenen Teil unserer Geistesgeschichte erschließen.

 

Das ist nicht nur fesselnd, sondern ermöglicht einen Blick auf das oft genug rätselhafte Gefüge, das unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Denn Mythen dienen der Herstellung und Festigung kollektiver Identitäten und lassen Rückschlüsse auf die Gemeinschaften zu, von denen sie gepflegt werden – fabelhaft und aufschlussreich zugleich.


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