Berlin

350 Jahre Staatsbibliothek

Ein Kompass für die ganze Bücherwelt - Leonhardt Thurneysser zum Thurn: Archidoxa, Berlin, ca. 1575. Foto: Staatsbibliothek zu Berlin

Zum 350. Gründungsjubiläum holt die größte deutsche Universalbibliothek in Berlin einige ihre wertvollsten Schätze aus dem Archiv. Bibliophile Zeitgenossen werden überwältigt sein – so viel papierner Reichtum ist selten zu bestaunen.

Als die «Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree» 1661 ihre Pforten im Apothekenflügel des Berliner Schlosses öffnete, beherbergte sie bereits die bedeutendste Büchersammlung Kurbrandenburgs.

 

Info

Eine Bibliothek macht Geschichte – 350 Jahre Staatsbibliothek zu Berlin

 

04.03.2011 – 19.06.2011
täglich 10 bis 18 Uhr im Deutschen Historischen Museum, Zeughaus, Unter den Linden 2, Berlin

 

Weitere Informationen

Zu deren Gründungsbestand gehörten schon damals wertvolle deutsche Handschriften, Autographen und Drucke aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Ebenso vermutlich schon das Exemplar der bis heute gehüteten Gutenberg-Bibel auf Pergament – eines der wertvollsten existierenden Bücher überhaupt.

 

In diesem Jahr feiert die Staatsbibliothek zu Berlin, Deutschlands größte Universalbibliothek, das 350. Jubiläum ihrer Gründung. Aus diesem Anlass zeigt das deutsche Historische Museum eine Sonderschau außergewöhnlicher Exponate.

 

Ausstellung in der Ausstellung

 

Darunter sind Autographen von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn-Bartholdy, Briefe von Friedrich dem Großen (an Voltaire) und Charles Darwin (an Alexander von Humboldt), die berühmte Gutenberg-Bibel, der über tausend Jahre alte «Codex Wittekindeus» (ein Evangeliar aus Fulda) und kostbare Drucke und Handschriften aus der ganzen Welt.

 

Die Vitrinen wurden in die Dauer-Ausstellung des deutschen Historischen Museums integriert und damit eine Ausstellung in der Ausstellung konzipiert. So lassen sich leicht Bezüge zwischen den Exponaten und ihrem historischen Kontext herstellen. Doch auch wer keine Augen für das Übrige und nur einen Sinn für die Schönheit und Bedeutung von Büchern hat, wird überwältigt sein.

 

Mit der Geschichte auf Blatt-Fühlung

 

Im Minutentakt vor dicht beschriebenen Blättern zu stehen, die durch Mozarts, Bachs oder Darwins Hände gegangen sind, vor Jahrhunderte alten und farbenprächtig illustrierten Pergament-Bänden, die nichts von der Düsternis ausstrahlen, die wir so oft mit der Epoche ihrer Entstehung verbinden, das hat einen ganz eigenen Zauber.

 

Von den besten Handwerkern der Zeit hergestellte oder weitab der Heimat gesammelte Schriften, handkolorierte Karten und Drucke, die uns die Entdeckung der Welt nachempfinden lassen – die hier ausgestellten Zeitzeugnisse besitzen die wunderbare Kraft, uns unmittelbar mit der Geschichte auf Tuch- oder besser: auf Blatt-Fühlung gehen zu lassen.


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