Potsdam

Andy Warhol: Frühe Werke

Andy Warhol: Ohne Titel, 1955. Stiftung Sammlung Marx, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin. Foto: © 2011 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./ Artists Rights Society (ARS), New York

Begabt war er schon immer, trotzdem hat auch Andy Warhol einmal klein angefangen. Als Werbegrafiker in New York machte er sich in den 1950er Jahren einen Namen. Die von ihm ausgelöste ästhetische Revolution kündigte sich damals schon an.

Die Villa Schöningen in Potsdam zeigt frühe Zeichnungen, Collagen und Serigrafien Andy Warhols, zumeist Werke aus den 1950er Jahren. Diese Zeit verbrachte Warhol in New York, wo er sich als Werbegrafiker betätigte und nach kurzer Zeit zu den erfolgreichsten dieser Zunft in Manhattan gehörte.

 

Info

Andy Warhol:
Frühe Werke

 

03.05.2011 – 24.07.2011
täglich außer montags 11 – 18 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr in der Villa Schöningen an der Glienicker Brücke, Berliner Straße 86, Potsdam

 

Weitere Informationen

Er zeichnete für die Sonntagsbeilage der «New York Times» und gestaltete Schallplattencover oder Bücher; außerdem arbeitete er für Magazine wie «Glamour», «Harper’s Bazaar» und «Vogue», womit er ein einträgliches Auskommen fand.

 

«Ich kann alles zeichnen»

 

Dass Warhol nicht schüchtern war, dürfte bekannt sein: «Ich kann alles zeichnen» war seine Meinung. Er hatte vielerlei Motive, zeichnete Gesichter, Füße oder Tiere ebenso wie Schuhe oder schöne junge Männer.

 

Häufig zu sehen: Katzen, zum Beispiel 25 Exemplare namens Sam («und eine Muschi», wie der Werktitel präzise ausführt), die seine Mutter besaß. Warhol zeichnete mit Kugelschreiber und Tinte oder belegte die Seiten mit Blattgold. Daneben experimentierte er damals schon mit einem Umdruckverfahren, das seine Zeichnungen quasi beliebig oft reproduzierbar machte – mit solchen Techniken erlangte er später Weltruhm.

 

Genese einer Ikone

 

Andy Warhol wurde zur Idolfigur der Pop-Art: Als erster verband er Kunstgläubigkeit mit Warenfetischismus. Seine Zitate von aus Massenmedien entnommenen Bildern prägten einen völlig neuen Künstlertypus – und natürlich betrachtet man die in Potsdam ausgestellten Werke mit dem Wissen um die Genese einer Ikone, die Suppendosen zum Kunstwerk machten sollte.

 

Interessanterweise ist viel davon schon in Warhols Frühwerk angelegt. Es zeigt bereits dessen Experimentierfreude, erste Versuche mit mechanischen Verfahren, dem Rückgriff auf Bildvorlagen und serielle Techniken.

 

Alles kann schön sein

 

Außerdem lässt sich in der Villa Schöningen sehr schön sehen, dass Warhol die Dinge schlicht so nehmen wollte, wie sie sind; alles kann zum Motiv werden, alles kann schön sein, nichts wird mit althergebrachtem Kunstanspruch symbolisch verformt. Diese Herangehensweise löste wenige Jahre später eine ästhetische Revolution aus.


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