Weimar

Franz Liszt – Ein Europäer in Weimar

Genie-Kult pur: Liszt am Flügel, 1840, Gemälde von Josef Danhauser; Foto: ohe

Für den Komponisten wurde die Weimarer Zeit zu seiner produktivsten Schaffensphase: Hier entstanden seine beiden großen Symphonien und etliche weitere Werke. Daneben ermöglichte Liszt Uraufführungen von Opern von Berlioz und Wagner, seinem künftigen Schwiegersohn, und gab viele Hofkonzerte am Klavier.

 

Interview mit Christoph Stölzl, Präsident der Musik-Hochschule, über Liszts kühne Kulturpolitik

 

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Daran erinnert eine zweite Ausstellung im Schlossmuseum: «Kosmos Klavier» zeigt historische Tasteninstrumente. Ihr Höhepunkt ist der von Liszt selbst gespielte Boisselot-Flügel. Er ist heute zwar unbrauchbar, wurde aber für die Schau originalgetreu nachgebaut.

 

Liszt beschränkte sich in Weimar aber nicht auf das Tonsetzen, sondern schmiedete auch große Pläne. Eine von ihm angeregte Goethe-Stiftung sollte alljährlich eine Art Kultur-Olympiade ausrichten und die besten Werke der Musik, Literatur, Bildenden Künste usw. in einem Nationalmuseum versammeln. Daraus wurde nichts: Fürst Carl Alexander wollte die deutschen Großmächte nicht brüskieren. Liszt musste sich mit der Gründung des «Alldeutschen Musikvereins» begnügen, der ab 1861 Festspiele veranstaltete.

 

Interview mit Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung, über Liszts Bedeutung für Weimar

 

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An seinen hoch fliegenden Plänen solle sich Weimar dennoch ein Vorbild nehmen, wünscht sich Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung: Noch mit 70 Jahren habe Liszt seinen  «Speer in die unendlichen Räume der Zukunft werfen» wollen. Auch die Stadt dürfe nicht allein das Erbe der Klassiker pflegen, sondern müsse innovative Ideen hervorbringen.

 

Zumindest ist der Komponist hier nicht vergessen: Abgesehen von Liszt-Haus und –Denkmal tragen die örtliche Musik-Hochschule und zwei Musik-Wettbewerbe seinen Namen. Und es gibt das nach einem seiner Klavierwerke benannte Festival «Pelerinage», das Nike Wagner leitet – wenigstens bis 2013.


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