Brendan Gleeson + Don Cheadle

The Guard – Ein Ire sieht schwarz

Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist als Erster am Unfallort; Foto: Ascot Elite
(Kinostart: 22.9.) Die Tücken der irischen Provinz: John Michael McDonaghs Krimi-Komödie begeisterte schon das Publikum beim Sundance-Festival und der Berlinale. Nun kommt das Kleinod schwarzen Humors in die Kinos.

Es wäre zu schade, wenn nicht jeder über und mit diesem grandiosen Sergeant Gerry Doyle schmunzeln und lachen dürfte. Doyle, vom großartigen Brendan Gleeson gespielt, verlebt seine Jahre als Provinz-Cop am Ende der Welt – im irischen Connemara. Er ist ungehobelt, rassistisch und orientiert sich beruflich eher an seinen eigenen Regeln als am Gesetz.

 

Info

The Guard –
Ein Ire sieht schwarz

 

Regie: John Michael McDonagh, 96 min., Irland/ Großbritannien 2010;
mit: Brendan Gleeson, Don Cheadle, Mark Strong

 

Offizielle Website

Geht der Trinker in den Puff, macht er sich fein. Rechenschaft legt er niemandem ab, am ehesten noch seiner schwer kranken Mutter. Doyles Welt gerät in Bewegung, als ein Mord geschieht, der in Zusammenhang mit den Machenschaften eines international agierenden Drogenrings stehen soll.

 

Der Fall scheint eine Nummer zu groß für Doyle, der bis dahin mit Drogen nur in Kontakt geriet, wenn er sie für den Eigenbedarf konfiszierte, um zu entspannen. Er muss sich erst mit einem ehrgeizigen Kollegen aus Dublin, bald danach mit dem FBI-Agenten Wendell Everett (ein gut aufgelegter Don Cheadle) herumplagen, die ihm beibringen wollen, wie man richtig ermittelt.

 

Offizieller Video-Trailer

 



 

 

Aus dem Wechselspiel zwischen dem überkorrekten, hoch qualifizierten Everett und dem widerborstig-garstigen Doyle entfaltet «The Guard» seinen Reiz. Der besteht in erster Linie aus punktgenauen, ebenso bösen wie witzigen Dialogen der beiden ungleichen Protagonisten.

 

Hintergrund

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.

Bemerkenswert, wie sich die Story um den kleinen Dorfpolizisten und dessen Lebenswelt entwickelt: Die Abgesandten der großen weiten Welt müssen sich anpassen, um zum Erfolg zu kommen. Bis zur Schluss-Pointe: Als Schauplatz des Showdowns fungiert ein mit Drogen und schwer bewaffneten Gangstern bepackter Ozeandampfer.

 

Regisseur John Michael McDonagh, dessen Bruder Martin den kaum minder großartigen Film «Brügge sehen… und sterben?» ebenfalls mit Brendan Gleeson in der Hauptrolle drehte, ist ein Kleinod des Humors gelungen. Egal, ob man es als Buddy-Movie, Cop-Comedy oder schwarze Komödie betrachtet.


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