Pernilla August

Bessere Zeiten

Keine fröhlichen Weihnachten in der Familie: Leena (Tehilla Blad, links), ihre Mutter (Outi Mäenpäa) und ihr kleiner Bruder Sakari (Junior Blad). Foto: NFP, Rolf Konow

(Kinostart: 8.12.) Nordisches Familien-Drama von Pernilla August: Die aus «Fanny und Alexander» von Ingmar Bergman bekannte Darstellerin zeigt in ihrem Regie-Debüt vielschichtig und sensibel Erinnerungen an eine schlimme Kindheit.

Noomi Rapace, bekannt als Lisbeth Salander in der Millenium-Trilogie von Stieg Larson, spielt in «Bessere Zeiten» die durch ihre Kindheit traumatisierte Leena. Deren neues Familien-Glück wird jäh unterbrochen, als sie telefonisch erfährt, dass ihre Mutter Aili im Sterben liegt.

 

Info

Bessere Zeiten

 

Regie: Pernilla August, 94 min., Schweden/ Finnland, 2010;
mit Noomi Rapace, Outi Mäenpää, Ola Rapace

 

Website zum Film


Diese Nachricht bringt Leena aus dem Gleichgewicht: Ihre eigene, verdrängte Vergangenheit holt sie wieder ein. Auf Drängen ihres Mannes, der nichts von Leenas Eltern weiß, reist die ganze Familie ins schwedische Ystad, wo Leena ihre Kindheit verbracht hat – auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubt.

 

Eltern waren Alkis

 

In Rückblenden erzählt der Film, wie Leenas Eltern Kimmo und Aili mit ihr und ihrem kleinen Bruder Sakari aus Finnland nach Ystad auswanderten. Der Traum von einem besseren Leben scheiterte: Die Eltern wurden schwere Alkoholiker. Beinahe wäre Leena wie ihr Bruder in einem Elends-Strudel untergegangen.


Offizieller Film-Trailer


 

 

Sozialer Aufstieg nach schlimmer Kindheit

 

In Ystad angekommen, entfremdet sich Leena rasch von ihrer eigenen Familie. Niemand kann verstehen, was sie erlebt hat. Schließlich stellt sich Leena der Begegnung mit ihrer sterbenden Mutter: Sie sind immer noch verwandt – auch wenn die Tochter versucht hat, sich völlig von ihr zu lösen. 

 

Hintergrund

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.


Ein Film wie ein Alptraum: Er öffnet schmerzende Wunden der Hauptfigur aus der Vergangenheit. Zwar ist Leena mühevoll der soziale Aufstieg gelungen, den ihre Eltern ersehnten, aber sie kann die Erinnerungen an eine furchtbare Kindheit nicht verwinden. Dieses Familiendrama setzt Regisseurin August, die ihre Film-Karriere einst als Darstellerin in  «Fanny und Alexander» von Ingmar Bergman begann, in ihrem Debüt vielschichtig und sensibel in Szene.


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