Michelle Williams

My Week with Marilyn

Davon träumte eine ganze Männer-Generation: Marilyn Monroe (Michelle Williams) spielt mit ihren Reizen. Foto: © 2012 Ascot Elite Filmverleih

(Kinostart: 19.4.) Flirt mit Marilyn Monroe: 1956 dreht der Film-Star in England und erlebt eine einwöchige Liebelei mit dem Regie-Assistenten. 55 Jahre später inszeniert Simon Curtis diese Episode leichtfüßig und grandios gespielt.

Betritt sie die Bühne, geschieht etwas Seltsames: Alle verstummen. Auch der 23-jährige Colin Clark (Eddie Redmayne) ist entzückt, wenn auf der Leinwand Marilyn Monroe (Michelle Williams) in weißem Kleid zu singen und zu tanzen beginnt. Dass der englische Jüngling dem Star nur Wochen später so nahe kommen wird, wie sich Mann nur sehnlichst wünschen kann, wagt er noch nicht einmal zu träumen.

 

Info

My Week with Marilyn

 

Regie: Simon Curtis, 99 min., Großbritannien/ USA 2011;
mit: Michelle Williams, Kenneth Branagh, Eddie Redmayne

 

Website zum Film

Die Eltern sähen Colin gerne als gutbürgerlichen Forscher, doch er hat andere Pläne. Seine Helden heißen Alfred Hitchcock, Orson Welles und Sir Laurence Olivier (Kenneth Branagh). Der steckt gerade bis zum Hals in der Vorbereitung seiner Komödie «The Prince and the Showgirl». Da sucht Colin seine Chance, reist nach London und bewirbt sich als dritter Regie-Assistent.

 

First steps in Großbritannien

 

Der kühne Wunsch wird wahr: Colin bekommt den Job. Derweil engagiert Olivier für die Hauptrolle die 30-jährige Marilyn Monroe, die gerade den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Am 14. Juli 1956 betritt sie mit ihrem dritten Ehemann, dem Schriftsteller Arthur Miller (Dougray Scott), zum ersten Mal britischen Boden.


Offizieller Film-Trailer


 

Regisseur Simon Curtis nutzt eine (vermeintlich wahre) Geschichte um Marilyn Monroe als Grundlage für seinen Film. 40 Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten zu «The Prince and the Showgirl» beschrieb der spätere Filmemacher Colin Clark seine Erfahrungen am Set im Tagebuch-Stil. Dabei ließ er jedoch eine einwöchige Lücke, die er erst im Jahr 2000 mit dem Buch «My Week with Marilyn» schloss.

 

Nacktbaden mit Marilyn

 

Monroe hat Schwierigkeiten mit ihrer Ehe und den Dreharbeiten. Sie kommt täglich zu spät oder verhaspelt sich vor der Kamera. Grund genug für die gequälte Seele, mit eifriger Hilfe des Geschäftsmanns Milton Greene (Dominic Cooper) ihrer Tablettensucht nachzugehen. Olivier ist indes besorgt um Monroe und um seinen Film. Er schickt Colin zu ihr.

 

Dieser ermöglicht ihr die Flucht vorm Alltags-Stress. Zusammen verbringen sie eine Woche, flanieren durch Parks, Colleges und Castles und springen zum Nacktbaden in den See. Alles zum Ärger des in Colin verliebten Garderoben-Mädchens Lucy (Emma Watson), aber zur Freude Oliviers. Denn der Flirt trägt Früchte: Monroe blüht auf und bietet Höchstleistung am Set.

 

Michelle Williams trägt den Film

 

Ist «My Week with Marilyn» in Teilen auch schnurgerade inszeniert, verzaubert der Film doch durch seine große Authentizität. Szenen wie die Ankunft von Monroe und Miller am Londoner Flughafen werden penibel genau nachgestellt, Kostüme und Szenenbild sind bis ins letzte Detail glaubwürdig. Und wenn solch bekannte Gesichter wie das von Vivien Leigh (Julia Ormond), Ehefrau Oliviers und Star aus «Vom Winde verweht», plötzlich am Set auftauchen, schlägt das Herz der Kino-Fans höher.

 

Hintergrund

Weitere Rezensionen finden Sie in der Presseschau bei Film-Zeit.

Dabei trägt Michelle Williams den Film. Ihr gelingt auf grandios unverkitschte Art ein vermutlich äußerst treffendes Porträt der Schauspiel-Ikone. Das faszinierende Phänomen Marilyn Monroe bleibt dennoch bestehen – auch noch nach 100 Minuten verfilmter Episode aus ihrem geheimnisumwitterten Privatleben.


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