Bonn

Kleopatra. Die ewige Diva

Guido Cagnacci: Der Tod der Kleopatra. Foto: © Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie / Quelle: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Bevorzugt mit blankem Busen: Das sagenhafte Schicksal der ägyptischen Herrscherin fasziniert seit der Antike. Wie ihr Femme-fatale-Image sich im Lauf der Jahrhunderte wandelte, zeigt die Bundeskunsthalle in einer opulenten Ausstellung.

Sie ist die vielleicht berühmteste Frau aller Zeiten; gewiss aber diejenige mit dem langlebigsten Nachruhm. Seit mehr als 2000 Jahren beschäftigt Kleopatra die Fantasie der Menschen − nicht obwohl, sondern gerade weil man kaum Genaues über sie weiß. So fabuliert sich jede Epoche ihre eigenen Bilder der Königin zurecht.

 

Info

Kleopatra. Die ewige Diva

 

28.06.2013 – 06.10.2013

Dienstag und Mittwoch

10 bis 21 Uhr, Donnerstag – Sonntag 10 bis 19 Uhr

in der Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Bonn

 

Katalog 32 €

 

Weitere Informationen

 

Kleopatra. Der orientalische Garten

 

17.05.2013 – 06.10.2013

auf dem Dach der Bundeskunsthalle, Bonn

 

Weitere Informationen

Die finden ihren üppigen Niederschlag in allen Künsten: Kleopatra ist ein top role model der europäischen Literatur und Malerei. Solche Darstellungen versammelt die Bundeskunsthalle zu einer opulenten Ausstellung. Sie erzählt die Geschichte eines sagenhaften Phänomens: einer Herrscherin, die Macht und sinnliche Ausstrahlung verband wie keine vor oder nach ihr.

 

Mit 18 Jahren an die Macht

 

Zumindest suggerieren das die wenigen historischen Quellen − die alle im siegreichen Rom verfasst wurden. Bekannt ist: Kleopatra wird 69 v. Chr. als Tochter eines Ptolemäer-Pharaos geboren; diese Dynastie griechischer Abstammung herrscht seit drei Jahrhunderten über Ägypten. Mit 18 Jahren wird sie zur Mitregentin erhoben, doch zwei Jahre später entmachtet.


Impressionen der Ausstellung


 

Kinder mit zwei römischen Herrschern

 

48 v. Chr. kommt Caesar nach Ägypten. Kleopatra wird seine Geliebte, gebiert ihm einen Sohn und verdrängt mit seiner Hilfe ihren konkurrierenden Bruder vom Thron. Zwei Jahre verbringt sie in Rom, kehrt aber nach Caesars Ermordung nach Ägypten zurück und setzt sich dort als Alleinherrscherin durch.

 

Im Machtkampf zwischen Octavian und Marcus Antonius verbündet sie sich mit letzterem; das Paar hat drei Kinder. Kleopatra profitiert von seinen Siegen und weitet ihren Machtbereich aus. Doch aus dem angestrebten römisch-ägyptischen Weltreich wird nichts: In der Seeschlacht von Actium 31 v. Chr. gehen Antonius’ Truppen unter; er begeht Selbstmord.

 

Politisch-erotische Titanen-Tragödie

 

Sie folgt ihm in den Tod, um nicht in Rom als Besiegte vorgeführt zu werden − vermutlich, indem sie sich Gift spritzt. Bald setzt sich aber die Version durch, sie habe sich von einer Schlange beißen lassen. Diese politisch-erotische Titanenkampf-Tragödie schmücken schon antike Autoren mit pikanten Details aus.

 

Wofür Kleopatra im 14. Jahrhundert von Bocaccio moralisch verurteilt wird: Er schmäht sie als “Hure der Könige des Orients, süchtig nach Gold und Juwelen”. Künstler der Renaissance sind aber eher an einer antiken Idealgestalt interessiert: Ihre Kleopatras sind Bildnisse stolzer Frauen samt Schlange als unvermeidlicher Begleiterin.

 

Ringen oder schlummern

 

Häufig ringen sie dramatisch mit dem Reptil, oder sie ergeben sich schlummernd ihrem Schicksal. Beide Bildtypen gehen auf antike Skulpturen zurück, die kurz nach 1500 wieder entdeckt werden: die Laokoon-Gruppe und die so genannte Schlafende Nymphe, die man als Kleopatra deutet.


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