Münster

Henry Moore – Impuls für Europa

Bildhauerei gegen den Brexit: Mit tonnenschweren Bronze-Plastiken wurde der Brite Henry Moore zum wichtigsten Staatskünstler der alten Bundesrepublik. Die Retrospektive im LWL Museum zeigt mustergültig, wie ihm das gelang – und warum das passé ist.

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München

Postwar: Kunst 1945-1965

Die ganze Nachkriegszeit soll es sein: Das Haus der Kunst will die Entwicklung aller Künste bis Mitte der 1960er Jahre dokumentieren – weltweit. Trotz etlicher spannender Ausgrabungen kann diese begehbare Enzyklopädie ihren ehrgeizigen Anspruch nicht einlösen.

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Berlin

Omer Fast

Arbeitsalltag von Porno-Darstellern und Leichenbestattern, Yellow Press statt Katalog: In Videos beleuchtet der Israeli Omer Fast, was tabuisiert wird, mit raffinierten Provokationen. Sein üppige Werkschau im Martin-Gropius-Bau läuft aber ins Belanglose aus.

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Daniel Espinosa

Life

(Kinostart: 23.3.) Killen, um zu überleben: Im neuen Science Fiction-Film von Regisseur Daniél Espinosa entdeckt ein Astronauten-Team eine neue Spezies, die sich schon bald als Monster erweist – düsteres wie nachdenkliches Kammerspiel über menschliche Schwächen.

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Marie-Castille Mention-Schaar

Der Himmel wird warten

(Kinostart: 23.3.) Terror im Kinderzimmer: In ihrem neuen Film erzählt die Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar von zwei Mädchen, die sich von den Lockrufen des „Islamischen Staats“ verführen lassen – analytisches Dokudrama mit Bildungsauftrag.

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André Téchiné

Mit Siebzehn - Quand on a 17 ans

(Kinostart: 16.3.) Wer sich prügelt, liebt sich: Im Coming-Out-Drama von André Téchiné treffen zwei 17-jährige aufeinander; der eine ist bäuerlich, der andere bürgerlich. Doch sie haben mehr gemeinsam, als sie möchten – einfühlsamer Film über die Wirrungen der Sexualität.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Die biomorphen Groß-Skulpturen von Henry Moore waren in den 1960er bis 1980er Jahren allgegenwärtig. An das Werk des britischen Bildhauers erinnert das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster mit der großen Retrospektive „Impuls für Europa“ noch bis Ende der Woche.

Auch neu im Kino ab 23. März

  • „Der Hund begraben“ mit Justus von Dohnányi („Die Frau in Gold“): Tragikomödie über einen arbeitslosen Mann, dem eines Tages ein Hund zuläuft.
  • „Lommbock“ mit Moritz Bleibtreu („Die dunkle Seite des Mondes“): Fortsetzung der erfolgreichen Komödie über zwei Kiffer, die einen Cannabis-Pizzalieferservice gründen
  • Alles gut“ von Pia Lenz: Bewegender Dokumentarfilm über zwei geflüchtete Jungen aus Mazedonien und Syrien, die mit ihren Familien in Hamburg gestrandet sind.
  • „Die Jones – Spione von nebenan“ mit John Hamm („The Congress“) und Zach Galifianakis („Birdman“): Komödie über ein Ehepaar, dessen scheinbar harmlose neue Nachbarn sich als Spione entpuppen.

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Mannheim

Barock – Nur schöner Schein?

Die Reiss-Engelhorn-Museen nehmen sich viel vor: 200 Jahre europäischer Kulturgeschichte in einer Ausstellung umfassend darzustellen. Ein Vorhaben von geradezu barocker Vermessenheit – es präsentiert 300 Exponate, aber nicht den Geist der Epoche.

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Berlin

Hieronymus Bosch und seine Bildwelt

Spätes Ständchen: Zum 500. Todestag widmet die Gemäldegalerie dem Maler der Monster eine Studio-Ausstellung. Kopien seiner Original-Triptychen sind erst-, Bilder seiner Nachfolger eher zweitklassig – und echte Bosch-Zeichnungen nur kurz zu sehen.

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Köln

Leidenschaften in Ostasiens Kunst

Mit Buddha und Konfuzius zur Affektkontrolle: Das Museum für Ostasiatische Kunst will das Spektrum der Passionen ausbreiten, bietet aber außer Japan-Pornographie vor allem Belege für ihr Gegenteil – in dieser Schau zeigen Götter mehr Gefühle als Menschen.

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Michael Dudok de Wit

Die Rote Schildkröte

(Kinostart: 16.3.) Robinsonade in Comic-Version: Der neue Animationsfilm von Michael Dudok de Wit erzählt in minimalistischen Bildern und ohne Dialoge von der Beziehung zwischen Mensch und Natur – eine gelungene Parabel mit universaler Botschaft.

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Josef Hader

Wilde Maus

(Kinostart: 9.3.) So schön scheitert die Mittelklasse: Im Regiedebüt des Kabarettisten Josef Hader verliert ein alternder Musikkritiker seinen geliebten Job und gerät in eine Lebenskrise. Eine radikale wie komische Gesellschaftskomödie.

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Barry Jenkins

Moonlight

(Kinostart: 9.3.) Wider die Sozialklischees: Der neue Film von Barry Jenkins hat zurecht den Oscar gewonnen. Ohne Pathos erzählt er von einem schwarzen Jungen, der im Ghetto von Miami aufwächst – und zwischen Gewalt und Homophobie erwachsen wird.

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Top-Ausstellungen im März

  • „Geschlechterkampf“: Themen-Schau von Franz Stuck bis Frida Kahlo bis 19. März im Städel Museum, Frankfurt
  • „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“: Eröffnungs-Schau bis 28.5. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Unter italienischen Himmeln“: Italienbilder des 19. Jahrhunderts bis 28.5. im Albertinum, Dresden
  • „Magritte. Der Verrat der Bilder“: erste Werkschau seit 20 Jahren bis 5.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“: vom 12.2. bis 2.7. im Museum für Fotografie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Moonlight“ von Barry Jenkins
  2. „Wilde Maus“ von und mit Josef Hader
  3. „Lion – Der lange Weg nach Hause“ von Garth Davies
  4. „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck
  5. „Der Hunderteinjährige…“ von Felix + Mans Herngren
  6. „La La Land“ mit Emma Stone + Ryan Gosling
  7. „Hidden Figures“ von Theodore Melfi
  8. „Manchester by the Sea“ mit Casey Affleck
  9. „Elle“ von Paul Verhoeven mit Isabelle Huppert
  10. „Neo Rauch“ von Nicola Graef
Karlsruhe

Kunst in Europa 1945–1968

Inventur des überbordenden Füllhorns: Eine Mammut-Ausstellung im ZKM will sämtliche künstlerischen Strömungen der Nachkriegszeit bilanzieren. Damit übernimmt sie sich – beeindruckt aber als Fundgrube von selten gezeigten Werken aus Osteuropa.

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München + Berlin

Jan Toorop (1858–1928)

Dieses Künstler-Chamäleon konnte alles: Der Niederländer Toorop praktizierte virtuos alle gängigen Malstile um 1900. Dabei war sein Beitrag zum Symbolismus radikal, zeigt die Werkschau in der Villa Stuck und dem Bröhan-Museum – eine echte Entdeckung.

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Mannheim

Peter Gowland’s Girls

Permanent Vacation: Als Pionier der Glamour- und Pin-up-Fotografie strickte Peter Gowland am Mythos vom Traumland Kalifornien mit. Zu seinem 100. Geburtstag zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen 170 reizende Aufnahmen – in der ersten Retrospektive weltweit.

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G. Heinzen und F. Heinzen-Ziob

Original Copy - Verrückt nach Kino

(Kinostart: 9.3.) Das Kino stirbt, es lebe das Kino: Ein neuer Dokumentarfilm porträtiert den letzten Filmplakatmaler. Er arbeitet im ältesten Filmtheater der Megacity Mumbai. Eine gelungene Reflektion über das Ende und die Zukunft einer alten Zunft.

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Mahmoud Sabbagh

Barakah meets Barakah

(Kinostart: 9.3.) Romeo und Julia in Saudi-Arabien: Dass die Liebenden zueinander kommen, verhindern keine verfeindeten Familien, sondern die Religionspolizei. Die feinsinnige Sittenkomödie von Regisseur Mahmoud Sabbagh blickt in eine absurd abgeschottete Welt.

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August Diehl

Der junge Karl Marx

(Kinostart: 2.3.) Sozialisten haben Marx nur beschrieben, es kommt aber darauf an, ihn in Bewegung zu filmen: Regisseur Raoul Peck macht anschaulich, wie er seine radikale Kapitalismus-Kritik entwickelte – epochale Philosophie als mitreißendes Historiendrama.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „Otto Freundlich – Kosmischer Kommunismus“: Wiederentdeckung des originell abstrakten Künstlers bis 14.5. im Museum Ludwig, Köln
  • „Sigmar Polke. Alchemy and Arabesque“ bis 21.5. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Alchemie. Die Große Kunst“: große Themen-Ausstellung vom 6.4. bis 23.7. im Kulturforum, Berlin
  • „Cranach. Meister – Marke – Moderne“: umfassende Werkschau von Lucas Cranach d.Ä. vom 8.4. bis 30.7. im Museum Kunstpalast, Düsseldorf
  • „Luther und die Avantgarde“: Zeitgenössische Kunst zum Luther-Jahr vom 19.5. bis 17.9. in Wittenberg
  • „Herkules 300“: Weiterleben des antiken Helden in der Kunst vom 31.3. bis 8.10. im Schloss Wilhelmshöhe, Kassel
  • „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“: Themen-Schau zur Geschichte des Papsttums vom 21.5. bis 31.10. in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim

Film-Klassiker des Monats:

Der Krieg ist vorbei

Katzenjammer eines Klassenkämpfers: In „Der Krieg ist vorbei von 1966 porträtiert Alain Resnais einen spanischen Anti-Franco-Aktivisten im Pariser Exil – die Ernüchterung von Yves Montand in der Hauptrolle zeigt das Filmmuseum Düsseldorf am 28. März.

Düsseldorf

Hinter dem Vorhang

Der Vorhang zu und alle Fragen offen: Sichtbarrieren werten Kunstwerke seit jeher auf – was selten zu sehen ist, wird begehrenswert. Diese Dialektik von Ver- und Enthüllung spielt das Museum Kunstpalast enzyklopädisch durch; von Heiligenbildern bis zu Bettszenen.

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Schweinfurt

Lockruf der Décadence

Wein, Weib und dekadentes Treiben: Motivisch schöpften viele Maler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Vollen. Ihre Schauwerte adelt das Museum Georg Schäfer zur eigenen Strömung – und verzichtet nonchalant auf eine Begründung seiner These.

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Stuttgart

Francis Bacon – Unsichtbare Räume

Mit Sinnbildern der gequälten Kreatur wurde Francis Bacon berühmt. Seine Stilmittel waren sehr ökonomisch; darunter flüchtig skizzierte Raumlinien. Ihnen ist erstmals eine fulminante Ausstellung in der Staatsgalerie gewidmet – ein echter Augenöffner.

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Martin Scorsese

Silence

(Kinostart 2.3.) Wenn Gott schweigt: Im neuen Historien-Epos von Martin Scorsese folgen zwei portugiesische Pfarrer einem gescheiterten Missionar ins christenfeindliche Japan des 17. Jahrhunderts. Doch statt Gott treffen sie auf brutale Inquisitoren.

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Nicola Graef

Neo Rauch – Gefährten und Begleiter

(Kinostart: 2.3.) Viel Rauch um Nichts? In einem Dokumentarfilm blickt Nicola Graef dem berühmten deutschen Maler Neo Rauch über die Schulter. Doch statt die künstlerischen Motive zu erklären, erweist sich der Film als unkritische Huldigung.

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Pablo Larraín

Neruda wollte Flucht-Nervenkitzel

Porträtist politischer Ikonen: Vier Wochen nach „Jackie“ über die Kennedy-Witwe kommt die nächste Filmbiographie von Pablo Larraín ins Kino. Sein Werk über Chiles Nationaldichter Pablo Neruda sei aber eher ein Anti-Biopic, so der Regisseur im Interview.

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