Stuttgart

Der Meister von Meßkirch

Opulent, brutal, alltagsnah: Die Stuttgarter Staatsgalerie zeigt anschaulich, wie katholische Bildwelten auf die Herausforderung der Reformation ab 1520 reagierten. Sie nahmen verstärkt die Ängste, Hoffnungen und sozialen Brüche der Epoche in den Blick. ...weiter

Frankfurt am Main

Glanz + Elend in Weimarer Republik

Mehr als Charleston und Romanisches Café: Die Weimarer Republik taumelte von einer Krise in die nächste. Wie sich das in der Kunstproduktion jener Jahre niederschlug, zeichnet die Schirn Kunsthalle nach - anschaulich und etwas einseitig. ...weiter
Berlin

Fahrelnissa Zeid: Moderne-Pionierin

Abstrakter Expressionismus mit Orient-Ornamenten: Fahrelnissa Zeid war eine Wandlerin zwischen den Welten. Als Diplomatengattin verkehrte sie mit Chagall und Henry Moore, ihre Riesen-Bilder sprengten alles Geläufige – die Deutsche Bank KunstHalle stellt sie vor. ...weiter
Guillermo del Toro

Reale Monster sind im Menschenherz

Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro hat mit "Shape of Water" einen Fantasy-Historienfilm gedreht, der für 13 Oscars nominiert wurde. Das Monster in seinem Film spiegele immer auch das Monster im Menschen, betont er im Interview. ...weiter
Guillermo del Toro

Shape of Water-Flüstern des Wassers

(Kinostart: 15.2.) Die Schöne und das Biest im Kalten Krieg: Ein Märchen für Erwachsene im liebevoll imitierten B-Movie-Look von Regisseur Guillermo del Toro ist der haushohe Oscar-Favorit – seine Farbenpracht transportiert ein schwarzweiß schlichtes Weltbild. ...weiter
Ridley Scott

Alles Geld der Welt

(Kinostart: 15.2.) Hart, aber unherzlich: Im Rückblick auf die Entführung des Milliardärs-Erben John Paul Getty III. 1973 porträtiert Regisseur Ridley Scott einen Ölmagnaten, dem nur sein Geld am Herzen liegt – gelungene Reflexion über Reichtum, Macht und Familie. ...weiter

Kunst+Film-Video der Woche:

Paul Cézanne (1839-1906) ist einer berühmtesten Maler des 19. Jahrhunderts und ein Wegbereiter der Modernen Malerei. Dabei hat er auch Genre-Grenzen aufgelöst. Das zeigt die Ausstellung Cézanne - Metamorphosen in der Kunsthalle Karlsruhe - bis 11. Februar.

Auch neu im Kino ab 15. Februar

  • "Die Grundschullehrerin": Französisches Drama von Hélène Angel über eine zunehmend überforderte Lehrerin, deren Privatleben mit dem Beruf kollidiert
  • "Wer ist Daddy?": US-Roadmovie-Komödie von Lawrence Sher mit Owen Wilson ("Midnight in Paris") über zwei ungleiche Zwillingsbrüder, die ihren Erzeuger suchen
  • "37": true crime-Drama von Puk Grasten über einen Mord im New York der 1960er Jahre, bei dem 37 Augenzeugen zuschauen, aber nicht eingreifen 
  • "Luna": Thriller von Khaled Kaissar mit Bibiana Beglau ("Was Du nicht siehst") über eine 17-jährige, die den Mörder ihres Vaters sucht, der russischer Doppelagent war

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Köln

Il deserto rosso now

Mit „Die rote Wüste“ schrieb Michelangelo Antonioni 1964 Kinogeschichte: Er zeigte Italien als düstere Mondlandschaft mit grellen Farbakzenten. Heute finden 30 Fotografen dort nur beliebige Schnappschüsse, führt eine Ausstellung der Photographischen Sammlung vor. ...weiter
Karlsruhe

Cézanne – Metamorphosen

Alles hängt mit allem zusammen: Die Kunsthalle will nachweisen, dass Paul Cézanne alle Formen miteinander verknüpft und Genre-Grenzen aufgelöst hat. Ihre ehrgeizige These lässt sich nur teilweise belegen – was den Schauwert dieser Retrospektive nicht mindert. ...weiter
Potsdam

Hinter der Maske – Künstler der DDR

Jenseits des Sozialistischen Realismus: Ostdeutsche Künstler loteten experimentierfreudig allerlei Spielräume abseits der SED-Parteilinie aus. Das zeigt das Museum Barberini anschaulich in einer großen Retrospektive dieser abgeschlossenen Kunstrichtung. ...weiter
Taylor Sheridan

Wind River

(Kinostart: 8.2.) Kühle Natur, eisige Menschen: In Taylor Sheridans Neo-Western wird ein Mädchen in einem Indianerreservat brutal ermordet – spannender Einblick in das Leben einer indigenen Gesellschaft, die sich mühsam ihre Würde zurückerobert. ...weiter
Jan Speckenbach

Freiheit

(Kinostart: 8.2.) Gefangen in der Freiheit: Jan Speckenbach erzählt von einer Frau, die abschiedslos ihre Famile verlässt. An ihrem Ausbruch leiden vor allem ihre Nächsten – ambivalentes wie packendes Drama über die Überschreitung der gesellschaflichen Norm. ...weiter
Paul Thomas Anderson

Der seidene Faden

(Kinostart: 1.2.) Das untapfere Schneiderlein: In seiner wohl letzten Rolle spielt der Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis einen erfolgreichen Schneider, der sich von seiner jungen Muse umgarnen lässt – ambivalenter Thriller über die Macht der (Hass-) Liebe. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • "Rubens. Kraft der Verwandlung": Quellen des Barock-Malers vom 8.2. bis 21.5. im Städel Museum, Frankfurt/Main
  • "Thomas Gainsborough: Die moderne Landschaft" vom 2.3. bis 27.5. in der Hamburger Kunsthalle
  • "Hello World. Revision einer Sammlung": Entwurf einer nicht-eurozentrischen Kunstgeschichte des 20. Jh. vom 23.3. bis 19.8. im Hamburger Bahnhof, Berlin
  • "Flashes of the Future: Die Kunst der 68er": Rückblick auf Provokationen und Utopien vom 20.4. bis zum 19.8. im Ludwig Forum, Aachen

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. "Three Billboards outside..." von Martin McDonagh
  2.  "Das Leben ist ein Fest" von O. Nakache + É. Toledano 
  3. "Die dunkelste Stunde" von Joe Wright mit Gary Oldman
  4. "Der seidene Faden" von Paul Thomas Anderson
  5. "Greatest Showman" von Michael Gracey mit H. Jackman
  6. "Loving Vincent" von Dorota Kobiela + Hugh Welchman
  7. "Downsizing" von Alexander Payne mit Matt Damon
  8. "Aus dem Nichts" von Fatih Akin mit Diane Kruger
  9. "Das Leuchten der Erinnerung" mit Helen Mirren
  10. "Weit. Die Geschichte von einem..." von Patrick Allgaier
Bonn

Ferdinand Hodler - Frühe Moderne

Alpengipfel und Historien-Helden auf Monumentalbildern: Damit wurde Hodler zum Nationalmaler der Schweiz. Seine delikaten Allegorien und ätherischen Landschaften sind weniger bekannt; die Bundeskunsthalle zeigt sie zum 100. Todestag in majestätischer Inszenierung. ...weiter
Berlin

Jeanne Mammen: Die Beobachterin

Chronistin von Bubikopf und Monokel: Kein Künstler hat die "Goldenen Zwanziger Jahre" so federleicht aufs Papier gebracht wie Jeanne Mammen. In der NS- und Nachkriegszeit änderte sie ihren Stil radikal – die Berlinische Galerie präsentiert erstmals ihr Gesamtwerk. ...weiter
Köln + Paris

Tintoretto – A star was born

Tausendsassa des Manierismus: Der Venezianer Jacopo Tintoretto war der experimentierfreudigste Maler seiner Zeit. Zum 500. Geburtstag stellt das Wallraf-Richartz-Museum sein Frühwerk zusammen – wie originell es ist, zeigt der Vergleich mit der Konkurrenz. ...weiter
Barbara Albert

Licht

(Kinostart: 1.2.) Sehen und gesehen werden: Barbara Albert erzählt von einer blinden Pianistin, die nach der Behandlung eines umstrittenen Arztes wieder sehen kann, aber ihr Talent verliert – bildgewaltiges Drama um weibliche Emanzipation im 18. Jahrhundert. ...weiter
James Franco

The Disaster Artist

(Kinostart: 1.2.) Je schlechter, desto besser: Der Film "The Room" von Tommy Wiseau ist ein miserables Machwerk, wird aber von Trashfilm-Fans geliebt. Nun hat Schauspieler James Franco dazu das Making Of gedreht – es gerät kaum besser als das Original. ...weiter
Frances McDormand

Three Billboards outside Ebbing

(Kinostart: 25.1.) Eine Kratzbürste gegen den Provinz-Mief: Regisseur Martin McDonagh schickt eine wütende Frau in den Kampf gegen die örtliche Polizei, die genauso faul wie rassistisch ist – fulminante schwarze Komödie, die zurecht für sieben Oscars nominiert wurde. ...weiter

Top-Ausstellungen im Januar

  • "Glanz und Elend in der Weimarer Republik": von Otto Dix bis Jeanne Mammen bis 25.2. in Schirn, Frankfurt
  • "Juden, Christen und Muslime: Wissenschafts-Dialog 500-1500" bis 4.3. im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • "Bestandsaufnahme Gurlitt": NS-Kunstraub und die Folgen bis 11.3. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • "A Tale of Two Worlds: Lateinamerikas Kunst von 1940 bis 1980": bis 2.4. im MMK, Frankfurt/ Main
  • "Indigenous Australia": Meisterwerke der Aborigines-Kunst bis 2.4. im me Collectors Room, Berlin
  • "Gabriele Münter - Malen ohne Umschweife": Blaue-Reiterin-Retrospektive bis 8.4. im Lenbachhaus, München
  • "Woman. Feministische Avantgarde der 1970er Jahre": bis 8.4. im ZKM, Karlsruhe
  • "Die Ufa – Geschichte einer Marke": 100 Jahre Kino-Konzern bis 22.4. im Museum für Film und Fernsehen, Berlin
  • "Hawai'i – Königliche Inseln im Pazifik": erste deutsche Ausstellung bis 13.5. im Linden-Museum, Stuttgart

Film-Klassiker des Monats

Drôle de drame – (Ein sonderbarer Fall)

Wenn der Krimi Realität wird: "Drôle de drame – (Ein sonderbarer Fall)" ist ein Klassiker des "Poetischen Realismus". In der Geschichte über einem Krimiautoren, der von einem Massenmörder verfolgt wird, verbindet Regisseur Marcel Carné Gesellschaftskritik mit grotesker Komik. Das Filmmuseum Düsseldorf zeigt die Satire am 13. Februar.

Berlin

Gesichter Chinas + Wechselblicke

Auge in Auge mit dem Reich der Mitte: Das Museum für Asiatische Kunst und die Kunstbibliothek präsentieren im Kulturforum klassische Porträtmalerei und kulturelle Exportgüter – zwei visuell opulente Sonderschauen mit magerem historischen Kontext. ...weiter
Berlin

Wenzel Hablik – Expressionismus

Von Itzehoe aus in die Weiten des Weltalls: Wenzel Hablik war einer der vielseitigsten und produktivsten Expressionisten – und ein irrwitziger Utopist. Sein lange vergessenes Gesamtwerk stellt der Martin-Gropius-Bau in einer prächtig inszenierten Retrospektive vor. ...weiter
München

Französische Salonkunst 1840 - 1910

Wider das Klischee vom hohlen Pathos: Die Hypo-Kunsthalle führt vor, wie vielgestaltig die Werke waren, die im Paris des 19. Jahrhunderts die Massen anzogen – von Pin-up-Girls bis zu Porträts von Landleuten und Streikenden. Eine längst überfällige Rehabilitierung. ...weiter
Fernando Pérez

Letzte Tage in Havanna

(Kinostart: 25.1.) Der eine will weg, der andere muss sterben: Regisseur Fernando Pérez erzählt von zwei Freunden, die in der verfallenden Hauptstadt Kubas vor sich hinleben – tragikomisches Kammerspiel über eine Gesellschaft, die genug hat vom Regime. ...weiter
Hong Sangsoo

On the Beach at Night Alone

(Kinostart: 25.1.) Die Poesie des Vielleicht: Im Drama von Hong Sangsoo driftet eine junge Frau durch die Welt, um über eine Liebesaffäre hinwegzukommen. Doch ob sie wirklich zuende ist, bleibt ungewiss – gelungene Studie über Einsamkeit im Showbusiness. ...weiter
Gary Oldman

Die dunkelste Stunde

(Kinostart: 18.1.) Mit Whisky und Zigarre gegen Nazis: Regisseur Joe Wright porträtiert Winston Churchill beim Amtsantritt 1940. Sein Hedonismus entsprach seinem Widerstandswillen gegen das NS-Regime – spannender Historienfilm, aber ohne Gegenwartsbezug. ...weiter