München

Von Gibraltar bis Helgoland

Ein Graf als Genie-Mäzen: Adolf von Schack förderte Mitte des 19. Jahrhunderts spätere Malerfürsten wie Arnold Böcklin oder Franz von Lenbach. Seine einzigartige Sammlung spätromantischer Landschaftsmalerei ist endlich wieder vollständig zu sehen.

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Hannover

130% Sprengel. Sammlung Pur

Mehr Platz ist immer besser: Im neuen Erweiterungsbau arrangiert das Sprengel Museum überzeugend seine hochkarätigen Bestände der Klassischen Moderne. Für die Kunst nach 1945 fehlt ihm noch eine ähnlich schlüssige Präsentation.

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Völklingen

Buddha: 232 Meisterwerke + McCurry

Begegnung mit dem Erleuchteten: In einer fantastischen Ausstellung zeigt die Völklinger Hütte absolute Spitzenleistungen buddhistischer Kunst – auf diese Schätze in Privatbesitz wäre jedes Museum neidisch. Dazu sind Buddhismus-Fotos von Steve McCurry zu sehen.

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František Vláčil

Marketa Lazarová

(Kinostart: 1.12.) Zeitreise ins 12. Jahrhundert: Regisseur František Vláčil wollte 1967 dem Publikum vermitteln, wie sich das Mittelalter anfühlte. Seine Raubritter-Fabel gilt als „bester tschechischer Film aller Zeiten“ – und kommt 49 Jahre später in deutsche Kinos.

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Marie Noëlle

Marie Curie

(Kinostart: 1.12.) Eine Frau gegen die ganze Welt: Das bewegte Leben von Marie Curie, der einzigen Doppel-Nobelpreisträgerin, klingt wie ein präfeministischer Bildungsroman. Ihr Biopic ertränkt Regisseurin Marie Noëlle in gefühligem Beziehungs-Kitsch.

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Ken Loach

Daniel Blake wäre für den Brexit

Der Held des neuen Films von Ken Loach kämpft gegen ein zynisches Sozialsystem, das ihm jede Hilfe verweigert. Das sei symptomatisch für den Zerfall der britischen Gesellschaft, so der Regisseur: Die Wirtschaft stehle sich aus ihrer Verantwortung für die Beschäftigten.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bitte nicht vom Religionsstifter im Titel irritieren lassen: „Buddha – 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“ ist eine fantastische Ausstellung von Sakralkunst aus Asien. Viele Stücke sind weltweit einzigartig, und alle atemberaubend schön. Noch bis Mitte Februar in der Völklinger Hütte zu bewundern.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Ein Lied für Nour“: Dokudrama über einen Taxifahrer, der die casting show „Arab Idol“ gewinnt.
  • „Dear Zindagi – Liebesbrief an das Leben“ von Gauri Shinde („Englisch für Anfänger“) mit Shah Rukh Khan: Edel-Bollywood über Filmemacherin, die Liebe lernen muss.
  • „Die Hände meiner Mutter“ mit Jessica Schwarz: Drama über sexuellen Missbrauch durch Mütter.
  • „Das Morgan Projekt“: science fiction-Dystopie über den Lernprozess eines künstlichen Menschen.
  • „Sully“ von Clint Eastwood („Jersey Boys“) mit Tom Hanks („Bridge of Spies“; „Ein Hologramm für den König“): Dokudrama über Piloten, der 2009 mit Notlandung das Leben seiner Passagiere rettete.

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München

Die Etrusker – Villanova bis Rom

Urahnen der Toskana-Fraktion: Die Etrusker schufen die erste Hochkultur im heutigen Italien. Ihre Sprache ist bis heute unbekannt, ihre Kunst umso beeindruckender – die Staatlichen Antikensammlungen zeigen ein fantastisches Panorama dieser Zivilisation.

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Berlin

Am I Dandy? Extravagantes Leben

Ein Königreich für den perfekten Krawatten-Knoten: Als das Bürgertum die Macht übernahm, kultivierten Dandys aristokratische Posen. Was ihren Ästhetizismus ausmachte, will eine Schau im Schwulen Museum ergründen – als verspielte Spielwiese des Voyeurismus.

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Berlin

Dada Afrika -Dialog mit dem Fremden

Avantgarde mit Faible für Exotik: Die Dadaisten begeisterten sich für außereuropäische Kulturen. Wie vielfältig das ihr Schaffen inspirierte, zeigt die Berlinische Galerie – und übertreibt, indem sie diese Künstler zu Afrika-Verstehern hochstilisiert.

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Ken Loach

Ich, Daniel Blake

(Kinostart: 24.11.) David gegen Goliath 2.0: Ken Loach erzählt die Geschichte eines arbeitsunfähigen Schreiners, der an der kafkaesken Bürokratie des britischen Sozialstaates scheitert. Realistisches Sozialdrama mit viel Empathie, aber ohne Pathos.

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Denis Villeneuve

Arrival

(Kinostart: 24.11.) Reden ist immer die Lösung: Aus dem Erstkontakt mit Aliens macht Regisseur Denis Villeneuve einen faszinierend intelligenten SciFi-Psychothriller über einen Gesprächs-Marathon – im herrschenden Digital-Wahn fast ein Aufruf zur Konterrevolution.

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Meryl Streep + Hugh Grant

Florence Foster Jenkins

(Kinostart: 24.11.) Singe, wem Gesang gegeben: Mangelndes Talent machte Florence Foster Jenkins durch Enthusiasmus wett – und Mäzenatentum. Meryl Streep spielt voller Sympathie diese Möchtegern-Operndiva, Regisseur Stephen Frears inszeniert opulent.

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Top-Ausstellungen im November

  • „Francis Bacon – Unsichtbare Räume“: große Retrospektive bis 8.1.2017 in der Staatsgalerie Stuttgart
  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Paterson“ von Jim Jarmusch mit Adam Driver
  2. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  3. „Ich, Daniel Blake“ von Ken Loach
  4. „Café Society“ von Woody Allen mit Jesse Eisenberg
  5. „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ von Dieter Berner
  6. „Tschick“ von Fatih Akin
  7. „Radio Heimat“ von Matthias Kutschmann
  8. „Die Mitte der Welt“ von Jakob M. Erwa
  9. „Amerikanisches Idyll“ von + mit Ewan McGregor
  10. „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pleger
Trier

Nero – Kaiser, Künstler und Tyrann

Das Allround-Showtalent auf dem römischen Kaiserthron: Eine glänzend inszenierte Ausstellungs-Trilogie in drei Trierer Museen reinigt Nero vom Stigma des blutgierigen Ungeheuers – und rehabilitiert ihn als Erfinder der Spektakel-Gesellschaft.

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Berlin

Berlin Art Week 2016

Kampf gegen drohende Katerstimmung: Auf das Ende des Hauptstadt-Booms reagieren die beiden wichtigsten Kunstmessen der Berlin Art Week mit Konzentration aufs Wesentliche und Kundenorientierung. Wir empfehlen: jetzt zuschlagen!

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München

World of Malls: Konsum-Architektur

Shop til you drop: Einkaufszentren sind die Kathedralen der Konsum- Gesellschaft. Ihre Geschichte zeichnet die Pinakothek der Moderne originell mit gelungenen und gescheiterten Beispielen nach – ignoriert aber die wahren Ursachen für ihren weltweiten Erfolg.

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Jim Jarmusch

Paterson

(Kinostart: 17.11.) Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort: Sein Porträt eines dichtenden Busfahrers verwandelt Regisseur Jim Jarmusch in ein Meisterwerk aus Poesie im Alltag – Und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.

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Dieter Berner

Egon Schiele – Tod und Mädchen

(Kinostart: 17.11.) Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit: Egon Schiele war der sinnlichste Expressionist der Wiener Moderne; er starb mit nur 28 Jahren. Ihn porträtiert Regisseur Dieter Berner schwungvoll als ebenso leidenschaftlichen Eroto- wie Graphomanen.

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Ewan McGregor

Amerikanisches Idyll

(Kinostart: 17.11.) Wenn ein Traum im Postamt explodiert: Mit der Bombe zerstört eine Tochter das Leben ihres Vaters. Star-Schauspieler Ewan McGregor führt erstmals Regie – seine Verfilmung des Romans von Philip Roth seziert schonungslos die US-Gesellschaft.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „Omer Fast“: Werkschau des Video-Künstlers vom 18.11. bis 12.3.2017 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • Eine kurze Geschichte der Menschheit. 100 000 Jahre Kulturgeschichte“: Übernahme aus Israel vom 22.11. bis 26.03.2017 in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Schloss.Stadt.Berlin. Die Residenz rückt in die Mitte“ vom 25.11. bis 23.04.2017 im Ephraim-Palais, Berlin
  • „Die Teheran Sammlung. Das Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst in Berlin“: westliche Klassiker + moderne iranische Kunst erstmals im Ausland, vom 4.12. bis 26.1.2017 in der Gemäldegalerie, Berlin (verschoben)
  • „Sigmar Polke. Alchemy and Arabesque“ vom 11.2. bis 21.5. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“: Eröffnungs-Ausstellung mit Werken von u.a. Monet + Renoir aus der Sammlung von Hasso Plattner vom 23.1. bis 28.5.2017 im neuen Museum Barberini, Potsdam
  • „Cranach. Meister – Marke – Moderne“: umfassende Werkschau von Lucas Cranach d.Ä. vom 8.4. bis 30.7.2017 im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Film-Klassiker des Monats:

Naked Lunch

Himmel und Hölle eines Junkies: William S. Burroughs machte mit seinem wild experimentellen Skandal-Roman „Naked Lunch“ 1959 Drogensucht literaturfähig. Sein Schlüsselwerk verfilmte David Cronenberg 1991 kongenial als surrealen Kino-Albtraum – er wird am 13. Dezember im Filmmuseum Düsseldorf gezeigt.

Bonn

Parkomanie – Fürst Pückler

Den Wald vor lauter Raumteilern nicht sehen: Fürst Pückler war einer der bedeutendsten Gartengestalter des 19. Jahrhunderts – er perfektionierte den englischen Landschaftspark. Die Gedenkschau der Bundeskunsthalle verliert sich im Unterholz.

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Hamburg

Verkehrte Welt – Hieronymus Bosch

Ahnherr aller Horror-Visionen: Vor 500 Jahren erfand Hieronymus Bosch eine Fabelwelt des Schreckens. Welch enorme Wirkung sie entfaltete, zeigt eine Ausstellung im Bucerius Kunst Forum – allerdings ohne Original-Monster vom Meister selbst.

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Berlin + München

El Siglo de Oro – Die Ära Velázquez

Die wichtigste Ausstellung des Jahres: Gemäldegalerie und Hypo-Kunsthalle stellen Spaniens Goldenes Kunst-Zeitalter in aller Pracht und Vielfalt vor. Dieser Barock ist nicht süßlich, sondern herb naturalistisch – das bringt ihn heutigen Betrachtern nahe.

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Brendan Gleeson + Daniel Brühl

Jeder stirbt für sich allein

(Kinostart: 17.11.) Zusammen leiden, alleine sterben: Ein Ehepaar protestiert 1943 mit Postkarten gegen das NS-Regime und wird verfolgt. Diese Verfilmung von Hans Falladas Erfolgsroman ist handwerklich gelungen, aber auch so lehrbuchmäßig wie vorhersehbar.

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Omer Fast

Continuity

(Kinostart: 17.11.) Bring the Boy Back Home: Die Heimkehr eines Sohnes als Soldat aus Afghanistan inszeniert Video-Künstler Omer Fast als rätselhaftes Rollenspiel, das produktive Verwirrung auslösen soll. Folgerichtig ist hier nichts – zumindest nicht auf den ersten Blick.

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Woody Allen

Café Society

(Kinostart: 10.11.) Das Schicksal ist kein Ponyhof: In seinem neuen Film scheucht Regisseur Woody Allen sein Alter Ego durch eine glamouröse Kulisse der 1930er Jahre. Ein komisches Drama über unerfüllte Sehnsüchte und die Fallstricke der Liebe.

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