67. Berlinale

Expansionskurs in der Sackgasse

Nach dem Berlinale-Boom: Das Festival war deutlich schlechter besucht als in den Vorjahren. Überteuerter Eintritt für Mittelmaß im Wettbewerb und Strippenzieher-Steckenpferde in den Sektionen schreckt Publikum ab – doch Leiter Kosslick will sich ein Denkmal setzen.

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München

Friedrich Wilhelm Murnau – Hommage

Eine Symphonie des Grauens: Mit „Nosferatu“, „Sunrise“ und „Tabu“ schuf Murnau in den 1920er Jahren Meilensteine der Filmgeschichte. An sein Gesamtwerk erinnert eine Ausstellung im Lenbachhaus – und begräbt es unter beliebigem Bildersalat.

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Chris Kraus

Enkel von NS-Opfern machten Witze

Ein Titel wie ein Haiku, ein Drama mit langem komödiantischen Anlauf: Mit „Die Blumen von gestern“ will Regisseur Chris Kraus die Nachfahren von Tätern und Opfern miteinander versöhnen. Dazu inspirierte ihn seine Familiengeschichte, erzählt er im Interview.

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Juho Kuosmanen

Filmemachen ist wie Profi-Boxen

Mit „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ hat Regisseur Juho Kuosmanen ein etwas anderes Sportler-Drama gedreht: Der Held macht aus der Niederlage einen Privat-Sieg. Ein Gespräch über Finnlands erstes großes Sport-Event mit schüchternem Anti-Star.

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Bonn

Inszeniert– Geschichte im Spielfilm

Filmbilder formen Geschichtsbilder: Wie Kino und TV historisches Bewusstsein prägen, zeichnet eine opulente Ausstellung im Haus der Geschichte nach. Allerdings beschränkt auf spektakuläre Umbrüche – das Lebensgefühl ganzer Jahrzehnte wird ignoriert.

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Ken Loach

Daniel Blake wäre für den Brexit

Der Held des neuen Films von Ken Loach kämpft gegen ein zynisches Sozialsystem, das ihm jede Hilfe verweigert. Das sei symptomatisch für den Zerfall der britischen Gesellschaft, so der Regisseur: Die Wirtschaft stehle sich aus ihrer Verantwortung für die Beschäftigten.

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Geoffrey Rush

Die Wildente

(Kinostart: 27.10.) Freundesmund tut Wahrheit kund: Mit Enthüllungen zerreißt ein Rückkehrer das fragile soziale Gleichgewicht. In seiner beeindruckend schnörkellosen Neufassung des Ibsen-Dramas legt Regisseur Simon Stone ein zeitloses Psychogramm frei.

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Anne Zohra Berrached

Ich habe selbst abgetrieben

In „24 Wochen“ muss sich Julia Jentsch zwischen Spätabtreibung und Kind mit Behinderung entscheiden. Ihr Film solle Schuldgefühle bei Frauen mindern, die in ähnlicher Lage selbst abgetrieben haben, erklärt Regisseurin Zohra Berrached im Interview.

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Rachel Weisz+ Michael Fassbender

The Light between Oceans

(Kinostart: 8.9.) Wie Moses im Bastkörbchen: Mit einem Findelkind genießt ein Paar ohne Nachwuchs Familienglück am Ende der Welt– bis die leibliche Mutter auftaucht. Verklärendes Gefühlskino von Regisseur Derek Cianfrance in majestätischer Naturkulisse.

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Lee Tamahori

Mahana – Eine Maori-Saga

(Kinostart: 1.9.) Generationen-Konflikt beim Schafschur-Wettbewerb: Ein junger Maori begehrt gegen den Patriarchen auf, der seinen Clan tyrannisch beherrscht. Authentisch und etwas glatt inszeniertes Familienepos aus Neuseeland von Regisseur Lee Tamahori.

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