Duisburg + 7 weitere Städte

China 8: Zeitgenössische Kunst

Klotzen statt kleckern: Nicht weniger als neun Museen in acht NRW-Städten präsentieren 500 Werke von 120 Künstlern. Der Ausstellungs-Marathon zeigt, wie unfassbar vielfältig die dortige Szene mittlerweile ist – zweifellos die wichtigste Schau des Jahres.

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München

Keith Haring – Gegen den Strich

Invasion der Strichmännchen: Mit ihnen kritzelte Keith Haring in den 1980er Jahren alles voll. Als wüsste er, wie wenig Zeit ihm blieb; er starb mit 31 Jahren an AIDS. Die Hypo-Kunsthalle blickt auf sein Werk zurück – und entdeckt ihn als politischen Künstler.

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Düsseldorf

Wim Wenders – Photographien

Neuer Deutscher Film goes Foto-Tapete: Zum 70. Geburtstag des Autorenfilm-Regisseurs zeigt das Museum Kunstpalast eine große Werkschau seiner Landschafts-Aufnahmen – menschenleere Riesenformate in satten Farben mit Hang zu sakralem Edelkitsch.

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Michael Madsen

The Visit – außerirdische Begegnung

(Kinostart: 22.9.) Das Weltall – unendliche Weiten: Gibt es irgendwo da draußen Leben? Damit beschäftigen sich etliche irdische Experten. Regisseur Michael Madsen sammelt ihre Einschätzungen: Die Ergebnisse ähneln denen von guter Science Fiction.

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Fatih Akin

Tschick

(Kinostart: 15.9.) Wie gut Scheiße bauen tut: Wolfgang Herrndorfs Bestseller verfilmt Regisseur Fatih Akin kongenial als anarchisches Road Movie im sommerlichen Brandenburg – ein Jugendroman als Anleitung zum Ausbruch aus dem normierten Dasein.

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Pieter van Huystee

Hieronymus Bosch – Teufels-Schöpfer

(Kinostart: 15.9.) Fachchinesisch vor Infrarot-Aufnahmen: Ein Expertenteam begutachtet weltweit Bilder, die man dem Künstler zuschreibt – Regisseur Pieter van Huystee dokumentiert heutigen Ausstellungs-Betrieb, nicht das Schaffen des Fabelwesen-Malers.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Noch bis 14. Mai in Berlin: Science-Fiction-Filme sind fast so alt wie das Kino selbst – und in Aufbau wie Ausstattung meist stark ihrer Entstehungszeit verhaftet. Das zeigt amüsant abwechslungsreich die Überblicks-Ausstellung „Things to Come“ im Museum für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek.

Auch neu im Kino ab 27. April

  • „Happy Burnout“ mit Anke Engelke + Wotan Wilke Möhring („Black Brown White“): Therapie-Komödie über Alt-Punk, der in Klinik zur Burnout-Behandlung landet.
  • „Die Schlösser aus Sand“: französische Dramödie – eine junge Frau will mit Ex-Freund ein Landhaus verkaufen.
  • „Toro“: sprödes Sozialdrama in Schwarzweiß über ein deutsch-polnisches Stricher-Pärchen.
  • „Unforgettable – Tödliche Liebe“: US-Thriller über eine Ex-Gattin, die der neuen Geliebten ihres früheren Mannes das Leben zur Hölle macht
  • „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ mit Chris Pratt („Passengers“) + Zoë Saldana („Live by Night“, „Auge um Auge – Out of the Furnace“): Superhelden-Science-Fiction-Action-Monsterproduktion der Woche.

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Berlin

Bernhard Martin

Surreales Panoptikum der Dekadenz: Auf Gemälden von Bernhard Martin geht es hoch her. Sekt fließt in Strömen, freizügige Damen klimpern mit Juwelen. Diese süffigen Tableaus bergen hintergründiges Unbehagen, zeigt seine Werkschau in der Berlinischen Galerie.

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Karlsruhe

Globale: Ryoji Ikeda + Tetsuo Kondo

Lost in Big Data: Beim Globale-Festival des ZKM macht Ryoji Ikeda faszinierend anschaulich, wie endlose Datenströme alle Menschen ständig durchdringen. Die künstliche Wolke von Tetsuo Kondo ist reizlos, der Auto-Marathon von HA Schult nur albern.

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Frankfurt am Main

Coop Himmelb(l)au

Wie Wiener Anarcho-Hippies zu Baumeistern der EZB wurden: Das Deutsche Architekturmuseum dokumentiert die Entwicklung der Coop Himmelb(l)au. Drei neue Großprojekte machen deutlich: Mehr dekonstruktivistischer Mut täte heutigem öden Städtebau gut.

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Bernd Michael Lade

Das Geständnis

(Kinostart: 15.9.) Die ganze DDR in einer Amtsstube: Bernd Michael Lade, bekannt als TV-Polizist, bringt die Endphase der ostdeutschen Republik als Krimi-Kammerspiel auf die Leinwand – Verbrechen, Personal und Phrasendrescherei wirken absolut authentisch.

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Rachel Weisz+ Michael Fassbender

The Light between Oceans

(Kinostart: 8.9.) Wie Moses im Bastkörbchen: Mit einem Findelkind genießt ein Paar ohne Nachwuchs Familienglück am Ende der Welt– bis die leibliche Mutter auftaucht. Verklärendes Gefühlskino von Regisseur Derek Cianfrance in majestätischer Naturkulisse.

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Ayse Kalmaz + Marcel Kolvenbach

Dügün – Hochzeit auf Türkisch

(Kinostart: 8.9.) Nur die Liebe zählt: In Duisburg-Marxloh sind etliche Brautmoden-Geschäfte auf deutsch-türkische Heiratsfeiern spezialisiert. Diesen Mikrokosmos dokumentieren Ayse Kalmaz und Marcel Kolvenbach als sentimentalen Bildersalat.

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Top-Ausstellungen im April

  • „Unter italienischen Himmeln“: Italienbilder des 19. Jahrhunderts bis 28.5. im Albertinum, Dresden
  • „Magritte. Der Verrat der Bilder“: erste Werkschau seit 20 Jahren bis 5.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Das Feld hat Augen. Bilder des überwachenden Blicks“: bis 2.7. im Museum für Fotografie, Berlin
  • „Alchemie. Die Große Kunst“: große Themen-Ausstellung bis 23.7. im Kulturforum, Berlin
  • „Cranach. Meister – Marke – Moderne“: umfassende Werkschau bis 30.7. im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ein Dorf sieht schwarz“ von Julien Rambaldi
  2. „Lommbock“ mit Moritz Bleibtreu
  3. „Alles unter Kontrolle!“ von Philippe de Chauveron
  4. „The Founder“ mit Michael Keaton
  5. „Moonlight“ von Barry Jenkins
  6. „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki
  7. „Lion – Der lange Weg nach Hause“ von Garth Davies
  8. „A United Kingdom“ mit David Oyelowo
  9. „Wilde Maus“ von und mit Josef Hader
  10. „Verleugnung“ mit Rachel Weisz + Timothy Spall
Berlin

ImEx: Im– und Expressionismus

Das Zeitalter der Ismen: Die Alte Nationalgalerie vergleicht 160 Werke beider Stile miteinander. Mit überraschendem Befund: Um 1900 änderten sich die Malweisen radikal, aber nicht die Motive – und die Entfremdung des Individuums schritt unaufhaltsam voran.

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Halle/ Saale

Logical Emotion – Kunst aus Japan

Mehr als Manga-Comics und Elektronik-Gadgets: Eine Überblicks-Schau in der Moritzburg führt vor, wie vielfältig japanische Gegenwartskunst ist – mit neonfarbenen Tropfsteinhöhlen, Installationen aus Seife oder Skulpturen in Gips, die wie eingefroren wirken.

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Hamburg

Picasso in der Kunst der Gegenwart

200 Picasso-Werke, aber keines von ihm selbst: Die Deichtorhallen führen den immensen Einfluss vor, den er bis heute auf Künstler ausübt. Ein klug ausgewähltes Potpourri des gesamten Kunstbetriebs, das deutlich macht: Bilder zitieren stets andere Bilder.

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Eiichi Yamamoto

Belladonna of Sadness

(Kinostart: 1.9.) Ein Hexen-Märchen als psychedelische Farbexplosion: 1973 entstand in Japan ein formvollendetes Gesamtkunstwerk der Pop-Ära. Der einmalige Animationsfilm kommt endlich auf die Leinwand – mit der wohl wildesten Orgie der Kino-Geschichte.

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Timur Bekmambetov

Ben Hur

(Kinostart: 1.9.) 57 Jahre nach Charlton Heston jagt ein neuer Wagenlenker durch die Arena: Regisseur Timur Bekmambetow dreht ein achtbares Remake des Monumentalfilms von 1959 – samt überfälliger Versöhnung der feindlichen Brüder im heiligen Land.

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Lee Tamahori

Mahana – Eine Maori-Saga

(Kinostart: 1.9.) Generationen-Konflikt beim Schafschur-Wettbewerb: Ein junger Maori begehrt gegen den Patriarchen auf, der seinen Clan tyrannisch beherrscht. Authentisch und etwas glatt inszeniertes Familienepos aus Neuseeland von Regisseur Lee Tamahori.

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