Wuppertal

Pissarro: Vater des Impressionismus

Ein bienenfleißiger Anarchist, der erst spät Anerkennung fand: Camille Pissarro schuf ein Riesenwerk aus unspektakulären Alltags-Motiven. Seinen harmonischen Reiz führt das Von der Heydt-Museum in einer soliden Retrospektive anschaulich vor.

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65. Berlinale

Neuer Deutscher Film – 50 Plakate

Sie gaben dem Neuen Deutschen Film ein Gesicht: Das Grafiker-Paar Sickert hat Plakate für Wenders, Fassbinder, Schlöndorff u. v. m. gestaltet. Das Haus der Berliner Festspiele stellt nun 50 Entwürfe aus – überraschend textlastig und verblüffend einprägsam.

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München

Lina Bo Bardi: Brasil-Architektur

Maximale Kommunikation mit minimalen Mitteln: Die Italienerin Lina Bo Bardi baute in ihrer Wahlheimat Brasilien wegweisende Häuser, Museen und Kulturzentren. Zum 100. Geburtstag der Architektin stellt die Pinakothek der Moderne ihr Werk ausführlich vor.

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Münster

Das nackte Leben: Bacon + Hockney

Radikaler Neuanfang im lichtdurchfluteten Neubau: Englische Maler der Nachkriegszeit orientierten sich bei Experimenten stets am menschlichen Dasein. Ihre hierzulande wenig bekannte Kunst stellt das LWL-Museum für Kunst und Kultur umfassend vor.

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Berlin

Transmediale 2015 – Capture All

Ganz vorne dran und doch daneben: Die Ausstellung des Medienkunst-Festivals im HKW über Daten-Sammelwut ist so besucherfreundlich wie Nutzer-Einstellungen bei Facebook. Nebenan zeigt eine kleine, feine Schau anschaulich, was Arbeit heute bedeutet.

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Apichatpong Weerasethakul

Nur Träume ermöglichen Befreiung

Mit einfachen Stilmitteln schafft der Thai Apichatpong Weerasethakul poetisch verrätseltes Traumkino. In „Cemetery of Splendour“ leiden Soldaten an Schlafkrankheit: kein Kommentar zur Militärregierung, sondern zum Soldaten in uns, erklärt er im Interview.

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Apichatpong Weerasethakul

Cemetery of Splendour

(Kinostart: 14.1.) Schlafkrankheit als politisches Statement: Cannes-Sieger Apichatpong Weerasethakul betrachtet die Lage in seiner Heimat Thailand als surreale Szenerie voller geheimnisvoller Symbolik, besessen von den Geistern der Vergangenheit.

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Moritz Bleibtreu

Die dunkle Seite des Mondes

(Kinostart: 14.1.) In der mystischen Tiefe des Taunus: Moritz Bleibtreu als Anwalt kostet halluzinogene Pilze, was seine animalische Seite hervortreten lässt. Stephan Rick verfilmt einen Roman von Martin Suter als unausgegorenen Kapitalisten-Psychothriller.

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Alejandro González Iñárritu

The Revenant – Der Rückkehrer

(Kinostart: 6.1.) Blut, Schweiß und Eiszapfen: Den Überlebenskampf eines Trappers in winterlicher Wildnis um 1820 verfilmt Regisseur Iñárritu als grandios erbarmungsloses Rache-Epos. Für seine Quälerei in der Hauptrolle gebührt Leonardo DiCaprio ein Oscar.

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Eddie Redmayne

The Danish Girl

(Kinostart: 7.1.) Pioniere der Transsexualität: Ab 1913 wechselte ein dänischer Maler, von seiner Ehefrau unterstützt, sein Geschlecht. Ihre Geschichte verfilmt „King’s Speech“-Regisseur Tom Hooper als prunkvolle Schmonzette über innige Liebe.

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Top-Ausstellungen im September

  • „DADA Afrika“: Rezeption afrikanischer Kultur durch Dada-Künstler bis 7.11. in der Berlinischen Galerie, Berlin
  • „Die Etrusker – Von Villanova bis Rom“: bis 8.1.2017 in den Staatlichen Antikensammlungen, München
  • „130% Sprengel. Sammlung Pur“: zur Erweiterungsbau-Eröffnung bis 29.1.2017 im Sprengel Museum, Hannover
  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2. in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • Buddha – Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“: bis 19.2.2017 in der Völklinger Hütte

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Tschick“ von Fatih Akin
  2. „Snowden“ von Oliver Stone
  3. „Toni Erdmann“ von Maren Ade mit Sandra Hüller
  4. „Captain Fantastic“ mit Viggo Mortensen
  5. „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached mit Julia Jentsch
  6. „The Beatles: Eight Days a Week“ von Ron Howard
  7. „Der Landarzt von Chaussy“ mit François Cluzet
  8. „Frühstück mit Monsieur Henri“ mit Claude Brasseur
  9. „Der Vollposten“ von Gennaro Nunziante
  10. „The Light between Oceans“ mit Michael Fassbender
Frankfurt am Main + Wien

Fantastische Welten um 1500

Von wegen ruhige Renaissance: Künstler wie Albrecht Altdorfer und Wolf Huber nahmen mit grellen Effekten und wild wuchernden Formen die Schock-Ästhetik des Expressionismus vorweg – das zeigt eine grandiose Schau im Städel und Kunsthistorischen Museum.

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Rostock

Norbert Bisky – Zentrifuge

Wenn malerisch die Fetzen fliegen: Seine homoerotisch grundierten Jünglinge liefert Norbert Bisky nun den Fliehkräften aus. Das verleiht diesem Bilder-Kosmos enorme Dynamik, zeigt seine erste institutionelle Einzelausstellung in der Kunsthalle.

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Berlin + Monschau bei Aachen

Ara Güler – Das Auge Istanbuls

Istanbul ist die größte und vielleicht schönste Metropole Europas – ihr Stadtbild hat Ara Güler unermüdlich dokumentiert. Dem berühmtesten türkischen Fotografen richtet das Willy-Brandt-Haus seine erste deutsche Werkschau aus: eine gelungene Hommage.

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Bremen

Existenzielle Bildwelten

Ein Mash Up als Memento Mori: Die Weserburg zeigt eine Privatsammlung, die traditionelle Artefakte aus Afrika und Ozeanien mit Gegenwartskunst kombiniert. Als schillernden Mix von Werken zu elementaren Momenten des Lebens – vor allem dem letzten.

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Köln

Die Kathedrale

Wir bauen eine Kathedrale, war ein Motto des 19. Jahrhunderts: Damals wurde mancher Dom erst fertig – und zum dankbaren Motiv für Maler bis zur klassischen Moderne. Das Wallraf-Richartz-Museum lädt zur Besichtigungs-Tour; mit ziemlich verengtem Blick.

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Naomi Kawase

Kirschblüten und Rote Bohnen

(Kinostart: 31.12.) Krisenberatung mittels Kochen: Als eine alte Dame ihm beibringt, wie man köstliche Bohnenpaste zubereitet, schöpft ein Ex-Knacki neuen Mut. Regisseurin Naomi Kawase vermittelt mit den kleinen Dingen des Lebens asiatische Weisheiten.

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Jennifer Lawrence

Joy – Alles außer gewöhnlich

(Kinostart: 31.12.) Mit Wischmopp-Wedeln zur Millionärin: Den uramerikanischen Aufstiegstraum erzählt Regisseur David O. Russell am Beispiel einer Haushaltsgeräte-Königin – gute Schauspieler gleichen ein unausgegorenes Drehbuch voller Leerlauf nicht aus.

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Ian McKellen

Mr. Holmes

(Kinostart: 24.12.) Sein absolut allerletzter Fall: Mit 93 Jahren wird Sherlock Holmes an den größten Fehler seiner Laufbahn erinnert – zwischen Bienenzucht und Japan-Pfeffer. Erstklassiges, virtuos verschachteltes Erzählkino von Regisseur Bill Condon.

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Devid Striesow

Ich bin dann mal weg

(Kinostart: 24.12.) Pilgerreise mit nassen Zigaretten und Fuß-Blasen: Hape Kerkelings Bestseller über seine Jakobsweg-Wanderung verfilmt Regisseurin Julia von Heinz als banalen Episoden-Reigen – ein dauerschmunzelnder Devid Striesow wirkt wenig spirituell.

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Cate Blanchett

Carol

(Kinostart: 17.12.) Renaissance der großen Gefühle: Regisseur Todd Haynes erzählt von der Liebe zweier Frauen aus verschiedenen Gesellschafts-Schichten im New York der 1950er Jahre – als zauberhafte Hommage an klassische Hollywood-Melodramen.

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