Heidelberg

Kalighat – Malerei indische Moderne

Geburt der Moderne aus dem Geist der Massenproduktion: Für billige Pilger-Souvenirs entwickelten indische Künstler im 19. Jahrhundert einen ausdrucksstark plakativen Stil. Seltene Beispiele dieses Proto-Expressionismus zeigt nun das Völkerkundemuseum.

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Dresden

Supermarket of the Dead

Die wertvollste Ausstellung des Jahres: Im Residenzschloss wird das Sortiment ausgebreitet, das Chinesen ihren Ahnen zuliebe verbrennen. Eine Parade teurer Markenprodukte aus Papier, die westlichen Warenfetischismus in Rauch aufgehen lassen.

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Berlin

Du sollst Dir (k)ein Bild machen

Gott soll nicht dargestellt werden, aber Gläubige brauchen Bilder: In diesem Spannungsfeld bewegen sich alle monotheistischen Religionen. Eine Kunst-Ausstellung im Berliner Dom will es beleuchten, driftet aber ins unbefriedigend Ungefähre ab.

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Lutz Dammbeck

Overgames

(Kinostart: 21.4.) The Show must go on: Essay-Filmer Lutz Dammbeck geht der Vermutung nach, dass die Konzepte für deutsche TV-Gameshows aus der US-Psychiatrie stammen – zur Umerziehung von Ex-Nazis. Klingt abseitig, wartet aber mit faszinierenden Details auf.

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Thomas Vinterberg

Betrunkene haben Weltkrieg gewonnen

In „Die Kommune“ fließt viel Bier; das macht die Mitbewohner großzügig, so der dänische Regisseur Vinterberg. Er erzählt im Interview, welche eigenen Erfahrungen er mit einer WG gemacht hat – und warum sein nächster Film den Alkohol feiern soll.

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Thomas Vinterberg

Die Kommune

(Kinostart: 21.4.) Gemeinsam sind wir stark: Regisseur Thomas Vinterberg beschwört die Atmosphäre in Wohngemeinschaften der 1970er Jahre herauf. Allerdings ohne kreatives Chaos, dafür mit Eifersuchts-Ehedrama – das lässt das Experiment vorhersehbar scheitern.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bitte nicht vom Religionsstifter im Titel irritieren lassen: „Buddha – 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“ ist eine fantastische Ausstellung von Sakralkunst aus Asien. Viele Stücke sind weltweit einzigartig, und alle atemberaubend schön. Noch bis Mitte Februar in der Völklinger Hütte zu bewundern.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Ein Lied für Nour“: Dokudrama über einen Taxifahrer, der die casting show „Arab Idol“ gewinnt.
  • „Dear Zindagi – Liebesbrief an das Leben“ von Gauri Shinde („Englisch für Anfänger“) mit Shah Rukh Khan: Edel-Bollywood über Filmemacherin, die Liebe lernen muss.
  • „Die Hände meiner Mutter“ mit Jessica Schwarz: Drama über sexuellen Missbrauch durch Mütter.
  • „Das Morgan Projekt“: science fiction-Dystopie über den Lernprozess eines künstlichen Menschen.
  • „Sully“ von Clint Eastwood („Jersey Boys“) mit Tom Hanks („Bridge of Spies“; „Ein Hologramm für den König“): Dokudrama über Piloten, der 2009 mit Notlandung das Leben seiner Passagiere rettete.

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München

Creating Realities – Kunst und Kino

Neue Wirklichkeiten schaffen sollen 17 Video-Installationen in der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst. Doch das Potpourri von Medienkunst-Werken aus der Sammlung Goetz bleibt so fragmentarisch wie die Realität selbst.

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München

Kino der Kunst 2015

Das Spezial-Festival für Filme bildender Künstler gemeindet in seiner zweiten Ausgabe die halbe Museumslandschaft ein. Dabei täte ihm mehr Sorgfalt bei der Programm-Auswahl gut: Im Total-Wettbewerb geht Preiswürdiges in faden Fingerübungen unter.

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Frankfurt am Main

Poesie der Großstadt - Affichisten

Unter der Werbebotschaft liegt die Bedeutung: In den 1950er Jahren kultivierten Künstler den Plakatabriss als Kunstform. An die abstrakt-textuelle Schönheit ihrer Kreationen erinnert eine große Retrospektive in der Schirn Kunsthalle.

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Shawkat Amin Korki

Memories on Stone

(Kinostart: 14.4.) Kurdistan als mentales Gefängnis, kontrolliert von weißhaarigen Paschas: Wie schwierig es ist, dort Filme zu drehen, zeigt Regisseur Shawkat Amin Korki mit rabenschwarzem Humor – und rechnet mit einer Kultur ab, die sich selbst blockiert.

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Heino Ferch

Fritz Lang

(Kinostart: 14.4.) Regie-Genie sucht Tonfilm-Stoff: Sein Dokudrama über die Entstehung des Klassikers „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ setzt Gordian Maugg aus Archiv-Material und Spielszenen zusammen. Dieses Puzzle verstört mehr als der Serienkiller.

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Mirlan Abdykalykov

Nomaden des Himmels

(Kinostart: 14.4.) Culture Clash auf dem Dach der Welt: Ins traditionelle Dasein von Pferdezüchtern im Hochgebirge von Kirgistan sickern Vorboten der Modernisierung ein. Sein Familienporträt inszeniert Regisseur Abdykalykov vor grandioser Naturkulisse.

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Top-Ausstellungen im November

  • „Francis Bacon – Unsichtbare Räume“: große Retrospektive bis 8.1.2017 in der Staatsgalerie Stuttgart
  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Paterson“ von Jim Jarmusch mit Adam Driver
  2. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  3. „Ich, Daniel Blake“ von Ken Loach
  4. „Café Society“ von Woody Allen mit Jesse Eisenberg
  5. „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ von Dieter Berner
  6. „Tschick“ von Fatih Akin
  7. „Radio Heimat“ von Matthias Kutschmann
  8. „Die Mitte der Welt“ von Jakob M. Erwa
  9. „Amerikanisches Idyll“ von + mit Ewan McGregor
  10. „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pleger
Berlin

What a Wonderful World

Der Eiffelturm steht im Schilf, die Rialto-Brücke führt nirgendwo hin: Vier junge chinesische Fotografen zeigen in der kunst.licht gallery Momentaufnahmen vom Culture Clash zwischen China und dem Westen – ein erhellendes Panoptikum.

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Bremen

Emile Bernard – Am Puls der Moderne

Der Avantgardist als bekennender Reaktionär: Emile Bernard arbeitete mit Toulouse-Lautrec, Gauguin und Van Gogh zusammen, bevor er sich einem altmeisterlichen Stil verschrieb. Den fast Vergessenen will die Kunsthalle nun hierzulande rehabitilieren.

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Berlin

Robert Polidori

Chronist des malerischen Verfalls: Mit Bilderserien über Ruinen in Havanna oder Tschernobyl begeistert der kanadische Fotograf eine große Fangemeinde. Nun zeigt die Galerie Camera Work Aufnahmen aus Versailles – etwas zahm und auf die Dauer stereotyp.

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Nabil Ayouch

Much Loved

(Kinostart: 14.4.) Prostitution ist im muslimischen Maghreb ein Tabu – der marokkanische Regisseur Nabil Ayouch will es brechen. Dabei schlingert sein Porträt dreier Edel-Nutten in Marrakesch zwischen Schlüsselloch-Reportage und arabischer Soap Opera.

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Martin Zandvliet

Unter dem Sand

(Kinostart: 7.4.) Ein Kriegsfilm als Kammerspiel am Nordseestrand: Im Sommer 1945 mussten deutsche Gefangene die Minen an Dänemarks Westküste räumen. Das schildert Regisseur Martin Zandvliet als beeindruckenden Balanceakt zwischen Hass und Humanität.

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Guy Maddin

The Forbidden Room

(Kinostart: 7.4.) In der Geisterbahn der Kinogeschichte: Remake-Spezialist Guy Maddin verschachtelt absurde Episoden zu einer Tour de Force durch die Stummfilmzeit – ein Bildergewitter bar jeder Logik, aber effektvoll arrangiert und hübsch anzuschauen.

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