Berlin

Ausweitung der Kampfzone

Begraben unter der Last der deutschen Geschichte und sperrigem Plunder: Nach den gelungenen ersten beiden Teilen enttäuscht die dritte Sammlungs-Präsentation der Neuen Nationalgalerie mit Werken von 1968 bis 2000. Da hilft nur Entrümpelung.

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München

Gerhard Richter: Atlas

Ausflug ins Altmeister-Bildarchiv: In seiner ersten Sonderausstellung nach der Neueröffnung zeigt das Lenbachhaus den riesigen Motiv-Fundus von Gerhard Richter – 802 Tafeln aus sechs Jahrzehnten. Eine Fundgrube für Richter-Fans und Kunsthistoriker.

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Berlin + Wien

Wien - Berlin von Schiele bis Grosz

In beiden Hauptstädten blühen die Künste; doch ihre Verbindungen sind noch nie untersucht worden. Das holt diese Ausstellung über die Epoche 1890 bis 1933 glänzend nach: erst in der Berlinischen Galerie, anschließend im Wiener Belvedere.

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Berlin

Meret Oppenheim

Die bekannteste unbekannte Surrealistin: Meret Oppenheim galt lange nur als Muse der Pariser Szene; ihr eigenes, spielerisch experimentierfreudiges Werk wurde übersehen. Nun stellt es der Martin-Gropius-Bau in allen Facetten ausführlich vor.

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Paderborn

CREDO – Christianisierung Europas

Wie wurde Europa christlich? Diese extrem komplexe Geschichte über mehr als 1400 Jahre voller Konflikte stellt nun eine Riesen-Ausstellung mit 800 Objekten in drei Museen faszinierend anschaulich dar – samt seltenen Einblicken in heidnische Kulte.

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Xavier Dolan

Sag nicht, wer du bist!

(Kinostart: 21.8.) Lost in Redneck Canada: Ein junger Schwuler besucht die Familien-Farm seines toten Geliebten und lässt sich von dessen Macho-Bruder terrorisieren. Stimmig und stimmungsvoll inszenierter Film Noir von Regie-Wunderkind Xavier Dolan.

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Nana Ekvtimishvili

Entführung + Mord geschahen täglich

Zeit der Gesetzlosigkeit: In “Die langen hellen Tage” blickt Nana Ekvtimishvili auf die chaotischen 1990er Jahre in Georgien zurück. Im Interview erzählt sie von Brautraub, Ehrenmorden – und wie man Autorenfilme mit Speiseeis finanziert.

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Nana Ekvtimishvili + Simon Groß

Die langen hellen Tage

(Kinostart: 21.8.) Teenager-Leben in Georgien 1992: Ein ungeliebter Verehrer entführt seine Braut, ihre Freundin verhindert Blutrache. Regisseurin Ekvtimishvili verfilmt ihre Jugenderinnerungen – Momentaufnahmen von Wildwest im Kaukasus.

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Helen Mirren

Madame Mallory + der Duft von Curry

(Kinostart: 21.8.) Kinder, Küche und Culture Clash: Regisseur Lasse Hallström verkocht das Personal eines französischen Nobel-Restaurants mit dem einer indischen Familien-Gaststätte. Seine überzuckerte Kalorienbombe liegt schwer im Magen.

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Emily Watson

Dido Elizabeth Belle

(Kinostart: 14.8.) Adlig, gebildet, reich – und dunkelhäutig: Die Admirals-Tochter Dido wirkte im England des 18. Jahrhunderts wie eine Außerirdische. Ihre Leben verfilmt Regisseurin Amma Asante als Episode schwarzer Emanzipation mit Jane-Austen-Touch.

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Top-Ausstellungen 2014

Kunst ab 1945: Karl Otto Götz

Er war der schwungvollste Maler der Abstraktion in der Nachkriegszeit - prächtige Werkschau zum 100. Geburtstag in drei Städten.

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Gegenwart: Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Rätselhaftes China: Diese Schau schlägt Schneisen ins Dickicht der Gegenwartskunst - fast ohne Ai Weiwei.

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Ethnologica: Inka – Anden-Könige

Totalitär wie Stalin, kontrollwütig wie die NSA: Diese bizarre Kultur stellt das Lindenmuseum in Stuttgart erstmals umfassend vor.

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Kunst im Film

Die Böhms - Architektur einer Familie

Gottfried Böhm ist der einzige deutsche Pritzker-Preisträger; seine Söhne eifern ihm nach. Porträt von Staerkle-­Drux.

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National Gallery

Frederick Wiseman, US-Altmeister des Direct Cinema, sieht sich drei Stunden lang im britischen Kunst-Tempel um - ein Augenschmaus für Museums-Fans.

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Strange Colour of Your Body's Tears

Jugendstil als Horror-Show: Die Brüssel-Paläste von Victor Horta dienen als Kulissen für einen extravaganten Psycho-Thriller.

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Wien

Albert Oehlen – Malerei

Er war Schalk vom Dienst der “Neuen Wilden” und ist heute einer ihrer letzten Überlebenden. Doch er und seine Fans frönen weiter der Lust am vollmundigen Schwadronieren in Wort und Bild, wie eine große Retrospektive im MUMOK zeigt.

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Hamburg + Wien

Böse Dinge

Schlechten Geschmack beschrieb 1912 ein Stil-Papst mit 40 Kategorien. Dass sie immer noch gelten, zeigt 100 Jahre später eine Schau im Museum für Kunst und Gewerbe. Doch sie verwässert ihre Murks- und Kitsch-Kritik mit banaler Political Correctness.

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Wien

Gottfried Helnwein

Erlesene Elends-Pornographie: Perfekt hyperrealistisch malt und fotografiert Helnwein Kinder als Gewaltopfer und Nazis mit Comicfiguren − womit er Millionen erreicht. Die Albertina richtet ihm nun die bislang größte Werkschau in Europa aus.

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Potsdam

„Die Schönste der Welt“

Schlafende Schönheit: Die prachtvolle Bildergalerie in Sanssouci besuchen nur wenige. Zum 250. Geburtstag vergleicht eine Ausstellung die Sammlung Friedrichs des Großen mit der heutigen Bilder-Kollektion − beide haben kaum etwas gemeinsam.

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Wien

Dekadenz – Symbolismus

Triptychon mit nackten Engeln: Der Symbolismus trat in Österreich noch üppiger, fantastischer und hemmungsloser auf als anderswo – oft mit Bezug auf christliche Traditionen. Das zeigt eine faszinierend vielfältige Überblicks-Schau im Belvedere.

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Ken Loach

Jimmy's Hall

(Kinostart: 14.8.) Revolutionsromantik als Feelgood-Movie: Regisseur Ken Loach macht einen Tanzsaal im Irland der 1930er zum Klassenkampf-Schauplatz. Die Fronten sind klar, die Rollenverteilung auch – ein Augenschmaus für Arbeiterbewegungs-Nostalgiker.

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Kelly Reichardt

Night Moves

(Kinostart: 14.8.) Die Öko-Revolution frisst ihre Bio-Kinder: Drei Umwelt-Terroristen sprengen einen Staudamm und gehen in den Folgen unter. Regisseurin Kelly Reichardt begnügt sich mit einer wortkargen Nabelschau der US-Alternativkultur.

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Barbara Weber

Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

(Kinostart: 7.8.) Coole, zeitgemäße Volksmusik – was könnte das sein? Vier junge Musiker aus Oberammergau wissen es auch nicht genau, bemühen sich aber leidenschaftlich darum. Dabei beobachtet sie Regisseurin Barbara Weber feinsinnig und geduldig.

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Vinko Brešan

Gott verhüte!

(Kinostart: 7.8.) Demographischer Wandel andersherum: Ein Insel-Pfarrer sorgt in seinem Dorf für einen überraschenden Baby-Boom. Der gottgefällige Kindersegen hat tragische Folgen. Anfangs amüsante, später klamaukige Kleriker-Komödie aus Kroatien.

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Dominik Graf

Faszinierende Liebesbrief-Debatte

Epische Länge für ganz große Gefühle: Die Dreiecksbeziehung von Schiller mit zwei Schwestern erzählt Dominik Graf in 140 Minuten; seine TV-Fassung ist noch länger. Warum er für die Figuren-Entwicklung so viel Zeit braucht, erklärt er im Interview.

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