Berlin

Wiedereröffnung Kunstgewerbemuseum

Ein Methusalem will modisch werden: Das älteste deutsche Kunstgewerbemuseum gönnt sich eine Frischzellenkur. Die beschränkt sich auf kosmetische Eingriffe: Schicke Kleider in Höhlengängen, grelle Signal-Buchstaben und Räume im Raum – besser als nichts.

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München

Georg Baselitz: Damals... und heute

Seine Welt steht auf dem Kopf: Mit umgedrehten Motiven wurde Baselitz zum Star-Maler. Nun widmet ihm das Haus der Kunst eine üppige Werkschau, die frühe Gemälde mit neuen „Remix“-Variationen kontrastiert – und die Macht des Marktes spiegelt.

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Berlin

Bettina Rheims: Bonkers

Übergeschnappt in London: Die französische Fotografin Bettina Rheims inszeniert weibliche Erotik raffiniert sinnlich mit frivoler Lust an Klischees. Ihre Bilderserie zwischen Rokoko, Burlesque und Fetisch-Look ist in der Galerie Camera Work zu sehen.

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Frankfurt am Main

Subodh Gupta – Everything is Inside

Indiens Jeff Koons: Mit Kochtöpfen und Kuhdung-Bildern wurde Gupta einer der teuersten Gegenwarts-Künstler in Asien. Seine glänzend schlichten Großinstallationen sind vielschichtiger als die des US-Kollegen, zeigt die hervorragende Werkschau im MMK.

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Berlin

Die Wikinger

So vergeht der Ruhm der Welt: Vor 1000 Jahren versetzten die Wikinger ganz Europa in Angst und Schrecken. Mittlerweile inspirieren sie nicht einmal mehr Kuratoren: Die Überblicks-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau fällt kleinteilig und fantasielos aus.

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Stephan Schwietert

Imagine all music has disappeared

(Kinostart: 22.10.) Ab morgen früh ist alle Musik weg – was dann? Solche Gedanken-Experimente sind nach dem Geschmack von Bill Drummond. Er war Pop-Weltstar, bevor er die Branche radikal sabotierte: ein hinreißendes Querdenker-Porträt von Regisseur Schwietert.

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Randall Wright

Hockney

(Kinostart: 15.10.) Entertainer seines Ruhms: Mit pastellbunten Bildern des Anything Goes wurde David Hockney zur Pop-Art-Legende. Regisseur Wright porträtiert ihn wie fürs Familienarchiv – er ist von seinem Freund zu fasziniert, um nachzufragen.

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Myroslav Slaboshpytskiy

The Tribe

(Kinostart: 15.10.) Wie man schlagkräftiger Homo Sovieticus wird: Regisseur Slaboshpytzkiy zeigt die postsowjetische Wolfsgesellschaft am Beispiel eines Internats für Gehörlose. Dort fällt kein Wort, doch die Gebärdensprache des Faustrechts ist universell.

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Jonas Carpignano

Mediterranea

(Kinostart: 15.10.) Flüchtlings-Unruhen in Süditalien: 2010 kämpften in der Kleinstadt Rosarno Rassisten gegen Immigranten. Regisseur Carpignano schildert das Drama aus Sicht von Betroffenen und mit ihnen – eine risikofreudige Recherche auf unbekanntem Terrain.

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Katja Riemann

Er ist wieder da

(Kinostart: 8.10.) Hitler feiert ein strahlendes Comeback: zuerst als TV-Star, dann bei der schweigenden Mehrheit. Timur Vermes‘ Bestseller verfilmt Regisseur David Wnendt virtuos als ätzende Satire – alles Polit-Gequassel versendet sich folgenlos.

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Top-Ausstellungen 2014

Kunst ab 1945: Karl Otto Götz

Er war der schwungvollste Maler der Abstraktion in der Nachkriegszeit - prächtige Werkschau zum 100. Geburtstag in drei Städten.

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Gegenwart: Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Rätselhaftes China: Diese Schau schlägt Schneisen ins Dickicht der Gegenwartskunst - fast ohne Ai Weiwei.

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Ethnologica: Inka – Anden-Könige

Totalitär wie Stalin, kontrollwütig wie die NSA: Diese bizarre Kultur stellt das Lindenmuseum in Stuttgart erstmals umfassend vor.

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Kunst im Film

Mr. Turner - Meister des Lichts

Ein Maler-Genie als Grobian: Mike Leigh erweitert sein Porträt des größten englischen Malers zum grandiosen Epochen-Panorama.

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Das Salz der Erde

Sebastião Salgado fotografierte unsagbares Leid und strahlende Schönheit in den entlegensten Winkeln der Erde - nun erzählt er Wim Wenders sein Leben.

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Das große Museum

Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eine Welt für sich. Johannes Holzhausen blickt lakonisch und stilvoll hinter die Kulissen.

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Berlin

Moshe Gershuni

Ein Jude, der Hakenkreuze malt: Gershuni ist einer der wichtigsten Künstler Israels – und hierzulande fast unbekannt. Das ändert die Werkschau in der Neuen Nationalgalerie: expressive Farbschlachten und Zeichen verbinden Altes Testament und Zeitkritik.

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München

Die Neue Sachlichkeit

Nüchterne Blicke auf eine harte Wirklichkeit: Das Lenbachhaus zeigt Werke von 22 Malern der Neuen Sachlichkeit. Die alte Einteilung in linke und rechte Künstler taugt nicht mehr viel; was bleibt, sind ungeschönte Szenen, die noch heute beeindrucken.

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Naumburg/ Saale

Glanzlichter: Glasmalerei heute

Es werde Licht: Glaskunst der Gegenwart wird zwar meist für Kirchen geschaffen, sprengt aber den christlichen Formenkanon und spielt mit allen möglichen Leucht-Effekten. Das zeigt ein Überblick über 150 Werke im Dom und an vier weiteren Standorten.

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Berlin

Die Welt um 1914: Farbfotografie

So bunt und vielfältig war die Welt, bevor der Krieg alles in Trümmer legte: Der Martin-Gropius-Bau zeigt seltene frühe Farbfotos, die erste Bildreporter auf allen Kontinenten aufnahmen – nur 100 Jahre her, aber rettungslos verloren wie die Antike.

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Venedig

Architektur-Biennale 2014

Von politischen Balkonen und Treppen-Forschung: Für die Biennale trägt Star-Architekt Rem Koolhaas eine Enzyklopädie der Gebäude-Elemente zusammen. Dafür klappert er ganz Italien ab – als Beispiel für gegenwärtige Stagnation und Ratlosigkeit weltweit.

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Ridley Scott

Der Marsianer – Rettet Mark Watney

(Kinostart: 8.10.) Robinsonade eines Marsmenschen: „Alien“-Regisseur Ridley Scott setzt Matt Damon auf dem roten Planeten aus und lässt ihn zweieinhalb Stunden lang auf Rettung hoffen. In diesem Weltraum-Epos passiert realistischerweise nicht viel.

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Kurt Langbein

Landraub

(Kinostart: 8.10.) Von Indonesien bis Sierra Leone: Regisseur Kurt Langbein jagt Agrarkapitalisten hinterher, die armen Kleinbauern ihr Land wegnehmen. Dazu verfolgt er ein halbes Dutzend anderer Öko-Themen – ein schwer verdaulicher Betroffenheits-Eintopf.

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Aleksandar Nikolić

Der serbische Anwalt

(Kinostart: 8.10.) Auf der Kriegsverbrecher-Anklagebank: Ein junger Jurist aus Belgrad verteidigt einen der Hauptverantwortlichen für Massaker im Bosnien-Krieg. Regisseur Nikolić beobachtet ihn dabei – und geht mit seinem Helden in Aktenbergen unter.

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Joshua Oppenheimer

Als ob die Nazis an der Macht wären

Mit „The Act of Killing“ enthüllte Joshua Oppenheimer, dass Massenmörder in Indonesien straffrei leben; in „The Look of Silence“ porträtiert er die Opfer. Ein Gespräch über Prahlerei zur Verdrängung von Schuld und Geister der Toten in jeder Film-Einstellung.

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Joshua Oppenheimer

The Look of Silence

(Kinostart: 1.10.) Die Mörder sind unter uns: Die Verantwortlichen für Massaker in Indonesien 1965/6 sind bis heute unbehelligt geblieben. Sie konfrontiert Regisseur Oppenheimer mit den Opfern: ein leiser Dokumentarfilm von aufwühlender Intensität.

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