Berlin

Gottfried Lindauer: Māori Portraits

Wo die schönen Tattoos herkommen: Der Salonmaler Lindauer wanderte 1874 nach Neuseeland aus und porträtierte dort führende Maori-Persönlichkeiten. Diese faszinierenden Culture-Clash-Dokumente zeigt die Alte Nationalgalerie erstmals in Europa.

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Dubai + Sharjah

Art Dubai + 12. Sharjah Biennale

Glitzerkram war gestern: Die Messe für Gegenwartskunst in Dubai mausert sich im neunten Jahr zur seriösen Ost-West-Drehscheibe mit hochkarätigem Angebot. Dagegen schreckt die Biennale im benachbarten Sharjah durch kopflastige Sprödheit ab.

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Frankfurt am Main

Filmtheater – Kinofotografien

Wenn die Leinwand für immer dunkel bleibt: Die Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre dokumentieren heruntergekommene Kinopaläste. Manche dienen als Sporthalle, Supermarkt oder Busgarage, wie die Schau im Deutschen Filmmuseum zeigt.

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John Travolta

Criminal Activities

(Kinostart: 31.3.) Verbrechen will gelernt sein: Vier Amateure versuchen, mit Kidnapping ihre Mafia-Schulden loszuwerden − vergeblich. Die Gangster-Komödie von Regisseur Jackie Earle Haley glänzt mit stilvollen Genre-Konventionen und erstaunlicher Auflösung.

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Jayro Bustamante

Ixcanul – Träume am Fuß des Vulkans

(Kinostart: 31.3.) Abtreibungsversuche in Guatemala: Die junge María ist schwanger, der Vater weg und ihre arrangierte Ehe gefährdet. Für seine subtile Sozialstudie eines Maya-Volks in dessen Sprache erhielt Regisseur Jayro Bustamante 2015 den Silbernen Bären.

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Blixa Bargeld

Anhedonia – Narzissmus als Narkose

(Kinostart: 31.3.) Tristesse Grill Royal: 17 Jahre nach dem Popliteraten-Weltekel-Manifest macht Regisseur Patrick Siegfried Zimmer abermals der Spaßgesellschaft den Prozess – mit illustren Gästen und einer Film gewordenen Kneipen-Idee auf Erstsemester-Niveau.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bitte nicht vom Religionsstifter im Titel irritieren lassen: „Buddha – 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“ ist eine fantastische Ausstellung von Sakralkunst aus Asien. Viele Stücke sind weltweit einzigartig, und alle atemberaubend schön. Noch bis Mitte Februar in der Völklinger Hütte zu bewundern.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Ein Lied für Nour“: Dokudrama über einen Taxifahrer, der die casting show „Arab Idol“ gewinnt.
  • „Dear Zindagi – Liebesbrief an das Leben“ von Gauri Shinde („Englisch für Anfänger“) mit Shah Rukh Khan: Edel-Bollywood über Filmemacherin, die Liebe lernen muss.
  • „Die Hände meiner Mutter“ mit Jessica Schwarz: Drama über sexuellen Missbrauch durch Mütter.
  • „Das Morgan Projekt“: science fiction-Dystopie über den Lernprozess eines künstlichen Menschen.
  • „Sully“ von Clint Eastwood („Jersey Boys“) mit Tom Hanks („Bridge of Spies“; „Ein Hologramm für den König“): Dokudrama über Piloten, der 2009 mit Notlandung das Leben seiner Passagiere rettete.

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München

Common Grounds

Ornament ist wirklich Verbrechen – wenn die Tapete Folter-Szenen zeigt. Die Villa Stuck präsentiert Arbeiten von zwölf zeitgenössischen Künstlern aus der islamischen Welt, die nach einer gemeinsamen Verständigungs-Basis suchen: sehenswert subtile Werke.

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Berlin

Blow Up - Antonionis Filmklassiker

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: In „Blow Up“ zeigte Michelangelo Antonioni, dass Fotografie wenig objektiv ist. Das entfaltet eine Ausstellung in der Galerie C/O Berlin glänzend mit Bildern der Swinging Sixties: Medientheorie als fröhliche Wissenschaft.

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Karlsruhe

art KARLSRUHE 2015

Messeneuheit Art-App: Die Technik rechnet aus, ob favorisierte Kunst ins heimische Wohnzimmer passt. Ansonsten kommen zur zwölften badischen Kunstmesse viele alte Bekannte: hochpreisige Klassiker und melancholische Zeitgenossen mit Lust am Analogen.

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Volker Schaner

Lee Scratch Perry's Paradies-Vision

(Kinostart: 24.3.) Ein Schamane als Klang-Genie: Der Jamaikaner Lee „Scratch“ Perry hat ein halbes Jahrhundert lang die Popmusik beeinflusst wie kaum ein anderer. Regisseur Volker Schaner entschlüsselt den Code eines lebenden Gesamtkunstwerks.

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Bill Murray

Rock the Kasbah

(Kinostart: 24.3.) DSDS am Hindukusch: Bill Murray will als abgehalfterter Musikmanager eine Sängerin groß herausbringen – was Afghanen wenig schätzen. Regisseur Barry Levinson schwelgt in Klischees und ignoriert die desaströse Lage im Land.

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Phil Collins

Tomorrow is always too long

(Kinostart: 17.3.) Nicht der „Genesis“-Musiker, sondern ein Namensvetter: Der Künstler Phil Collins komponiert aus zahllosen TV- und Video-Schnipseln eine Hommage an die Stadt Glasgow und ihre Bewohner – zwischen Sozialrealismus und Sozialromantik.

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Top-Ausstellungen im November

  • „Francis Bacon – Unsichtbare Räume“: große Retrospektive bis 8.1.2017 in der Staatsgalerie Stuttgart
  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Paterson“ von Jim Jarmusch mit Adam Driver
  2. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  3. „Ich, Daniel Blake“ von Ken Loach
  4. „Café Society“ von Woody Allen mit Jesse Eisenberg
  5. „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ von Dieter Berner
  6. „Tschick“ von Fatih Akin
  7. „Radio Heimat“ von Matthias Kutschmann
  8. „Die Mitte der Welt“ von Jakob M. Erwa
  9. „Amerikanisches Idyll“ von + mit Ewan McGregor
  10. „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pleger
München

Myanmar: Von Pagoden + Nat-Geistern

Ein Land wird neu entdeckt: 50 Jahre war das frühere Burma abgeschottet und unzugänglich; seit 2011 öffnet es sich zögerlich. Die Kulturen seiner 135 Völker präsentiert das Museum Fünf Kontinente glänzend – und spricht über Politik nur im Katalog.

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Berlin

Queensize – Female Artists

Weibliche Weltwahrnehmung: Der me Collectors Room zeigt Werke von 60 Künstlerinnen, die sich mit dem Blick von Frauen auf sich selbst beschäftigen. Nüchtern, provokant, erotisch, geschmacklos, grotesk oder grauenvoll – so facettenreich wie die Gegenwart.

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Wuppertal

Pissarro: Vater des Impressionismus

Ein bienenfleißiger Anarchist, der erst spät Anerkennung fand: Camille Pissarro schuf ein Riesenwerk aus unspektakulären Alltags-Motiven. Seinen harmonischen Reiz führt das Von der Heydt-Museum in einer soliden Retrospektive anschaulich vor.

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Vincent Landon

Der Wert des Menschen

(Kinostart: 17.3.) Überwachungskamera im Arbeitsalltag: Regisseur Stéphane Brizé will vorführen, wie Langzeit-Arbeitslosigkeit zermürbt und moralische Skrupel aufweicht – doch seine kontextlose und ereignisarme Pseudo-Doku wirkt ähnlich quälend.

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Julie Delpy

Lolo – Drei ist einer zu viel

(Kinostart: 17.3.) Zwergenaufstand im Hotel Mama: Ein Muttersöhnchen will Mamas neuen Liebhaber aus der Provinz mit allen Mittel loswerden. Sittenkomödien-Spezialistin Julie Delpy greift diesmal zu abgeschmackten Scherzen, die etwas infantil wirken.

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Helen Mirren + Bryan Cranston

Trumbo

(Kinostart: 10.3.) Hollywoods berühmtestes Phantom: Von Kommunistenjägern kaltgestellt, schrieb Dalton Trumbo heimlich Film-Drehbücher, die Oscars erhielten. Sein Geschichte erzählt Regisseur Jay Roach als dichtes, rundum gelungenes Biopic.

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