Leipzig

Es drängt sich alles zur Landschaft

Aus wilder Natur soll Landschaft werden: Ab 1800 kombinieren Maler exakte Umwelt-Beobachtung mit symbolischer Überhöhung. Wie Natur von der Hintergrund-Kulisse zur Hauptfigur aufstieg, zeigt ein weit gespannter Überblick im Museum der bildenden Künste.

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München

Dix/Beckmann: Mythos Welt

Arbeiterkind und Bürgersohn, Frontschwein und Feldsanitäter: Otto Dix und Max Beckmann waren große Antipoden. Dennoch verbindet die beiden bedeutenden Maler der Weimarer Republik ihre Weltsicht, wie eine opulente Schau in der Hypo-Kunsthalle zeigt.

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Berlin

Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Gegenwarts-Kunst aus China ohne Ai Weiwei: In den Uferhallen werden 23 junge Künstler aus Beijing vorgestellt, die souverän mit Versatzstücken aus Ost und West jonglieren. Ein exzellenter Einblick in die Kunstmarkt-Metropole; Systemkritik zählt kaum.

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Frankfurt am Main

Emil Nolde – Retrospektive

Nazi-Opfer oder Mitläufer? Vor allem letzteres, zeigt das Städel Museum mit dem ersten Rückblick auf Noldes Riesenwerk seit 25 Jahren. Der Opportunist und Hitler-Bewunderer log und denunzierte skrupellos – aber ging künstlerisch unbeirrt seinen Weg.

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Hamburg

Feuerbachs Musen – Lagerfelds Model

Historienmaler-Muse trifft Hochglanz-Fleischsalat: Die Kunsthalle erweitert eine Wiesbadener Ausstellung über Anselm Feuerbachs Lieblingsmodell Nanna um Softporno-Fotos von Karl Lagerfeld. Elegische Porträts und Erotik-Kitsch verbindet nichts.

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Diao Yinan

Feuerwerk am helllichten Tage

(Kinostart: 24.7.) Film noir in Chinas Provinz: Ein Ex-Cop sucht einen Mörder, um sich zu rehabilitieren – die Spur führt in eine Reinigung. Genre-Kino mit brillant eigenwilliger Bildsprache, auf der Berlinale 2014 mit zwei Bären ausgezeichnet.

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Philippe de Chauveron

Monsieur Claude und seine Töchter

(Kinostart: 24.7.) Französische Multikulti-Familienkomödie: Mit jeder Heirat holen die Töchter von Monsieur Claude eine andere Weltkultur ins Haus. Regisseur de Chauveron spießt Vorurteile und Klischees angenehm unverkrampft und provokativ auf.

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Hayao Miyazaki

Wie der Wind sich hebt

(Kinostart: 17.7.) Historien-Epos aus Sicht eines Flugzeug-Ingenieurs: Zeichentrick-Legende Hayao Miyazaki greift für seinen letzten Film zu hartem Stoff. Den er schwerelos stemmt – ein himmlisch poetisches Panorama von Japan in der Zwischenkriegszeit.

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Dmitri Nabokov

Der Schmetterlingsjäger

(Kinostart: 17.7.) Uni-Seminar auf der Leinwand: Film-Essayist Harald Bergmann versucht sich am Weltliteraten Vladimir Nabokov. Mit Biographie-Rückblenden, nachgespielten Roman-Szenen und Theorie-Debatten – nur für Kenner seines Werks voll verständlich.

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Heiner Lauterbach

Wir sind die Neuen

(Kinostart: 17.7.) Freak-Renter treffen auf Spießer-Studis: Alt-68er im Ruhestand drehen das Schema des Generationskonflikts um. “Shoppen”-Regisseur Ralf Westhoff macht daraus eine vergnügliche Komödie, die stellenweise unter überzogenen Klischees leidet.

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Flop-Ausstellungen 2013

Antike: Uruk - Megacity im Irak

Das Pergamonmuseum müht sich, eine der ältesten Städte der Welt vorzustellen. Doch es gibt kaum etwas zu sehen.

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Kunst bis 1900: Schloss Hubertusburg

Hier wurde der erste weltweite Krieg beendet, aber das Museum stellt lieber Jagdwaffen aus: völlig provinziell.

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1900 bis 1945: Museum Berggruen

Pfusch des Jahres: im März pompös wieder eröffnet, 7 Monate später wegen Schimmelbefall geschlossen.

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Hinter der Leinwand

Heutige Jugend beeindruckt mich

"Blau ist eine warme Farbe" gewann in Cannes die Goldene Palme. Die lesbische Love Story widmet er der Sex-Revolution, sagt der Regisseur.

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Jeder ist Alois Nebel

Der abseitige Animations-Film über einsame Bahner ist in Tschechien ein Knüller. Die Macher stehen vor einem Rätsel.

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Sich treiben lassen ist die Story

Dem Held von "Inside Llewyn Davis" passiert nichts Aufregendes. Wie man das fesselnd filmt, erklären Joel + Ethan Coen.

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Berlin

Marsden Hartley: Bilder 1913-1915

Marsden Hartley goes to war: Der US-Amerikaner schwärmte für deutsche Offiziere, zog nach Berlin und schuf die Pop-Art des preußischen Militarismus. Die wandelte sich von pastellener Erotik zu avantgardistischer Farbexplosion, zeigt die Nationalgalerie.

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Karlsruhe

High Performance - Julia Stoschek

Kulturelle Höchstleistungen: Das ZKM zeigt 50 Werke der Video- und Multimedia-Kunst aus der Sammlung von Julia Stoschek. Eine kluge Auswahl von Arbeiten, die einander kommentieren oder auch kritisieren – der Betrachter wird zum Teilnehmer.

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Wien

Eric Fischl

Der Maler des 11. September 2001: Seine Bilder von Terror-Opfern lösten in den USA einen Skandal aus. Dabei zählen die zarten Aquarelle fallender Menschen zu den besten Arbeiten von Eric Fischl, wie eine Werkschau in der Albertina augenfällig macht.

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Kassel + Berlin

Wols – Aufbruch 1945 + Photograph

Sehen, was ist: Der früh verstorbene Informel-Künstler fotografierte unscheinbare Strukturen und schuf als Grafiker fantastische Gebilde, die als große Befreiung galten. Zwei Werkschauen in Neuer Galerie und Gropius-Bau ergänzen sich hervorragend.

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Wiesbaden + Emden

Horizont Jawlensky

Hinter dem Horizont der Moderne geht’s weiter: Im Münchener Exil eignete sich Alexej von Jawlensky alle Malstile seiner Zeit an – und wurde so zum wegweisenden Expressionisten. Das zeigen Museum Wiesbaden und Kunsthalle Emden akribisch genau.

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Jean-Pierre Jeunet

Die Karte meiner Träume (3D)

(Kinostart: 10.7.) Aus Paris nach Montana: Mit „Die fabelhafte Welt der Amélie“ gelang Regisseur Jeunet ein Welterfolg. Nun verfilmt er einen US-Roman über ein Wunderkind: als verspielt ausgeschmückte Odyssee, die allerdings arg formelhaft wirkt.

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Tom Berninger

Mistaken for Strangers

(Kinostart: 10.7.) “The National” ist eine der zurzeit populärsten Indierock-Bands; Sänger Matt Berninger nimmt auf Tournee seinen Bruder Tom mit. Der dreht alles – daraus wird keine konventionelle Tour-Doku, sondern ein spannender Meta-Musik-Film.

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Yann Gonzalez

Begegnungen nach Mitternacht

(Kinostart: 10.7.) Swinger-Party als Höllentrip: Frivol parlieren die Gäste über ihre Leidenschaften, aber das Grauen treibt sie ihnen aus. Seine raffinierte Polygamie-Tragikomödie sabotiert Regisseur Yann Gonzalez mit abgeschmackten Mystery-Effekten.

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Irrfan Khan

Qissa – Der Geist ist ein Wanderer

(Kinostart: 10.7.) Gender Mainstreaming im Kinderzimmer: Ein Patriarch ohne Stammhalter erzieht seine Tochter zum Jungen – das geht schief. Das langatmige Kammerspiel von Regisseur Anup Singh breitet die Familien-Fixierung in Indien wortreich aus.

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Katrin + Susanne Heinz

Art’s Home Is My Kassel

(Kinostart: 10.7.) Alle fünf Jahre bricht die weltgrößte Kunstausstellung über eine mitteldeutsche Mittelgroßstadt herein – ohne sie zu verändern. Zwei Kasseler Schwestern gehen dem Phänomen nach, doch ihre Doku sammelt nur beliebige Impressionen.

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