Darmstadt

Dem Licht entgegen: Jugendstil 1914

Todeskuss für den Traum vom Gesamtkunstwerk: Die Künstlerkolonie-Ausstellung 1914 fiel dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. Mit ihr starb der Jugendstil als Versuch, das Leben künstlerisch zu gestalten; das zeigt die Gedenkschau der Mathildenhöhe.

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München

Stan Douglas: Mise en scène

Turbulenzen am Haus der Kunst: Der Haupt-Sponsor springt ab, die Haus-Freunde streiten sich. Das passt zu Foto- und Film-Installationen von Stan Douglas – der Kanadier inszeniert Unruhen und Umbrüche der Nachkriegszeit historisch detailgetreu nach.

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Köln

zeigen verhüllen verbergen- Schrein

Deutschlands reichstes Bistum leistet sich ein preisgekröntes Museum: Das Kolumba von Avantgarde-Architekt Zumthor fasst Kunstwerke wie ein Schrein ein. Die gleichnamige Ausstellung zeigt neben Kostbarkeiten auch Design-Trödel – bis zur Beliebigkeit.

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Frankfurt am Main

Unendlicher Spaß

Auf den Spuren von David Foster Wallace: Sein gleichnamiger Epochen-Roman von 1996 stand Pate für diese Ausstellung der Schirn. 18 Künstler wollen zeigen, wie grenzenlose Möglichkeiten zu Überforderung und Erschöpfung führen – und lösen genau das aus.

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Berlin

Otto Piene – More Sky

Himmelsstürmer: Mit Freiluft-Events aus Licht, Musik und Bewegung revolutionierte der ZERO-Mitbegründer ab den 1960er Jahren die Kunst. Das geriet aus dem Blick, als er in die USA ging; nun würdigen ihn zwei Museen mit einer Doppel-Ausstellung.

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Edward Snowden

Citizenfour

(Kinostart: 6.11.) Urknall des größten Polit-Skandals unserer Zeit: Als Edward Snowden die globale Abhör-Praxis enthüllte, war Regisseurin Laura Poitras dabei. Ihre aufregende Doku zeigt sein menschliches Antlitz, bevor er in Russland verschwand.

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Jean-Pierre + Luc Dardenne

Wir sind realistisch optimistisch

In “Zwei Tage, Eine Nacht” will eine Angestellte ihren Job retten, indem sie alle Kollegen zu überreden versucht, auf ihren Bonus zu verzichten. Warum diese Konstellation aus ihrer Sicht plausibel ist, erklären die Gebrüder Dardenne im Interview.

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Jean-Pierre + Luc Dardenne

Zwei Tage, Eine Nacht

(Kinostart: 30.10.) Wettrennen um den Arbeitsplatz: Entweder überzeugt eine Angestellte in 48 Stunden alle Kollegen, auf Geld zu verzichten – oder sie verliert ihren Job. Dichte Studie über Entsolidarisierung von Belgiens Altmeistern des Sozialdramas.

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Wim Wenders

Das Salz der Erde

(Kinostart: 30.10.) Panorama der Welt in Schwarzweiß: Sebastião Salgado fotografierte die unwirtlichsten Winkel der Erde. Er sah unsagbares Leid und strahlende Schönheit. Davon erzählt er Regisseur Wenders in der Dunkelkammer – ein fabelhaftes Porträt.

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Jemaine Clement + Taika Waititi

5 Zimmer Küche Sarg

(Kinostart: 30.10.) Neuseeland als Schattenreich: Die weltweit erste Doku über Vampire kommt aus dem Südpazifik. Dass auch eine Blutsauger-Hausgemeinschaft die üblichen WG-Probleme hat, walzen die Komiker Clement und Waititi mit derben Späßen aus.

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Flop-Ausstellungen 2013

Antike: Uruk - Megacity im Irak

Das Pergamonmuseum müht sich, eine der ältesten Städte der Welt vorzustellen. Doch es gibt kaum etwas zu sehen.

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Kunst bis 1900: Schloss Hubertusburg

Hier wurde der erste weltweite Krieg beendet, aber das Museum stellt lieber Jagdwaffen aus: völlig provinziell.

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1900 bis 1945: Museum Berggruen

Pfusch des Jahres: im März pompös wieder eröffnet, 7 Monate später wegen Schimmelbefall geschlossen.

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Kunst im Film

Ai Weiwei - The Fake Case

Fan-Porträt für Fortgeschrittene: Regisseur Andreas Johnsen bebildert Ai's negativen Personen-Kult: Repression hilft.

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Museum Hours

Jem Cohen treibt seine Protagonisten durch Wien wie Touristen - und sammelt planlos Schnappschüsse ein. Fesselnd wie Dias vom letzten Urlaub.

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Die Moskauer Prozesse

Milo Rau stellt verurteilte Künstler erneut vor Gericht - die Verfahren enthüllen das vormoderne Weltbild in Russland.

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Düsseldorf

Kunst und Alchemie

Kröten zu Gold destillieren und Schnaps aus Beuys’ Fettecke brennen: Alchemisten können alles in anderes verwandeln. Welche Spuren diese Proto-Chemie in der Kunst hinterlassen hat, zeigt eine glänzend vermarktete Ausstellung im Museum Kunstpalast.

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Baden-Baden

Lesser Ury und das Licht

Impressionist des Kunstlichts: Lesser Ury galt in Berlin um 1900 als “künstlerischer Verherrlicher der Reichshauptstadt”. Nach seinem Krach mit Kunst-Mogul Max Liebermann geriet er ins Abseits. Das Museum LA8 ermöglicht, sein Werk neu zu entdecken.

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Wolfsburg

Oskar Kokoschka – Humanist + Rebell

Der große Ausverkauf: Kokoschka begann als Österreichs maßgeblicher Expressionist, dessen kühne Porträts schockierten, und endete als Promi-Maler für die Massenmedien. Seine Spätphase wird in der Retrospektive des Kunstmuseums verschämt kaschiert.

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Berlin

Gisèle Freund – Fotografien

Porträtistin des Geistes: Als Freundin von Benjamin, Virginia Woolf, Frida Kahlo, Sartre, de Beauvoir etc. schuf Gisèle Freund moderne Ikonen; ihre Fotos von Eva Perón lösten eine Staatskrise aus. Die Akademie der Künste zeigt ihr Œuvre in 280 Aufnahmen.

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Frankfurt am Main

Die Göttliche Komödie: Afrika-Kunst

Mittelalterliche Scholastik trifft schwarzen Kontinent: Das Museum für Moderne Kunst lässt Dantes Weltliteratur-Epos durch Werke von 40 Afrikanern kommentieren. Was überraschend gut funktioniert − aber anders, als vom Ausstellungs-Kurator geplant.

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Stefan Haupt

Der Kreis

(Kinostart: 23.10.) Als Zürich das Schwulen-Mekka Europas war: Wie dort Nacht- und Liebesleben in den 1950/60ern zwischen Klappen und Razzien verlief, erzählt Regisseur Stefan Haupt am Beispiel eines außergewöhnlichen Paars – eine gelungene Hommage.

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Brendan Gleeson

Am Sonntag bist Du tot – Calvary

(Kinostart: 23.10.) Irland als Käfig voller Narren: “The Guard”-Regisseur John Michael McDonagh scheucht einen Pater durch seine Freak-Gemeinde. Bei wirren Episoden und schalen Gags fügt sich Brendan Gleeson als Priester in sein trauriges Schicksal.

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Fatih Akin

Supertanker durch Bosporus lenken

Mit “The Cut” greift Fatih Akin ein türkisches Tabu-Thema auf: den Völkermord an den Armeniern. Die märchenhaft poetische Form eines Helden-Epos soll bewirken, dass auch Faschos länger als 15 Minuten zusehen, erklärt der Regisseur im Interview.

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Fatih Akin

The Cut

(Kinostart: 16.10.) Ein großer Film über den Völkermord an Armeniern, der gar keiner sein will. Regisseur Akin macht aus einem stummen Helden auf Anti-Odyssee ein visionäres Melodram, das Türken bewegen dürfte – und so Versöhnung befördern könnte.

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Udo Kier

Arteholic

(Kinostart: 16.10.) Der Schauspieler als Kunstsüchtiger: Filmemacher Hermann Vaske schenkt Udo Kier zum 70. Geburtstag ein Doku-Porträt. Wobei sich Kier mehr für Künstler als ihre Werke interessiert und aus Museen flieht – eine spleenige Hommage.

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