Baden-Baden

Lesser Ury und das Licht

Impressionist des Kunstlichts: Lesser Ury galt in Berlin um 1900 als “künstlerischer Verherrlicher der Reichshauptstadt”. Nach seinem Krach mit Kunst-Mogul Max Liebermann geriet er ins Abseits. Das Museum LA8 ermöglicht, sein Werk neu zu entdecken.

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Wolfsburg

Oskar Kokoschka – Humanist + Rebell

Der große Ausverkauf: Kokoschka begann als Österreichs maßgeblicher Expressionist, dessen kühne Porträts schockierten, und endete als Promi-Maler für die Massenmedien. Seine Spätphase wird in der Retrospektive des Kunstmuseums verschämt kaschiert.

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Berlin

Gisèle Freund – Fotografien

Porträtistin des Geistes: Als Freundin von Benjamin, Virginia Woolf, Frida Kahlo, Sartre, de Beauvoir etc. schuf Gisèle Freund moderne Ikonen; ihre Fotos von Eva Perón lösten eine Staatskrise aus. Die Akademie der Künste zeigt ihr Œuvre in 280 Aufnahmen.

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Frankfurt am Main

Die Göttliche Komödie: Afrika-Kunst

Mittelalterliche Scholastik trifft schwarzen Kontinent: Das Museum für Moderne Kunst lässt Dantes Weltliteratur-Epos durch Werke von 40 Afrikanern kommentieren. Was überraschend gut funktioniert − aber anders, als vom Ausstellungs-Kurator geplant.

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Berlin, Nürnberg, Luzern, Wien

100 beste Plakate 2013

Offener Wettbewerb, kollektive Entscheidung, keine Preise: Das Verfahren, um jährlich “100 beste Plakate” zu küren, klingt sympathisch. De facto dominieren bestimmte Regionen und Personen. Das zeigt der Auftakt der Wanderausstellung im Kulturforum.

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Lone Scherfig

The Riot Club

(Kinostart: 9.10.) Der indiskrete Charme der britischen Aristokratie: Die dänische Regisseurin und Ex-Dogma-Anhängerin Lone Scherfig verfolgt das wüste Treiben von Snob-Studenten in Oxford. An diesem Pamphlet hätten Marx und Engels ihre Freude gehabt.

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Frankfurt am Main

Der filmische Surrealismus

Bewusste Halluzinationen: Surreales Kino von Pionieren wie Luis Buñuel und Salvador Dalí schockierte mit wüsten Ideen und nie gesehenen Effekten. Die Bewegung strahlte weltweit aus; ihr Einfluss dauert bis heute an, wie das Deutsche Filmmuseum zeigt.

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Ben Affleck

Gone Girl – Das perfekte Opfer

(Kinostart: 2.10.) Erdrückende Medien-Aufmerksamkeit: Ben Affleck gerät in Verdacht, seine verschwundene Gattin ermordet zu haben. Im hereinbrechenden Presserummel ist bald nichts mehr so, wie es scheint – was Regisseur David Fincher virtuos inszeniert.

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Annekatrin Hendel

Anderson

(Kinostart: 2.10.) Mit Sascha Arschloch in der Wohnküche: Regisseurin Hendel befragt den prominentesten Stasi-Spitzel der DDR-Subkultur und seine damaligen Freunde und Opfer. Eine nüchterne und aufschlussreiche Bestandsaufnahme zum Thema Verrat.

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Heinz Emigholz

The Airstrip – Aufbruch der Moderne

(Kinostart: 2.10.) Restekiste der Architektur-Geschichte: Hardcore-Dokumentarfilmer Heinz Emigholz lichtet Betonbauten zwischen Görlitz und dem Westpazifik ab. Dort findet er spärliche Weltkriegs-Spuren – ein Trommelfeuer aus Schnipsel-Späne.

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Flop-Ausstellungen 2013

Antike: Uruk - Megacity im Irak

Das Pergamonmuseum müht sich, eine der ältesten Städte der Welt vorzustellen. Doch es gibt kaum etwas zu sehen.

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Kunst bis 1900: Schloss Hubertusburg

Hier wurde der erste weltweite Krieg beendet, aber das Museum stellt lieber Jagdwaffen aus: völlig provinziell.

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1900 bis 1945: Museum Berggruen

Pfusch des Jahres: im März pompös wieder eröffnet, 7 Monate später wegen Schimmelbefall geschlossen.

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Hinter der Leinwand

Heutige Jugend beeindruckt mich

"Blau ist eine warme Farbe" gewann in Cannes die Goldene Palme. Die lesbische Love Story widmet er der Sex-Revolution, sagt der Regisseur.

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Jeder ist Alois Nebel

Der abseitige Animations-Film über einsame Bahner ist in Tschechien ein Knüller. Die Macher stehen vor einem Rätsel.

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Sich treiben lassen ist die Story

Dem Held von "Inside Llewyn Davis" passiert nichts Aufregendes. Wie man das fesselnd filmt, erklären Joel + Ethan Coen.

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Berlin

Schloss Bau Meister – Schlüter

Der große Abwesende: Seine Werke sind zerstört oder weit verstreut, Schlüter selbst verschwand in Russland. Zum 300. Todesjahr ruft das Bode-Museum den Barock-Bildhauer in Erinnerung – mit einer Werkschau als Berliner Nabelschau.

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Wien

Dürer, Michelangelo, Rubens

Zwei Ausstellungen in einer: Die Albertina zeigt zwar 100 ihrer schönsten und berühmtesten Grafiken, versteckt sie aber in einer Mammut-Schau zur Biographie ihres Gründers. Man muss durch diese Pflaumenmus-Mauer, bevor sich das Schlaraffenland öffnet.

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München

Farbenmensch Kirchner

Neues vom Bilderbuch-Expressionisten: Gemälde-Durchleuchtung enthüllt, dass Kirchner sehr methodisch vorging. Um schneller malen zu können, mischte er Farben mit Benzin – diese explosive Mischung zeigt die Pinakothek der Moderne in 90 Beispielen.

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Berlin

The Ukrainians

Die Kunst des Protestes: An den Umwälzungen in der Ukraine sind viele Künstler aktiv beteiligt. Erstmals in Deutschland zeigt die daadgalerie einen aktuellen Querschnitt: Nüchterne bis resignative Arbeiten lassen Aufbruchstimmung meist vermissen.

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München

Nofretete - tête-à-tête

Der lange Schatten des Pharaonen-Reichs: Altägyptische Motive und Formensprache beeinflussen die Kunst bis heute. Das zeigt eine ambitionierte Schau im Ägyptischen Museum; sobald sie auf Museen und Publikum ausgreift, franst sie etwas aus.

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Christian Petzold

Phoenix

(Kinostart: 25.9.) Wiedergeburt aus der KZ-Asche: 1945 kehrt Nina Hoss als Jüdin nach Berlin zurück. Ihr Mann erkennt sie nicht, will aber mit ihr ein Erbe erschleichen. Regisseur Petzold inszeniert sein Kammerspiel als leicht sperrigen Film Noir.

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Mike Cahill

I Origins – Im Auge des Ursprungs

(Kinostart: 25.9.) Auge um Auge, Planet um Planet: Regisseur Mike Cahill dreht gern Filme im Spannungsfeld von Wissenschaft und Religion. Sein formal gefälliges Forscher-Drama über Evolution und Amour Fou gerinnt ihm zur diffusen Mystik-Soße.

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Nikolai Vialkowitsch

Im Krieg – Der 1. Weltkrieg in 3D

(Kinostart: 25.9.) Gemetzel in der dritten Dimension: Historische Stereoskopie-Fotos und Zitate montiert Regisseur Vialkowitsch zum Dokumentarfilm. Das Ergebnis hat mit 3D wenig gemein; es bleibt eine bieder animierte Diaschau auf der Leinwand.

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Gustav Deutsch

Shirley − Visionen der Realität

(Kinostart: 18.9.) Als die Bilder von Edward Hopper laufen lernten: 13 klassische Motive des US-Malers baut Regisseur Gustav Deutsch als Kulissen für eine fade Sittengeschichte nach. Seine artifizielle Animation wirkt leblos − und völlig uncool.

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Amat Escalante

Heli

(Kinostart: 18.9.) Apocalypse Now: Der Drogen-Krieg in Mexiko zerstört eine junge Familie. Eine schmerzhaft präzise Bestandsaufnahme der Allgegenwart brutaler Gewalt; dafür bekam Regisseur Escalante 2013 in Cannes den Preis für die beste Regie.

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