Augsburg

Aufruhr in Augsburg: Deutsche Maler

Nichts wirkt veralteter als die Kunst-Revolution von gestern: Der Glaspalast zeigt deutsche Neo-Expressionisten und „Neue Wilde“ der 1960er bis 1980er Jahre, die ihren Biss meist verloren haben. Eine Etage höher geht es jedoch aufregend wild zu.

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Halle/ Saale + Stuttgart

Magie des Augenblicks: Nabis-Kunst

Auf dem Nebengleis der Moderne: Die Maler der Nabis-Gruppe hielten die Privatsphäre des Bürgertums um 1900 voller Experimentierfreude fest. Diese selten gezeigte Kunstströmung stellt das Kunstmuseum Moritzburg ausführlich vor – voller Jubel für ihre Sammler.

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Baden-Baden + Düsseldorf

Andreas Achenbach

Herrscher über Land und Meer: Mit atmosphärisch dichten Natur-Szenen wurde Achenbach im 19. Jahrhundert zum Starkünstler. Museum LA8 und Museum Kunstpalast laden zur Wiederentdeckung ein – kaum jemand malte Scheitern so schön schrecklich wie er.

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Bonn

Inszeniert– Geschichte im Spielfilm

Filmbilder formen Geschichtsbilder: Wie Kino und TV historisches Bewusstsein prägen, zeichnet eine opulente Ausstellung im Haus der Geschichte nach. Allerdings beschränkt auf spektakuläre Umbrüche – das Lebensgefühl ganzer Jahrzehnte wird ignoriert.

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Werner Herzog

Salt And Fire

(Kinostart: 8.12.) Zu viele Ideen versalzen den Film: Regisseur Werner Herzog verpflichtet drei Weltstars für einen Öko-Katastrophen-Thriller in Bolivien. Doch hanebüchene Handlung, gestelzte Dialoge und zwangsbesinnliche Musik führen zum freien Fall ins Sinnlose.

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František Vláčil

Marketa Lazarová

(Kinostart: 1.12.) Zeitreise ins 12. Jahrhundert: Regisseur František Vláčil wollte 1967 dem Publikum vermitteln, wie sich das Mittelalter anfühlte. Seine Raubritter-Fabel gilt als „bester tschechischer Film aller Zeiten“ – und kommt 49 Jahre später in deutsche Kinos.

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Kunst+Film-Video der Woche:

California dreaming: Peter Gowland bebilderte den Mythos Kalifornien mit fantasievollen Aktfotos lachlustiger junger Frauen. Dem Pionier der Glamour- und Pin-up-Fotografie widmen die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zum 100. Geburtstag mit „Peter Gowland’s Girls“ die erste Retrospektive weltweit.

Auch neu im Kino ab 19. Januar

  • „Manchester by the Sea“ mit Casey Affleck („Auge um Auge – Out of the Furnace“): hochgelobtes Familien-Drama – ein Einzelgänger übernimmt nach dem Tod des Bruders die Verantwortung für seinen Neffen.
  • „Junction 48“: musikalisches Nahost-Drama aus Israel – ein palästinensischer Rapper setzt sich durch.
  • „Die Hölle – Inferno“ mit Tobias Moretti („Das finstere Tal“, „Therapie für einen Vampir“): Thriller aus Österreich – eine Taxifahrerin kämpft gegen einen Serienmörder.
  • „Verborgene Schönheit“ mit Will Smith + Keira Knightley („Anna Karenina“, „Eine dunkle Begierde“): US-Drama – ein depressiver PR-Profi korrespondiert mit Liebe, Zeit und Tod, um neuen Lebensmut zu schöpfen.

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Berlin

9. Berlin Biennale

Auferstanden aus Ruinen: Die Berlin Biennale, die oft in Belanglosigkeit versandete, besinnt sich in ihrer neunten Ausgabe auf ein neues Geschäftsmodell – Business first! Damit lässt sich auch clevere Kritik am Konsum- und Warenfetischismus optimal vermarkten.

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Mannheim + Mülheim an der Ruhr

Hannah Höch - Kunst-Revolutionärin

Die erste Dadaistin: Mit der Erfindung der Foto-Collage prägte Hannah Höch die Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr umfangreiches, so vielseitiges wie fantasievolles Spätwerk ab 1945 ist weniger bekannt – Kunsthalle und Kunstmuseum laden zur Neuentdeckung ein.

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Frankfurt am Main

Kader Attia – Sacrifice and Harmony

Materialschlacht bis zur Erschöpfung durch Eigenplagiate: Der Franko-Algerier Kader Attia legt in Groß-Installationen ungeahnte Verbindungen zwischen Europa und Afrika frei. Seine Werkschau im MMK gerät aber zum Overkill der Selbstüberbietung.

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Marie Noëlle

Marie Curie

(Kinostart: 1.12.) Eine Frau gegen die ganze Welt: Das bewegte Leben von Marie Curie, der einzigen Doppel-Nobelpreisträgerin, klingt wie ein präfeministischer Bildungsroman. Ihr Biopic ertränkt Regisseurin Marie Noëlle in gefühligem Beziehungs-Kitsch.

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Ken Loach

Daniel Blake wäre für den Brexit

Der Held des neuen Films von Ken Loach kämpft gegen ein zynisches Sozialsystem, das ihm jede Hilfe verweigert. Das sei symptomatisch für den Zerfall der britischen Gesellschaft, so der Regisseur: Die Wirtschaft stehle sich aus ihrer Verantwortung für die Beschäftigten.

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Ken Loach

Ich, Daniel Blake

(Kinostart: 24.11.) David gegen Goliath 2.0: Ken Loach erzählt die Geschichte eines arbeitsunfähigen Schreiners, der an der kafkaesken Bürokratie des britischen Sozialstaates scheitert. Realistisches Sozialdrama mit viel Empathie, aber ohne Pathos.

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Top-Ausstellungen im Dezember

  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Omer Fast“: Werkschau des israelischen Video-Künstlers bis 12.3.2017 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „La La Land“ mit Emma Stone + Ryan Gosling
  2. „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus
  3. „Paula – Mein Leben soll ein Fest ein“ mit Carla Juri
  4. „Nocturnal Animals“ von Tom Ford mit Amy Adams
  5. „Bob, der Streuner“ von Roger Spottiswoode
  6. „Hell or High Water“ mit Jeff Bridges
  7. „Love & Friendship“ mit Kate Beckinsale
  8. „Die Überglücklichen“ mit Valeria Bruni Tedeschi
  9. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  10. „Die Taschendiebin“ von Park Chan-wook
Basel

Sculpture on the Move 1946–2016

Grau in Grau ist alle Architektur: Die allgegenwärtige Nichtfarbe lässt den Erweiterungsbau des Kunstmuseums großartig und beklemmend zugleich wirken. In diesem aseptischen Umfeld kommen die Skulpturen der Eröffnungs-Ausstellung nicht in Schwung.

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Berlin

Die Maya – Sprache der Schönheit

Weltmeister der Selbstverstümmelung: Maya-Herrscher schreckten selbst vor Genitaldurchbohrung nicht zurück. Ihre Untertanen schufen beeindruckende Beispiele für fremdartige Schönheitsideale – der Martin-Gropius-Bau zeigt eine erstklassige Auswahl.

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Berlin

Boris Lurie - Keine Kompromisse!

Der große Verweigerer: Der Holocaust-Überlebende Boris Lurie klagte in seinen Arbeiten den Zynismus der modernen Welt an. Seine sperrige bis pornographische „NO!art“-Kunst stellt das Jüdische Museum erstmals hierzulande in einer umfassenden Werkschau vor.

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Denis Villeneuve

Arrival

(Kinostart: 24.11.) Reden ist immer die Lösung: Aus dem Erstkontakt mit Aliens macht Regisseur Denis Villeneuve einen faszinierend intelligenten SciFi-Psychothriller über einen Gesprächs-Marathon – im herrschenden Digital-Wahn fast ein Aufruf zur Konterrevolution.

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Meryl Streep + Hugh Grant

Florence Foster Jenkins

(Kinostart: 24.11.) Singe, wem Gesang gegeben: Mangelndes Talent machte Florence Foster Jenkins durch Enthusiasmus wett – und Mäzenatentum. Meryl Streep spielt voller Sympathie diese Möchtegern-Operndiva, Regisseur Stephen Frears inszeniert opulent.

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Jim Jarmusch

Paterson

(Kinostart: 17.11.) Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort: Sein Porträt eines dichtenden Busfahrers verwandelt Regisseur Jim Jarmusch in ein Meisterwerk aus Poesie im Alltag – Und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort.

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