Halle/ Saale

Krieg – archäologische Spurensuche

Krieg als kulturelle Errungenschaft: Mit Ackerbau und Viehzucht begann das organisierte Abschlachten. Dessen Entstehung zeigt umfassend das Landesmuseum für Vorgeschichte; am Beispiel der Schlacht von Lützen 1632 bohrt es gründlich in die Tiefe.

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Berlin/ Hannov./ Duisb./ Stuttg.

Julian Rosefeldt – Manifesto

Star-Schauspielerin Cate Blanchett ändert die Welt: Als Punk, Penner oder Broker trägt sie Avantgarde-Manifeste vor – deren Furor verpufft in Endlosschleifen. Das inszeniert Julian Rosefeldt im Hamburger Bahnhof als ausgefeiltes Rollenspiel auf 13 Kanälen.

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Stuttgart

Die Welt des Schattentheaters

Reise durch das Schattenreich: In der halben Welt wird Schattentheater gespielt – rituell in Süd- und Ostasien, burlesk im Orient. Doch stets mit enorm kunstfertig gearbeiteten Figuren; eine prachtvolle Auswahl rückt das Linden-Museum ins Rampenlicht.

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München + Wien

Painting 2.0 – Info-Zeitalter

Oft totgesagt, immer noch quicklebendig: Malerei habe die Modernisierungs-Schübe der letzten 50 Jahre souverän verarbeitet, versichert eine Mammutausstellung im Museum Brandhorst und Mumok. Eine gewagte These für eine facettenreiche Überblicks-Schau.

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Berlin + Kassel

Bart: Natur + Rasur + Haar-Dickicht

Haarige Angelegenheit: Das Neue Museum zeichnet Bartmoden und Rasiertechniken seit der Antike nach, die Grimmwelt fächert ein Stichwort mit 280 Varianten auf. Beide Ausstellungen durchkämmen ihre Menschheits-Themen amüsant, aber etwas kraus.

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Assad Fouladkar

Liebe Halal

(Kinostart: 7.7.) „Verbotene Liebe“ im Libanon: Regisseur Assad Fouladkar führt drei Grenzfälle des islamischen Eherechts vor – als Episoden wie aus TV-Vorabendserien samt schlechten Schauspielern in Standard-Situationen mit -Dialogen und -Witzen.

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Hou Hsiao-Hsien

The Assassin

(Kinostart: 30.6.) Martial Arts mit menschlichem Antlitz: Taiwans bekanntester Regisseur Hou Hsiao-Hsien dreht einen Kampfkunst-Historienfilm ohne Schwertgeklirr oder Spezialeffekte – aber mit opulenten Bildern und anspruchsvoller Auflösung.

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Alexander Scheer

Lou Andreas-Salomé

(Kinostart: 30.6.) Femme fatale im Fin de siècle: Aus ihrem bewegten Leben macht Regisseurin Cordula Kablitz-Post öden Bildungsbürger-Kitsch mit papiernen Dialogen. Die emanzipierte Muse von Nietzsche, Rilke und Freud hat ein besseres Biopic verdient.

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Alfredo Castro

Caracas, eine Liebe

(Kinostart: 30.6.) Frostige Amour fou im Krisenland: Im Gewinnerfilm des Festivals von Venedig 2015 schildert Regisseur Lorenzo Vigas die schwierige Beziehung zweier sehr unterschiedlicher Männer in Venezuelas Hauptstadt – als überfrachtete Kopfgeburt.

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Kheiron

Nur wir drei gemeinsam

(Kinostart: 30.6.) Flucht der eigenen Eltern aus dem Iran als umwerfend liebevoll gezeichnete Familienchronik: In seinem Kino-Debüt gelingt dem französischen Bühnen-Komiker Kheiron ein kleiner Geniestreich von Tragikomödie mit Migrations-Hintergrund.

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Top-Ausstellungen 2014

Kunst ab 1945: Karl Otto Götz

Er war der schwungvollste Maler der Abstraktion in der Nachkriegszeit - prächtige Werkschau zum 100. Geburtstag in drei Städten.

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Gegenwart: Die 8 der Wege: Kunst in Beijing

Rätselhaftes China: Diese Schau schlägt Schneisen ins Dickicht der Gegenwartskunst - fast ohne Ai Weiwei.

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Ethnologica: Inka – Anden-Könige

Totalitär wie Stalin, kontrollwütig wie die NSA: Diese bizarre Kultur stellt das Lindenmuseum in Stuttgart erstmals umfassend vor.

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Kunst im Film

Mr. Turner - Meister des Lichts

Ein Maler-Genie als Grobian: Mike Leigh erweitert sein Porträt des größten englischen Malers zum grandiosen Epochen-Panorama.

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Das Salz der Erde

Sebastião Salgado fotografierte unsagbares Leid und strahlende Schönheit in den entlegensten Winkeln der Erde - nun erzählt er Wim Wenders sein Leben.

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Das große Museum

Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eine Welt für sich. Johannes Holzhausen blickt lakonisch und stilvoll hinter die Kulissen.

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Jena

Afterimages: Schwarze Film-Romantik

Reise durch das Unbewusste in zwölf Videofilmen: Wie Ansätze und Motive der Schwarzen Romantik in der zeitgenössischen Multimedia-Kunst fortwirken, zeigt die Kunstsammlung mit einer klugen Auswahl schaurig schöner, Schwindel erregender Beispiele.

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Bremen

Letztes Jahr in Marienbad

Die Osterinsel der Kinogeschichte: Alain Resnais‘ hyperraffinierter Rätsel-Film von 1961 gilt als so einzigartig wie abseitig. Die Kunsthalle will ihn zum Meilenstein mit kultureller Langzeitwirkung stilisieren – bleibt aber jeden Nachweis dafür schuldig.

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Wuppertal

Weltkunst – Von Buddha bis Picasso

Die ganze Welt in einer Ausstellung: Ein schwerreicher Exzentriker baute die größte private Kunstsammlung vor dem Krieg auf – sie füllt heute zwei wichtige Museen. Das zeigt die anschaulich und opulent inszenierte Gedenk-Schau im Von der Heydt-Museum.

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Berlin

Adolph Menzel zum 200. Geburtstag

Ein visueller Allesfresser, der zum Malen auf Leitern stieg: Adolph Menzel wurde als Autodidakt zum wohl bedeutendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts. Seinen 200. Geburtstag würdigen Nationalgalerie und Stadtmuseum – überschaubar, aber gelungen.

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Halle/Saale

100 Jahre Burg Giebichenstein

Hübsch herausgeputzte Rumpelkammer: Die Kunsthochschule in Halle war vor 100 Jahren der erste Mit- und Gegenspieler des Bauhauses. Das lässt die Jubiläumsschau in der Moritzburg nicht ahnen – sie gefällt sich als geschichtsloses Sammelsurium.

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Colin Farrell + Rachel Weisz

The Lobster

(Kinostart: 23.6.) Entweder in 45 Tagen unter die Haube kommen, oder als Tier zur Strecke gebracht werden: Der griechische Regisseur Giorgos Lanthimos entwirft eine ätzend surreale Parabel auf Paarungs-Zwänge und Beziehungs-Neurosen der Gegenwart.

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Nicolas Winding Refn

The Neon Demon

(Kinostart: 23.6.) Tiefe an der Oberfläche suchen: Nicolas Winding Refn, Radikal-Ästhet unter den Regisseuren, verfolgt den Aufstieg eines Fotomodells im Haifischbecken von L.A. – bis zum blutigen Finale. Eine antike Tragödie in todschickem Gewand.

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Peter Bardehle + Andreas Martin

Athos – Im Jenseits dieser Welt

(Kinostart: 23.6.) Außer Katzen keine weiblichen Wesen erlaubt: Seit mehr als 1000 Jahren hausen orthodoxe Mönche abgeschottet in der Klosterrepublik Athos. Ihre Lebensweise dokumentieren die Regisseure Bardehle und Martin malerisch und kommentarlos.

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Felix van Groeningen

Café Belgica

(Kinostart: 23.6.) Wer sich daran erinnern kann, war nicht dabei: Exzessives Nightclubbing bringt der belgische Regisseur Felix van Groeningen faszinierend authentisch auf die Leinwand – als Vorbild diente ein Café in Gent, das früher sein Vater betrieb.

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Jake Gyllenhaal

Demolition – Lieben und Leben

(Kinostart: 16.6.) Mach kaputt, was dich kaputt macht: Nach dem Unfalltod seiner Frau zerschlägt ein Witwer sein bisheriges Leben buchstäblich zu Kleinholz. Regisseur Jean-Marc Vallée inszeniert eine effektvolle Zerstörungsorgie mit kathartischer Wirkung.

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