Frankfurt am Main

Kader Attia – Sacrifice and Harmony

Materialschlacht bis zur Erschöpfung durch Eigenplagiate: Der Franko-Algerier Kader Attia legt in Groß-Installationen ungeahnte Verbindungen zwischen Europa und Afrika frei. Seine Werkschau im MMK gerät aber zum Overkill der Selbstüberbietung.

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Basel

Sculpture on the Move 1946–2016

Grau in Grau ist alle Architektur: Die allgegenwärtige Nichtfarbe lässt den Erweiterungsbau des Kunstmuseums großartig und beklemmend zugleich wirken. In diesem aseptischen Umfeld kommen die Skulpturen der Eröffnungs-Ausstellung nicht in Schwung.

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Berlin

Die Maya – Sprache der Schönheit

Weltmeister der Selbstverstümmelung: Maya-Herrscher schreckten selbst vor Genitaldurchbohrung nicht zurück. Ihre Untertanen schufen beeindruckende Beispiele für fremdartige Schönheitsideale – der Martin-Gropius-Bau zeigt eine erstklassige Auswahl.

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Ben Affleck

The Accountant

(Kinostart: 20.10.) Vom Zahlen- zum Panzerknacker: Ein autistisches Mathe-Genie steigt zum Geldwäscher von Top-Mafiosi auf – bis er in eine große Verschwörung gerät. Meditativer Action-Thriller mit wohltuend wenig Gewalt von Regisseur Gavin O’Connor.

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Frederick Lau + Moritz Bleibtreu

Das kalte Herz

(Kinostart: 20.10.) Friede den Köhler-Hütten, Krieg den Kaufleute-Palästen: Das Märchen von Wilhelm Hauff verfilmt Regisseur Johannes Naber als zeitlose Parabel über Ausbeutung und Profitstreben – in einem mythischen Schwarzwald voll visueller Poesie.

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Pierre Bismuth

Where is Rocky II ?

(Kinostart: 20.10.) Stecknadel im Sandhaufen: Regisseur Pierre Bismuth lässt nach einem Kunstharz-Felsen suchen, den ein Pop-Art-Künstler vor 37 Jahren in der Wüste ablud – als vertracktes Vexierspiel im Niemandsland zwischen Realität und Illusion.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bitte nicht vom Religionsstifter im Titel irritieren lassen: „Buddha – 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren“ ist eine fantastische Ausstellung von Sakralkunst aus Asien. Viele Stücke sind weltweit einzigartig, und alle atemberaubend schön. Noch bis Mitte Februar in der Völklinger Hütte zu bewundern.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Ein Lied für Nour“: Dokudrama über einen Taxifahrer, der die casting show „Arab Idol“ gewinnt.
  • „Dear Zindagi – Liebesbrief an das Leben“ von Gauri Shinde („Englisch für Anfänger“) mit Shah Rukh Khan: Edel-Bollywood über Filmemacherin, die Liebe lernen muss.
  • „Die Hände meiner Mutter“ mit Jessica Schwarz: Drama über sexuellen Missbrauch durch Mütter.
  • „Das Morgan Projekt“: science fiction-Dystopie über den Lernprozess eines künstlichen Menschen.
  • „Sully“ von Clint Eastwood („Jersey Boys“) mit Tom Hanks („Bridge of Spies“; „Ein Hologramm für den König“): Dokudrama über Piloten, der 2009 mit Notlandung das Leben seiner Passagiere rettete.

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Berlin

Boris Lurie - Keine Kompromisse!

Der große Verweigerer: Der Holocaust-Überlebende Boris Lurie klagte in seinen Arbeiten den Zynismus der modernen Welt an. Seine sperrige bis pornographische „NO!art“-Kunst stellt das Jüdische Museum erstmals hierzulande in einer umfassenden Werkschau vor.

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Bad Homburg

Darren Almond – Schatten und Licht

Die Nachtseite der Welt: Darren Almond fotografiert Landschaften im Vollmondschein. Seine Langzeit-Aufnahmen im Museum Sinclair-Haus lassen die Natur silbrig verwandelt wirken – bei Tageslicht erhalten sie zuweilen einen leicht voyeuristischen Anstrich.

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Stuttgart

Giorgio de Chirico

Der große Melancholiker: Mit seiner „metaphysischen Malerei“ hat der Einzelgänger De Chirico den Surrealismus vorbereitet und die Moderne auf einzigartige Weise geprägt. Das führt die Staatsgalerie anschaulich vor – allerdings beschränkt auf sein Frühwerk.

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Samuel Finzi + Oliver Korittke

Affenkönig

(Kinostart: 13.10.) Krawall-Komödie mit Spaß-Imperativ: Eine Wiedersehens-Feier alter Jugendfreunde nach 20 Jahren inszeniert „Schwarze Schafe“-Regisseur Oliver Rihs als derben Unterleibs-Schwank – und ignoriert die Tragik im Komischen.

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Gérard Depardieu

Saint Amour – Drei gute Jahrgänge

(Kinostart: 13.10.) Wein, Weib und wenig Gesang: Ein ungleiches Vater-Sohn-Gespann zieht durch Frankreichs Provinz auf der Suche nach sich selbst. Das skurril-schräge Roadmovie von Gustave Kevern und Benoît Delepine ertränkt Sorgen in edlen Tropfen.

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Danièle Thompson

Meine Zeit mit Cézanne

(Kinostart: 6.10.) Starliterat und Kraftkerl: Der Romancier Émile Zola und der Maler Paul Cézanne waren enge Freunde. Ihr Verhältnis zeichnet Regisseurin Danièle Thompson nach: als Human-Interest-Bilderbogen, bei dem Kunstgeschichte kaum eine Rolle spielt.

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Top-Ausstellungen im November

  • „Francis Bacon – Unsichtbare Räume“: große Retrospektive bis 8.1.2017 in der Staatsgalerie Stuttgart
  • „Barock – Nur schöner Schein?“: Epochen-Überblick bis 19.2.2017 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Edgar Degas und Auguste Rodin“: Vergleich von Maler + Bildhauer bis 26.2. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „This was Tomorrow. Pop Art in Great Britain“: bis 29.2.2017 im Kunstmuseum Wolfsburg
  • Henry Moore. Impuls für Europa“: bis 19.3.2017 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep
  2. „Paterson“ von Jim Jarmusch mit Adam Driver
  3. „Marie Curie“ von Marie Noëlle
  4. „Ich, Daniel Blake“ von Ken Loach
  5. „Café Society“ von Woody Allen mit Jesse Eisenberg
  6. „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ von Dieter Berner
  7. „Ein Lied für Nour“ von Hany Abu-Assad
  8. „Tschick“ von Fatih Akin
  9. „Die Mitte der Welt“ von Jakob M. Erwa
  10. „Die Hände meiner Mutter“ von Florian Eichinger
Karlsruhe

Elger Esser – zeitigen

Piktorialismus für die Gegenwart: Fotografien veredelt Elger Esser aufwändig zu Kunstwerken weiter – wie vor 100 Jahren. Seine faszinierend detailreichen Landschafts-Aufnahmen präsentiert nun die Staatliche Kunsthalle in einer großen Werkschau.

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Frankfurt am Main

Manierismus in Florenz

Schluss mit süßlicher Harmonie: Die Manieristen reizten extreme Figurenposen und grelle Kontraste bis zum Anschlag aus. Wichtige Vertreter dieser Post-Renaissance stellt das Städel-Museum vor – allerdings beschränkt auf Künstler der Toskana-Metropole.

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Tübingen

Heide Hatry – Flowers and Faces

Der Mensch ist, was er isst: Heide Hatry fertigt Porträtbüsten und Blumen-Skulpturen aus Schlachtabfällen und Tier-Organen an. Ihr verführerischer Reiz hat eine extrem kurze Halbwertzeit, wie die Bildergalerie im Deutsch-Amerikanischen Institut zeigt.

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Miloslav Šmídmajer

Miloš Forman

(Kinostart: 6.10.) Der tschechisch-amerikanische Regisseur hat legendäre Welterfolge und spektakuläre Flops gedreht. Seine windungsreiche Laufbahn zeichnet dieses Doku-Porträt anschaulich nach – mit Forman selbst als glänzend aufgelegtem Erzähler.

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Corneliu Porumboiu

Der Schatz

(Kinostart: 6.10.) Lakonisches Kammerspiel: Der rumänische Regisseur Corneliu Porumboiu lässt zwei Nachbarn aus Geldnot in der Vergangenheit graben und die Zukunft finden. Dabei vermeidet er Sozialtristesse und andere Osteuropa-Klischees.

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François Ozon

Frantz

(Kinostart: 29.9.) Geteiltes Leid ist halbes Leid: Um einen Weltkriegs-Gefallenen trauern dessen deutsche Verlobte und ein junger Franzose – eine Enthüllung ändert alles. Das subtile Kammerspiel von Regisseur Ozon wirkt trotz Grauschleier ganz gegenwärtig.

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