Artikel von Philipp Rhensius (71)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Thorsten Schütte

Ensemble Modern – Why We Play

(Kinostart: 11.6.) Jedes Rascheln ist ernst zu nehmen: Das Frankfurter „Ensemble Modern“ zählt zu den führenden Interpreten Neuer Musik. In seinem Filmporträt verzichtet Regisseur Thorsten Schütte auf große Gesten und Erzählungen; stattdessen schaut er dem Klangkörper geduldig bei der Arbeit zu. ...weiter

Anne Hathaway

Mother Mary

(Kinostart: 21.5.) Unsere liebe Frau vom Showbiz-Zirkus: Die glänzend besetzte Pop-Operette von Regisseur David Lowery ist eine Mischung aus Paartherapie, spiritistischer Sitzung und Kreativ-Meeting am Rande des Nervenzusammenbruchs. Leider nehmen alle Beteiligten sich und ihr Thema viel zu ernst. ...weiter

Luna Wedler + Jannis Niewöhner

Allegro Pastell

(Kinostart: 16.4.) Gefühle in Mikrodosen: In ihrer Verfilmung eines Romans von Leif Randt überträgt die junge Regisseurin Anna Roller die Sprache der Vorlage in eigenwillige, suggestive Filmbilder. So gelingt ihr das Porträt einer Generation zwischen kontrolliertem Rausch und Melancholie im posttherapeutischen Zeitalter. ...weiter

Kristen Stewart

The Chronology of Water

(Kinostart: 5.3.) Nicht die Zeit zählt, sondern der Schmerz: Bei ihrem Regie-Debüt folgt Star-Schauspielerin Kristen Stewart einer emotionalen Logik anstelle von Chronologie. In ihrer Verfilmung der Memoiren einer missbrauchten Autorin brilliert Hauptdarstellerin Imogen Poots mit sehr physischem Spiel. ...weiter

Mads Mikkelsen

Therapie für Wikinger

(Kinostart: 25.12.) Vom Umbau der Wirklichkeit: Mit einem kruden Mix aus Gaunerkomödie und Familiendrama überschreitet Regisseur Anders T. Jensen die Grenze zwischen Überzeichnung und Zumutung. Sein hochkarätiges Ensemble und die sympathisch verdrehte Botschaft retten den Film vor dem Kollaps. ...weiter

Channing Tatum

Der Hochstapler - Roofman

(Kinostart: 26.11.) Zwischen Spielzeugladen und Patchwork-Familie: Regisseur Derek Cianfance porträtiert in seiner Tragikomödie einen Seriendieb, der zwischen Cocooning und Ersatzvater-Dasein hin und her pendelt. Mit Humor und Humanismus gelingt ihm ein Krimi der etwas anderen Art. ...weiter

Paula Beer + Albrecht Schuch

Stiller

(Kinostart: 30.10.) Aufgeräumt statt chaotisch, Kälte anstelle von Erschütterung: Regisseur Stefan Haupt verfilmt ein Hauptwerk von Max Frisch präzise, aber blutleer. Das komplexe Stimmengewirr des Romans wird zur linear ablaufenden Handlung, der auch prägnante Hauptdarsteller wenig Leben einhauchen. ...weiter

Elmar Imanov

Der Kuss des Grashüpfers

(Kinostart: 21.8.) Im Labyrinth der Trauer: Mit sanfter Melancholie, experimentellem Pop-Soundtrack und einer Prise magischem Realismus verarbeitet Regisseur Elmar Imanov in dem Psycho-Drama den Tod des eigenen Vaters. Es lohnt, sich auf den mäandernden Sog dieses Psychogramms einzulassen. ...weiter

Cate Blanchett + Michael Fassbender

Black Bag – Doppeltes Spiel

(Kinostart: 15.5.) Spione wie wir: Unter dem Deckmantel eines Agententhrillers verhandelt Regisseur Steven Soderbergh Fragen zu Wahrheit, Vertrauen und Wirklichkeit. Meisterhaft gespielt von Michael Fassbender und Cate Blanchett – von Soderbergh selbst glänzend gefilmt und messerscharf geschnitten. ...weiter

Paolo Sorrentino

Parthenope

(Kinostart: 10.4.) Wie eine schaumgeborene Schönheit: Regisseur Paolo Sorrentino umschwärmt eine moderne Sirene, die in Neapel allen Männern den Kopf verdreht, während sie unbeirrt ihren Weg geht. Sein Hymnus auf eine Idealfigur glänzt mit perfekt inszenierten Oberflächenreizen – was auf Dauer ermüdet. ...weiter