Artikel von Philipp Rhensius (67)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

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Mads Mikkelsen

Therapie für Wikinger

(Kinostart: 25.12.) Vom Umbau der Wirklichkeit: Mit einem kruden Mix aus Gaunerkomödie und Familiendrama überschreitet Regisseur Anders T. Jensen die Grenze zwischen Überzeichnung und Zumutung. Sein hochkarätiges Ensemble und die sympathisch verdrehte Botschaft retten den Film vor dem Kollaps. ...weiter

Channing Tatum

Der Hochstapler - Roofman

(Kinostart: 26.11.) Zwischen Spielzeugladen und Patchwork-Familie: Regisseur Derek Cianfance porträtiert in seiner Tragikomödie einen Seriendieb, der zwischen Cocooning und Ersatzvater-Dasein hin und her pendelt. Mit Humor und Humanismus gelingt ihm ein Krimi der etwas anderen Art. ...weiter

Paula Beer + Albrecht Schuch

Stiller

(Kinostart: 30.10.) Aufgeräumt statt chaotisch, Kälte anstelle von Erschütterung: Regisseur Stefan Haupt verfilmt ein Hauptwerk von Max Frisch präzise, aber blutleer. Das komplexe Stimmengewirr des Romans wird zur linear ablaufenden Handlung, der auch prägnante Hauptdarsteller wenig Leben einhauchen. ...weiter

Elmar Imanov

Der Kuss des Grashüpfers

(Kinostart: 21.8.) Im Labyrinth der Trauer: Mit sanfter Melancholie, experimentellem Pop-Soundtrack und einer Prise magischem Realismus verarbeitet Regisseur Elmar Imanov in dem Psycho-Drama den Tod des eigenen Vaters. Es lohnt, sich auf den mäandernden Sog dieses Psychogramms einzulassen. ...weiter

Cate Blanchett + Michael Fassbender

Black Bag – Doppeltes Spiel

(Kinostart: 15.5.) Spione wie wir: Unter dem Deckmantel eines Agententhrillers verhandelt Regisseur Steven Soderbergh Fragen zu Wahrheit, Vertrauen und Wirklichkeit. Meisterhaft gespielt von Michael Fassbender und Cate Blanchett – von Soderbergh selbst glänzend gefilmt und messerscharf geschnitten. ...weiter

Paolo Sorrentino

Parthenope

(Kinostart: 10.4.) Wie eine schaumgeborene Schönheit: Regisseur Paolo Sorrentino umschwärmt eine moderne Sirene, die in Neapel allen Männern den Kopf verdreht, während sie unbeirrt ihren Weg geht. Sein Hymnus auf eine Idealfigur glänzt mit perfekt inszenierten Oberflächenreizen – was auf Dauer ermüdet. ...weiter

Franz Rogowski

Bird

(Kinostart: 20.2.) Requiem für einen Traum: Zwischen Sozialbau-Prekariat und magischem Realismus gelingt Regisseurin Andrea Arnold ein Plädoyer für die Fähigkeit zum Staunen. Als möglicherweise imaginärer Freund der zwölfjährigen Heldin tritt Franz Rogowski als Paradiesvogel im Faltenrock auf. ...weiter

Matthew Rankin

Universal Language

(Kinostart: 23.1.) Im Niemandsland zwischen Winnipeg und Teheran: Ohne Plot, aber mit Imagination und schrägem Humor legt Regisseur Matthew Rankin den Finger in die Wunden der kanadischen Gesellschaft. Zugleich gelingt ihm mit seinem Episodenfilm eine winterliche Hommage an das iranische Autorenkino. ...weiter

Joanna Arnow

Dieses Gefühl, dass die Zeit, etwas zu tun, vorbei ist

(Kinostart: 12.12.) Menschen, Masken, Masochismus: Mit nahezu finnischer Entrücktheit wandelt Regisseurin Joanna Arnow als Hauptdarstellerin ihrer eigenen Tragikomödie durch ein New York, dessen Einwohnern alles Leben abhanden gekommen zu sein scheint – außer beim Sex. ...weiter

Bertrand Bonello

The Beast

(Kinostart: 10.10.) Auge in Auge mit der KI: Der für verschachteltes Thesenkino berüchtigte Autorenfilmer Bertrand Bonello übertrifft sich selbst und entfaltet einen Science-Fiction-Bilderbogen über drei Zeitebenen. Jenseits aller Logik belohnt der Film mit Bildern und Gedanken, die lange nachhallen. ...weiter