Artikel von Philipp Rhensius (42)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

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François Ozon

Alles ist gut gegangen

(Kinostart: 14.4.) Tabu Sterbehilfe: Regisseur François Ozon porträtiert einen Greis, der von seinen Töchtern verlangt, dass sie seinem Leben ein Ende setzen. Eine unsentimentale und gleichzeitig berühende Reflexion über die Frage nach einem guten Tod, nüchtern und realistisch inszeniert. ...weiter

Joaquin Phoenix

Come on, Come on

(Kinostart: 24.3.) Kinderbetreuung zwischen Ost- und Westküste: Weil Mutter länger verreist ist, kümmert sich ein New Yorker Single um seinen neunjährigen Neffen aus L.A.. Regisseur Mike Mills gelingt ein sensibles Psychogramm in Schwarzweiß – mit perfekter Balance zwischen Witz und Ernst. ...weiter

Cate Blanchett + Bradley Cooper

Nightmare Alley

(Kinostart: 20.1.) Ich weiß, was Sie in Ihrer Tasche haben: Mit solchen Tricks feiert ein Gedankenleser-Duo im New York der 1930er Erfolge, bis Geldgier es zu Fall bringt. Ästhetischer Neo-Film noir von Regisseur Guillermo del Toro – er führt dem Publikum vor, wie leichtgläubig es ist. ...weiter

Stefan Jäger

Monte Verità – Der Rausch der Freiheit

(Kinostart: 16.12.) Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit: Bei Ascona in der Südschweiz entstand die erste moderne Aussteigerkolonie. Daran erinnert Regisseur Stefan Jäger mit dem Porträt einer Frau, die vor ihrem Mann flieht – die Kunst-Tradition des Ortes spielt keine Rolle. ...weiter

Dietrich Brüggemann

(Kinostart: 30.9.) Szenen einer Ehe – sieben Jahre in 14 Schnitten: Regisseur Dietrich Brüggemann porträtiert ein Mittdreißiger-Paar, das sich in den Schleifen der Selbstoptimierung verfängt. Eine lakonische Komödie, deren Pointen gelegentlich etwas plump geraten. ...weiter

Michel Franco

New Order - Die neue Weltordnung

(Kinostart: 12.8.) Dystopie als Holzschnitt: Der mexikanische Regisseur Michel Franco inszeniert die soziale Spaltung seines Landes mit plakativ farbensatter Symbolik – kommt aber mit abgründigem Klassenkampf-Gemetzel über Schwarzweißmalerei kaum hinaus. ...weiter

Xavier Dolan

Matthias & Maxime

(Kinostart: 29.7.) Zwei alte Freunde küssen sich: Welche Folgen es hat, wenn der Kuss echt war, erzählt diese queere Liebesgeschichte. Der frankokanadische Regisseur Xavier Dolan lotet abermals einfühlsam Grenzen und Zwänge zwischen Homo- und Heterosexualität aus. ...weiter

Miguel Llansó

Jesus Shows You the Way to Highway

(VoD-Start: 18.2.21) Jagd auf das Böse in Stalin- und Batman-Gestalt: In seiner Science-Fiction-Groteske zitiert sich der spanische Regisseur Miguel Llansó munter durch die Popkultur – für einen stimmig überdrehten Mix aus Agententhriller und Dystopie. ...weiter

Salma Hayek + Owen Wilson

Bliss

(Amazon Prime Video-Start: 5.2.21) Normalität als Drogenhölle der Gewöhnlichkeit: Regisseur Mike Cahill mischt Realität und Simulation – bis der Zuschauer in seiner ambitionierten Science-Fiction-Utopie den roten Faden und den Blick für die Realität verliert. ...weiter

Martin Scorsese

Pretend It's a City

(Netflix-Start: 8.1.21) Smartphone-Zombies und wütende Homosexuelle: Regisseur Martin Scorsese lässt die intellektuelle Berufs-New-Yorkerin Fran Lebowitz so prägnant wie unterhaltsam die Welt der 1970er Jahre bis heute erklären – mit erstaunlichen Einsichten. ...weiter