Artikel von Philipp Rhensius (38)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

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Dietrich Brüggemann

(Kinostart: 30.9.) Szenen einer Ehe – sieben Jahre in 14 Schnitten: Regisseur Dietrich Brüggemann porträtiert ein Mittdreißiger-Paar, das sich in den Schleifen der Selbstoptimierung verfängt. Eine lakonische Komödie, deren Pointen gelegentlich etwas plump geraten. ...weiter

Michel Franco

New Order - Die neue Weltordnung

(Kinostart: 12.8.) Dystopie als Holzschnitt: Der mexikanische Regisseur Michel Franco inszeniert die soziale Spaltung seines Landes mit plakativ farbensatter Symbolik – kommt aber mit abgründigem Klassenkampf-Gemetzel über Schwarzweißmalerei kaum hinaus. ...weiter

Xavier Dolan

Matthias & Maxime

(Kinostart: 29.7.) Zwei alte Freunde küssen sich: Welche Folgen es hat, wenn der Kuss echt war, erzählt diese queere Liebesgeschichte. Der frankokanadische Regisseur Xavier Dolan lotet abermals einfühlsam Grenzen und Zwänge zwischen Homo- und Heterosexualität aus. ...weiter

Miguel Llansó

Jesus Shows You the Way to Highway

(VoD-Start: 18.2.21) Jagd auf das Böse in Stalin- und Batman-Gestalt: In seiner Science-Fiction-Groteske zitiert sich der spanische Regisseur Miguel Llansó munter durch die Popkultur – für einen stimmig überdrehten Mix aus Agententhriller und Dystopie. ...weiter

Salma Hayek + Owen Wilson

Bliss

(Amazon Prime Video-Start: 5.2.21) Normalität als Drogenhölle der Gewöhnlichkeit: Regisseur Mike Cahill mischt Realität und Simulation – bis der Zuschauer in seiner ambitionierten Science-Fiction-Utopie den roten Faden und den Blick für die Realität verliert. ...weiter

Martin Scorsese

Pretend It's a City

(Netflix-Start: 8.1.21) Smartphone-Zombies und wütende Homosexuelle: Regisseur Martin Scorsese lässt die intellektuelle Berufs-New-Yorkerin Fran Lebowitz so prägnant wie unterhaltsam die Welt der 1970er Jahre bis heute erklären – mit erstaunlichen Einsichten. ...weiter

Roy Andersson

Über die Unendlichkeit

(Kinostart: 17.9.) Mit Künstlichkeit die Normalität zerlegen: Regisseur Roy Andersson inszeniert scheinbar beiläufige Alltagsmomente und zeigt dabei die Verlorenheit des Einzelnen. So entsteht ein melancholisch-lakonisches Panorama der Entfremdung. ...weiter

Christian Petzold

Undine

(Kinostart: 2.7.) Gefühlsrausch unter Wasser: Mit ihrem neuen Geliebten lehnt sich Paula Beer als Wassergeist gegen einen fatalen Mythos auf. Regisseur Christian Petzold verwebt Legende und Gegenwart zur ergreifend schönen Geschichte einer unmöglichen Liebe. ...weiter

Nikolaj Coster-Waldau

Suicide Tourist

(Kinostart: 2.7.) Halbherzig in den Freitod: Regisseur Jonas Alexander Arnby beleuchtet in seinem emotional gleichförmigen Drama das Innenleben eines Selbstmörders und die Implikationen von aktiver Sterbehilfe – der Film wirkt etwas unentschlossen. ...weiter

Ken Loach

Sorry we missed you

(Kinostart: 30.1.) Rundfahrt durch die Welt der Scheinselbstständigen: Ein Paketzusteller steht derart unter Stress, dass er das Glück seiner Familie ruiniert. Regisseur Ken Loach, Altmeister des sozialen Realismus, inszeniert einen Horrorfilm über alltägliche Demütigungen. ...weiter