Artikel von Philipp Rhensius (52)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Ben Kingsley

A Great Place to Call Home

(Kinostart: 1.2.) E.T. für Erwachsene: Ein freundliches Alien mit guten Manieren besucht eine US-Kleinstadt und landet im Vorgarten. Daraus macht Regisseur Marc Turtletaub eine skurrile Komödie mit feinem Humor und hochkarätigem Senioren-Ensemble – der außerirdische Gast kommt gerade zur rechten Zeit. ...weiter

Margarethe von Trotta

Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste

(Kinostart: 19.10.) Sie haben es nicht gut gemacht: Ingeborg Bachmann und Max Frisch, Traumpaar des bundesdeutschen Feuilletons, führten jahrelang eine vergiftete Beziehung. Die Sympathie von Regisseurin Margarethe von Trotta gilt der 1973 gestorbenen Schriftstellerin und ihrer Sprache. ...weiter

Jørgen Leth + Andreas Koefoed

Music for Black Pigeons

(Kinostart: 21.9.) Bescheidenheit ist seine Zier: Die Doku des Regie-Duos Leth und Koefoed beobachtet den Gitarristen Jakob Bro über einen Zeitraum von 14 Jahren in seinem musikalischen Umfeld zwischen Kopenhagen und New York – und zeichnet ein facettenreiches Bild der wilden Welt des heutigen Jazz. ...weiter

Lars Kraume

Die Unschärferelation der Liebe

(Kinostart: 29.6.) Quantenphysik der Emotionen: Obwohl Greta ständig Ungereimtes von sich gibt, lässt sich Alexander auf eine Beziehung mit ihr ein. Ihre Achterbahnfahrt ambivalenter Gefühle auf der Theaterbühne adaptiert Regisseur Lars Kraume fürs Kino – und lässt bewusst Eindeutigkeit vermissen. ...weiter

Christoph Hochhäusler

Bis ans Ende der Nacht

(Kinostart: 22.6.) Früher waren Lennard und Robert ein Paar – nun simulieren Leni und Robert, ein Paar zu sein, um im Drogenmilieu zu ermitteln. Seinen Gender-Krimi inszeniert Regisseur Christoph Hochhäusler als düsteren Film noir; Thea Ehre erhielt einen Silbernen Bären für die beste Nebenrolle. ...weiter

Michael P. Aust + Tessa Knapp

Can and me

(Kinostart: 9.3.) Krautrock im Proto-Techno-Groove: Irmin Schmidt und seine Band Can waren in den 1970ern der bundesdeutschen Popkultur um Dekaden voraus. Das dokumentiert das Regie-Duo Aust und Knapp anschaulich und nostalgiefrei als Porträt des letzten lebenden Gründungsmitglieds. ...weiter

Alex Schaad

Aus meiner Haut

(Kinostart: 2.2.) Science Fiction auf zwischenmenschlicher Ebene: Regisseur Alex Schaad zeigt in seinem Gedankenspiel, was passieren könnte, wenn der Geist von Individuen in andere Körper schlüpft – mit dem Fazit: Verliere deine Seele, um sie zu gewinnen, und gib sie weg, um sie wiederzufinden. ...weiter

Colin Farrell + Brendan Gleeson

The Banshees of Inisherin

(Kinostart: 5.1.) Anleitung zum Zerstritten- und Unglücklichsein: Zwei alte Freunde auf einer kleinen Insel sprechen nicht mehr miteinander – bis ihr Zank eskaliert. Diese Metapher für inneririschen Zwist verfilmt Regisseur Martin McDonagh als Freiluft-Kammerspiel mit zwei brillanten Hauptdarstellern. ...weiter

Olivia Newman

Der Gesang der Flusskrebse

(Kinostart: 18.8.) Erst Robinsonade, dann Mordverdacht: Dagegen wehrt sich ein Mädchen, das isoliert im Sumpf lebt. Die Verfilmung des Weltbestsellers von Delia Owens ertränkt Regisseurin Olivia Newman im Kitsch – trotz malerischer Naturaufnahmen und überzeugend agierender Hauptdarsteller. ...weiter

Juliette Binoche

Wie im echten Leben

(Kinostart: 30.6.) Putzfee ohne Märchenland: Juliette Binoche recherchiert als Autorin inkognito in einer Reinigungskolonne für ein Buch über schlecht bezahlte Drecksjobs. Das inszeniert Regisseur Emmanuel Carrère mit feinem Gespür für Realismus, aber ohne sozialkritische Schärfe. ...weiter