Artikel von Philipp Rhensius (29)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Ken Loach

Sorry we missed you

(Kinostart: 30.1.) Rundfahrt durch die Welt der Scheinselbstständigen: Ein Paketzusteller steht derart unter Stress, dass er das Glück seiner Familie ruiniert. Regisseur Ken Loach, Altmeister des sozialen Realismus, inszeniert einen Horrorfilm über alltägliche Demütigungen.

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Lone Scherfig

The Kindness of Strangers

(Kinostart: 12.12.) Falsches Pathos killt Gefühle: Trotz guter Besetzung scheitert Regisseurin Lone Scherfig daran, eine Großstadtgeschichte voller Hoffnung authentisch in Szene zu setzen. Darin geht es um familiäre Gewalt und hilfsbereite Fremde.

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Leonie Loretta Scholl

Berlin 4 Lovers

(Kinostart: 24.10.) Dating-Stress und Einsamkeit: Die Regisseurin Leonie Scholl porträtiert junge Städter, deren Erfahrungen mit dem Internet-Verkupplungsportal Tinder durchaus widersprüchlich sind – das komplexe Psychogramm einer Generation.

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Franz Rogowski

Ich war zuhause, aber...

(Kinostart: 15.8.) Schlafende Tiere und erschöpfte Menschen auf Autopilot: Regisseurin Angela Schanelec beobachtet unkonventionell den Alltag einer Trauernden – mit eindrücklichen Bilder für Depression zwischen verzerrter Wahrnehmung, Apathie und Weltflucht.

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Michael Matthews

Five Fingers for Marseilles

(Kinostart: 27.6.) Für eine Handvoll Finger mehr: Fünf schwarze Südafrikaner wollen ihren Wohnort mit Gewalt von Schurken befreien – erst vor, dann nach dem Ende der Apartheid. Im Stil von Italo-Western inszeniert Regisseur Michael Matthews ein düsteres Epos.

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Sebastian Schipper

Roads

(Kinostart: 30.5.) Doppel-Flucht aus Marokko nach Calais: In seinem transkontinentalen Road Movie erzählt Regisseur Sebastian Schipper stimmig, wie eine unwahrscheinliche Freundschaft entsteht – ohne dabei Widrigkeiten der Realität zu beschönigen.

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Jean-Luc Godard

Bildbuch

(Kinostart: 4.4.) Radikalavantgarde trifft auf Twitter-Erzählstil: Der frühere Nouvelle-Vague-Mitbegründer Jean-Luc Godard bringt mit diesem Essayfilm seine Lebensthemen auf den Punkt und forscht nebenbei nach der Essenz von Bildern.

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Michael Moore

Fahrenheit 11/9

(Kinostart: 17.1.) Sollte die Linke ihre Anliegen populistischer vertreten? Der polemische Dokumentarfilmer Michael Moore sucht nach Gründen für den Wahlsieg des US-Präsidenten – und liefert neben Trump-Bashing und Hoffnungsschimmern ein paar anregende Einblicke.

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Elle Fanning

Mary Shelley

(Kinostart: 27.12.) Geburt eines Monsters: Mit „Frankenstein“ erfand Mary Shelley vor 200 Jahren die moderne Science-Fiction. Sie musste anonym publizieren, weil man das einer Frau nicht zutraute – daraus macht Regisseurin Haifaa Al Mansour ein süffiges Biopic.

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Greta Gerwig

Lady Bird

(Kinostart: 19.4.) Überall ist Amerika besser, wo wir nicht sind: Eine 17-Jährige sucht 2002 ihren Weg zwischen High School und College, erster Liebe und Irak-Krieg. Stimmiges Coming-of-Age-Porträt als Regiedebüt von Greta Gerwig, dem Poster Girl des Mumblecore.

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