Artikel von Philipp Rhensius (35)

Philipp Rhensius ist Autor, Soziologe und Musiker. Seine Interessen umkreisen Musik, die Politik des Alltags, Filme, Popkultur und Philosophie. Seine Texte erscheinen u.a. in: taz, F.A.Z., Spex, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, norient.com und diversen Sammelbänden. An Filmen interessiert ihn vor allem die Metanoia: die Verschiebung der Wahrnehmung, die Auflösung vermeintlicher Gewissheiten und die Veränderung des Verhältnisses zur Welt.

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Miguel Llansó

Jesus Shows You the Way to Highway

(VoD-Start: 18.2.21) Jagd auf das Böse in Stalin- und Batman-Gestalt: In seiner Science-Fiction-Groteske zitiert sich der spanische Regisseur Miguel Llansó munter durch die Popkultur – für einen stimmig überdrehten Mix aus Agententhriller und Dystopie.

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Salma Hayek + Owen Wilson

Bliss

(Amazon Prime Video-Start: 5.2.21) Normalität als Drogenhölle der Gewöhnlichkeit: Regisseur Mike Cahill mischt Realität und Simulation – bis der Zuschauer in seiner ambitionierten Science-Fiction-Utopie den roten Faden und den Blick für die Realität verliert.

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Martin Scorsese

Pretend It's a City

(Netflix-Start: 8.1.21) Smartphone-Zombies und wütende Homosexuelle: Regisseur Martin Scorsese lässt die intellektuelle Berufs-New-Yorkerin Fran Lebowitz so prägnant wie unterhaltsam die Welt der 1970er Jahre bis heute erklären – mit erstaunlichen Einsichten.

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Roy Andersson

Über die Unendlichkeit

(Kinostart: 17.9.) Mit Künstlichkeit die Normalität zerlegen: Regisseur Roy Andersson inszeniert scheinbar beiläufige Alltagsmomente und zeigt dabei die Verlorenheit des Einzelnen. So entsteht ein melancholisch-lakonisches Panorama der Entfremdung.

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Christian Petzold

Undine

(Kinostart: 2.7.) Gefühlsrausch unter Wasser: Mit ihrem neuen Geliebten lehnt sich Paula Beer als Wassergeist gegen einen fatalen Mythos auf. Regisseur Christian Petzold verwebt Legende und Gegenwart zur ergreifend schönen Geschichte einer unmöglichen Liebe.

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Nikolaj Coster-Waldau

Suicide Tourist

(Kinostart: 2.7.) Halbherzig in den Freitod: Regisseur Jonas Alexander Arnby beleuchtet in seinem emotional gleichförmigen Drama das Innenleben eines Selbstmörders und die Implikationen von aktiver Sterbehilfe – der Film wirkt etwas unentschlossen.

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Ken Loach

Sorry we missed you

(Kinostart: 30.1.) Rundfahrt durch die Welt der Scheinselbstständigen: Ein Paketzusteller steht derart unter Stress, dass er das Glück seiner Familie ruiniert. Regisseur Ken Loach, Altmeister des sozialen Realismus, inszeniert einen Horrorfilm über alltägliche Demütigungen.

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Lone Scherfig

The Kindness of Strangers

(Kinostart: 12.12.) Falsches Pathos killt Gefühle: Trotz guter Besetzung scheitert Regisseurin Lone Scherfig daran, eine Großstadtgeschichte voller Hoffnung authentisch in Szene zu setzen. Darin geht es um familiäre Gewalt und hilfsbereite Fremde.

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Leonie Loretta Scholl

Berlin 4 Lovers

(Kinostart: 24.10.) Dating-Stress und Einsamkeit: Die Regisseurin Leonie Scholl porträtiert junge Städter, deren Erfahrungen mit dem Internet-Verkupplungsportal Tinder durchaus widersprüchlich sind – das komplexe Psychogramm einer Generation.

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Franz Rogowski

Ich war zuhause, aber...

(Kinostart: 15.8.) Schlafende Tiere und erschöpfte Menschen auf Autopilot: Regisseurin Angela Schanelec beobachtet unkonventionell den Alltag einer Trauernden – mit eindrücklichen Bilder für Depression zwischen verzerrter Wahrnehmung, Apathie und Weltflucht.

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