Artikel von Anne-Katrin Müller (101)

Kommt aus Niedersachsen; war von der norddeutschen Tiefebene schnell gelangweilt. Umzug nach NRW, Ausbildung zur Fotografin in Köln und Iserlohn. Diverse Jobs, die mal mehr, mal weniger mit Foto und Film zu tun hatten, was ihre Begeisterung fürs Kino nicht minderte. Schreibt seit ca. zehn Jahren über bewegte Bilder für diverse Medien. Liebt Filme, die ihr die Augen für fremde Lebenswelten öffnen, ohne ihr Sand in dieselben zu streuen.

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Juliette Binoche

Zwischen den Zeilen

(Kinostart: 6.6.) Mehr Schwatzorgie als Seitensprünge: Regisseur Olivier Assayas will die erotische Doppelmoral unter Pariser Intellektuellen enthüllen. Doch sein Sittenbild gerät zur spannungsarmen Zeitdiagnostik – seine Figuren interessiert mehr ihre Jobs als die Liebe.

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Berlin

Leiter, Lynch, Newton: Nudes

Kleine Kulturgeschichte der Nachkriegs-Aktfotografie: Das Museum für Fotografie zeigt ganz unterschiedliche Bilder dreier Fotografen – vom zeitlos erotischen Schwarzweiß der 40er bis 60er über Fetisch-Fantasien der 70er und 80er bis zu aseptischen Digital-Blow-Ups.

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Die Toten Hosen

Weil du nur einmal lebst

(Kinostart: 28.3.) Feelgood-Film für Funpunk-Veteranen: Die Toten Hosen sind Deutschlands unpeinlichste Pop-Weltstars; sie gelten als integer und engagiert. Diese Tournee-Doku kratzt nicht am Lack – sie präsentiert ein gut geführtes Unterhaltungs-Unternehmen.

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Marine Francen

Das Mädchen, das lesen konnte

(Kinostart: 10.1.) Der Titel ist weniger banal, als es scheint: Mit Lektüre angelt sich Violette ihren Mann. Als einzige im Dorf, dessen Frauen allein für sich sorgen – aus einer Episode von 1852 macht Regisseurin Marine Francen einen stimmungsvoll sinnlichen Historienfilm.

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Vincent Lindon

Die Erscheinung (L'Apparition)

(Kinostart: 13.12.) Reine Glaubenssache: Für den Vatikan untersucht ein Journalist Marien-Erscheinungen und entdeckt ihm fremde Seelenlagen. Regisseur Xavier Giannoli hält seine Reflexion über religiöses Bewusstsein kunstvoll in der Schwebe – ein kleines Wunder.

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Daniel Auteuil

Die brillante Mademoiselle Neïla

(Kinostart: 14.6.) Vom Underdog zum Überflieger: Eine Migranten-Studentin wird von einem elitären Professor zum Rhetorik-Ass ausgebildet. Seine Dramödie inszeniert Regisseur Yvan Atall ohne politisch korrekte Klischees, aber voller feinsinnigem Esprit.

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Daniel Brühl

7 Tage in Entebbe

(Kinostart: 3.5.) Bomben ins Bewusstsein werfen: Das Terroristen-Geiseldrama 1976 war die spektakulärste Flugzeugentführung der Epoche. Regisseur José Padilha zeigt sie virtuos multiperspektivisch – und erklärt, warum Benjamin Netanjahu heute Israel regiert.

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George Ovashvili

Vor dem Frühling

(Kinostart: 29.3.) Requiem für einen Westentaschen-Tyrannen: Georgiens erster Präsident Swiad Gamsachurdia verspielte als dilettantischer Diktator die Macht. Seinem Ende widmet Regisseur Ovashvili ein bizarres Biopic – in schöner Kaukasus-Kulisse.

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Matt Damon

Downsizing

(Kinostart: 18.1.) Groß gedacht, klein gemacht: Regisseur Alexander Payne spielt die Folgen freiwilliger Miniatisierung durch. Eine Stunde lang als amüsantes und lehrreiches Gedankenspiel – dann mutiert die Tragikomödie zum haarsträubenden Öko-Märchen.

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Niels Arden Oplev

Flatliners

(Kinostart: 30.11.) Auf der anderen Seite warten Alpträume: Medizin-Studenten, die sich Nahtod-Erfahrungen aussetzen, werden von Horror und Schuldgefühlen gequält. In seinem Remake eines Thrillers von 1990 fällt Regisseur Niels Arden Oplev wenig Neues ein.

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