Artikel von Anne-Katrin Müller (98)

Kommt aus Niedersachsen; war von der norddeutschen Tiefebene schnell gelangweilt. Umzug nach NRW, Ausbildung zur Fotografin in Köln und Iserlohn. Diverse Jobs, die mal mehr, mal weniger mit Foto und Film zu tun hatten, was ihre Begeisterung fürs Kino nicht minderte. Schreibt seit ca. zehn Jahren über bewegte Bilder für diverse Medien. Liebt Filme, die ihr die Augen für fremde Lebenswelten öffnen, ohne ihr Sand in dieselben zu streuen.

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Michael Fassbender

Das Gesetz der Familie

(Kinostart: 3.8.) Es gibt kein richtiges Leben im nomadischen: Regisseur Adam Smith siedelt einen Vater-Sohn-Konflikt im Milieu von Outlaws in Wohnwagen an. Wovon er wenig versteht: Kultivierte Top-Darsteller wirken als Prekariat kaum glaubwürdig.

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Pierre Richard

Monsieur Pierre geht online

(Kinostart: 22.6.) Womanizer werden leicht gemacht: Mit Flirts auf Dating-Portalen erlebt ein Witwer seinen dritten Frühling. Regisseur Stéphane Robelin macht daraus eine konventionelle Dreiecks-Komödie; der Frustfaktor von Internet-Kontakten bleibt außen vor.

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Helmut Krausser

Einsamkeit und Sex und Mitleid

(Kinostart: 4.5.) Kraftmeierei an der Bettkante: Autor Helmut Krausser mokiert sich wortreich über bundesdeutsches Liebeselend. Das verfilmt Regisseur Lars Montag als kunstvoll geflochtenen, aber hämischen Episoden-Reigen – eine sterile Bastelarbeit.

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Mahmoud Sabbagh

Barakah meets Barakah

(Kinostart: 9.3.) Romeo und Julia in Saudi-Arabien: Dass die Liebenden zueinander kommen, verhindern keine verfeindeten Familien, sondern die Religionspolizei. Die feinsinnige Sittenkomödie von Regisseur Mahmoud Sabbagh blickt in eine absurd abgeschottete Welt.

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Ben Affleck

Live by Night

(Kinostart: 2.2.) Ein Gangster als Gutmensch: In seiner dritten Regie-Arbeit malt Ben Affleck die Prohibitions-Ära der 1920er Jahre als opulent inszeniertes Epos aus. Darin beeindruckt er als moralisch anspruchsvoller Mafioso – bei leider verkitschtem Schluss.

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Park Chan-wook

Die Taschendiebin – The Handmaiden

(Kinostart: 5.1.) Vor aller Augen verborgen: Aus einer lesbischen Liebesaffäre im Korea der 1930er Jahre macht Regisseur Park Chan-wook einen so sinnlichen wie eleganten Erotik-Thriller. Betörend schöne Bilder trösten über die arg konstruierte Intrige hinweg.

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Lambert Wilson + Audrey Tautou

Jacques - Entdecker der Ozeane

(Kinostart: 8.12.) Wiedersehen mit dem Herrn der Fische: Den Meeresforscher und TV-Star Jacques Cousteau porträtiert Regisseur Jérôme Salle halbherzig als egozentrischen Patriarchen – er kratzt am Lack seines Denkmals, bringt es aber nicht ins Wanken.

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Geoffrey Rush

Die Wildente

(Kinostart: 27.10.) Freundesmund tut Wahrheit kund: Mit Enthüllungen zerreißt ein Rückkehrer das fragile soziale Gleichgewicht. In seiner beeindruckend schnörkellosen Neufassung des Ibsen-Dramas legt Regisseur Simon Stone ein zeitloses Psychogramm frei.

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Miloslav Šmídmajer

Miloš Forman

(Kinostart: 6.10.) Der tschechisch-amerikanische Regisseur hat legendäre Welterfolge und spektakuläre Flops gedreht. Seine windungsreiche Laufbahn zeichnet dieses Doku-Porträt anschaulich nach – mit Forman selbst als glänzend aufgelegtem Erzähler.

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Ayse Kalmaz + Marcel Kolvenbach

Dügün – Hochzeit auf Türkisch

(Kinostart: 8.9.) Nur die Liebe zählt: In Duisburg-Marxloh sind etliche Brautmoden-Geschäfte auf deutsch-türkische Heiratsfeiern spezialisiert. Diesen Mikrokosmos dokumentieren Ayse Kalmaz und Marcel Kolvenbach als sentimentalen Bildersalat.

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