Artikel von Hannah Osterkorn (77)

Kindheit und Jugend in Haifa/ Israel und Würzburg. Studierte Kunstwissenschaft an der Kunsthochschule Kassel; Abschluss 2001 mit einem Vergleich der Konzepte von documenta und Biennale di Venezia. War 2002 bis 2012 in verschiedenen Funktionen für die documenta Veranstaltungs-GmbH tätig; berichtet für diverse Medien über Kultur-Themen. Schreibt seit 2012 für Kunst+Film; am liebsten – aber nicht nur – über zeitgenössische Kunst.

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München

Französische Salonkunst 1840 - 1910

Wider das Klischee vom hohlen Pathos: Die Hypo-Kunsthalle führt vor, wie vielgestaltig die Werke waren, die im Paris des 19. Jahrhunderts die Massen anzogen – von Pin-up-Girls bis zu Porträts von Landleuten und Streikenden. Eine längst überfällige Rehabilitierung.

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Schwerin

Die Menagerie der Medusa

Im Kleintierzoo der Kunstgeschichte: Der Niederländer Otto Marseus van Schrieck erfand um 1650 das Waldboden-Stillleben mit allem, was da kreucht und fleucht. Dem malenden Naturkunde-Virtuosen widmet das Staatliche Museum eine prächtig schillernde Werkschau.

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Berlin

Roberto Burle Marx: Tropen-Moderne

Ein Renaissancemensch im 20. Jahrhundert: Der Brasilianer Roberto Burle Marx ließ Ideen von Bildern, Skulpturen und Musik in seine epochale Garten- und Landschaftsgestaltung einfließen. Sein Lebenswerk stellt die Deutsche Bank KunstHalle vor – leider recht karg.

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documenta 14

Neue Neue Galerie + Nordstadt

Kassels halbleere Hauptpost bietet eindrucksvolle Ausstellungsflächen: für monumentale Agitprop, Agro-Protestkunst aus Rentier-Schädeln und eine Armee schöner Frauen für Jugo-Berufsmode. Die Nordstadt lockt mit Esoterik-Angeboten für jeden Geschmack.

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documenta 14

Neue Galerie

Agitprop für Anfänger und ausufernde Materialschlacht: In der Neuen Galerie reizen die documenta-Macher ihre Narrenfreiheit voll aus – für ein Sammelsurium aus Alt und Neu von kindischen Transgender-Zoten bis zum Hochamt der Holocaust-Industrie.

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documenta 14

documenta-Halle

Postfeministisch korrekte Porno-Zombies: In der documenta-Halle frönt Leiter Szymcyk seinem Spleen für Exotisches und Abseitiges aller Art. Der Weg durch diese musikalisch-ethnologische Kuriositäten-Kiste führt schnurstracks in die Vergangenheit.

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documenta 14

Fridericianum

Da die erste Teil-documenta das Gegenwartskunst-Museum von Athen füllt, wird dessen Kollektion in Kassel gezeigt: als beliebig wirkende Ansammlung zweit- bis drittklassiger griechischer Werke, aus der nur wenige gelungene Beiträge hervorstechen.

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Leverkusen + Wolfsburg

Hans Op de Beeck

So schön kann Farbenblindheit sein: Der belgische Künstler schafft naturgetreue Skulpturen – nur in Grautönen. Wie wohltuend sein schwarzweißer Bilder-Kosmos auf eine überreizte Gesellschaft wirkt, zeigen Museum Morsbroich und Kunstmuseum Wolfsburg.

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Berlin

Hieronymus Bosch und seine Bildwelt

Spätes Ständchen: Zum 500. Todestag widmet die Gemäldegalerie dem Maler der Monster eine Studio-Ausstellung. Kopien seiner Original-Triptychen sind erst-, Bilder seiner Nachfolger eher zweitklassig – und echte Bosch-Zeichnungen nur kurz zu sehen.

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Schweinfurt

Lockruf der Décadence

Wein, Weib und dekadentes Treiben: Motivisch schöpften viele Maler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Vollen. Ihre Schauwerte adelt das Museum Georg Schäfer zur eigenen Strömung – und verzichtet nonchalant auf eine Begründung seiner These.

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