Artikel von Renée-Maria Richter (107)

Geboren 1972 in Rheinland-Pfalz; nach dem Abitur Umzug nach Berlin. Studium der Germanistik, Komparatistik und Psychologie an der FU Berlin, danach Kamerafrau an der Hochschule für Film und Fernsehen (heute: Filmuniversität) Babelsberg. Mitarbeit bei diversen Film- und TV-Produktionen; schreibt seit 1998 regelmäßig über Kino. Mag Filme, die in keine Schublade passen – oder, noch besser, deren Grenzen sprengen.

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Alexander Fehling

Drei Zinnen

(Kinostart: 21.12.) Absturz im Hochgebirge: Nach der brillanten Survival-Saga „Der Fluss war einst ein Mensch“ gehen Alexander Fehling und sein Regisseur Jan Zabeil baden – ihr Patchwork-Familiendrama in den Dolomiten plätschert überkonstruiert vor sich hin.

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Kathryn Bigelow

Detroit

(Kinostart: 23.11.) Zeitgeschichte aus der Ameisenperspektive: Action-Regisseurin Kathryn Bigelow verkürzt die Rassenunruhen in Detroit 1967 auf eine Episode des Schreckens im Stundenhotel – Realitäts-Rekonstruktion als folgenloser Horrorfilm.

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Vincent Cassel

Gauguin

(Kinostart: 2.11.) Mit erträumten Südsee-Idyllen wurde Paul Gauguin zum Superstar der modernen Malerei. In seinem Biopic beschränkt sich Regisseur Édouard Deluc auf seine erste Tahiti-Reise: als tragisch tropischen Western fast ohne Kunst-Kontext.

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John Trengove

Die Wunde

(Kinostart: 14.9.) Mit einer Handkamera zwei Tabus knacken: Der südafrikanische Regisseur John Trengove beobachtet geheime Initiations-Rituale der Xhosa – und zugleich allgegenwärtige Homophobie. Ein sehr hellsichtiger und facettenreicher Enthüllungsfilm.

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Vincent Lindon

Auguste Rodin

(Kinostart: 31.8.) Mit Rodin begann die moderne Bildhauerei. Zum 100. Todestag porträtiert ihn Regisseur Jacques Doillon in einem subtilen Kammerspiel – fein austariert zwischen Atelier-Praxis, Amour Fou zu Camille Claudel und künstlerischen Obsessionen.

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João Pedro Rodrigues

Der Ornithologe

(Kinostart: 13.7.) Grüne Hölle Nordportugal: Ein Forscher erleidet im Naturpark Schiffbruch – auf seiner Odyssee verwandelt er sich in Antonius von Padua. Das schräge Heiligen-Biopic erzählt Regisseur Rodrigues als schwule Fabel in herrlicher Landschaft.

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Jasna Fritzi Bauer

Axolotl Overkill

(Kinostart: 29.6.) Wohlstands-Verwahrlosung deluxe: Jungautorin Helene Hegemann verfilmt ihren Skandal-Bestseller von 2010 selbst – als beliebigen Bildersalat voller Kaputtniks, der nur vom grenzenlosen Narzissmus seiner Macherin zusammengehalten wird.

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Terrence Malick

Song to Song

(Kinostart: 25.5.) Sex, Drugs, but no Spirit of Rock ’n‘ Roll: Regie-Einzelgänger Terrence Malick kommt an die Grenzen seiner Stilmittel – großes Star-Aufgebot, rastlos schweifende Kamera und innere Monologe können Liebeshändel unter Musikern kaum darstellen.

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Matthew McConaughey

Gold

(Kinostart: 13.4.) Die alte Fabel von Aufstieg und Fall: Zwei Glücksritter werden mit vermeintlichem Gold aus Indonesien steinreich – bis die Blase platzt. Matthew McConaughey spielt seinen Hochstapler phänomenal, doch Regisseur Stephen Gaghan inszeniert konventionell.

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Pablo Larraín

Neruda

(Kinostart: 23.2.) Als das Dichten noch geholfen hat: Den chilenischen Nationalpoeten Pablo Neruda porträtiert Regisseur Pablo Larraín als charismatischen Lebemann auf der Flucht vor der Geheimpolizei – ein grandioses Panorama romantischer Politik.

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