Artikel von Bela Akunin (137)

Geboren 1972 in Woronesch/ Südwestrussland. Umsiedlung in die Bundesrepublik 1990. Studium der Politologie, Ethnologie und Kulturgeschichte Osteuropas in Bremen und Heidelberg. 1999 bis 2002 Weltreise durch vier Kontinente; Reportagen für Reisemagazine. Seither Beiträge für diverse Zeitschriften, Radiosender und Online-Kulturportale. Interessen: Alles in Wort, Schrift und Bild, was über den mitteleuropäischen Tellerrand hinausreicht.

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München

Friedrich Wilhelm Murnau – Hommage

Eine Symphonie des Grauens: Mit „Nosferatu“, „Sunrise“ und „Tabu“ schuf Murnau in den 1920er Jahren Meilensteine der Filmgeschichte. An sein Gesamtwerk erinnert eine Ausstellung im Lenbachhaus – und begräbt es unter beliebigem Bildersalat.

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Davy Chou

Diamond Island

(Kinostart: 19.1.) Lockruf der globalen Konsumkultur: Auf einer Insel in Kambodscha schuften junge Tagelöhner für ersehnten Wohlstand. Regisseur Davy Chou blendet in seinem Generationen-Porträt Lokales weitgehend aus – zugunsten von iPhones und Youtube.

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Jennifer Lawrence

Passengers

(Kinostart: 5.1.) Robinsonade im Luxus-Raumschiff: Chris Pratt und Jennifer Lawrence leben wie Adam und Eva im Hightech-Paradies. Bis ein Asteroid die subtile Verhaltens-Studie von Regisseur Morten Tyldum mit bombastischem Spezialeffekte-Getöse pulverisiert.

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Bonn + Leipzig

Inszeniert– Geschichte im Spielfilm

Filmbilder formen Geschichtsbilder: Wie Kino und TV historisches Bewusstsein prägen, zeichnet eine opulente Ausstellung im Haus der Geschichte nach. Allerdings beschränkt auf spektakuläre Umbrüche – das Lebensgefühl ganzer Jahrzehnte wird ignoriert.

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Benjamin Ree

Magnus – der Mozart des Schachs

(Kinostart: 10.11.) Wunderkind aus Norwegen: Magnus Carlsen ist der zweitjüngste Schach-Weltmeister aller Zeiten – was sein Ausnahme-Talent ausmacht, kann Regisseur Benjamin Ree nicht ansatzweise klären. Seine Doku ist so fade wie ein zähes Remis.

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Pierre Bismuth

Where is Rocky II ?

(Kinostart: 20.10.) Stecknadel im Sandhaufen: Regisseur Pierre Bismuth lässt nach einem Kunstharz-Felsen suchen, den ein Pop-Art-Künstler vor 37 Jahren in der Wüste ablud – als vertracktes Vexierspiel im Niemandsland zwischen Realität und Illusion.

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Mohamed Ben Attia

Hedis Hochzeit

(Kinostart: 22.9.) Mama kümmert sich drum: Ein junger Tunesier wird von seiner Mutter gegängelt und in eine Ehe gedrängt. Er macht alles mit – bis er eine Animateurin trifft. Regisseur Mohamed Ben Attia zeigt eine Kultur im Würgegriff des Patriarchalismus.

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München

World of Malls: Konsum-Architektur

Shop til you drop: Einkaufszentren sind die Kathedralen der Konsum- Gesellschaft. Ihre Geschichte zeichnet die Pinakothek der Moderne originell mit gelungenen und gescheiterten Beispielen nach – ignoriert aber die wahren Ursachen für ihren weltweiten Erfolg.

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Icíar Bollaín

El Olivo – Der Olivenbaum

(Kinostart: 25.8.) Einen alten Baum verpflanzt man nicht: Papa hat ihn in die Fremde verkauft, seine Tochter will ihn zurückholen. In ihrem Feelgood Road Movie überstrapaziert Regisseurin Icíar Bollaín das Gewächs als Symbol für Spaniens Ausverkauf und Niedergang.

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Miguel Gomes

1001 Nacht – Teil 1: Der Ruhelose

(Kinostart: 28.7.) Portugal als orientalischer Bilderbogen: Regisseur Miguel Gomes überträgt den Aufbau der arabischen Erzählungs-Sammlung auf sein Heimatland in der Dauerkrise – als burlesken Episoden-Reigen, der alle geläufigen Grenzen sprengt.

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