Marius Holst

Congo Murder

(Kinostart: 6.2.) Im Herzen der Finsternis inhaftiert: Zwei norwegische Söldner wurden 2009 im Kongo Opfer einer Polit-Intrige. Ihr Schicksal verfilmt Regisseur Marius Holst als Knast-Kammerspiel – vom Schauplatz Afrika sieht man außer Gefängnissen nicht viel.

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Michael Matthews

Five Fingers for Marseilles

(Kinostart: 27.6.) Für eine Handvoll Finger mehr: Fünf schwarze Südafrikaner wollen ihren Wohnort mit Gewalt von Schurken befreien – erst vor, dann nach dem Ende der Apartheid. Im Stil von Italo-Western inszeniert Regisseur Michael Matthews ein düsteres Epos.

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Raúl de la Fuente + Damian Nenow

Another Day of Life

(Kinostart: 4.4.) Leichenfledderei in Luanda: Der brillante Reporter Ryszard Kapuściński beobachtete 1975, wie Angolas Bürgerkrieg begann. Aus seinem Bericht macht ein Regie-Duo einen animierten Action-Reißer – als skrupellos manipulierten Agitprop-Politporno.

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Wanuri Kahiu

Rafiki

(Kinostart: 31.1.) Verbotene Liebe in Kenia: Regisseurin Wanuri Kahiu erzählt von den zarten Gefühlen zweier junger Frauen füreinander. Ihr lebens- und farbenfroher Film taucht in den hierzulande kaum bekannten Alltag der neuen afrikanischen Mittelklasse ein.

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Shirin Neshat

Auf der Suche nach Oum Kulthum

(Kinostart: 7.6.) Maria Callas des Orients: Oum Kulthum gilt als größter Star der arabischen Welt; ihr Gesangsstil war absolut einzigartig. Der Diva widmet die iranische Künstlerin Shirin Neshat einen Film, der ihre Stimme feiert, aber den Mythos nicht recht fassen kann.

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Milo Rau

Das Kongo Tribunal

(Kinostart: 16.11.) Blutige Smartphones: Für ihre Produktion ist Coltan nötig – um dessen Fundstätten im Ost-Kongo wird seit 20 Jahren gekämpft. Dortige Massaker und Anomie beleuchtet Regisseur Milo Rau anschaulich mit einer Tribunal-Inszenierung vor Ort.

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Mohamed Diab

Clash

(Kinostart: 19.10.) Revolution im Transportraum: Nach dem Militärputsch in Ägypten lässt Regisseur Mohamed Diab Anhänger und Gegner des Regimes in einem Polizeibus aufeinander treffen – scharfsinnige Mikro-Analyse einer zerrissenen Gesellschaft.

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Alain Gomis

Félicité

(Kinostart: 5.10.) Gesichter einer Zwölf-Millionen-Metropole: Das Porträt einer Sängerin in Kinshasa, die ihren kranken Sohn retten will, erweitert Regisseur Alain Gomis zum Panorama afrikanischer Lebenswirklichkeit – prämiert mit dem Silbernen Bären 2017.

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John Trengove

Die Wunde

(Kinostart: 14.9.) Mit einer Handkamera zwei Tabus knacken: Der südafrikanische Regisseur John Trengove beobachtet geheime Initiations-Rituale der Xhosa – und zugleich allgegenwärtige Homophobie. Ein sehr hellsichtiger und facettenreicher Enthüllungsfilm.

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Tamer El Said

In den letzten Tagen der Stadt

(Kinostart: 7.9.) Kairo vor der Arabellion: Regisseur Tamer El Said porträtiert einen Filmemacher, den so viele Sorgen wie ganz Ägypten plagen – halb als mäandernde Nabelschau, halb als facettenreiches Momentaufnahmen-Puzzle der 20-Millionen-Metropole.

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Jonathan Littell

Wrong Elements

(Kinostart: 27.4.) Der Wohlgesinnte: Bestseller-Autor Jonathan Littell lässt junge Ugander berichten, wie sie früher als Kindersoldaten oder Sex-Sklavinnen lebten. Ohne den politischen und sozialen Kontext zu erklären – kaum unterscheidbar von Elends-Pornographie.

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Lutz Gregor

Mali Blues

(Kinostart 29.9.) Bildgewaltige Meditation über die „Krise“ des Blues in Mali. In seinem Dokumentarfilm zeichnet Regisseur Lutz Gregor das Bild eines Landes, dessen Musikkultur die immer einflussreicher werdenden Islamisten nur wenig anhaben können.

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Mohamed Ben Attia

Hedis Hochzeit

(Kinostart: 22.9.) Mama kümmert sich drum: Ein junger Tunesier wird von seiner Mutter gegängelt und in eine Ehe gedrängt. Er macht alles mit – bis er eine Animateurin trifft. Regisseur Mohamed Ben Attia zeigt eine Kultur im Würgegriff des Patriarchalismus.

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Nabil Ayouch

Much Loved

(Kinostart: 14.4.) Prostitution ist im muslimischen Maghreb ein Tabu – der marokkanische Regisseur Nabil Ayouch will es brechen. Dabei schlingert sein Porträt dreier Edel-Nutten in Marrakesch zwischen Schlüsselloch-Reportage und arabischer Soap Opera.

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Michael Bay

13 Hours:Secret Soldiers of Bengasi

(Kinostart: 3.3.) Helden des Rückzugs: Den Überfall von Islamisten-Milizen auf das US-Generalkonsulat im libyschen Bengasi 2012 zeigt Regisseur Michael Bay aus der Sicht desillusionierter CIA-Söldner – sein feuersprühendes Dokudrama bebildert die Obama-Doktrin.

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Yared Zeleke

Ephraim und das Lamm

(Kinostart: 26.11.) Kleiner Hiob auf dem Dach Afrikas: Der neunjährige Ephraim verliert alles, woran sein Herz hängt. Seine Verlusterfahrungs- Fabel entfaltet der äthiopische Regisseur Yared Zeleke als facettenreichen Bilderbogen vor atemberaubender Kulisse.

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Mark Dornford-May

Lilien im Winter – La Bohème am Kap

(Kinostart: 27.8.) Ergreifende Liebestragik in den Townships von Kapstadt: „U-Carmen“-Regisseur Mark Dornford-May verlegt einen weiteren Opern-Klassiker ins heutige Südafrika. Allerdings gebietet diesmal Puccinis Libretto eher statische Innerlichkeit.

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Viggo Mortensen

Den Menschen so fern

(Kinostart: 9.7.) Gefangenen-Dilemma in Algerien: Ein Franzose soll einen Araber an die Justiz ausliefern, um ihn vor Blutrache zu retten. Die Erzählung von Albert Camus verfilmt Regisseur David Oelhoffen als Western im Orient-Gewand – ein fesselnder Mix.

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Jan-Willem van Ewijk

Atlantic.

(Kinostart: 25.6.) Der junge Wellenreiter und das Meer: Einen marokkanischen Surfer begleitet Regisseur van Ewijk über den Ozean nach Europa. Den Blick auf gegenwärtige Massenflucht verweigert der Film; seine Innenschau erscheint als Luxusproblem.

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Peter Krüger

N – Der Wahn der Vernunft

(Kinostart: 26.3.) Falsches Bewusstsein, erlesen bebildert: Das Leben eines Amateur-Enzyklopädisten im kolonialen Afrika nutzt Regisseur Krüger als Aufhänger für raunendes Räsonnieren über den Culture Clash von Rationalität und magischem Denken.

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Zeresenay Berhane Mehari

Das Mädchen Hirut

(Kinostart: 12.3.) Brautwerbung in Äthiopien: Eine 14-Jährige wird entführt, vergewaltigt – und erschießt ihren Peiniger. Aus der wahren Geschichte macht Regisseur Mehari ein fesselndes Justizdrama voller Einblicke in heutiges Leben am Horn von Afrika.

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Abderrahmane Sissako

Timbuktu

(Kinostart: 11.12.) Leben im Dschihad-Faschismus: Der mauretanische Regisseur Sissako schildert den Alltag in der Sahara-Stadt, die 2012 von Islamisten-Milizen beherrscht wurde – als unaufgeregte Studie über die Zerschlagung aller zivilen Ordnung.

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Noaz Deshe

White Shadow

(Kinostart: 6.11.) Helle Hautfarbe als Todesurteil: In Ostafrika werden Albinos manchmal aus Aberglauben massakriert. Diese abscheulichen Praktiken zeigt Regisseur Noaz Deshe aus Betroffenen-Perspektive – anschaulich, authentisch und qualvoll.

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Göran Hugo Olsson

Concerning Violence

(Kinostart: 18.9.) Zeitreise zur Revolutionsromantik der 70er Jahre: „Black Power Mixtape“-Regisseur Olsson gräbt alte TV-Bilder über Guerillas in Afrika aus und lässt Manifeste vorlesen − eine Doku für Nostalgiker des antikolonialen Befreiungskampfs.

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Michael Obert

Song from the Forest

(Kinostart: 11.9.) Traurige Tropen: Ein New Yorker lebt seit 30 Jahren im Dschungel mit Pygmäen und nimmt ihre einzigartigen Gesänge auf. Diese faszinierende Kultur interessiert Regisseur Obert kaum; er porträtiert den Aussteiger als Gescheiterten.

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