Christian Schwochow

Paula

(Kinostart: 15.12) Wider die Männer, wider den Mainstream: In Christian Schwochows Film stellt sich die Malerin Paula Modersohn-Becker gegen den konservativen Machismo der Jahrhundertwende – einfühlsames Biopic über eine Künstlerin, die ihrer Zeit voraus war.

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14.12.2016

Omer Fast

Continuity

(Kinostart: 17.11.) Bring the Boy Back Home: Die Heimkehr eines Sohnes als Soldat aus Afghanistan inszeniert Video-Künstler Omer Fast als rätselhaftes Rollenspiel, das produktive Verwirrung auslösen soll. Folgerichtig ist hier nichts – zumindest nicht auf den ersten Blick.

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14.11.2016

Frederick Lau + Moritz Bleibtreu

Das kalte Herz

(Kinostart: 20.10.) Friede den Köhler-Hütten, Krieg den Kaufleute-Palästen: Das Märchen von Wilhelm Hauff verfilmt Regisseur Johannes Naber als zeitlose Parabel über Ausbeutung und Profitstreben – in einem mythischen Schwarzwald voll visueller Poesie.

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18.10.2016

Samuel Finzi + Oliver Korittke

Affenkönig

(Kinostart: 13.10.) Krawall-Komödie mit Spaß-Imperativ: Eine Wiedersehens-Feier alter Jugendfreunde nach 20 Jahren inszeniert „Schwarze Schafe“-Regisseur Oliver Rihs als derben Unterleibs-Schwank – und ignoriert die Tragik im Komischen.

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11.10.2016

Anne Zohra Berrached

Ich habe selbst abgetrieben

In „24 Wochen“ muss sich Julia Jentsch zwischen Spätabtreibung und Kind mit Behinderung entscheiden. Ihr Film solle Schuldgefühle bei Frauen mindern, die in ähnlicher Lage selbst abgetrieben haben, erklärt Regisseurin Zohra Berrached im Interview.

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20.09.2016
Julia Jentsch

24 Wochen

(Kinostart: 22.9.) Bewegendes Drama über die Folgen der Pränatal-Diagnostik – Jungregisseurin Anne Zohra Berrached stellt brisante Fragen: Dürfen Eltern über Leben und Tod entscheiden? Sind behinderte Kinder weniger wert als gesunde?

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Fatih Akin

Tschick

(Kinostart: 15.9.) Wie gut Scheiße bauen tut: Wolfgang Herrndorfs Bestseller verfilmt Regisseur Fatih Akin kongenial als anarchisches Road Movie im sommerlichen Brandenburg – ein Jugendroman als Anleitung zum Ausbruch aus dem normierten Dasein.

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14.09.2016

Bernd Michael Lade

Das Geständnis

(Kinostart: 15.9.) Die ganze DDR in einer Amtsstube: Bernd Michael Lade, bekannt als TV-Polizist, bringt die Endphase der ostdeutschen Republik als Krimi-Kammerspiel auf die Leinwand – Verbrechen, Personal und Phrasendrescherei wirken absolut authentisch.

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Ayse Kalmaz + Marcel Kolvenbach

Dügün – Hochzeit auf Türkisch

(Kinostart: 8.9.) Nur die Liebe zählt: In Duisburg-Marxloh sind etliche Brautmoden-Geschäfte auf deutsch-türkische Heiratsfeiern spezialisiert. Diesen Mikrokosmos dokumentieren Ayse Kalmaz und Marcel Kolvenbach als sentimentalen Bildersalat.

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06.09.2016

Sandra Hüller

Toni Erdmann

(Kinostart: 14.7.) Ein Hofnarr darf alles: Als schräge Type bricht ein Vater ins Leben seiner Business-Tochter ein – und so das verständnislose Schweigen zwischen ihnen auf. Die skurrile Familien-Dramödie von Regisseurin Maren Ade bekam in Cannes viel Beifall.

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13.07.2016

Alexander Scheer

Lou Andreas-Salomé

(Kinostart: 30.6.) Femme fatale im Fin de siècle: Aus ihrem bewegten Leben macht Regisseurin Cordula Kablitz-Post öden Bildungsbürger-Kitsch mit papiernen Dialogen. Die emanzipierte Muse von Nietzsche, Rilke und Freud hat ein besseres Biopic verdient.

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29.06.2016

Maria Schrader

Vor der Morgenröte – Stefan Zweig

(Kinostart: 2.6.) Letzte Station Petrópolis: Star-Literat Stefan Zweig nahm sich 1942 in Brasilien das Leben. Regisseurin Maria Schrader rekonstruiert behutsam seine Depressionen im Exil; Josef Hader beeindruckt als Autor, dem seine Welt abhanden kommt.

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01.06.2016

Ulrike Ottinger

Chamissos Schatten – Teil 4

(Kinostart: 26.5.) Im letzten und besten Teil ihrer zwölfstündigen Polarmeer-Saga besucht Regisseurin Ottinger das Grab von Vitus Bering auf der nach ihm benannten Insel und bereist Kamtschatka – dort traut sie sich leider kaum an die 29 aktiven Vulkane heran.

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23.05.2016

Stefan Eberlein + Manuel Fenn

Parchim International

(Kinostart: 19.5.) Viel Fluglärm um nichts: Ein Investor aus China will einen ostdeutschen Ex-Militärflughafen ausbauen, kommt aber kaum voran. Wie die Filmemacher Eberlein und Fenn: Ihre Langzeit-Dokumentation legt eine ausfransende Bruchlandung hin.

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17.05.2016

Omer Fast

Genug Geld für Koks + Stripperinnen

Vergangenheit ist, was wir dafür halten; ihre vollständige Rekonstruktion bleibt unmöglich. Dennoch unterwirft der Kunst-Filmer Omer Fast seinen Protagonisten in „Remainder“ einer aufwändigen Amnesie-Eigentherapie – um Tabus sichtbar zu machen, betont er.

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11.05.2016
Omer Fast

Remainder

(Kinostart: 12.5.) Verwirrspiel ohne Grenzen: Ein Amnesie-Opfer versucht, seine Vergangenheit originalgetreu zu re-inszenieren. Atemberaubend raffinierter Identitäts-Psychothriller von Videokünstler Omer Fast – er schlingt ein verführerisches Möbiusband.

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Cem Kaya

Remake, Remix, Rip-Off: Türkei-Kino

(Kinostart: 5.5.) Tollywood in Istanbul: Mit bescheidenen Mitteln und halsbrecherischen Wildwest-Methoden produzierte das türkische Yeşilçam-Kino 40 Jahre lang massenhaft B-Movies. Cem Kayas grandiose Doku beschwört eine vergessene Filmindustrie herauf.

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03.05.2016

Tom Hanks

Ein Hologramm für den König

(Kinostart: 28.4.) Lost in Translation, zweiter Teil: Statt in Tokio verliert Tom Hanks nun in einer saudischen Glitzerstadt jede Orientierung. Schön sarkastisches Globalisierungs-Sittengemälde von Regisseur Tom Tykwer – mit leider verkitschtem Schluss.

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28.04.2016

Lutz Dammbeck

Overgames

(Kinostart: 21.4.) The Show must go on: Essay-Filmer Lutz Dammbeck geht der Vermutung nach, dass die Konzepte für deutsche TV-Gameshows aus der US-Psychiatrie stammen – zur Umerziehung von Ex-Nazis. Klingt abseitig, wartet aber mit faszinierenden Details auf.

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19.04.2016

Heino Ferch

Fritz Lang

(Kinostart: 14.4.) Regie-Genie sucht Tonfilm-Stoff: Sein Dokudrama über die Entstehung des Klassikers „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ setzt Gordian Maugg aus Archiv-Material und Spielszenen zusammen. Dieses Puzzle verstört mehr als der Serienkiller.

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12.04.2016

Blixa Bargeld

Anhedonia – Narzissmus als Narkose

(Kinostart: 31.3.) Tristesse Grill Royal: 17 Jahre nach dem Popliteraten-Weltekel-Manifest macht Regisseur Patrick Siegfried Zimmer abermals der Spaßgesellschaft den Prozess – mit illustren Gästen und einer Film gewordenen Kneipen-Idee auf Erstsemester-Niveau.

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29.03.2016

Volker Schaner

Lee Scratch Perry's Paradies-Vision

(Kinostart: 24.3.) Ein Schamane als Klang-Genie: Der Jamaikaner Lee „Scratch“ Perry hat ein halbes Jahrhundert lang die Popmusik beeinflusst wie kaum ein anderer. Regisseur Volker Schaner entschlüsselt den Code eines lebenden Gesamtkunstwerks.

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23.03.2016

Sobo Swobodnik

Sexarbeiterin

(Kinostart: 3.3.) Bezahlter Sex mit Selbstbewusstsein: Seit ihrem Informatik-Studium verdient Lena Morgenroth ihr Geld mit Erotik-Massagen. Regisseur Swobodnik porträtiert eine Aktivistin des horizontalen Gewerbes, die gängigen Klischees widerspricht.

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29.02.2016

Florian Gallenberger

Auswärtiges Amt vertuscht Mitschuld

Ein Sadist aus Bonn etablierte in Chile eine Sekte mit Folter und Kindesmissbrauch: Geflohene wurden von der deutschen Botschaft ins Lager zurückgeschickt. Bis heute werde das vom Außenministerium vertuscht, erklärt Regisseur Florian Gallenberger.

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17.02.2016
Emma Watson + Daniel Brühl

Colonia Dignidad

(Kinostart: 18.2.) Wie ein klerikalfaschistischer Ministaat funktioniert: In seinem packenden Polit-Thriller über die auslandsdeutsche Sekte in Chile enthüllt Regisseur Florian Gallenberger, dass der damalige BRD-Botschafter mit Kriminellen kungelte.

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Martin Schläpfer

Feuer bewahren– nicht Asche anbeten

(Kinostart: 11.2.) Sein Ballett war drei Mal in Folge die „beste Kompanie des Jahres“: Martin Schläpfer ist einer der bedeutendsten Choreografen in Deutschland. Annette von Wangenheims gelungenes Doku-Porträt glänzt mit faszinierenden Tanz-Szenen.

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12.02.2016

Maria Furtwängler

Das Wetter in geschlossenen Räumen

(Kinostart: 28.1.) Spenden im Delirium akquirieren: Regisseurin Isabelle Stever porträtiert eine Entwicklungshelferin, die im Luxus-Hotel die Puppen tanzen lässt. Ihre von Alkohol und Drogen befeuerte Dekadenz entstellt diese Branche zur Kenntlichkeit.

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26.01.2016

Moritz Bleibtreu

Die dunkle Seite des Mondes

(Kinostart: 14.1.) In der mystischen Tiefe des Taunus: Moritz Bleibtreu als Anwalt kostet halluzinogene Pilze, was seine animalische Seite hervortreten lässt. Stephan Rick verfilmt einen Roman von Martin Suter als unausgegorenen Kapitalisten-Psychothriller.

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11.01.2016