Ben Stiller

Erstaunlicher Walter Mitty

(Kinostart: 1.1.) US-Version von Hans Guck in die Luft: Im Englischen ist der Titelheld Inbegriff eines Tagträumers. Die klassische Short Story verfilmt Ben Stiller als fantasievoll surreal-romantische Komödie, in der die Realität etwas kurz kommt.

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Jim Jarmusch

Only Lovers Left Alive

(Kinostart: 25.12.) Frohes Fest, Ihr Blutsauger! In seinem besten Film seit langem verwandelt Jim Jarmusch zwei Vampire in feinsinnige Bildungsbürger, die obskuren Kulturgütern frönen – zur Feier des Lebensgefühls von Postpunk in den 1980er Jahren.

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Nicole Holofcener

Genug gesagt

(Kinostart: 19.12.) Wem sollte eine Frau mehr Gehör schenken: der neuen besten Freundin oder dem neuen Lover? In ihrer geistreichen Sittenkomödie erkundet Regisseurin und Drehbuchautorin Nicole Holofcener das vertrackte Wesen der Dreiecksbeziehung.

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Joel + Ethan Coen

Sich treiben lassen, ist die Story

Nach dem Neo-Western „True Grit“ nun das Folkmusiker-Porträt „Inside Llewyn Davis“: Die Coen-Brüder suchen ihre Themen nicht nach Marktgängigkeit aus. Ein Interview über die große Aufgabe, von einer Figur zu erzählen, der nichts Aufregendes passiert.

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Joel + Ethan Coen

Inside Llewyn Davis

(Kinostart: 5.12.) Wintertage im Leben eines verhinderten Weltstars: Die Coen-Brüder porträtieren einen Folk-Musiker der 1960er Jahre, dem trotz Talent und heißem Bemühen nichts gelingt. Selten war kreatives Scheitern so schön anzusehen.

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Stacie Passon

Concussion – Leichte Erschütterung

(Kinostart: 5.12.) Verzweifelte Hausfrauen suchen Sex in der City: Im Luxus-Loft erlebt eine verheiratete Lesbe ihr Coming Out als Hobbyhure. Aus diesem Softporno-Rezept macht Regisseurin Stacie Passon eine intelligent-raffinierte erotische Utopie.

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Ridley Scott

The Counselor

(Kinostart: 28.11.) Fünf Weltstars wollen einen Drogen-Deal deichseln, verquasseln sich aber mit Kalenderblatt-Weisheiten. Der opulente Pseudo-Thriller von Regisseur Ridley Scott zeigt, warum ein Pulitzer-Preisträger keine Drehbücher schreiben sollte.

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Tom Hanks

Captain Phillips

(Kinostart: 14.11.) Goliath gegen David: Am Horn von Afrika feuert die US-Marine aus allen Rohren auf somalische Piraten. Regisseur Paul Greengrass zeigt nüchtern, wie ungleich dieser Kampf ist – mit einem überragenden Tom Hanks in der Hauptrolle.

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Woody Allen

Blue Jasmine

(Kinostart: 7.11.) Neustart nach der Pleite: Eine Ex-High-Society-Lady bringt das Leben ihrer bodenständigen Schwester durcheinander. Cate Blanchett glänzt in dieser ungewohnt realitätsnahen Woody-Allen-Komödie – nach Motiven von Tennessee Williams.

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Jeff Orlowski

Chasing Ice

(Kinostart: 7.11.) Klima-Katastrophe zum Anfassen: Der US-Naturfotograf James Balog dokumentiert das Abschmelzen der Gletscher. Regisseur Jeff Orlowski beobachtet ihn hautnah; seine grandiose Doku informiert sachlich mit spektakulären Bildern.

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Forest Whitaker

Der Butler

(Kinostart: 10.10.) US-Präsidenten kommen und gehen, ihr Butler bleibt: Forest Whitaker dient als Cecil Gaines sechs verschiedenen Staatschefs. Sein Biopic hat Regisseur Lee Daniels vielschichtig und sensibel, teils aber auch arg rührselig angelegt.

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Michael Douglas + Matt Damon

Liberace

(Kinostart: 3.10.) Als Glitzern noch geholfen hat: Liberace war der schrillste Star der großen US-Entertainer. Seine Beziehung mit einem Jüngling, bravourös gespielt von Michael Douglas und Matt Damon, inszeniert Steven Soderbergh mit herrlichem Pomp.

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David Chase

Not Fade Away

(Kinostart: 26.9.) Die Provinz-Rockband als Sinnbild der Gesellschaft: Regisseur David Chase verfolgt einfühlsam das Auf und Ab der Teenie-Gruppe dreier Musiker in den 1960er Jahren, deren Verlangen nach großem Aufbruch ohnmächtig bleibt.

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Glenn Close

Albert Nobbs

(Kinostart: 26.9.) Glenn Close hat die Hosen an und trotzdem wenig davon: Nur als Mann verkleidet kann sie überleben. Dieser Historienfilm von Rodrigo García ist stimmig, aber auch leicht behäbig und steif – wie die viktorianische Gesellschaft.

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Jennifer Aniston

Wir sind die Millers

(Kinostart: 29.8.) Familien-Bande wörtlich genommen: Ein Dealer tarnt seinen Marihuana-Schmuggel mit Pseudo-Verwandten. Regisseur Thurber schlachtet genüsslich US-amerikanische Family Values und macht Jennifer Aniston zur Mutter wider Willen.

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Sofia Coppola

The Bling Ring

(Kinostart: 15.8.) Luxus-Shopping zum Nulltarif: Eine Jugend-Bande hält mit Einbrüchen in Prominenten-Villen ganz Hollywood in Atem. Regisseurin Coppola porträtiert die gelangweilt ruhmsüchtigen Teenager und entlarvt ihre Substanzlosigkeit.

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Jean Dujardin

Die Möbius Affäre

(Kinostart: 1.8.) Ein Möbiusband hat nur eine Seite und ist nicht orientierbar. Wie die Figuren im Film von Éric Rochant: Mit aktuellem Finanzkrise- und Geldwäsche-Plot interpretiert er gelungen das Genre des eleganten Spionage-Thriller neu.

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Noah Baumbach

Frances Ha

(Kinostart: 1.8.) Für Bohème-Leben ist New York längst viel zu teuer. Hauptdarstellerin Greta Gerwig bekommt es trotzdem hin: Als Tänzerin Frances lässt sie sich nicht unterkriegen. Wunderbar liebevolles Generationen-Porträt von Noah Baumbach.

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Robert Redford

Die Akte Grant

(Kinostart: 25.7.) Terrorismus-Aufarbeitung à la „New Hollywood“: Nach 30 Jahren Inkognito-Existenz fliegt Robert Redford auf und flüchtet zu alten Kampfgenossen. Spannender, angenehm actionarmer Polit-Thriller mit brillanten Alt-Stars.

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Holly Hunter

Jackie – wer braucht eine Mutter

(Kinostart: 18.7.) Wiedersehen mit der Leihmutter: Zwei Schwestern fahren mit ihrer Gebärerin, die sie seither nie wieder trafen, durch die USA. Regisseurin Antoinette Beumer gelingt ein wunderbar warmherziges Roadmovie ohne Klischees und Kitsch.

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Julian Assange

The Story of WikiLeaks

(Kinostart: 11.7.) Julian Assange und Bradley Manning veränderten mit ihren Enthüllungen die Welt – bis sie an Verrat, Größenwahn und Rachefeldzügen scheiterten. Wie es dazu kam, zeichnet die Doku von Alex Gibney ausgewogen und anschaulich nach.

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Sandra Bullock

Taffe Mädels

(Kinostart: 4.7.) Shannon und Sarah sind ungleiche Partnerinnen. Aber sie müssen sich zusammenraufen. Paul Feig versucht mit „Taffe Mädels“ eine klassische Polizisten-Story als weibliche Buddy-Komödie zu inszenieren. Das ist leider nur mäßig lustig.

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Xavier Dolan

Laurence Anyways

(Kinostart: 27.6.) Der 24-jährige Xavier Dolan wird seit seinem Regiedebüt „I killed my Mother“ als Regiewunderkind gefeiert. In seinem neuen Film „Laurence Anyways“ erzählt er die berührende Geschichte der großen Liebe eines Transsexuellen – und ihr Scheitern.

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Gauri Shinde

Englisch für Anfänger

(Kinostart: 27.6.) Culture Clash at its best: Getarnt als Feelgood-Multikulti-Komödie, erzählt Regisseur Gauri Shinde die Geschichte der kulturellen und persönlichen Emanzipation einer indischen Hausfrau und Mutter in New York.

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Matt Damon

Promised Land

(Kinostart: 20.6.) „Fracking“, die unpopuläre Erdgasgewinnungs-Methode, entwickelt sich zum globalen Problem. Regisseur Gus van Sant greift dieses Thema in seinem neuen Film „Promised Land“ auf, der seine Europa-Premiere auf der diesjährigen Berlinale hatte.

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Wayne Blair

The Sapphires

(Kinostart: 20.6.) Flashback in die 1960er Jahre: Das Debüt von Regisseur Wayne Blair zeigt als Musical-Komödie mit sozialkritischem Touch, wie sich vier junge Aborigines-Frauen mit ihrem Gesangstalent gegen Rassismus in Australien durchsetzen.

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Terrence Malick

To the Wonder

(Kinostart: 30.5.) Innere Monologe, Musik und ein unaufhörlicher Bilderstrom: Regisseur Terrence Malick, der große Einzelgänger des US-Kinos, konzentriert sich in seiner experimentell-poetischen Filmerzählung ganz auf die Wahrheit der Liebe.

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Jeremy Irons

Der Dieb der Worte

(Kinostart: 23.5.) Ruhm second hand: Ein Jungautor schreibt ein gefundenes Manuskript ab und landet einen Bestseller. Das Hochstapler-Drama im Literaturbetrieb der Regisseure Brian Klugman und Lee Sternthal gerät seltsam bieder und verschachtelt.

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Leonardo DiCaprio

Der große Gatsby (3D)

(Kinostart: 16.5.) Die Erfindung und Vollendung des Nachtlebens: Auf den Partys in Fitzgeralds Roman hört der Jazz nie auf, und Schampus fließt in Strömen. Regisseur Baz Luhrmann verfilmt ihn als prachtvoll-dekadente Ausstattungs-Orgie.

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Nicole Kidman

Stoker

(Kinostart: 9.5.) Sterben in Schönheit: Der neue Film von Südkoreas Regie-Chamäleon Park Chan-wook ist ein sehr stilvoll ausgestatteter Familien-Thriller. Delikate Details und das gute Ensemble lassen über den leicht verkorksten Plot hinwegsehen.

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Jon Brewer

BB King - The Life of Riley

(Kinostart: 9.5.) Filmisches Denkmal für eine lebende Legende: B.B. King hat den Blues populär gemacht wie kaum ein anderer Musiker. John Brewers Doku-Porträt erinnert ausgiebig an die elenden Anfänge; nur am Ende verflacht es zu TV-Ästhetik.

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Philip Seymour Hoffman

Saiten des Lebens

(Kinostart: 2.5.) Streichquartett als Schicksals-Gemeinschaft: Im Spielfilm-Debüt von Regisseur Yaron Zilberman geraten vier Mitglieder eines Kammermusik-Ensembles aneinander. Feinsinnige Beziehungs-Studie mit großartigen Star-Schauspielern.

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Steven Soderbergh

Side Effects

(Kinostart: 25.4.) Psychopharmaka als tödliche Waffe: Eine Depressive ersticht unter Medikamenten-Einfluss ihren Mann. Leider ignoriert Regisseur Soderbergh das Thema Psychiatrie, um einen Thriller ohne Risiken und Nebenwirkungen zu verabreichen.

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Russell Crowe + Mark Wahlberg

Broken City

(Kinostart: 18.4.) Schöne Frauen, harte Kerle, teure Autos, Schüsse im Dunkeln: «Broken City» zeigt ein kaltes, dunkles New York. Der härteste aller Kerle ist Russell Crowe als Bürgermeister. Leider fällt Regisseur Allen Hughes sonst wenig ein.

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Berlin

Martin Scorsese

So bedeutend wie vielseitig: Scorsese hat das Leben Jesu, des Dalai Lama, von Bob Dylan und Armani verfilmt. Doch unvergesslich ist seine virtuose Darstellung von Gewalt. Nun ehrt ihn die Deutsche Kinemathek mit der weltweit ersten Ausstellung.

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Colin Farrell + Noomi Rapace

Dead Man Down

(Kinostart: 4.4.) Doppelter Rache-Feldzug: Colin Farrell jagt die Mörder seiner Familie, Noomi Rapace einen Unfall-Fahrer. Solider Action-Thriller von «Verblendung»-Regisseur Niels Arden Oplev, der zwischen Reißer und Existenz-Drama schwankt.

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James Franco

Spring Breakers

(Kinostart: 21.3.) Ballermann in Florida: Mit Porträts kaputter US-Teenies wurde Regisseur Harmony Korine bekannt. Nun nimmt er studentische Strandparty-Rituale aufs Korn – mit einem überlangen Werbespot in wirrer Videoclip-Ästhetik.

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Anthony Hopkins

Hitchcock (2012)

(Kinostart: 14.3.) Ein Psycho-Drama über «Psycho»: Der Horror-Klassiker wäre beinahe gescheitert – aus Geldmangel und Ehe-Streit. Regisseur Sacha Gervasi rehabilitiert Hitchcocks Frau in einem so spannenden wie amüsanten Film über den Film.

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Bill Murray

Hyde Park am Hudson

(Kinostart: 28.2.) Weltgeschichte beim Picknick: 1939 besuchte King George VI. den US-Präsidenten Roosevelt auf dessen Landsitz. Aus der historisch zugespitzten Lage kurz vor dem Krieg macht Regisseur Roger Michell nur amüsantes Geplänkel.

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Paul Thomas Anderson

The Master

(Kinostart: 21.2.) Ein Film zu Scientology, der sich nicht festlegen will: Regisseur Paul T. Anderson reduziert sein Drama über die Anfänge der Bewegung auf ein Psycho-Duett zwischen Führer und Zögling, bleibt aber gegenüber der Sekten-Ideologie sehr ambivalent.

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Lee Toland Krieger

Celeste & Jesse

(Kinostart: 14.2.) Eine Liebesgeschichte mit ganz falschem Anfang: nach der Trennung. Die romantische Komödie um ein Ex-Ehepaar von Regisseur Lee Toland Krieger spielt originell mit den Erwartungen an das Genre.

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Céline Danhier

Blank City

(Kinostart: 24.1.) Ende der 1970er Jahre entstand in New York eine vitale Film- und Musik-Szene: No Wave. Die gelungene Doku von Céline Danhier illustriert Zeitzeugen-Interviews mit Original-Aufnahmen von damals.

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Sean Penn

Gangster Squad

(Kinostart: 24.1.) Polizei-Kommando erledigt Mafia-Boss im Los Angeles der 1940er Jahre: Trotz großen Staraufgebots ist der Thriller von Regisseur Ruben Fleischer ein vorhersehbar eindimensionales Special-Effects-Spektakel.

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Quentin Tarantino

Django Unchained

(Kinostart: 17.1.) «Inglorious Basterds» mit Pferden: Die Südstaaten-Sklaverei dient Tarantinos neuem Film als Anlass für Laber- und Metzel-Orgien. Im Dschungel der Zitate und Verweise steckt kein System, jedenfalls kein antirassistisches.

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Julia Loktev

The Loneliest Planet

(Kinostart: 3.1.) Globetrotter-Drama in Georgien: Auf einer Trekking-Tour mit Bergführer gerät ein Liebespaar in Rollen-Konflikt. Die Spannung des psychologischen Kammerspiels lässt Regisseurin Loktev unaufgelöst ins Leere laufen.

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So Yong Kim

For Ellen

(Kinostart: 3.1.) Streit ums Scheidungs-Kind: Ein junger Vater trifft seine kleine Tochter, um die er sich zuvor nie gekümmert hat. Wie ihm die Bedeutung dieser Begegnung bewusst wird, zeigt Regisseurin Kim erst sperrig, dann kraftvoll.

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