Fatih Akin

Ich war schon immer sentimental

Für «Müll im Garten Eden» hat Regisseur Fatih Akin sechs Jahre lang den Kampf von Dorf-Bewohnern gegen eine Müll-Deponie dokumentiert. Im Interview spricht er über Demokratie alla turca, Film als Waffe der Beherrschten und Asterix als Vorbild.

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Fatih Akin

Müll im Garten Eden

(Kinostart: 6.12.) Zivilcourage in der Türkei: Eine Abfall-Deponie verpestet das Dorf von Fatih Akins Großeltern. Seine Langzeit-Doku begleitet Anwohner-Proteste gegen Behörden-Willkür – und feiert ihre beeindruckende Beharrlichkeit.

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Alexej Fedorchenko

Stille Seelen – Ovsyanki

(Kinostart: 15.11.) Ein Road Movie durch Russland zur archaischen Fluss-Bestattung: Aus zart hingetupften Akzenten im fahlen Licht des Nordens komponiert Regisseur Fedorchenko eine karge Elegie auf die Liebe, die alle Sinne betört.

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Orhan Eskiköy + Zeynal Doğan

Babamin Sesi - Stimme meines Vaters

(Kinostart: 15.11.) Papa ist nur noch auf Tonbändern präsent: Mit Audio-Aufnahmen und stillen Bildern erzählen die Regisseure Eskiköy und Doğan ein Familien-Schicksal – und damit die Geschichte kurdischer Aleviten in der Türkei.

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Srdan Dragojević

Parada

(Kinostart: 13.9.) Ein Schwule hassender Macho-Serbe soll die Gay-Pride-Parade in Belgrad schützen: Lustvoll jongliert die Komödie von Regisseur Dragojević mit allen Klischees – und zeichnet ein tragikomisches Bild vom Balkan.

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Bogdan George Apetri

Periferic

(Kinostart: 12.7.) Atemlos durch Bukarest: Eine junge Mutter muss binnen 24 Stunden Rumänien verlassen, sonst landet sie wieder im Knast. Hauptdarstellerin Ana Ularu brilliert als Naturgewalt in einem Gefängnis-Drama der anderen Art.

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Damjan Kozole

Callgirl - Slovenian Girl

(Kinostart: 21.6.) Schlüsselloch-Studie aus Slowenien: Eine Studentin prostituiert sich, um ihre Wohnung zu bezahlen. Das geht schlimm aus – hölzerne Dialoge von schwachen Schauspielern geben ein Schul-Beispiel für miefige Provinzialität.

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Shiar Abdi

Meş – Lauf!

(Kinostart: 24.5.) Als hätte die PKK den Film produziert: Das erste ausschließlich auf Kurdisch gedrehte Drama ist ein holzschnittartiger Agitprop-Streifen hart am Rande der Volksverhetzung – und ästhetisch ärmlich.

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Athina Rachel Tsangari

Attenberg

(Kinostart: 10.5.) Gefühls-Autismus ist heilbar: Die isolierte junge Griechin Marina guckt Tier-Dokus, beerdigt Papa und lässt sich von einem Ingenieur entjungfern. Ein kruder Film-Kommentar zur griechischen Dauerkrise.

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Peter Călin Netzer

Ehrenmedaille

(Kinostart: 3.5.) Vom dankbaren Vaterland: Ein Rentner in Bukarest bekommt 1995 einen Kriegs-Orden – ohne zu wissen, wofür. Seine karg-dezente Hochstapler-Satire erweitert Regisseur Netzer zum Sittenbild der rumänischen Gesellschaft.

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Béla Tarr

Das Turiner Pferd

(Kinostart: 15.3.) Ein schöner Film über das Ende der Welt: Mit nur 29 Einstellungen in zweieinhalb Stunden entfaltet Regisseur Béla Tarr eine Apokalypse in Zeitlupe. Seine nihilistische Allegorie erhielt 2011 den Silbernen Bären.

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Moritz Bleibtreu

Die vierte Macht

(Kinostart: 8.3.) Polit-Thriller zur Wiederwahl Putins: Ein Deutscher in Moskau landet als Terrorist im Knast und bietet dem Geheimdienst Paroli. Mit aberwitzigem Action-Plot entstellt Regisseur Dennis Gansel das Kreml-Regime zur Kenntlichkeit.

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Angelina Jolie

In the Land of Blood and Honey

(Kinostart: 23.2.) Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht: Hollywood-Star Jolie wirbt um Mitleid für Frauen im Bosnien-Krieg. Den reduziert ihre Romeo-und-Julia-Love-Story auf ein simples Gut-Böse-Schema.

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Faruk Aksoy

Fetih 1453

(Kinostart 16.2.) Neo-osmanische Nostalgie in der Türkei: die Eroberung von Konstantinopel durch Sultan Mehmet II. als halb fiktives Helden-Epos. Das opulente Schlachten-Gemälde birgt chauvinistische Untertöne.

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Nuri Bilge Ceylan

Once upon a time in Anatolia

(Kinostart: 19.1.) Ein nächtlicher, von Tee getriebener Trip durch die Einöden Anatoliens und der menschlichen Seele: Der Anti-Krimi von Regisseur Ceylan enthüllt diskret ein Total-Panorama der Türkei – als ultimatives Road Movie.

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Alexander Sokurow

Faust

(Kinostart: 19.1.) Höllenfahrt eines Klassikers: Regisseur Sokurow verwurstet Goethes Menschheits-Tragödie zum Blut-und-Hoden-Drama. Ein nihilistischer Altherren-Witz als russischer Kultur-Export, von Putin persönlich gefördert.

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Corneliu Porumboiu

Police, adjective

(Kinostart: 12.1.) Sprachphilosophie mit Streifenpolizisten: Sinnfragen eines jungen Ermittlers beantwortet sein Vorgesetzter mit Wörterbuch-Definitionen. Regisseur Porumboiu zeichnet ein subtiles Sittenbild vom postkommunistischen Rumänien.

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