Nuri Bilge Ceylan

Winterschlaf

(Kinostart: 11.12.) Kappadokien ist überall: Sein Porträt eines Ex-Schauspielers erweitert Regisseur Nuri Bilge Ceylan zur Parabel auf den Abstieg von Intellektuellen weltweit – für brillante Bilder und geschliffene Dialoge zum Cannes-Sieger gekürt.

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Detlev Buck

Waiting for the Sea

(Kinostart: 11.12.) Schiffbruch im Sandmeer: Im ausgetrockneten Aralsee will Kapitän Marat seinen gestrandeten Kahn zum Wasser ziehen. Diesen Öko-Sisyphos macht Regisseur Bakhtiar Khudoijnazarov zur Hauptfigur eines lupenreinen Sowjet-Heldenepos.

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Fatih Akin

The Cut

(Kinostart: 16.10.) Ein großer Film über den Völkermord an Armeniern, der gar keiner sein will. Regisseur Akin macht aus einem stummen Helden auf Anti-Odyssee ein visionäres Melodram, das Türken bewegen dürfte – und so Versöhnung befördern könnte.

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Athanasios Karanikolas

Sto spiti – At Home

(Kinostart: 4.9.) Die Perle fällt aus der Fassung: Nach 20 Jahren treuer Dienste feuern griechische Herrschaften ihre kranke Hausangestellte. Regisseur Karanikolas zeigt soziale Kälte in erlesenen Bildern, begnügt sich aber mit nobler Resignation.

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Nana Ekvtimishvili

Entführung + Mord geschahen täglich

Zeit der Gesetzlosigkeit: In „Die langen hellen Tage“ blickt Nana Ekvtimishvili auf die chaotischen 1990er Jahre in Georgien zurück. Im Interview erzählt sie von Brautraub, Ehrenmorden – und wie man Autorenfilme mit Speiseeis finanziert.

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Nana Ekvtimishvili + Simon Groß

Die langen hellen Tage

(Kinostart: 21.8.) Teenager-Leben in Georgien 1992: Ein ungeliebter Verehrer entführt seine Braut, ihre Freundin verhindert Blutrache. Regisseurin Ekvtimishvili verfilmt ihre Jugenderinnerungen – Momentaufnahmen von Wildwest im Kaukasus.

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Vinko Brešan

Gott verhüte!

(Kinostart: 7.8.) Demographischer Wandel andersherum: Ein Insel-Pfarrer sorgt in seinem Dorf für einen überraschenden Baby-Boom. Der gottgefällige Kindersegen hat tragische Folgen. Anfangs amüsante, später klamaukige Kleriker-Komödie aus Kroatien.

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Spiros Stathoulopolos

Meteora

(Kinostart: 12.6.) Wo Priester auf Felsspitzen wohnen: Manche der griechischen Meteora-Klöster erreicht man nur mit einer Korbwinde. In dieser atemberaubenden Landschaft siedelt Regisseur Stathoulopolos ein schlichtes Kleriker-Liebesdrama an.

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Wim Wenders + Robert Redford

Kathedralen der Kultur (3D)

(Kinostart: 29.5.) Weltreise durch den Kunstkosmos: Wim Wenders und fünf Co-Regisseure porträtieren sechs Kultureinrichtungen. Auf eigenwillige bis bizarre Weise: Dieser quälend langatmige Episodenfilm wird den Kathedralen kaum mehr Zulauf bescheren.

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Małgorzata Szumowska

Im Namen des ...

(Kinostart: 15.5.) Verbotene Liebe im katholischen Polen: Der Priester einer Dorfgemeinde verguckt sich in einen jungen Außenseiter, der seine Gefühle erwidert. Ihr Tabu-Thema entwickelt Regisseurin Szumowska unaufgeregt, kraftvoll und anrührend.

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Pelin Esmer

Watchtower

(Kinostart: 17.4.) Schauerromantik alla turca: Im dunklen Bergwald leben ein Brandwächter und eine Inzestgeschädigte in Zwangsgemeinschaft zusammen. Soziale Konflikte inszeniert Regisseurin Esmer so plakativ wie in Problemfilmen der 1970/80er Jahre.

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Pawel Pawlikowski

Ida

(Kinostart: 10.4.) So geht Vergangenheits-Bewältigung: Regisseur Pawlikowski lässt eine jüdische Nonne mit ihrer kommunistischen Tante in Polen 1962 nach ihren Wurzeln fahnden. Diese Zeitreise beschwört lakonisch den morbiden Charme Alteuropas herauf.

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Milo Rau

Die Moskauer Prozesse

(Kinostart: 20.3.) Kreml und Kirche kopulieren: Regisseur Milo Rau lässt in Moskau drei Gerichtsverfahren gegen Künstler nachspielen. Seine Schauprozess-Doku bietet tiefe Einblicke in das vormoderne Weltbild der moralischen Mehrheit in Russland.

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Wes Anderson

The Grand Budapest Hotel

(Kinostart: 6.3.) Der will nur spielen: Regisseur Wes Anderson inszeniert einen riesigen Kindergeburtstag. Seine Komödie über ein Luxus-Hotel der K.u.k.-Zeit ist ein Fest der visuellen Opulenz, durchdrungen vom Esprit reiner Liebenswürdigkeit.

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Florin Piersic Jr.

Killing Time – Zeit zu sterben

(Kinostart: 20.2.) Von der Ödnis des Auftragskiller-Daseins: Der rumänische Regisseur Florin Piersic Jr. lässt zwei Gangster auf ihre Opfer warten. Leider haben sich die beiden nichts zu sagen. Das wird 100 Minuten lang nervtötend ausgewalzt.

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