Karim Aïnouz

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(Kinostart: 26.12.) Schöne Traurigkeit: Zwei Schwestern verpassen ihre Leben im Rio de Janeiro der 1950er Jahre. Das exquisit inszenierte und nuancierte Melodram von Regisseur Karim Aïnouz feiert weibliche Selbstbehauptung in einer männerdominierten Welt.

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Carlos Reygadas

Nuestro Tiempo

(Kinostart 27.6.) Machismo trifft Überspanntheit: Der mexikanische Regisseur Carlos Reygadas verhandelt große Fragen – Liebe, Leben, Vergänglichkeit – anhand einer visuell sehr eindrucksvoll inszenierten, aber im Kern konventionellen Dreiecksbeziehung.

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Tuki Jencquel

Está todo bien – Alles ist gut

(Kinostart: 20.6.) Schwarzmarkt mit Restmedikamenten von Krebstoten: Venezuela leidet unter der Inkompetenz seiner korrupten Regierung. Die Folgen für das Gesundheitswesen dokumentiert Tuki Jencquel – leider recht wirr und ohne Kontext.

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Marcela Said

Los Perros

(Kinostart: 6.6.) Pakt des Schweigens in Chile: Eine Frau der Oberschicht bändelt mit ihrem Reitlehrer an – von seiner dunklen Vergangenheit will ihr Umfeld nichts wissen. Die vielschichtige Sozialstudie von Regisseurin Marcela Said kommt nicht richtig in Fahrt.

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Ciro Guerra + Cristina Gallego

Birds Of Passage

(Kinostart: 4.4.) Archäologie des Drogenhandels: Wie Wayuu-Indianer in Kolumbien den Export von Marihuana in großem Stil aufzogen und sich dabei ruinierten, erzählt das Regie-Duo Guerra und Gallego als faszinierend exotisches Mafia-Epos von existentieller Wucht.

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Icíar Bollaín

Yuli

(Kinostart: 17.1.) Wunderkind wider Willen wird Weltstar: Der Kubaner Carlos Acosta ist einer der besten Tänzer unserer Zeit. Seine glänzende Laufbahn verknüpft Regisseurin Bollaín virtuos mit den Widersprüchen seiner Herkunft aus den Favelas von La Havanna.

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Niles Attallah

Rey

(Kinostart: 3.1.) Ein Film über das andere Ende der – und dabei nicht ganz von dieser Welt: 1860 wollte sich ein Franzose zum König von Patagonien aufschwingen und scheiterte kläglich. Seine Geschichte erzählt Regisseur Atallah als surreales Experimentalkino.

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Marcelo Martinessi

Die Erbinnen

(Kinostart 29.11.) Befreiung vom Klassendünkel: Zwei ältere Damen aus der Oberschicht von Paraguay verscherbeln ihr Tafelsilber. Marcelo Martinessis feinfühliges Drama über einen späten Aufbruch ist zugleich eine politische Parabel.

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Juliana Rojas + Marco Dutra

Gute Manieren

(Kinostart: 26.7.) Eine fleischliche Beziehung: Die Krankenschwester Clara zieht das Werwolf-Kind ihrer Geliebten groß. Komplexes brasilianisches Horror-Drama, das in seinem ständigen Wechsel von Stilen und Genres etwas mehr verspricht als es einlösen kann.

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Alejandro Jodorowsky

Endless Poetry

(Kinostart: 19.7) Im surrealen Bilderrausch: Der exzentrische chilenische Filmemacher Alejandro Jodorowsky fasziniert mit einem autobiographischen Spielfilm, der vor allem einer poetischen Logik folgt – ein wildes Fest der Farben und der Fantasie.

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Lucrecia Martel

Zama

(Kinostart: 12.7.) Reichtum, Ruhm und der Sinn des Daseins: Ein spanischer Kolonialoffizier wartet in Südamerika vergeblich auf sein Glück. Regisseurin Lucretia Martel inszeniert ein eigenwilliges Historiendrama, das tief in die Kolonialgeschichte blickt.

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Jhonny Hendrix Hinestroza

Candelaria - Ein kubanischer Sommer

(Kinostart: 5.7.) Sex und Video, aber keine Lügen: Ein altes kubanisches Ehepaar entdeckt seine Leidenschaft füreinander neu. Regisseur Jhonny Hendrix Hinestroza inszeniert einen melancholischen Film voller Nostalgie – und mit einer seltsamen Plotwendung.

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Fernando Pérez

Letzte Tage in Havanna

(Kinostart: 25.1.) Der eine will weg, der andere muss sterben: Regisseur Fernando Pérez erzählt von zwei Freunden, die in der verfallenden Hauptstadt Kubas vor sich hinleben – tragikomisches Kammerspiel über eine Gesellschaft, die genug hat vom Regime.

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Amat Escalante

The Untamed

(Kinostart: 11.1.) Sex aus dem Weltall: Ein Meteorit bringt entfesselte Lust nach Mexiko. Diese bizarre Prämisse benutzt Regisseur Amat Escalante für das subtile Porträt einer Kleinbürger-Familie in der Provinz – ein verblüffend stimmiger Mix diverser Film-Genres.

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Lukas Valenta Rinner

Die Liebhaberin

(Kinostart: 9.11.) Nackt sind alle Menschen gleich: nur nicht im Luxusviertel, von dem Regisseur Rinner erzählt. Dort trifft eine libertäre Nudistenkolonie auf die Ignoranz der Reichen – groteske Gesellschaftssatire über einen etwas anderen Klassenkampf.

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Mariano Cohn + Gastón Duprat

Der Nobelpreisträger

(Kinostart: 2.11.) Wenn Erfolg zur Qual wird: Das argentinische Regieduo erzählt von einem berühmten Autor, der seine größten Erfolge hinter sich hat und in seiner alten Heimat als Verräter gilt – schmissige, aber klischeehafte Satire auf das Künstlerdasein.

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Sebastián Lelio

Eine fantastische Frau

(Kinostart: 7.9.) Fremd in der eigenen Haut: Im Film von Sebastián Lelio ringt eine Transsexuelle um Anerkennung in einer intoleranten Familie – schmerzhaftes wie ermutigendes Emanzipationsdrama über die Fallstricke sexueller Identitätsbehauptung.

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Pablo Larraín

Neruda wollte Flucht-Nervenkitzel

Porträtist politischer Ikonen: Vier Wochen nach „Jackie“ über die Kennedy-Witwe kommt die nächste Filmbiographie von Pablo Larraín ins Kino. Sein Werk über Chiles Nationaldichter Pablo Neruda sei aber eher ein Anti-Biopic, so der Regisseur im Interview.

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Pablo Larraín

Neruda

(Kinostart: 23.2.) Als das Dichten noch geholfen hat: Den chilenischen Nationalpoeten Pablo Neruda porträtiert Regisseur Pablo Larraín als charismatischen Lebemann auf der Flucht vor der Geheimpolizei – ein grandioses Panorama romantischer Politik.

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Werner Herzog

Salt And Fire

(Kinostart: 8.12.) Zu viele Ideen versalzen den Film: Regisseur Werner Herzog verpflichtet drei Weltstars für einen Öko-Katastrophen-Thriller in Bolivien. Doch hanebüchene Handlung, gestelzte Dialoge und zwangsbesinnliche Musik führen zum freien Fall ins Sinnlose.

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Rodrigo González

El Viaje

(Kinostart: 11.8.) Rückkehr zu Klängen seiner Kindheit: Rodrigo González, Bassist bei „Die Ärzte“, bereist sein Geburtsland Chile. Seine Begegnungen mit engagierten Liedermachern werden zum Gesellschafts-Porträt, das über eine Musik-Doku weit hinausreicht.

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Carlos Saura

Argentina

(Kinostart: 7.7.) Kleine Gesten eröffnen eigene Welten: Spaniens Regie-Legende Carlos Saura widmet Argentiniens regionalen Tanz- und Musik-Stilen eine hochkarätige Hommage – mit spartanischer Inszenierung, sanftem Pathos und sinnlicher Wirkung.

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Alfredo Castro

Caracas, eine Liebe

(Kinostart: 30.6.) Frostige Amour fou im Krisenland: Im Gewinnerfilm des Festivals von Venedig 2015 schildert Regisseur Lorenzo Vigas die schwierige Beziehung zweier sehr unterschiedlicher Männer in Venezuelas Hauptstadt – als überfrachtete Kopfgeburt.

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Giro Guerra


Der Schamane und die Schlange

(Kinostart: 21.4.) Tragische Tropen: Auf den Spuren zweier Pioniere der Amazonas-Forschung inszeniert Regisseur Ciro Guerra eine berauschende Reise ans Ende der Nacht – als brillantes Stationen-Drama mit betörend schönen Bildern in elegantem Schwarzweiß.

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Jayro Bustamante

Ixcanul – Träume am Fuß des Vulkans

(Kinostart: 31.3.) Abtreibungsversuche in Guatemala: Die junge María ist schwanger, der Vater weg und ihre arrangierte Ehe gefährdet. Für seine subtile Sozialstudie eines Maya-Volks in dessen Sprache erhielt Regisseur Jayro Bustamante 2015 den Silbernen Bären.

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