Nikolaj Coster-Waldau

Suicide Tourist

(Kinostart: 2.7.) Halbherzig in den Freitod: Regisseur Jonas Alexander Arnby beleuchtet in seinem emotional gleichförmigen Drama das Innenleben eines Selbstmörders und die Implikationen von aktiver Sterbehilfe – der Film wirkt etwas unentschlossen.

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Yann L'Hénoret

Jean Paul Gaultier: Freak & Chic

(Kinostart: 2.7.) Immer schön das Heft in der Hand behalten: Modedesigner Jean Paul Gaultier, berühmt für schräge Entwürfe, inszeniert sein Leben als Revue-Show. Dabei begleitet ihn Regisseur Yann L’Hénoret: für ein Feuerwerk der schrill-bunten Kostüme, aber brav inszeniert.

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Jean-Louis Trintignant

Die schönsten Jahre eines Lebens

(Kinostart: 2.7.) Schürzenjagen bis ins hohe Alter: Ein halbes Jahrhundert später erzählt Regisseur Claude Lelouch den Nouvelle-Vague-Klassiker weiter, der ihn einst berühmt machte. Das ist bisweilen berührend, oft vorhersehbar und etwas betulich.

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Andrew Onwubolu

Blue Story – Gangs of London

(Kinostart: 25.6.) Auf derselben Schule, aber in verfeindeten Gangs: Zwei Freunde werden in ein brutales Rachedrama hineingezogen. Das Ghetto-Sozialdrama des britischen Rappers Andrew Onwubolu wirkt authentisch, aber im Vergleich zu Genre-Klassikern etwas epigonal.

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Catherine Deneuve

La Vérité – Leben und lügen lassen

(Kinostart: 5.3.) Slapstickhaft durch familiäre Untiefen: Regisseur Hirokazu Kore-eda inszeniert locker-flockig die schwierige Beziehung einer Schauspieldiva zu ihrer Tochter. Ein schräger Film im Film ist nur eine von vielen originellen Ideen.

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Hugh Grant + Colin Farrell

The Gentlemen

(Kinostart: 27.2.) Unternehmens-Veräußerung in der Unterwelt: Ein Drogenbaron will sein Marihuana-Imperium verkaufen. Wie schwierig das ist, schildert Regisseur Guy Ritchie in seiner amüsanten Gangster-Komödie mit großem Star-Ensemble.

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Francesco Rizzi

Cronofobia

(Kinostart: 20.2.) Aluminiumschwere Entfremdung in der Schweiz: Ein Dienstleistungs-Tester mit Schuldgefühlen stellt einer jungen Witwe nach. Das inszeniert Regisseur Francesco Rizzi in einer aseptischen Schweiz unter Neonlicht – quälend langsam und zäh.

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Roman Polanski

Intrige (J'accuse)

(Kinostart: 6.2.) Landesverräter oder nicht? Die Dreyfus-Affäre spaltete Frankreich kurz vor 1900 in zwei Lager. Ihren Verlauf inszeniert Regisseur Roman Polanski virtuos wie einen heutigen Spionage-Thriller – anschaulicher lässt sich Geschichte kaum verfilmen.

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Ken Loach

Sorry we missed you

(Kinostart: 30.1.) Rundfahrt durch die Welt der Scheinselbstständigen: Ein Paketzusteller steht derart unter Stress, dass er das Glück seiner Familie ruiniert. Regisseur Ken Loach, Altmeister des sozialen Realismus, inszeniert einen Horrorfilm über alltägliche Demütigungen.

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Ladj Ly

Die Wütenden – Les Misérables

(Kinostart: 23.1.) Ein Zündfunke reicht, und die Lage eskaliert: Der in Mali geborene Regisseur Ladj Ly zeigt anschaulich, was Unruhen in der Pariser Banlieue auslöst. Temporeich und authentisch – Victor Hugo wäre stolz auf diese Aktualisierung seines Romans.

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Sam Mendes

1917

(Kinostart: 16.1.) Krieg als inneres Erlebnis: Regisseur Sam Mendes schickt zwei Soldaten auf ein Himmelfahrtskommando durch das Niemandsland zwischen den Frontlinien. Und der Zuschauer ist ständig mittendrin – Gräuel und Schrecken so hautnah wie nie zuvor.

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Elia Suleiman

Vom Gießen des Zitronenbaums

(Kinostart: 16.1.) Absurdistan ist überall: Der palästinensische Filmemacher Elia Suleiman findet Abgründiges in Nahost, Paris und New York. Seine Aneinanderreihung skurriler Vignetten hat poetische Reize, wirkt aber auf Dauer recht manieriert.

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Jessica Hausner

Little Joe – Glück ist ein Geschäft

(Kinostart: 9.1.) Sag es mit Blumen: Künftig kommt Glück als Parfümduft. In ihrer etwas anderen Gentechnik-Dystopie führt Regisseurin Jessica Hausner brillant vor, wie Machbarkeitswahn und Zwang zur Selbstoptimierung in emotionaler Entfremdung enden.

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Grímur Hákonarson

Milchkrieg in Dalsmynni

(Kinostart: 9.1.) Gemeinsam sind wir stark? Von wegen: Auch Genossenschaften können zu Organisationen der Ausbeutung und Korruption werden. Doch der ambitionierte Agrar-Krimi aus Island von Regisseur Grímur Hákonarson verschenkt sein Potential.

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Renée Zellweger

Judy

(Kinostart: 2.1.) Tragik eines verglühenden Sterns: Im soliden, wenn auch etwas konventionell inszenierten Biopic über Hollywood-Diva Judy Garland bietet Regisseur Rupert Goold der Hauptdarstellerin Renée Zellweger viel Raum, sich dramatisch in Szene zu setzen.

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Bruno Dumont

Jeanne d'Arc

(Kinostart: 2.1.) Greta Thunberg im 15. Jahrhundert: Das Leben von Frankreichs Nationalheldin stellt Regisseur Bruno Dumont als Konflikt einer unbeirrbaren Glaubenskämpferin mit den Autoritäten ihrer Epoche dar – in spröde stilisiertem Setting.

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Ron Howard

Pavarotti

(Kinostart: 26.12.) Fanveranstaltung: Luciano Pavarotti war der erfolgreichste Opernsänger des 20. Jahrhunderts. Seine lange Karriere als Menschenfischer und Charthit-Lieferant dokumentiert Regisseur Ron Howard beflissen – dunkle Punkte lässt er aus.

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Cédric Klapisch

Einsam Zweisam (Deux moi)

(Kinostart: 19.12.) Zwischen Therapeut und Tinder-Date: Regisseur Cédric Klapisch inszeniert mit Leichtigkeit und viel Liebe zum Detail, wie zwei einsame Großstadtherzen zusammenfinden. Nur seine altbackene Kulturkritik irritiert bisweilen.

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Lone Scherfig

The Kindness of Strangers

(Kinostart: 12.12.) Falsches Pathos killt Gefühle: Trotz guter Besetzung scheitert Regisseurin Lone Scherfig daran, eine Großstadtgeschichte voller Hoffnung authentisch in Szene zu setzen. Darin geht es um familiäre Gewalt und hilfsbereite Fremde.

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Victor Kossakovsky

Aquarela

(Kinostart: 12.12.) Ein Schlag ins Wasser: Regisseur Victor Kossakovsky will H2O in allen Erscheinungsformen rund um den Globus zeigen. Doch sein kontext- und sinnfreier Bilderbogen in Blautönen bietet nur sprudelndes Augenpulver – als eiskalte Kino-Dusche.

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Markus Schleinzer

Angelo

(Kinostart: 28.11.) Als Hofmohr durch halb Europa: Regisseur Markus Schleinzer erinnert an Angelo Soliman, der im 18. Jahrhundert unter Monarchen herumgereicht wurde – mit einer komplexen und ästhetisch ausgefeilten Reflexion über die Wurzeln von Rassismus.

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Stellan Skarsgård

Pferde stehlen

(Kinostart: 21.11.) Flashback ins Jugendtrauma: Regisseur Hans Petter Moland reißt in seiner Bestsellerverfilmung große Themen an und holt aus der komplexen Vorlage tatsächlich viel heraus. Bisweilen führt seine Werktreue jedoch zur Überfrachtung.

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Seamus Murphy

PJ Harvey – A Dog called Money

(Kinostart: 13.11.) Mehr Elendsporno als Doku eines Schaffensprozesses: Der Fotograf und Regisseur Seamus Murphy reiste mit der Musikerin PJ Harvey durch Krisenregionen. Sie suchte dort Inspiration – zu sehen sind nur kontextlose Impressionen.

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Adèle Haenel

Porträt der jungen Frau in Flammen

(Kinostart: 31.10.) Künstlerin als Kupplerin: Eine Malerin soll inkognito eine Adlige porträtieren, die sich gegen ihre arrangierte Ehe sperrt. Aber nicht gegen eine lesbische Affäre – der feminine Historienfilm von Regisseurin Céline Sciamma ist wunderbar nuanciert.

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Stefan Haupt

Zwingli – Der Reformator

(Kinostart: 31.10.) Gegen Bezahlung aus dem Fegefeuer: Im 16. Jahrhundert sorgte der Kirchenreformator Ulrich Zwingli für Unruhe in der Schweiz. Der Regisseur Stefan Haupt inszeniert sein ungewöhnliches Leben historisch präzise, aber recht didaktisch.

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