Bochum

Black Gold and China

Von Menschen gemachte Mondlandschaften: Der Fotograf Lu Guang dokumentiert Kohle- und Industriereviere. Seine kunstvoll komponierten Aufnahmen zeigen gigantische Umweltzerstörung – diese Reise ins Herz der Finsternis präsentiert das Bergbau-Museum erstmals außerhalb Chinas. ...weiter

München

Fantastisch Real – Belgische Moderne

Die vielfältige Kunst im westlichen Nachbarland von James Ensor bis René Magritte vorzustellen, ist verdienstvoll. Allerdings präsentiert die Kunsthalle sie recht eigenwillig: mit Leihgaben vor allem aus Antwerpen – samt Schwerpunkten und Auslassungen, die teils fragwürdig erscheinen. ...weiter

Berlin

Iran – Kunst und Kultur aus fünf Jahrtausenden

In Persien steht nicht nur eine der Wiegen der Weltzivilisation – die Region verband auch Jahrtausende lang Einflüsse aus Europa mit solchen aus Fernost. Das zeigt eine brillante Ausstellung in der James-Simon-Galerie; sie versammelt tatsächlich 5000 Jahre auf engstem Raum. ...weiter

Juliette Binoche

Wie im echten Leben

(Kinostart: 30.6.) Putzfee ohne Märchenland: Juliette Binoche recherchiert als Autorin inkognito in einer Reinigungskolonne für ein Buch über schlecht bezahlte Drecksjobs. Das inszeniert Regisseur Emmanuel Carrère mit feinem Gespür für Realismus, aber ohne sozialkritische Schärfe. ...weiter

Joel Basman

Abenteuer eines Mathematikers

(Kinostart: 30.6.) Wiedersehen mit der Wasserstoffbombe: Zu ihren Vätern zählt Stanisław Ulam, jüdischer Mathematiker aus Polen. Seinen Werdegang schildert Regisseur Thor Klein – als papiernes Kammerspiel ohne Dramaturgie, aber voller Tekkie-Talk und Ethik-Räsonnement für die Mittelstufe. ...weiter

Baz Luhrmann

Elvis

(Kinostart: 23.6.) Suspicious Minds: In seinem Biopic über den King of Rock’n’Roll beleuchtet Regisseur Baz Luhrmann vor allem das zwiespältige Verhältnis zu seinem Manager Colonel Parker. Dagegen spielen Elvis’ Musik oder peinliche Stationen seiner Karriere kaum eine Rolle. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Die documenta war oft umstritten – aber noch keine hat einen derartigen Eklat verursacht wie die „documenta fifteen“.  Beim Streit über Antisemitismus und die Verantwortung des ruangrupa-Kuratorenkollektivs gerät aus dem Blick, welche thematische Vielfalt die Mega-Schau erneut bietet – etwa eine Mini-Retrospektive zur Roma-Kunst (cf. Startbild); bis 25. September in Kassel.

Auch neu im Kino ab 18. August

  • „Goliath“ mit Pierre Niney („Frantz“, „Yves Saint Laurent“) + Gilles Lelouche („Mein Stück vom Kuchen“): Ökothriller aus Frankreich über den Kampf gegen einen Chemiemulti.
  • „7 Years of Lukas Graham“: Doku über die gleichnamige „Ghetto-Pop“-Band, Weltstars in Dänemark.
  • „Il Mio Corpo“: italienische Doku über Prekariat auf Sizilien – ein Schrottsammler-Kind und ein Immigrant aus Nigeria.
  • „Der ganz große Coup“: italienische Komödie über einen Hundesitter, dem der Hund gestohlen wird.
  • „Jagdsaison“ von Aron Lehmann („Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel“): Komödie – Wellness-Wochenende von drei Frauen droht zu entgleisen, als Freundschaften getestet und Männer begutachtet werden.

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Dortmund

EFIE: The Museum as Home – Kunst aus Ghana

Fufuzelas, Prunkschirme und Vergewaltigungs-Dokus: Im Dortmunder U wird Gegenwartskunst aus Ghana gezeigt – allerdings ohne Erläuterungen zu den Künstlern und ihren Werken. Die königliche Kuratorin Nana Oforiatta Ayim verfolgt andere Ziele. ...weiter

Bremen

Manet und Astruc – Künstlerfreunde

Hinter jedem Starmaler steht ein starker Förderer: Zacharie Astruc war Publizist, Kollege und enger Freund von Édouard Manet. Ohne ihn hätte sich der Impressionismus-Vorreiter kaum so rasch durchgesetzt. Ihr Zusammenspiel zeigt die Kunsthalle Bremen gelungen facettenreich auf. ...weiter

Berlin

Anna Dorothea Therbusch

Wacher Geist, lockerer Pinsel: Die Berliner Malerin Anna Dorothea Therbusch boxte sich im 18. Jahrhundert gegen viele Widerstände durch. Nun erinnert die Gemäldegalerie zum 300. Geburtstag an die Künstlerin, die erst mit mehr als 40 Jahren richtig durchstartete. ...weiter

Jonas Carpignano

Chiara

(Kinostart: 23.6.) Papa ist ein Mafioso: Dieser Schock stellt das Leben eines Mädchens in Süditalien auf den Kopf. Die naturalistische ’Ndrangheta-Studie von Regisseur Jonas Carpignano führt eindrucksvoll vor, wie Angehörige der organisierten Kriminellen ihre Gefangenen werden. ...weiter

Toyoda Toshiaki

Shiver – Die Kunst der Taiko-Trommel

(Kinostart: 23.6.) Big Bang: Die fassförmige Taiko-Trommel aus Japan ist eines der größten Schlaginstrumente der Welt. Das Kodō-Ensemble demonstriert die Vielfalt perkussiver Musikstile – als stimmungsvolle Kombination von Landschaftsaufnahmen und Klang-Performances. ...weiter

Sophie Rois

A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

(Kinostart: 16.6.) Intergenerationelle Amour fou: Eine gealterte Schauspielerin verguckt sich in einen jungen Außenseiter. Beide haben ihre Ticks, verteidigen ihre Zweisamkeit aber entschlossen gegen ihr Umfeld – schön unwahrscheinliche Liebesgeschichte von Regisseurin Nicolette Krebitz. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Hamburg

Toyen

Radikale Einzelgängerin mit vielen engen Freunden: Die tschechische Surrealistin Toyen schuf ein vielseitig leuchtendes Werk, das nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet. Mit einer exzellenten Retrospektive ruft es die Hamburger Kunsthalle in Erinnerung – eine hoch verdiente Wiederentdeckung. ...weiter

Frankfurt am Main

Paula Modersohn-Becker

Märtyrerin der Moderne: So jung Paula Modersohn-Becker starb, so früh wurde sie kultisch verehrt – ihren Fans gilt jedes ihrer Bilder als genial. In der Werkschau der Schirn Kunsthalle entpuppt sich die vermeintliche Vorläuferin des Expressionismus als ideale Projektionsfläche. ...weiter

Berlin

Carl Blechen – Das Einfachste und Schwerste

Keiner ließ Bilder so strahlend leuchten wie er: Der romantische Landschaftsmaler hatte viele Verehrer. Für einen Impressionisten-Vorläufer hielt ihn Max Liebermann, die Nazis missverstanden ihn als Deutschtümler. Die Faszination seiner Bilder ist nun in der Liebermann-Villa zu erleben. ...weiter

Dario Argento

Dark Glasses – Blinde Angst

(Kinostart: 16.6.) Rückkehr des Kunstblut-Königs: Kein Regisseur hat den italienischen Giallo-Horrorfilm so stark geprägt wie Dario Argento. Doch dieses Alterswerk voller Selbstzitate mit vorhersehbarem Plot, hölzernen Dialogen und absurden Schocks zeigt nur, dass sich das Genre überlebt hat. ...weiter

Samuel Finzi

Risiken & Nebenwirkungen

(Kinostart: 9.6.) Wenn der Gatte keine Niere abgeben will: Verweigerte Organspende entzweit ein Wiener Paar. Die Boulevardkomödie verfilmt Regisseur Michael Kreihsl ohne platte Gags, indem er die makabren Umstände seziert – die Eheleute haben sich routiniert auseinander gelebt. ...weiter

Léa Seydoux + Benjamin Biolay

France

(Kinostart: 9.6.) Fernsehen ist gaga, die Realität auch: Seine Satire auf den zeitgenössischen Medienbetrieb garniert Regisseur Bruno Dumont mit brachialem Klamauk und altbackenen Klischees. Das Sammelsurium unausgegorener Ideen kann auch Léa Seydoux in der Hauptrolle nicht retten. ...weiter