Berlin

Horst Janssen zum Neunzigsten

Hausillustrator der alten Bundesrepublik: In den 1970/80er Jahren war Horst Janssen einer ihrer populärsten Künstler. An ihn erinnert eine hübsch komponierte Gedenkschau in der Sammlung Scharf-Gerstenberg – allerdings vorwiegend mit grafischen Zufallsprodukten.

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Wolfsburg

Ryoji Ikeda: data-verse 1+2

Alles hängt mit Allem zusammen: Der japanische Digitalkünstler Ryoji Ikeda veranschaulicht mit Monumental-Projektionen ähnliche Strukturen in Natur und Menschenwelt. Das Kunstmuseum bietet eine Reise vom Atomkern zur Galaxie in zehn Minuten – ein echter Trip.

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München

Die Fäden der Moderne

Die ganze Welt als Wandbehang: In Frankreich wird die Kunst der Tapisserie auf höchstem Niveau gepflegt. Dafür lieferten berühmte Avantgardisten des 20. Jahrhunderts herausragende Entwürfe – die Kunsthalle präsentiert rund 70 beeindruckende Beispiele.

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Massoud Bakhshi

Yalda (A Night for Forgiveness)

(Kinostart: 27.8.) Blutgeld und Einschaltquoten: Der Regisseur Massoud Bakhshi erzählt eindrücklich von einer zum Tode verurteilten jungen Frau, die in einer Reality-Show um ihr Leben kämpft – dieses Fernsehformat gibt es im Iran wirklich.

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Mišel Matičević

Ich bin kein Macho, sondern scheu

Im Hamsterrad des Verdachts: Im Drama „Exil“ spielt Mišel Matičević einen gut integrierten Ingenieur aus dem Kosovo, der argwöhnt, diskriminiert zu werden. Solche Erfahrungen seien ihm nicht fremd, erzählt Matičević im Interview.

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Sandra Hüller

Exil

(Kinostart: 20.8.) Weitergehen, ohne je anzukommen: Wie Kafkas Landvermesser K. jagt der kosovarische Ingenieur Xhafer einem unerreichbaren Ziel hinterher – der Integration. Seine wachsende Paranoia registriert Regisseur Visar Morina mit unbarmherziger Präzision.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Comeback der Kunstreligion, diesmal als Theologie der Befreiung: für diskriminierte Minderheiten aller Couleur. Mit stark katholischem Einschlag – aus dem hispanischen Raum kommt die Mehrheit der Teilnehmer an der 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Neben plakativem Agitprop bietet sie auch farbenfroh sinnliche Arbeiten; bis 1.11. an vier Standorten, darunter KW + Gropiusbau.

Auch neu im Kino ab 15. Oktober

  • „Mrs. Taylor’s Singing Club“ mit Kristin Scott Thomas („The Party“, „Die dunkelste Stunde“): britische Feelgood-Komödie – Frauen von Soldaten, die nach Afghanistan entsandt wurden, gründen Chor für Pop-Evergreens.
  • „Der Bär in mir“: Reise nach Alaska ins Land der Grizzlys.
  • „Oeconomia“: Doku über Turbokapitalismus zwischen Verschuldung und Rekordgewinnen.
  • Der geheime Garten“ mit Colin Firth („1917“, „Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft“): Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers von 1911 über ein Mädchen, das einen magischen Garten entdeckt.
  • „I am Greta“: Doku über die Klimaaktivistin Greta Thunberg, Start: 16.10.

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Hamburg

Goya, Fragonard, Tiepolo

Hinfort mit Akademie-Regeln: Der Italiener Tiepolo, der Franzose Fragonard und der Spanier Goya etablierten nach 1750 eine neue, lockere Malweise. Ihre „Freiheit der Malerei“ vergleicht die Kunsthalle erstmals systematisch, doch mit begrenzter Reichweite.

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Karlsruhe

Hans Baldung Grien

Benannt nach seiner Lieblingsfarbe: Hans Baldung Grien war der talentierteste Mitarbeiter von Albrecht Dürer – und überflügelte seinen Meister bald durch Wagemut. Alle Facetten des Ausnahmekünstlers zeigt die grandiose Werkschau in der Staatlichen Kunsthalle.

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Berlin

Micro Era – Medienkunst aus China

Alles so schön bunt hier: Zur Feier von 25 Jahren Städtepartnerschaft Berlin-Beijing wird im Kulturforum Sino-Medienkunst gezeigt. Vier Kuratoren präsentieren nur vier Künstler – mit beliebigen Bilderbögen, die Kritik und Kontroverses weitgehend aussparen.

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Ethan Hawke

Tesla

(Kinostart: 20.8.) Wie ein Griff in die Steckdose: Das Leben des exzentrischen Elektro-Erfinders Nikola Tesla verfilmt Regisseur Michael Almereyda als wirre Freistil-Übung – bedeutungshuberndes Technik-Geschwafel dürfte alle Nicht-Nerds abschrecken.

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Marco Bellocchio

Il Traditore– Cosa-Nostra-Kronzeuge

(Kinostart: 13.8.) Wie man eine Verbrecher-Organisation zerschlägt: Der Kronzeuge Tommaso Buscetta brachte in den 1980/90ern Hunderte von Mafiosi in den Knast. Das zeichnet Regisseur Marco Bellocchio grandios nüchtern und schnörkellos nach – ein monumentales Anti-Mafia-Epos.

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Javier Bardem + Ellen Fanning

Wege des Lebens – Roads not taken

(Kinostart: 13.8.) Papa ist Gemüse: Eine Tochter müht sich mit ihrem demenzkranken Vater ab, der von quälenden Visionen heimgesucht wird. Dessen Innenleben veranschaulicht Regisseurin Sally Potter plausibel; Javier Bardem spielt ihn meisterlich nuanciert.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • Masculinities: Liberation through Photography vom 16.10. bis 10.1.2021 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Federico Fellini – Von der Zeichnung zum Film“ vom 23.10. bis 9.2.2021 im Museum Folkwang, Essen
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2.2021 im Museum Barberini, Potsdam
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4.2021 in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5.2021 in der Schirn, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  3. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  4. „Enfant Terrible“ von Oskar Roehler mit Oliver Masucci
  5. „Milla meets Moses“ von Shannon Murphy
  6. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  7. „Vergiftete Wahrheit (Dark Waters)“ von Todd Haynes
  8. „Die Misswahl“ von Philippa Lowthorpe mit Keira Knightley
  9. „Unser Boden, unser Erbe“ von Marc Uhlig
  10. „David Copperfield“ von Armando Iannucci mit Dev Patel
Potsdam

Van Gogh – Stillleben

Kartoffeln und Kohl anstelle von Sonnenblumen: Die Van-Gogh-Ausstellung im Museum Barberini überrascht mit unscheinbaren Sujets und altmeisterlich gemalten Frühwerken. Nur 27 Gemälde bieten einen Überblick über die gesamte künstlerische Entwicklung.

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Mannheim

Javagold – Pracht und Schönheit

Im Antiquitäten-Juwelierladen: Die Reiss-Engelhorn-Museen präsentieren historische Preziosen aus Java als funkelndes Augenpulver, ohne diese exotische Hochkultur gebührend zu erläutern. So bleibt es bei Bling-Bling in edlem Ambiente – eine verpasste Gelegenheit.

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Stuttgart

Tiepolo – Der beste Maler Venedigs

Giovanni Battista Tiepolo war der wohl bedeutendste Maler des 18. Jahrhunderts – keiner verband Erhabenes und Verspieltes so geschickt wie er. Zum 250. Todestag präsentiert die Staatsgalerie sein Gesamtwerk – ein Fest fürs Auge in delikaten Pastellfarben.

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Marcell Jankovics

Sohn der weissen Stute

(Kinostart: 13.8.) Psychedelischer Rausch trifft Volksmärchen: Der Regisseur Marcell Jankovics schuf vor fast 40 Jahren eine wilde Orgie an Farben und Formen. Nun ist sein inhaltlich eher traditionelles Märchen endlich hierzulande zu bewundern.

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Leonardo DiCaprio

Inception (WA)

(Kinostart: 14.8.) In wessen Unterbewusstsein sind wir? 2010 drehte Regisseur Christopher Nolan einen verschachtelten SciFi-Psychothriller über manipulierbare Träume. Seine komplexe Kopfgeburt kommt wieder ins Kino – und soll wohl über die Verschiebung von „Tenet“ hinwegtrösten.

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Steve Carell

Irresistible – Unwiderstehlich

(Kinostart: 6.8.) Jeder kann es schaffen: Ein PR-Profi will mit viel Getöse einen Nobody zum Bürgermeister machen. Regisseur Jon Stewart seziert genüsslich die Inhaltsleere des US-Politbetriebs – auch wenn manche Gags hierzulande kaum verständlich sind.

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