Frankfurt am Main

Marcel Duchamp

Minimaler Aufwand, maximale Wirkung: Mit der Erfindung von Readymades wurde Marcel Duchamp zum Pionier der Konzeptkunst. Seinem Gesamtwerk widmet das Museum für Moderne Kunst (MMK) die erste Retrospektive seit zwei Dekaden – von konventionellen Anfängen bis zu zotigen Kalauern. ...weiter

Berlin

Das Kleine Grosz Museum – Neueröffnung

Statt Zapfsäulen nun Zeichnungs-Galerie: Das neue Museum für den giftigsten und schonungslosesten Künstler der Weimarer Republik bezieht Quartier in einer ehemaligen Tankstelle. Zum Auftakt zeigt es sein Frühwerk von ersten Skizzen bis zu furiosen Motiven voller Wut und Weltekel. ...weiter

Kassel

documenta fifteen

Die documenta ist tot, es lebe die documenta: Die weltgrößte Ausstellung für zeitgenössische Kunst wird vom indonesischen ruangrupa-Kollektiv völlig umgekrempelt – und in ein gut gelauntes Graswurzel-Initativen-Festival im durchökonomisiert-pazifischen Zeitalter verwandelt. ...weiter

Thomas von Steinaecker

Werner Herzog – Radical Dreamer

(Kinostart: 27.10.) Die Welt als Abenteuerspielplatz – ihn hat Werner Herzog bis an die Grenzen des Sichtbaren ausgelotet. Höhepunkte seines Riesenwerks von 70 Filmen lässt Thomas von Steinaeckers Doku unprätentiös Revue passieren; eine wunderbare Würdigung zum 80. Geburtstag. ...weiter

Henriette Confurius

Schweigend steht der Wald

(Kinostart: 27.10.) Und ewig schweigen die Wälder: Studentin Anja will das Verschwinden ihres Vaters in der Oberpfalz aufklären. Sie stößt auf eine Mauer des Schweigens – Regisseurin Saralisa Volm inszeniert ihr Debüt als düster grünstichigen Thriller, in dem die Wahrheit unter dem Wurzelwerk liegt. ...weiter

Jean Dujardin

November

(Kinostart: 20.10.) Sieben Jahre nach den Attentaten von Paris mit 130 Opfern kommt der erste Film über die Terroranschläge ins Kino: Regisseur Cédric Jimenez schildert sie ausschließlich aus Sicht der Ermittler. Sein temporeicher Action-Thriller ist detailgetreu inszeniert, blendet aber Täter-Motive aus. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Er ist weniger berühmt als andere Renaissance-Genies, doch der Florentiner Bildhauer Donatello (1386-1466) war einer der innovativsten Künstler seiner Epoche – auf ihn gehen zahllose Neuerungen zurück. „Donatello – Erfinder der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie ist eine hervorragende Werkschau mit vielen noch nie in Deutschland gezeigten Arbeiten; noch bis 8. Januar.

Auch neu im Kino ab 8. Dezember

  • A Christmas Story Christmas: Leise rieselt der Stress“: Familien-Film über Vater, der seinen Kindern ein so schönes Weihnachtsfest wie in seiner Kindheit ausrichten will.
  • „Goodbye, Don Glees!“: Animationsfilm aus Japan über zwei jugendliche Außenseiter, die für einen Waldbrand verantwortlich gemacht werden.
  • „Irrlicht“ von João Pedro Rodrigues („Der Ornithologe“): schräg-schwule SciFi-Komödie  aus Spanien – König auf Sterbebett blickt auf seine Jugend zurück, als er als Feuerwehrmann mit seinem Ausbilder anbandelte.
  • „Der Räuber Hotzenplotz“ mit August Diehl („Der junge Karl Marx“): Verfilmung des Kinderbuchs von Ottfried Preußler.
  • Terrifier 2″: Horrorfilm über mörderischen Clown.

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Berlin

12. Berlin Biennale – Still Present!

Kunst als Antwort auf drei große Menschheitsfragen: Für die 12. Berlin Biennale hat sich Kurator Kader Attia viel vorgenommen. Das können die 70 Teilnehmer kaum einlösen: Die meisten Beiträge verausgaben sich in überambitionierten Materialschlachten oder drastischer Elends-Dokumentation. ...weiter

Wolfsburg

Checkpoint – Grenzblicke aus Korea

Wo die Mauer noch steht: Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea gilt als die unüberwindlichste der Welt. Mit den Folgen beschäftigen sich Werke von 19 Künstlern im Kunstmuseum – leider fast ohne dringend nötige Erläuterungen, so dass Langnasen meist nur Chinesisch verstehen. ...weiter

Berlin

Opera Opera – Allegro ma non troppo

Heiter, aber nicht zu sehr: Das PalaisPopulaire zeigt Werke von 35 Gegenwartskünstlern, die sich mit dem Musiktheater beschäftigen. Die meisten Beiträge kommen aus dem MAXXI-Museum in Rom, doch italienischer Belcanto-Schmelz bleibt außen vor – die Schau ähnelt eher deutschem Regietheater. ...weiter

Sönke Wortmann

Der Nachname

(Kinostart: 22.10.) Familiendrama im Ferienhaus: Die Mutter heiratet ihren Adoptivsohn, die Tochter der Haushälterin soll als Leihmutter ein Kind für sie austragen. Den Nachfolger seiner „Vornamen“-Erfolgskomödie vergeigt Regisseur Sönke Wortmann mit kleinlichen Konflikten und verschleppter Komik. ...weiter

Susanne Regina Meures

Girl Gang

(Kinostart: 20.10.) Glitzer-Girlie im Konsum-Wunderland: Eine Influencerin hat in den Sozialen Medien enormen Erfolg, indem sie ihr ganzes Leben für die Kamera inszeniert. Welch hohen Preis das Mädchen dafür zahlt, zeigt Regisseurin Susanne Regina Meures in ihrer sensiblen Langzeitbeobachtung. ...weiter

Ruben Östlund

Triangle of Sadness

(Kinostart: 13.10.) Bermudadreieck der Traurigkeit: Der schwedische Regisseur Ruben Östlund versenkt einen Luxusliner voller dekadenter Zeitgenossen – und lässt auf einer Robinson-Insel die Klassengesellschaft wieder auferstehen. Für die herrlich ätzende Parabel gab es die Goldene Palme 2022. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund
    2. „The Menu“ von Mark Mylod mit Ralph Fiennes
    3. „Bones and all“ von Luca Guadagnino
    4. Hallelujah: Leonard Cohen, a Journey, a Song“
    5. Die Stillen Trabanten“ von Thomas Stuber
    6. „Mehr denn je“ von Emily Atef
    7. „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ von A. Fabian
    8. „Zeiten des Umbruchs“ von James Gray
    9. „Call Jane“ mit Sigourney Weaver
    10. „Emily“ von Frances O’Connor
Venedig

59. Biennale Venedig: The Milk of Dreams

Alles wuchert, wabert und wandelt sich unaufhörlich: Die Mega-Ausstellung in der Lagunenstadt feiert die Fantasie, Mythen und das Irrationale. Kuratorin Cecilia Alemani reagiert auf das von Corona erschütterte Körperbewusstsein – sie lässt Tiere und Pflanzen mit Menschenleibern verschmelzen. ...weiter

Berlin

Beirut and the Golden Sixties

Die lange Levante-Party der 1960er Jahre: Damals war Beirut Banktresor und Amüsiermeile der arabischen Welt. Und ihr Kulturzentrum – Kunst, die dort entstand, beeindruckt durch Virtuosität und Sinnlichkeit. Das führt ein faszinierender Epochen-Rückblick im Gropius Bau mit origineller Inszenierung vor. ...weiter

Hamburg

Making History – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Ein kalkulierter Skandal: Auf seinem monumentalen Historienbild von Karl V. ließ Hans Makart 1878 feine Wiener Damen nackt um den Kaiser tänzeln. Der 50 Quadratmeter große Ölschinken prangt wieder in der Kunsthalle – als Blickfang einer prunkvollen Ausstellung über Salonmalerei-Schaueffekte. ...weiter

Daniela Abke

Belleville. Belle et Rebelle

(Kinostart: 13.10.) Wie aus der Zeit gefallen: Das Café Musette „Vieux Belleville“ im gleichnamigen Pariser Stadtteil ist ein Anlaufpunkt für sangesfreudige Nonkonformisten. Sie porträtiert Regisseurin Daniela Abke liebevoll, einfühlsam und völlig unsentimental in stimmungsvollem Schwarzweiß. ...weiter

Maggie Peren

Der Passfälscher

(Kino-Start: 13.10.) Gut getarnt durch Uniform und schneidiges Auftreten: Regisseurin Maggie Peren lässt den jüdischen Zeichner Cioma Schönhaus im Jahr 1942 unbehelligt durch Berlin im Zweiten Weltkrieg ziehen. Bei aller lässigen Nonchalance bleibt unklar, woher er Kraft und Mut dazu nimmt. ...weiter

Ulrich Seidl

Rimini

(Kinostart: 6.10.) Nur die Liebe zählt: Regisseur Ulrich Seidl porträtiert einen abgetakelten Schlagerfuzzi, der in der Nachsaison Rentnerinnen mit Schnulzen und mehr beglückt. Diese dubiose Rampensau spielt Michael Thomas mit derartiger Verve, dass man flugs seinem Fanclub beitreten will. ...weiter