Frankfurt am Main

Nennt mich Rembrandt!

Wie man den Glanz des Goldenen Zeitalters auf sich lenkt: Das Städel beleuchtet, wie sich Rembrandt in der Metropole Amsterdam als bestens bezahlter Großkünstler etablierte. Diese höchst anschauliche Betrachtung des Kunstbetriebs vor 400 Jahren blendet allerdings seinen Ruin aus. ...weiter

Berlin

The Cool and the Cold

Als der Kalte Krieg noch heiß war: Der Martin-Gropius-Bau zeigt Malerei, die zwischen 1960 und 1990 in den USA und der Sowjetunion entstanden ist. Eine kluge Auswahl legt unvermutete Ähnlichkeiten in der Kunst der beiden Supermächte frei – die Extreme berühren sich. ...weiter

Halle (Saale)

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra

Kosmischer Kalender aus Gold und Bronze: Das 1999 gefundene Prunkstück erweitert unser Wissen über die Frühbronzezeit in Mitteleuropa erheblich. Das zeigt eine große Themenschau im Landesmuseum für Vorgeschichte, die allerdings im Kleinklein der Fundstätten ausfranst. ...weiter

Volker Schlöndorff

Der Waldmacher

(Kinostart: 7.4.) Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute einen Busch stutzen: Mit dieser Methode forstet ein Australier afrikanische Landstriche auf. Ihn porträtiert Regisseur Volker Schlöndorff – doch seine Doku wechselt arg häufig Themen und Drehorte. ...weiter

Audrey Diwan

Das Ereignis

(Kinostart: 31.3.) Mein Bauch gehört mir: Eine ungewollt schwangere Studentin nimmt 1963 gegen alle Widerstände eine Abtreibung vor. Die kühle Seelenqualen-Chronik von Regisseurin Audrey Diwan nach einer Vorlage von Annie Ernaux scheut keine Drastik – prämiert mit der Goldenen Palme 2021. ...weiter

Asghar Farhadi

A Hero – Die verlorene Ehre des Herrn Soltani

(Kinostart: 31.3.) Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert: Ein Schuldner will sich mit guten Taten aus der Haft befreien, verstrickt sich aber in ein Notlügengespinst. Regisseur Asghar Farhadi erweist sich abermals als Meister psychologisch komplexer Kino-Kammerspiele. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Kaum zu glauben, dass Beirut, Hauptstadt des krisengeschüttelten Libanon, in den 60er/70er Jahren als „Paris des Nahen Ostens“ galt. Libanesische Künstler waren auf der Höhe der Nachkriegsmoderne: Das zeigt der famose Epochen-Rückblick „Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility“ mit rund 220 Arbeiten von 35 Künstlern im Berliner Gropius-Bau – zu sehen bis 12. Juni.

Auch neu im Kino ab 19. Mai

  • Dog“ von und mit Channing Tatum („Logan Lucky“, „Magic Mike“): US-Komödie über einen Army Ranger mit Hund auf einem Roadtrip entlang des Pacific Coast Highway.
  • „Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona“: spanische Komödie über drei Elektro-Installateure, ihre Probleme mit Kunden + Alltagsrassismus.
  • „Bettina“: Doku über die Liedermacherin Bettina Wegner.
  • „Fuchs im Bau“ mit Maria Hofstätter („Paradies: Glaube“) + Sibel Kekilli („What a man“): Drama über Gefängnis-Pädagogen mit unkonventionellen Methoden.
  • „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“: Doku über Extremsportler und seinen Triathlon rund um die Welt.

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Berlin

Magische Spiegelungen – J. E. Hummel

Spieglein, Spieglein an der Wand: Im 19. Jahrhundert konstruierte keiner vertracktere Licht- und Schattenspiele als Johann Erdmann Hummel. Dem magischen Realisten widmet die Alte Nationalgalerie die erste große Retrospektive seit fast 100 Jahren. ...weiter

Potsdam

Impressionismus in Russland

Im Zarenreich skeptisch beäugt, in der Sowjetunion verpönt: Die kurze Blüte des russischen Impressionismus ist wenig bekannt. Obwohl er Freiräume eröffnete, die berühmten Avantgardisten den Weg ebneten, wie das Museum Barberini eindrucksvoll veranschaulicht. ...weiter

Berlin

Yael Bartana – Redemption Now

Messianische Pläne für Millionen: Die israelische Videokünstlerin Yael Bartana beschäftigt sich bevorzugt mit Heilversprechen. Ihr richtet das Jüdische Museum Berlin die erste große Werkschau aus – ohne Instant-Erlösung, dafür mit Albert Speers megalomanen Germania-Entwürfen. ...weiter

Juho Kuosmanen

Abteil Nr. 6

(Kinostart: 31.3.) Pfannkuchen mit Wodka im „Wagon-Restoran“: Langstreckenfahrten in russischen Nachtzügen sind legendär. Regisseur Juho Kuosmanen lässt eine finnische Studentin ans Polarmeer fahren – in einer stimmungsvoll melancholischen Zeit-Zugreise. ...weiter

Jake Gyllenhaal

Ambulance

(Kinostart: 24.3.) Schleudern und schießen, bis der Arzt kommt: Im Action-Reißer von Regisseur Michael Bay wollen zwei Bankräuber ausgerechnet in einem Krankenwagen der Polizei entfliehen. Bei der Helikopter-Hetzjagd durch die Straßen von Los Angeles bleibt jede Plausibilität auf der Strecke. ...weiter

Joaquin Phoenix

Come on, Come on

(Kinostart: 24.3.) Kinderbetreuung zwischen Ost- und Westküste: Weil Mutter länger verreist ist, kümmert sich ein New Yorker Single um seinen neunjährigen Neffen aus L.A.. Regisseur Mike Mills gelingt ein sensibles Psychogramm in Schwarzweiß – mit perfekter Balance zwischen Witz und Ernst. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Everything Everywhere All At Once“
    2. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
    3. „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ von S. Curtis
    4. „The Northman“ von Robert Eggers
    5. „Eingeschlossene Gesellschaft“ von S. Wortmann
    6. „Meine schrecklich verwöhnte Familie“
    7. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben e. Träumers“
    8. „Blutsauger“ von Julian Radlmaier
    9. „Memoria“ mit Tilda Swinton
    10. „Das Licht, aus dem die Träume sind“ von P. Nalin
Riehen bei Basel

Goya

Ein Hofmaler, der vor Darstellungen grässlichster Grausamkeiten nicht zurückschreckte: Francisco de Goya war der wohl widersprüchlichste Künstler um 1800. Das zeigt die opulent bestückte Werkschau, die ihm die Fondation Beyeler ausrichtet. ...weiter

Hamburg

Out of Space

Plötzlich diese Übersicht: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert Raumbegriffe und -vorstellungen seit den 1970er Jahren. Die Minimalisten stellten den Begriff des Originals infrage – heutige Digital-Simulationen erscheinen eher als Eskapismus. ...weiter

Berlin

Neueröffnung Museen Humboldt Forum

Globalkunst ohne Globalisierung: Das Humboldt Forum ergibt sich der Postkolonialismus-Debatte, betrachtet aber ansonsten alle Kulturen isoliert. Trotz steriler Überwältigungs-Ästhetik beglückt das Wiedersehen mit fantastischen Meisterwerken. ...weiter

Zaida Bergroth

Tove

(Kinostart: 24.3.) Aus dem Leben eines finnlandschwedischen Freigeistes: Tove Jansson, die Zeichnerin der Mumins, war weit mehr als eine Erfinderin drolliger Figuren. Regisseurin Zaida Bergroth widmet ihr ein sinnliches Biopic, das sich um eine Dreiecksbeziehung dreht. ...weiter

Céline Sciamma

Petite Maman – Als wir Kinder waren

(Kinostart: 17.3.) Aufregendes Gedankenspiel: Was wäre, wenn man seinen Eltern begegnen könnte, als diese noch Kinder waren? Regisseurin Céline Sciamma inszeniert in ruhigen, detailreichen Bildern eine eigenwillige Zeitreise ohne Anklänge an Science Fiction. ...weiter

Nanni Moretti

Drei Etagen

(Kinostart: 17.3.) Männer sind Schweine: Im römischen Mietshaus herrschen Misstrauen, Gefühlskälte und blanker Hass. Das bekommt dem Episodenfilm von Regisseur Nanni Moretti schlecht – sein Sammelsurium aus Schuldzuweisungen wirkt willkürlich und dürftig konstruiert. ...weiter