Bremen

Manet und Astruc – Künstlerfreunde

Hinter jedem Starmaler steht ein starker Förderer: Zacharie Astruc war Publizist, Kollege und enger Freund von Édouard Manet. Ohne ihn hätte sich der Impressionismus-Vorreiter kaum so rasch durchgesetzt. Ihr Zusammenspiel zeigt die Kunsthalle Bremen gelungen facettenreich auf. ...weiter

Berlin

Anna Dorothea Therbusch

Wacher Geist, lockerer Pinsel: Die Berliner Malerin Anna Dorothea Therbusch boxte sich im 18. Jahrhundert gegen viele Widerstände durch. Nun erinnert die Gemäldegalerie zum 300. Geburtstag an die Künstlerin, die erst mit mehr als 40 Jahren richtig durchstartete. ...weiter

Hamburg

Toyen

Radikale Einzelgängerin mit vielen engen Freunden: Die tschechische Surrealistin Toyen schuf ein vielseitig leuchtendes Werk, das nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet. Mit einer exzellenten Retrospektive ruft es die Hamburger Kunsthalle in Erinnerung – eine hoch verdiente Wiederentdeckung. ...weiter

Cédric Klapisch

Das Leben ein Tanz

(Kinostart: 8.9.) Karriereknick durch Knacks im Knöchel: Nach ihrem Unfall muss eine Ballerina die Bühne verlassen. Wie ihr Zufälle helfen, sich neu zu orientieren, zeigt Regisseur Cédric Klapisch so lebhaft wie einfühlsam – und mit atemberaubenden Tanzszenen. ...weiter

Blerta Basholli

Hive

(Kinostart: 8.9.) Paprika-Püree als Emanzipations-Vehikel: Damit befreit sich eine junge Witwe im Kosovo aus der Bevormundung der patriarchalischen Dorfgemeinschaft. Ihre Selbstermächtigung begleitet Regisseurin Blerta Basholli mit Bildern, die lange nachhallen. ...weiter

Berlin

Werner Herzog

Jeder für sich und Gott gegen alle: In 60 Jahren hat Werner Herzog rund 70 Filme gedreht – als Einzelkämpfer. Die Gedenkschau der Deutschen Kinemathek zum 80. Geburtstag fällt nach gelungenem Auftakt stark ab; sie setzt zu sehr auf Digital-Gadgets anstatt auf ekstatische Wahrheiten. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Er ist weniger berühmt als andere Renaissance-Genies, doch der Florentiner Bildhauer Donatello (1386-1466) war einer der innovativsten Künstler seiner Epoche – auf ihn gehen zahllose Neuerungen zurück. „Donatello – Erfinder der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie ist eine hervorragende Werkschau mit vielen noch nie in Deutschland gezeigten Arbeiten; noch bis 8. Januar.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Mehr denn je“ von Emily Atef („3 Tage in Quiberon“) mit Vicky Krieps („Corsage“): Drama über eine Frau, die ihren Partner für einen norwegischen Blogger verlässt.
  • „Der kleine Nick erzählt vom Glück“: Animationsfilm aus Frankreich über die berühmte Figur des jüngst verstorbenen Zeichners Sempé.
  • „Sonne“: Drama über drei muslimische Influencerinnen in Österreich, die in Hijabs Musikvideos drehen.
  • Medusa“: feministische Groteske aus Brasilien über Sittenwächterinnen, die evangelikale Moral durchsetzen.
  • „Violent Night“: Action-Comedy über den Weihnachtsmann im Kampf gegen Söldner, die Geiseln genommen haben.

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Frankfurt am Main

Paula Modersohn-Becker

Märtyrerin der Moderne: So jung Paula Modersohn-Becker starb, so früh wurde sie kultisch verehrt – ihren Fans gilt jedes ihrer Bilder als genial. In der Werkschau der Schirn Kunsthalle entpuppt sich die vermeintliche Vorläuferin des Expressionismus als ideale Projektionsfläche. ...weiter

Berlin

Carl Blechen – Das Einfachste und Schwerste

Keiner ließ Bilder so strahlend leuchten wie er: Der romantische Landschaftsmaler hatte viele Verehrer. Für einen Impressionisten-Vorläufer hielt ihn Max Liebermann, die Nazis missverstanden ihn als Deutschtümler. Die Faszination seiner Bilder ist nun in der Liebermann-Villa zu erleben. ...weiter

Halle (Saale)

Sittes Welt – Willi Sitte: Die Retrospektive

Auf zum letzten Gefecht: Wille Sitte war der umstrittenste Künstler der DDR. Zum 100. Geburtstag widmet ihm das Kunstmuseum Moritzburg die erste Werkschau seit gut 30 Jahren – ein Panoptikum zwischen Propaganda und Porno-Barock. ...weiter

Ryusuke Hamaguchi

Das Glücksrad

(Kinostart: 1.9.) Menschen denken, Liebesgötter lenken: Wie amouröse Wünsche und Pläne an Zufällen zerschellen, spielt der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi in drei Episoden durch. Sie wirken ruhig und alltäglich, doch unter der Oberfläche brodeln existentielle Emotionen – ein Meisterwerk. ...weiter

Isabelle Huppert + Lars Eidinger

Die Zeit, die wir teilen

(Kinostart: 1.9.) Als Au-pair-Mädchen schwanger, als Mutter alleinerziehend, als Verlegerin mit ihrem Starautor liiert: In diesem Film hat Isabelle Huppert schon viel erlebt. Ihre emotionale Biographie erzählt Regisseur Laurent Larivière als schwelgerisches Melodram in artifizieller Atmosphäre. ...weiter

Adrian Goiginger

Märzengrund

(Kino-Start: 25.8.) Flucht nach oben: Um seinem haustyrannischen Vater zu entfliehen, zieht sich ein Bauernsohn ins Hochgebirge zurück – wo er sein Leben lang bleibt. Das Alpendrama von Felix Mitterer verfilmt Regisseur Adrian Goiginger mit grandiosen Natur-Aufnahmen, aber zu vielen Zeitsprüngen. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund
    2. „Bones and all“ von Luca Guadagnino
    3. „The Menu“ von Mark Mylod mit Ralph Fiennes
    4. Hallelujah: Leonard Cohen, a Journey, a Song“
    5. „Zeiten des Umbruchs“ von James Gray
    6. „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ von A. Fabian
    7. „Emily“ von Frances O’Connor
    8. „Die Goldenen Jahre“ von Barbara Kulcsar
    9. „Mittagsstunde“ mit Charly Hübner
    10. „Grump“ von Mika Kaurismäki
Berlin

Ways of Seeing Abstraction

Anything goes, solange es ungegenständlich ist: Abstrakte Kunst seit den 1960er Jahren kennt zahllose Spielarten. Das zeigt eine Schau im PalaisPopulaire mit Werken aus der Sammlung der Deutschen Bank – von Lochkarten über Jalousien bis zum Raumpfeiler-Quadrat. ...weiter

Berlin

documenta. Politik und Kunst

Altnazis und Antikommunismus: Das Deutsche Historische Museum zeichnet die Entwicklung der größten Ausstellung für zeitgenössische Kunst nach. Mit wenig Interesse für deren Eigenlogik und Perspektiven – ein papierner Rückblick macht die üblichen Buhmänner dingfest. ...weiter

Frankfurt am Main

Nennt mich Rembrandt!

Wie man den Glanz des Goldenen Zeitalters auf sich lenkt: Das Städel beleuchtet, wie sich Rembrandt in der Metropole Amsterdam als bestens bezahlter Großkünstler etablierte. Diese höchst anschauliche Betrachtung des Kunstbetriebs vor 400 Jahren blendet allerdings seinen Ruin aus. ...weiter

Noël Alpi

Die Farbe des Windes

(Kinostart: 25.8.) Verschon’ mein Haus, zünd’ andere an: Alle sind für sauberen Ökostrom, aber kaum jemand möchte ein Windrad in der Nachbarschaft haben. Diesen Widerspruch spielt Regisseur Noël Alpi am Beispiel einer französischen Familie durch – leider unplausibel und zäh mit holprigen Dialogen. ...weiter

Olivia Newman

Der Gesang der Flusskrebse

(Kinostart: 18.8.) Erst Robinsonade, dann Mordverdacht: Dagegen wehrt sich ein Mädchen, das isoliert im Sumpf lebt. Die Verfilmung des Weltbestsellers von Delia Owens ertränkt Regisseurin Olivia Newman im Kitsch – trotz malerischer Naturaufnahmen und überzeugend agierender Hauptdarsteller. ...weiter

Stanisław Mucha

Wettermacher

(Kinostart: 18.8.) Lagerkoller als vorherrschende Lebensform: Vier Bewohner einer russischen Polarstation sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Davon berichtet Regisseur Stanisław Mucha nur auf der Tonspur – seine Doku-Kamera schwelgt in monotonen Bildern unwirtlicher Weiten. ...weiter