Berlin

The Cool and the Cold

Als der Kalte Krieg noch heiß war: Der Martin-Gropius-Bau zeigt Malerei, die zwischen 1960 und 1990 in den USA und der Sowjetunion entstanden ist. Eine kluge Auswahl legt unvermutete Ähnlichkeiten in der Kunst der beiden Supermächte frei – die Extreme berühren sich. ...weiter

Halle (Saale)

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra

Kosmischer Kalender aus Gold und Bronze: Das 1999 gefundene Prunkstück erweitert unser Wissen über die Frühbronzezeit in Mitteleuropa erheblich. Das zeigt eine große Themenschau im Landesmuseum für Vorgeschichte, die allerdings im Kleinklein der Fundstätten ausfranst. ...weiter

Berlin

Magische Spiegelungen – J. E. Hummel

Spieglein, Spieglein an der Wand: Im 19. Jahrhundert konstruierte keiner vertracktere Licht- und Schattenspiele als Johann Erdmann Hummel. Dem magischen Realisten widmet die Alte Nationalgalerie die erste große Retrospektive seit fast 100 Jahren. ...weiter

Carla Simon

Alcarràs – Die letzte Ernte

(Kino-Start: 11.8.) Wenn Pfirsichbäume dem Solarpark weichen müssen: Wie eine katalanische Obstbauern-Familie ihre Existenzgrundlage verliert, beobachtet Regisseurin Carla Simón so einfühlsam wie unsentimental – ihr flirrend vielschichtiges Modernisierungs-Dokudrama gewann den Goldenen Bären. ...weiter

Timothy Spall

Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr

(Kinostart: 11.8.) Neun-Euro-Ticket auf britisch: Im Vereinigten Königreich fahren Rentner kostenlos mit dem ÖPNV. So bringt ein Greis die Asche seiner Gattin zurück in ihre frühere Heimat – Regisseur Gillies MacKinnon klappert mit diesem Nieselwetter-Roadmovie klischeehafte Episoden ab. ...weiter

Jordan Peele

Nope

(Kinostart: 11.8.) Im Banne des Lebewesen verschlingenden Staubsauger-UFOs: Für sein auf den Kopf gestelltes Quasi-Remake von „Der weiße Hai“ mixt Regisseur Jordan Peele Familiensaga, Western, Science Fiction und Horror zu anspielungsreichem Referenzkino, das die Zuschauer etwas überfordert. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Er ist weniger berühmt als andere Renaissance-Genies, doch der Florentiner Bildhauer Donatello (1386-1466) war einer der innovativsten Künstler seiner Epoche – auf ihn gehen zahllose Neuerungen zurück. „Donatello – Erfinder der Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie ist eine hervorragende Werkschau mit vielen noch nie in Deutschland gezeigten Arbeiten; noch bis 8. Januar.

Auch neu im Kino ab 1. Dezember

  • „Mehr denn je“ von Emily Atef („3 Tage in Quiberon“) mit Vicky Krieps („Corsage“): Drama über eine Frau, die ihren Partner für einen norwegischen Blogger verlässt.
  • „Der kleine Nick erzählt vom Glück“: Animationsfilm aus Frankreich über die berühmte Figur des jüngst verstorbenen Zeichners Sempé.
  • „Sonne“: Drama über drei muslimische Influencerinnen in Österreich, die in Hijabs Musikvideos drehen.
  • Medusa“: feministische Groteske aus Brasilien über Sittenwächterinnen, die evangelikale Moral durchsetzen.
  • „Violent Night“: Action-Comedy über den Weihnachtsmann im Kampf gegen Söldner, die Geiseln genommen haben.

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Potsdam

Impressionismus in Russland

Im Zarenreich skeptisch beäugt, in der Sowjetunion verpönt: Die kurze Blüte des russischen Impressionismus ist wenig bekannt. Obwohl er Freiräume eröffnete, die berühmten Avantgardisten den Weg ebneten, wie das Museum Barberini eindrucksvoll veranschaulicht. ...weiter

Berlin

Yael Bartana – Redemption Now

Messianische Pläne für Millionen: Die israelische Videokünstlerin Yael Bartana beschäftigt sich bevorzugt mit Heilversprechen. Ihr richtet das Jüdische Museum Berlin die erste große Werkschau aus – ohne Instant-Erlösung, dafür mit Albert Speers megalomanen Germania-Entwürfen. ...weiter

Riehen bei Basel

Goya

Ein Hofmaler, der vor Darstellungen grässlichster Grausamkeiten nicht zurückschreckte: Francisco de Goya war der wohl widersprüchlichste Künstler um 1800. Das zeigt die opulent bestückte Werkschau, die ihm die Fondation Beyeler ausrichtet. ...weiter

Romain Duris

Warten auf Bojangles

(Kinostart: 4.8.) Tanz auf dem High-Society-Vulkan: In mondänen Villen an der Côte d’ Azur beginnt eine Amour Fou, die in der Psychiatrie endet. Regisseur Regis Roinsard verfilmt sein Melodram mit viel Retrocharme und bonbonbunter Ausstattung, behandelt sein ernstes Thema aber auch mit Feingefühl. ...weiter

Stefan Sarazin + Peter Keller

Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie

(Kinostart: 4.8.) Wer’s glaubt, wird selig: Dem Regie-Duo Sarazin und Keller schwebte wohl die ultimative Versöhnungs-Komödie vor. Doch ihr Roadmovie über einen orthodoxen Juden im Schlepptau eines Beduinen witzelt sich bizarr durch die Sinai-Wüste – grob patriarchalisch und arg unplausibel. ...weiter

Javier Bardem

Der perfekte Chef

(Kino-Start: 28.7.) Neueste Management-Methoden auf Spanisch: Um einen Preis der Bezirksregierung zu gewinnen, tut Javier Bardem als Firmenboss wirklich alles. Die Unternehmensführungs-Satire von Regisseur Fernando León de Aranoa gleitet ins Düstere ab – trotz ihres überragenden Hauptdarstellers. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund
    2. „Bones and all“ von Luca Guadagnino
    3. „The Menu“ von Mark Mylod mit Ralph Fiennes
    4. Hallelujah: Leonard Cohen, a Journey, a Song“
    5. „Zeiten des Umbruchs“ von James Gray
    6. „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ von A. Fabian
    7. „Emily“ von Frances O’Connor
    8. „Die Goldenen Jahre“ von Barbara Kulcsar
    9. „Mittagsstunde“ mit Charly Hübner
    10. „Grump“ von Mika Kaurismäki
Hamburg

Out of Space

Plötzlich diese Übersicht: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert Raumbegriffe und -vorstellungen seit den 1970er Jahren. Die Minimalisten stellten den Begriff des Originals infrage – heutige Digital-Simulationen erscheinen eher als Eskapismus. ...weiter

Berlin

Neueröffnung Museen Humboldt Forum

Globalkunst ohne Globalisierung: Das Humboldt Forum ergibt sich der Postkolonialismus-Debatte, betrachtet aber ansonsten alle Kulturen isoliert. Trotz steriler Überwältigungs-Ästhetik beglückt das Wiedersehen mit fantastischen Meisterwerken. ...weiter

Berlin

Spätgotik – Aufbruch in die Neuzeit

Als die Bilder realistisch wurden: Die Spätgotik überwand mittelalterliche Formeln – mit dem Buchdruck explodierte die Nachfrage nach Motiven. Das zeigt eine opulent bestückte Epochenschau in der Gemäldegalerie, die sich mit ihrem umfassenden Anspruch etwas übernimmt. ...weiter

Vincent Maël Cardona

Die Magnetischen

(Kinostart: 28.7.) Jugendkultur in den 1980er Jahren, das war auch: Piratensender in der Provinz. Ein französisches Brüderpaar surft auf den Radiowellen, bis einer zum Wehrdienst nach Westberlin muss. Atmosphärisch stimmiges Epochenbild von Vincent Maël Cardona ohne nostalgische Klischees. ...weiter

Barry Levinson

The Survivor

(Kinostart: 28.7.) Sich ins Leben zurück boxen: Ein Auschwitz-Überlebender absolviert im New York der Nachkriegszeit etliche Profi-Kämpfe – um seine vermisste Verlobte auf sich aufmerksam zu machen. Überzeugende Sportfilm-Studie von Regisseur Barry Levinson über posttraumatische Belastungsstörungen. ...weiter

Christian Clavier

Monsieur Claude und sein großes Fest

(Kinostart: 21.7.) Multikulti-Chaos in der französischen Provinz, zum Dritten: Monsieur Claude, dessen Stiefsöhne von drei Kontinenten kommen, soll seinen 40. Hochzeitstag feiern. Mit Verwandten aus aller Welt – das Gag-Feuerwerk, das Regisseur Philippe de Chauveron abbrennt, zündet nicht immer. ...weiter