Karlsruhe + Hamburg

Atlas: How to Carry the World?

Das ZKM will die Fülle der Welt schultern: Seine Ausstellung über Quellen-Sammlungen von Künstlern gerät zur ausufernden Materialschlacht. Die ordnet nur der Katalog – wenn man avanciertes Akademiker-Englisch versteht.

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Speyer

Die Salier - Macht im Wandel

Speyer feiert das Salier-Jahr: 950 Jahre Dom, 900 Jahre Stadtrechte. Darüber geht das Historische Museum der Pfalz weit hinaus: Es entfaltet das Panorama einer Epoche, in der die Weichen für Europas Geschichte gestellt wurden.

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Karlsruhe

Car Culture

Aus Freude am Fahren: Das ZKM in Karlsruhe wird zum familientauglichen Drive-in-Museum und fährt Kunst im automobilen Zeitalter auf. Wer sich nicht ans Steuer setzen will, kann den Auto-Kultursalon auch virtuell besuchen.

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Nicolas Winding Refn

The Neon Demon

(Kinostart: 23.6.) Tiefe an der Oberfläche suchen: Nicolas Winding Refn, Radikal-Ästhet unter den Regisseuren, verfolgt den Aufstieg eines Fotomodells im Haifischbecken von L.A. – bis zum blutigen Finale. Eine antike Tragödie in todschickem Gewand.

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Peter Bardehle + Andreas Martin

Athos – Im Jenseits dieser Welt

(Kinostart: 23.6.) Außer Katzen keine weiblichen Wesen erlaubt: Seit mehr als 1000 Jahren hausen orthodoxe Mönche abgeschottet in der Klosterrepublik Athos. Ihre Lebensweise dokumentieren die Regisseure Bardehle und Martin malerisch und kommentarlos.

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Felix van Groeningen

Café Belgica

(Kinostart: 23.6.) Wer sich daran erinnern kann, war nicht dabei: Exzessives Nightclubbing bringt der belgische Regisseur Felix van Groeningen faszinierend authentisch auf die Leinwand – als Vorbild diente ein Café in Gent, das früher sein Vater betrieb.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bewegungslos schweben am tiefsten Punkt der Erde: Das ermöglicht das Tote Meer. Seine Ufer wirken unwirtlich, sind aber seit Jahrtausenden besiedelt – erstmals im Überblick in der Ausstellung „Leben am Toten Meer – Schätze aus dem Heiligen Land“ ab 24. Juli im LWL-Museum in der Kaiserpfalz, Paderborn

Auch neu im Kino ab 2. Juli

  • „Sunburned“: Drama über Mutter mit zwei Töchtern im Andalusien-Urlaub – eine der beiden will einem Strandverkäufer aus dem Senegal helfen.
  • „Siberia“ von Abel Ferrara mit Willem Dafoe („Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“): wüster Selbsterfahrungs-Trip von Skandalregisseur Ferrara, fiel auf Berlinale durch.
  • „Die Tochter des Spions“: Doku-Thriller über Tochter eines Doppel-Agenten, die mit ihm in die USA überläuft.
  • „Zu weit weg“: Jugendabenteuer über fußballverrückten Knaben und seinen Schulfreund aus Syrien.
  • „Takeover – Voll vertauscht“: Teenie-Komödie – zwei identisch aussehende Jungen tauschen ihre Rollen.

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Frankfurt am Main

Francesco Clemente: Palimpsest

Alles so schön bunt hier: Die Schirn zeigt die erste deutsche Retrospektive des Transavanguardia-Stars seit 25 Jahren. Sein esoterisch angehauchter Surrealismus nähert sich UNICEF-Postkarten an.

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Bietigheim-Bissingen

POWER UP - Female Pop Art

Lesben-Kuss im Autoreifen: Pop Art wurde von Männern dominiert, aber einige Frauen mischten kräftig mit. An sie erinnert «Power up – Female Pop Art» in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen – mit großen Unterschieden in Stil und Qualität.

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Düsseldorf

Move: Kunst + Tanz seit 60ern

Kunst als Körpertherapie: Die Kunstsammlungen NRW zeigen in «Move – Kunst und Tanz seit den 60ern» Werke aus 50 Jahren, die auf die menschliche Physis einwirken. Bei so vielen Mitmach-Angeboten wird die Frage zweitrangig, was man da eigentlich tut.

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Jake Gyllenhaal

Demolition – Lieben und Leben

(Kinostart: 16.6.) Mach kaputt, was dich kaputt macht: Nach dem Unfalltod seiner Frau zerschlägt ein Witwer sein bisheriges Leben buchstäblich zu Kleinholz. Regisseur Jean-Marc Vallée inszeniert eine effektvolle Zerstörungsorgie mit kathartischer Wirkung.

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James Napier Robertson

Das Talent des Genesis Potini

(Kinostart: 16.6.) Schach der bipolaren Störung: Regisseur Robertson porträtiert einen Maori-Meisterspieler, dessen Laufbahn in die Psychiatrie führte – danach trainierte er benachteiligte Jugendliche. Außergewöhnliches Biopic ohne Hang zum Sozialkitsch.

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Keiichi Hara

Miss Hokusai

(Kinostart: 16.6.) Bilderbogen für Japanologen: Der Animationsfilm von Keiichi Hara schildert Leben und Werk von Hokusai, dem bedeutendsten Künstler des Inselreichs, aus Sicht seiner Tochter – voller Anspielungen, die hiesigen Zuschauern entgehen dürften.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „Keith Haring“: große Retrospektive des Graffiti-Künstlers ab 21.8. bis 29.11. im Museum Folkwang, Essen
  • „Yayoj Kusama“: erste Werkschau der Japanerin in Deutschland ab 5.9. bis 17.1.2021 im Gropius-Bau, Berlin
  • „Dekadenz und dunkle Träume: Der belgische Symbolismus“ ab Ende 2020 bis Anfang 2021 in der Alten Nationalgalerie, Berlin
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.2021 bis 25.4.2021 in der Hamburger Kunsthalle
  • „The Cool and the Cold: Malerei der USA + UdSSR bis 1990“ ab April bis September 2021 im Gropius-Bau, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Undine“ von Christian Petzold mit Paula Beer
  2. „Die schönsten Jahre eines Lebens“ von Claude Lelouch
  3. „Die Känguru-Chroniken“ von Dani Levy
  4. „Die perfekte Kandidatin“ von Haifaa Al Mansour
  5. „Der Fall Richard Jewell“ von Clint Eastwood
  6. „Parasite“ von Bong Joon-Ho
  7. „Narziss und Goldmund“ von Stefan Ruzowitzky
  8. „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ von A. Landes
  9. „Knives Out – Mord ist Familiensache“ mit Daniel Craig
  10. „La Verité – Leben und lügen lassen“ mit C. Deneuve
Karlsruhe

Lumière Noire

Invasion der Schwarzmaler: Die Kunsthalle Karlsruhe zeigt zwölf Künstler aus Frankreich, die auf Farben verzichten. Keine schwarze Serie, sondern ein beeindruckendes Ensemble eigenständiger Stile von altmeisterlich bis biomorph.

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Frankfurt am Main

Geheimgesellschaften

Geheimnisvoller geht’s nicht: Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt/Main stellt Kunst in und über «Geheimgesellschaften» aus, aber zeigt sie nicht: Was der mysteriöse Mummenschanz und Budenzauber bedeuten, enthüllt erst der Katalog.

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Köln

Tat Ort Museum

Dreimonatiger Tag der offenen Tür: Das Wallraf-Richartz-Museum wird 150 Jahre alt und feiert das mit einer Sonderschau über seinen Arbeitsalltag. «Tat Ort Museum» führt anschaulich vom Ankauf bis zum Audioguide.

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Nicole Kidman + Chiwetel Ejiofor

Vor ihren Augen

(Kinostart: 9.6.) Nach 13 Jahren rollen Staatsanwältin und Ermittler einen ungelösten Mordfall neu auf: Die US-Version des argentinischen Gewinnerfilms des Auslands-Oscar von 2010 gerät Regisseur Billy Ray gefälliger, aber auch pathetischer.

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Erol Mintaş

Song of my Mother

(Kinostart: 9.6.) Gentrifizierung in Istanbul: Eine alte Kurdin muss ins Hochhaus umziehen und raubt ihrem Sohn den letzten Nerv. Sein Sozialdrama inszeniert Regisseur Erol Mintaş so voraussetzungsreich, dass es fürs hiesige Publikum kaum verständlich ist.

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Maria Schrader

Vor der Morgenröte – Stefan Zweig

(Kinostart: 2.6.) Letzte Station Petrópolis: Star-Literat Stefan Zweig nahm sich 1942 in Brasilien das Leben. Regisseurin Maria Schrader rekonstruiert behutsam seine Depressionen im Exil; Josef Hader beeindruckt als Autor, dem seine Welt abhanden kommt.

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