Karlsruhe

Mykene – Die Welt des Agamemnon

Schliemanns produktiver Irrtum: Seine Goldmaske gehörte nicht dem Trojakrieg-Feldherrn – doch sein Fund öffnete den Weg zur Erforschung der ersten Hochkultur in Festlands-Europa. Sie stellt das Badische Landesmuseum umfassend vor; samt komplettem Thronsaal.

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Frankfurt am Main

Tizian + die Renaissance in Venedig

Weniger Tizian, mehr Renaissance: Das Städel Museum präsentiert die enorme Bandbreite der Malerei in der Lagunenstadt. Geordnet nach Genres und Sujets, was mal mehr, mal weniger überzeugt – aber alle glänzen in der einzigartigen venezianischen Farbenpracht.

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Weimar

Eröffnung des Bauhaus-Museums

Betonsarg für das Bauhaus: Der Gründungsort der legendären Hochschule versenkt seine Sammlung in einem staubgrauen Mausoleum der Menschenverachtung – Architektin Heike Hanada kassiert bei jedem Foto mit. Besser besucht man das neue Neue Museum.

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Jean-Louis Trintignant

Die schönsten Jahre eines Lebens

(Kinostart: 2.7.) Schürzenjagen bis ins hohe Alter: Ein halbes Jahrhundert später erzählt Regisseur Claude Lelouch den Nouvelle-Vague-Klassiker weiter, der ihn einst berühmt machte. Das ist bisweilen berührend, oft vorhersehbar und etwas betulich.

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Clint Eastwood

Der Fall Richard Jewell

(Kinostart: 25.6.) Retter oder Versager: Regisseur Clint Eastwood inszeniert die wahre und wechselvolle Geschichte eines Wachmanns als klassisches Underdog-Drama. Nach einer heroischen Rettungsaktion geriet er selbst ins Visier der Ermittler.

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Andrew Onwubolu

Blue Story – Gangs of London

(Kinostart: 25.6.) Auf derselben Schule, aber in verfeindeten Gangs: Zwei Freunde werden in ein brutales Rachedrama hineingezogen. Das Ghetto-Sozialdrama des britischen Rappers Andrew Onwubolu wirkt authentisch, aber im Vergleich zu Genre-Klassikern etwas epigonal.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Bilder aus einer verschwundenen Stadt: Keine deutsche Metropole hat sich so stark verändert wie Berlin. Die Atmosphäre in der früheren Mauerstadt beschwören grafische Werke herauf: Teils unterschieden sich Ost und West, teils ähnelten sie sich verblüffend. Das zeigt die Schau „Gezeichnete Stadt – Arbeiten auf Papier 1945 bis heute“ noch bis 4.1. in der Berlinischen Galerie – nach dem Lockdown.

Auch neu im Kino ab 29. Oktober

  • „Schwesterlein“ mit Nina Hoss („Pelikanblut“, „Phoenix“), Lars Eidinger („Persischstunden“) und Thomas Ostermeier („Mathilde“): Krebsdrama im Berliner Theatermilieu
  • „Glitzer & Staub“: Porträt von vier Cowgirls, die sich in der US-Rodeoszene durchsetzen.
  • „Srbenka“: Doku über Aufarbeitung der Ermordung eines 12-jährigen serbischen Mädchens während des Kroatienkriegs.
  • „Außer Atem“: Wiederaufnahme des Nouvelle-Vague-Klassikers von Jean-Luc Godard mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg („Against all Enemies“).
  • The Booksellers – Aus Liebe zum Buch“: Doku über ungewöhnliche Buchhandlungen in New York.

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München + Bern + Bilbao

El Anatsui - Triumphant Scale

Nur echt mit Goldkante von der Goldküste: Monumentale Wandbehänge aus Metall machten den Ghanaer El Anatsui weltberühmt. Das Haus der Kunst präsentiert seine bislang größte Werkschau – er verwandelt Recycling-Schrott in ein Fest fürs Auge.

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Karlsruhe

Licht und Leinwand

Von Konkurrenz zur Koexistenz: Im 19. Jahrhundert rivalisierten Malerei und Fotografie miteinander – viele Künstler duldeten Lichtbilder nur als Hilfsmittel. Das wechselvolle Verhältnis beider Medien schildert die Kunsthalle systematisch und anschaulich.

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Berlin

Objects of Wonder-British Sculpture

Last exhibition before Brexit: Das PalaisPopulaire Unter den Linden präsentiert einen kompakten Überblick über britische Bildhauerei seit den 1950er Jahren bis heute. Ihre Entwicklung verläuft analog zur internationalen Szene – aber mit ganz eigenem Humor.

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Tobias Moretti

Gipsy Queen

(Kinostart: 25.6.) Sich durchschlagen für soziale Integration: Eine Roma-Frau in Hamburg trainiert für ihr Comeback als Boxerin. Gelungene Milieuschilderung mit eindrucksvoller Hauptdarstellerin von Regisseur Hüseyin Tabak, der seinen Film leider thematisch überfrachtet.

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Mark Waschke

Der Geburtstag

(Kinostart: 25.6.) Ein Kindergeburtstag lässt in Abgründe blicken: In seiner Schwarzweiß-Tragikomödie über elterliche Überforderung zitiert Regisseur Carlos Andrés Morelli munter aus der Filmgeschichte und beweist dabei geschmackssicher fein dosierten Stilwillen.

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Nuri Bilge Ceylan

The Wild Pear Tree

(Kinostart: 18.6.) Allegorie der Jungakademiker-Arroganz: Ein Nachwuchsautor in der Provinz publiziert sein erstes Buch – das keiner liest. Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan, sonst ein Meister subtiler Charakter-Analysen, walzt diesmal seinen Stoff zu breit aus.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“: Oral-Kunst von 31.10. bis 5.4. im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Vision und Schrecken der Moderne – Industrie und Kunst“ vom 17.11. bis 28.2. im Von der Heydt Museum, Wuppertal
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4. in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Mein Liebhaber, der Esel und ich“ von Caroline Vignal
  3. „Oeconomia“ von Carmen Losmann
  4. „Kajilionaire“ von Miranda July
  5. „Ema“ von Pablo Larraín
  6. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  7. „Die Stimme des Regenwaldes“ von Niklaus Hilber
  8. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  9. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  10. „I am Greta“ von Nathan Grossman mit Greta Thunberg
Berlin

Mantegna und Bellini

Reine Familiensache: Die berühmten Renaissance-Künstler Andrea Mantegna und Giovanni Bellini waren Schwäger, wurde aber noch nie gemeinsam ausgestellt. Nun lädt die Gemäldegalerie zum Vergleich – zwischen überscharfer Präzision und elegischem Schmelz.

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Köln

Es war einmal in Amerika

Wo Dollarnoten zu Ölgemälden wurden und umgekehrt: US-Kunst vor 1945 wird hierzulande kaum wahrgenommen. Das ändert das Wallraf-Richartz-Museum – durch eine glänzend bestückte Überblicks-Ausstellung mit Bildern aus 300 Jahren in der Neuen Welt.

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Berlin

Max Ernst – Zeichendieb

Traum vom Land am Nil: Der deutsche Surrealist schmückte seine Werke oft mit Elementen, die wie Hieroglyphen oder Relikte aus dem alten Ägypten wirken – obwohl er nie dort war. Seine Form-Anleihen breitet die Sammlung Scharf-Gerstenberg hübsch versponnen aus.

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Adele Schmidt +J. Zegarra Holder

Krautrock 1

(Kinostart: 18.6.) Belächelte Propheten im eigenen Land: Die Regisseure Adele Schmidt und José Zegarra Holder zeichnen die Geschichte des Krautrock nach. Zwar mit Leerstellen, aber durchaus erhellend – und so vielstimmig, wie es bei diesem Phänomen angemessen ist.

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Ulrike Ottinger

Paris Calligrammes

(Kinostart: 11.6.) Wie sie wurde, was sie ist: Ethno-Dokumentarfilmerin Ulrike Ottinger lässt ihre künstlerischen Anfänge in Paris Revue passieren. Im kulturellen Zentrum der damaligen Welt kamen viele Einflüsse zusammen; dazu liefert diese Doku informative Fußnoten.

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Jaroslav Rudiš

Nationalstrasse

(Kinostart: 11.6.) Porträt des Wutbürgers als kindlich Versehrter: Ein gewitzter Schläger aus dem Plattenbau-Ghetto erobert Europas Theaterbühnen. Den Roman von Jaroslav Rudiš verfilmt Štěpán Altrichter etwas blutleer, aber mit furiosem Hauptdarsteller.

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