Artikel von Bela Akunin (137)

Geboren 1972 in Woronesch/ Südwestrussland. Umsiedlung in die Bundesrepublik 1990. Studium der Politologie, Ethnologie und Kulturgeschichte Osteuropas in Bremen und Heidelberg. 1999 bis 2002 Weltreise durch vier Kontinente; Reportagen für Reisemagazine. Seither Beiträge für diverse Zeitschriften, Radiosender und Online-Kulturportale. Interessen: Alles in Wort, Schrift und Bild, was über den mitteleuropäischen Tellerrand hinausreicht.

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Milo Rau

Das Kongo Tribunal

(Kinostart: 16.11.) Blutige Smartphones: Für ihre Produktion ist Coltan nötig – um dessen Fundstätten im Ost-Kongo wird seit 20 Jahren gekämpft. Dortige Massaker und Anomie beleuchtet Regisseur Milo Rau anschaulich mit einer Tribunal-Inszenierung vor Ort.

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Lars Eidinger

Mathilde

(Kinostart: 2.11.) Alleinherrscher mit menschlichem Antlitz: Vor seiner Thronbesteigung wagte der letzte Zar Nikolai II. eine leidenschaftliche Affäre mit einer Tänzerin. Das inszeniert Regisseur Aleksey Uchitel opulent und fesselnd – russische Reaktionäre protestieren.

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Serdar Akar

Tal der Wölfe - Vaterland

(Kinostart: 28.9.) Erdoğan als Retter und Vollender von Atatürks Republik: Regisseur Serdar Akar deutet den Putschversuch in der Türkei vom Juli 2016 im Sinne der AKP-Regierung. Verräterische Details machen diesen Superagenten-Actionfilm sehr aufschlussreich.

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Emin Alper

Abluka - Jeder misstraut jedem

(Kinostart: 7.9.) Dystopie mit arg beschränkten Mitteln: Der bemühte Polit-Thriller von Regisseur Emin Alper über die Türkei als Polizeistaat krankt an zäher Handlung, mäßigen Schauspielern und flachen Dialogen – darüber lächelt das Erdogan-Regime nur.

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King Hu

A Touch of Zen

(Kinostart: 17.8.) Spiel mir das Lied vom Tod in Taiwan: Mit seinem Kampfkunst-Klassiker von 1971 revolutionierte Regisseur King Hu den ostasiatischen Film. Sein faszinierend bildgewaltiges Rache-Epos kommt nun digital restauriert wieder ins Kino.

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Christopher Nolan

Dunkirk

(Kinostart: 27.7.) Wie man 150 Millionen Dollar im Ärmelkanal versenkt: Seinen Mammut-Kriegsfilm über die Evakuierung der britischen Armee 1940 in Dünkirchen inszeniert Regisseur Christopher Nolan als hektische Materialschlacht mit klebrigem Pathos.

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Jean-Pierre Léaud

Der Tod von Ludwig XIV.

(Kinostart: 29.6.) Monarch in der Matratzengruft: Der Sonnenkönig starb nach zweiwöchiger Agonie an Wundbrand. Das walzt Regisseur Albert Serra zu einem sterbenslangweiligen Schlafgemach-Kammerspiel aus – Versailles als düsteres Hospiz.

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Bruno Ganz

In Zeiten des abnehmenden Lichts

(Kinostart: 1.6.) Geburtstage sind gefährlich: Das Familienfest eines SED-Kaders wird im Erfolgsroman von Eugen Ruge zur Parabel für das Ende der DDR. Sie verfilmt Regisseur Matti Geschonneck kongenial; Bruno Ganz beeindruckt als starrsinniger Altstalinist.

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Jonathan Littell

Wrong Elements

(Kinostart: 27.4.) Der Wohlgesinnte: Bestseller-Autor Jonathan Littell lässt junge Ugander berichten, wie sie früher als Kindersoldaten oder Sex-Sklavinnen lebten. Ohne den politischen und sozialen Kontext zu erklären – kaum unterscheidbar von Elends-Pornographie.

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Robert Pattinson

Die Versunkene Stadt Z

(Kinostart: 30.3.) Indiana Jones im Amazonasbecken: Der britische Abenteurer Percy Fawcett suchte nach versunkenen Kulturen im Regenwald und verschwand dort. Ihn will Regisseur James Gray würdigen – sein Biopic gerät zur operettenhaften Kuriositäten-Schau.

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