Artikel von Bela Akunin (191)

Geboren 1972 in Woronesch/ Südwestrussland. Umsiedlung in die Bundesrepublik 1990. Studium der Politologie, Ethnologie und Kulturgeschichte Osteuropas in Bremen und Heidelberg. 1999 bis 2002 Weltreise durch vier Kontinente; Reportagen für Reisemagazine. Seither Beiträge für diverse Zeitschriften, Radiosender und Online-Kulturportale. Interessen: Alles in Wort, Schrift und Bild, was über den mitteleuropäischen Tellerrand hinausreicht.

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François-Xavier Drouet

The Gospel of Revolution

(Kinostart: 2.4.) Das Prinzip Hoffnung: Die katholische Befreiungstheologie, im Lateinamerika der 1970/80er Jahre sehr präsent, scheint quasi verschwunden. Filmemacher François-Xavier Drouet geht auf Spurensuche – mit einer klug komponierten Mischung aus Archivmaterial und Zeitzeugen-Interviews. ...weiter

Berlin

Raoul Hausmann: Vision. Provokation. Dada.

Glanz und Elend der permanenten Revolution: Der Dauer-Avantgardist Raoul Hausmann konnte und erfand alles immer wieder neu – glaubte er. Als Ober-Dadaist hat er seinen Platz in der Kunstgeschichte; zu ihrem 50. Geburtstag widmet ihm die Berlinische Galerie eine opulente Werkschau. ...weiter

Sergei Loznitsa

Zwei Staatsanwälte

(Kinostart: 18.12.) Wenn das der Führer wüsste: Ein junger Staatsanwalt, der einem Häftling helfen will, wird in Moskau beim obersten Dienstherrn vorstellig – das kann in der Sowjetunion 1937 nur böse enden. Regisseur Sergei Loznitsa verfilmt die Novelle eines Gulag-Insassen als beklemmend präzise Parabel. ...weiter

Berlin

Geschichte(n) Tansanias

Politisch korrekte Provinzialität: Die Ausstellung zur Historie des ostafrikanischen Landes ignoriert diese weitgehend. Stattdessen breitet sie gebetsmühlenartig detailverliebte Bekenntnisse zum postkolonialen Bewusstsein aus – Symptom für die Malaise des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum. ...weiter

Trier

Marc Aurel – Kaiser, Feldherr, Philosoph

Seine „Selbstbetrachtungen“ wurden ein Bestseller – 1400 Jahre nach seinem Tod. Marc Aurel gilt als der wohl beste Kaiser, den das Römische Reich je hatte; doch warum, ist oft unklar. Leben und Taten zeichnet das Rheinische Landesmuseum anschaulich nach – das Stadtmuseum verhebt sich an einer Aktualisierung. ...weiter

David Mackenzie

The Negotiator

(Kinostart: 25.9.) Perfekte Tarnung dank Fräulein vom Amt: Über einen anonymen Telefondienst verhandelt ein Mittelsmann für Whistleblower mit deren Ex-Arbeitgebern. Actionarm, aber raffiniert inszeniert Regisseur David Mackenzie einen hochspannenden Wirtschaftskrimi, der für analoges Dasein wirbt. ...weiter

Bonn

Susan Sontag: Sehen und gesehen werden

Das Leiden anderer betrachten: Die US-Publizistin Susan Sontag war mit ihren Analysen von Film und Fotografie enorm einflussreich. Die Bundeskunsthalle würdigt sie als die wohl vielseitigste Kultur-Theoretikerin ihrer Zeit – mit einer so kompakten wie kompetenten Porträt-Schau. ...weiter

Alexander Scheer

Leonora im Morgenlicht

(Kinostart: 17.7.) Mehr als die Muse von Max Ernst: Die surrealistische Malerin und Autorin Leonora Carrington war ein schwieriger Charakter. Wie es ihr gelang, Fantasien und Wahnvorstellungen in Kunst zu verwandeln, zeigt anschaulich das Biopic des Regie-Duos Thor Klein und Lena Vurma. ...weiter

Appolain Siewe

Code der Angst

(Kinostart: 5.6.) Warum dieser Hass? Militante Homophobie, die vor Gewalt nicht zurückschreckt, ist in Afrika weit verbreitet. Doku-Regisseur Appolain Siewe sucht in seiner Heimat Kamerun nach den Ursachen – er trifft auf einen Kulturkampf um Sexualmoral als Vehikel zur mentalen Dekolonialisierung. ...weiter

Michail Lockshin

Kreml kann Bulgakow nicht verbieten

Kassenschlager trotz Zensur und Boykott: Die Neuverfilmung der Stalinismus-Satire „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow wurde 2024 in Russland zum Kino-Hit. Warum, erklärt Regisseur Michail Lockshin – mit Fantasy-Sowjet-Architektur und August Diehl als deutscher Verkörperung des Teufels. ...weiter