Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor.

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Paderborn

Rubens und der Barock im Norden

Von Paderborn nach Antwerpen und zurück: Das Diözesanmuseum zeigt anschaulich, wie Rubens als Bilderfabrikant und -exporteur auch die Kunstproduktion etwa in Westfalen prägte – wobei die eindrucksvollsten Exponate keine Gemälde, sondern Skulpturen sind.

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Frankfurt am Main

Impressionismus in Skulptur

Flüchtige Sinneseindrücke in Bronze oder Marmor? Impressionistische Skulpturen erscheinen als Widerspruch an sich. Das Städel Museum spürt sie trotzdem auf – allerdings mit einer Konzentration auf zwei Künstler, die einige Zeitgenossen vernachlässigt.

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Niklaus Hilber

Die Stimme des Regenwaldes

(Kinostart: 22.10.) Robin Hood im Regenwald: Regisseur Niklaus Hilber schildert das kurze Leben des Schweizers Bruno Manser, der mit Penan-Nomaden gegen die Abholzung von Borneo kämpfte, als fesselnd facettenreiches Biopic der besonderen Art.

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Gael García Bernal

Ema

(Kinostart: 22.10) Femme fatale als Männerfantasie: Eine junge Chilenin rebelliert mit Flammenwerfer, Tanz und Sex. Regisseur Pablo Larraín, berühmt für bestechende Film-Analysen seines Landes, hat einen überlangen Videoclip gedreht, der eher kalt lässt.

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Richard Dreyfuss

Astronaut

(Kinostart: 15.10.) Aus dem Pflegeheim zum Weltraumflug: Regisseurin Shelagh McLeod lässt einen pensionierten Ingenieur, der seinem Lebenstraum nachjagt, ins All abheben – in einer betulichen Erbauungsgeschichte mit vorhersehbarem Verlauf und naiver Botschaft.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Comeback der Kunstreligion, diesmal als Theologie der Befreiung: für diskriminierte Minderheiten aller Couleur. Mit stark katholischem Einschlag – aus dem hispanischen Raum kommt die Mehrheit der Teilnehmer an der 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Neben plakativem Agitprop bietet sie auch farbenfroh sinnliche Arbeiten; bis 1.11. an vier Standorten, darunter KW + Gropiusbau.

Auch neu im Kino ab 22. Oktober

  • „Kajillionaire“ mit Evan Rachel Wood („The Ides of March – Tage des Verrats“): schräge Coming-of-Age-Komödie – Tochter von Trickbetrügern lernt durch neue Freundin die Freuden eines normalen Familienlebens kennen.
  • „Mein Liebhaber, der Esel & Ich“: französische Komödie – Frau folgt ihrem Geliebten und seiner Familie in die Ferien.
  • „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“: Doku über Leiharbeiter in der Fleischindustrie.
  • The Great Green Wall“: Doku-Reportage über geplanten, 8000 km langen Baumwall in Afrika, der die Ausbreitung der Wüste aufhalten soll; Start: 24.10.
  • The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte“: US-Horror über die neue Mitarbeiterin eines Leichenbestatters.

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Berlin

Gezeichnete Stadt – 1945 bis heute

Stadtspaziergang für Flaneure: Die Berlinische Galerie zeichnet nach, wie sich das Erscheinungsbild der Metropole in der Grafik der letzten 75 Jahre verändert hat. Als Archäologie des Urbanen: Zum Vorschein kommen etliche Orte und Menschen, die es längst nicht mehr gibt.

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Berlin

11. Berlin Biennale

Kunst als Traumatherapie und Sozialarbeit: Die 11. Berlin Biennale versteht sich als Gedenkkapelle für benachteiligte Minderheiten. Ihre Theologie der Befreiung geht einher mit geistiger und ästhetischer Schlichtheit, aus der nur wenige Arbeiten positiv herausragen.

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Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie.

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Micha Lewinsky

Moskau einfach!

(Kinostart: 15.10.) Stasi-Methoden in der Schweiz? Allerdings: 1989 kam heraus, dass der Staatsschutz jeden zehnten Bürger bespitzelt hatte. Diesen „Fichenskandal“ verarbeitet Regisseur Micha Lewinsky zu einer feinsinnigen Spionage-Komödie der leisen Töne.

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Reiner Holzemer

Martin Margiela – Mythos der Mode

(Kinostart: 15.10.) Jacken aus Perücken, Recycling-Kleider, verschleierte Models und Schmuck aus Eis: Der belgische Modeschöpfer Martin Margiela hat die Branche revolutioniert. Regisseur Reiner Holzemer porträtiert ihn konventionell, arbeitet aber seinen Stil hervorragend heraus.

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Mark Ruffalo + Anne Hathaway

Vergiftete Wahrheit (Dark Waters)

(Kinostart: 8.10.) Der Teflon-Mann: In jahrelanger Kleinarbeit weist ein US-Anwalt nach, dass der Chemieriese DuPont schädliche Kunststoffe im Wasser verklappt – jedes Lebewesen ist betroffen. Diesen Umweltskandal stellt Regisseur Todd Haynes schnörkellos und fesselnd dar.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“: Oral-Kunst von 31.10. bis 5.4. im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Vision und Schrecken der Moderne – Industrie und Kunst“ vom 17.11. bis 28.2. im Von der Heydt Museum, Wuppertal
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4. in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Oeconomia“ von Carmen Losmann
  3. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  4. „I am Greta“ von Nathan Grossman mit Greta Thunberg
  5. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  6. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  7. „Milla meets Moses“ von Shannon Murphy
  8. „Vergiftete Wahrheit (Dark Waters)“ von Todd Haynes
  9. „Der Bär in mir“ von Roman Droux
  10. „Mrs. Taylor’s Singing Club“ mit Kristin Scott Thomas
München

Feelings – Kunst und Emotion

Reine Gefühlssache: Die Pinakothek der Moderne zeigt 100 Werke der zeitgenössischen Kunst bar jeder Erläuterung. Beim Rundgang durch einen kunterbunten Bilderbogen wird deutlich: Ohne Informationen wirkt jede Arbeit missverständlich oder beliebig.

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Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus.

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Berlin

Body Performance

Mehr Bilder sind immer besser: Von Tanz und Theater bleiben nach der Aufführung nur Aufnahmen, die sie dokumentieren. Eine Tour d’Horizon dieser Foto-Sparte ist im Museum für Fotografie zu sehen: von Menschen in Krokodilen bis zu Nackedeis ohne Geschlechtsorgane.

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Isabelle Huppert

Frau mit berauschenden Talenten

(Kinostart: 8.10.) Mama hat den besten Shit: Eine Arabisch-Übersetzerin wird im Nu zur Haschisch-Großhändlerin. Die Krimikomödie von Regisseur Jean-Paul Salomé amüsiert mit Situationskomik, blendet aber tiefer schürfende Aspekte der Buchvorlage aus.

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Bertrand Bonello

Zombi Child

(Kinostart: 8.10.) Exotismus statt ethnologischem Interesse: Der französische Regisseur Bertrand Bonello verfolgt zwar den Zombie-Mythos zurück zu seinen Voodoo-Ursprüngen auf Haiti, benutzt ihn aber nur für einen – gelungen inszenierten – Horrorfilm.

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Eliza Hittman

Niemals Selten Manchmal Immer

(Kinostart: 1.10.) Flickenteppich USA: Jeder Bundesstaat hat andere Gesetze zu Abtreibung – dafür reist eine schwangere 17-Jährige nach New York. Die etwas andere Coming-of-Age-Story von Regisseurin Eliza Hittman glänzt mit präziser Beobachtung alltäglicher Zumutungen.

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Top-Ausstellungen im Oktober

  • Afrika – Im Blick der Photographen“ mit 12 Teilnehmern bis 1.11. in der Völklinger Hütte
  • „Keith Haring“: große Retrospektive des Graffiti-Künstlers bis 29.11. im Museum Folkwang, Essen
  • Russische Avantgarde im Museum Ludwig – Original und Fälschung“ bis 3.1.2021 im Museum Ludwig, Köln
  • Masculinities: Liberation through Photography“ bis 10.1.2021 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Bunte Götter – Golden Edition“: Rekonstruktion farbiger Antike-Skulpturen bis 17.1.2021 im Liebieghaus, Frankfurt
  • „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“: große Mittelalterschau bis 18.4.2021 im Landesmuseum, Mainz

Kommende Top-Kinofilme 2020

  • „Resistance“: Historienfilm über das Engagement von Marcel Marceau, später weltbekannter Pantomime, im französischen Widerstand gegen NS-Besatzer; Start 5.11.
  • „Doch das Böse gibt es nicht (There is no Evil)“ von Mohammad Rasoulof („A Man of Integrity“): Berlinale-Sieger – Episodenfilm über Todesstrafe im Iran, Start: 5.11.
  • „The Secret we keep – Schatten der Vergangenheit“ von Yuval Adler („Bethlehem“) mit Noomi Rapace: Psychothriller – Weltkriegsopfer entführt Ex-Peiniger, Start: 5.11.
  • „Curveball“ von Johannes Naber („Das kalte Herz“, „Zeit der Kannibalen“) – brillante Politthriller-Groteske über Mitschuld des BND an der US-Invasion im Irak 2003, Start: 25.11.
Karlsruhe

bauhaus.film.expanded

Traumfabrik Bauhaus: Viele Lehrer und Schüler der Modernismus-Schmiede versuchten sich im neuen Medium Film. Einen Querschnitt ihres Schaffens präsentiert das ZKM – von amateurhaften Fingerübungen bis zu Meilensteinen der Kinogeschichte.

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Stuttgart + Wien

Azteken

Vor 500 Jahren zerstörte der Spanier Cortès das Reich der Azteken; ihre Hauptstadt wurde von den Eroberern buchstäblich begraben. Wie faszinierend ihre fremdartige Kultur war, zeigen Lindenmuseum und Weltmuseum mit einer opulent bestückten Überblicks-Schau.

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Berlin

Pop on Paper – Von Warhol bis...

Als das Protzen noch geholfen hat: Die Pop Art feierte den Konsumismus der Nachkriegszeit so plakativ und krass, dass die ironische Absicht unverkennbar war. Das zeigt ein Best-of von Siebdrucken und anderen Grafiken aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts.

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Oskar Roehler

Enfant Terrible

(Kinostart: 1.10.) Fassbinder auf Fassbinder anwenden: Regisseur Oskar Roehler, Enfant Terrible des deutschen Gegenwartskinos, verfilmt das Leben seines Regie-Idols. Als bewundernswert stringente und selbstreflexive Fan-Hommage – aber auch als reinen Männerfilm.

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Keira Knightley

Misswahl – Beginn einer Revolution

(Kinostart: 1.10.) Schluss mit 90-60-90: Britische Feministinnen probten 1970 den Aufstand gegen TV-Schönheitsterror. Daran erinnert der Historienfilm von Regisseurin Philippa Lowthorpe: mit schwungvoll sinnlichem Erzählfluss, aber auch schablonenhaft didaktischen Dialogen.

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Lars Eidinger

Persischstunden

(Kinostart: 24.9.) Pseudo-Farsi als Tor zur Freiheit: Ein KZ-Häftling rettet seinen Hals, indem er einem SS-Offizier eine Fantasiesprache beibringt. Die akkurat inszenierte Kopfgeburt von Regisseur Vadim Perelman wirkt arg unplausibel – trotz glänzender Hauptdarsteller.

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