Köln

Amazônia – Fotografien von Sebastião Salgado

Reise ins Herz der wuchernden Finsternis: Der brasilianische Fotograf widmete sein letztes Projekt dem Amazonas-Regenwald und seinen Bewohnern. Nun sind rund 200 Aufnahmen im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen: in atemberaubenden Schwarzweiß, klug erläutert und blendend inszeniert. ...weiter

Zürich

Mongolei: Eine Reise durch die Zeit

Was vor und nach Dschingis Khan geschah: Wie das riesige asiatische Steppenland seit 2000 Jahren Europa mit China verbindet, führt das Museum Rietberg mit ausgesucht aussagekräftigen Exponaten vor - und zeitgenössischer Kunst, die von einer tiefen Identitätskrise zeugt. ...weiter

Hamburg

Huguette Caland: A Life in a few Lines

Pulsierende Farben, fließende Linien, abstrakte Erotik: Die erste Retrospektive der 2019 verstorbenen libanesischen Künstlerin Huguette Clanad in der westlichen Welt eröffnet einen umfassenden Blick auf ein vielschichtiges künstlerisches Universum, das eben erst international entdeckt wird. ...weiter

Emerald Fennell

Wuthering Heights – Sturmhöhe

(Kinostart: 12.2.) Anti-Barbie trifft Anti-Ken: In ihrer Adaption des Romanklassikers von Emily Brontë sucht Regisseurin Emerald Fennell den Schrecken nicht im Übersinnlichen, sondern im Kern einer toxischen Beziehung. In schrillen Kulissen spukt ein stiller Kommentar zur Janusköpfigkeit der Liebe. ...weiter

Nanni Moretti

Das Beste liegt noch vor uns

(Kinostart: 12.2.) Liebes Notizbuch: In Nanni Morettis neuer Selbstbespiegelung dreht sein Alter Ego einen Film über italienische Kommunisten im Jahr 1956. Sein Spiel mit verschiedenen Zeit- und Erzählebenen ist größtenteils so amüsant wie selbstrefenziell. Allerdings wirft das utopische Ende Fragen auf. ...weiter

Park Chan-wook

No Other Choice

(Kinostart: 5.2.) Tödliche Stellenanzeigen: Den Versuch eines gefeuerten Ingenieurs, der Arbeitslosigkeit zu entkommen, inszeniert Regisseur Park Chan-wook als schwarze Komödie auf handwerklich höchstem Niveau - mit einer Verbeugung vor der schwindenden Welt des Analogen. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein kleiner, feiner Nachtrag zum Surrealismus-Jubiläumsjahr 2024: Aus der Sammlung Pietzsch, die im künftigen Museum der Moderne gezeigt werden soll, präsentiert die Neue Nationalgalerie in Berlin 26 Meisterwerke – von Weltstars wie Dalí, Miró oder Max Ernst, aber auch weniger bekannten Künstlern. Dabei wird ihr Werdegang genau dokumentiert. „Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus“ läuft noch bis 1. März.

Auch neu im Kino ab 12. Februar

  • „Die Ältern“ von Sönke Wortmann („Der Nachname“, „Eingeschlossene Gesellschaft“): deutsche Komödie nach Roman von Jan Weiler über Schriftsteller, dessen Familienvater-Leben aus den Fugen gerät.
  • „Once upon a Time in Gaza“: Thriller über zwei junge Männer, die 2007 ins Drogengeschäft einsteigen.
  • „Fassaden“: Doku, die Gewalt gegen Frauen durch Tanz- und Animations-Sequenzen sichtbar macht.
  • „Der letzte Walsänger“: Animationsfilm über jungen Buckelwal im Kampf gegen ein böses Wesen, dessen giftige Tinte die Ozeanwelt bedroht.
  • „Crime 101“ von Bart Layton mit Chris Hemsworth (“Blackhat”, “Furiosa: A Mad Max Saga”) + Halle Berry („Never Let Go – Lass niemals los“): Heist-Movie über die Vorbereitung eines großen Raubzugs.

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Berlin

Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus

Klein, aber fein: Der Geburtstagsgruß der Neuen Nationalgalerie zum 100. Jahrestag des surrealistischen Manifests bietet nur 26 Exponate auf. Doch die werden blendend präsentiert: als Beispiele für das dichte Beziehungsgeflecht der Künstler untereinander – fast jedes Werk trägt Zeichen seines Werdegangs. ...weiter

Hannover

Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami. Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer. ...weiter

Frankfurt am Main

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. ...weiter

Hasan Hadi

Ein Kuchen für den Präsidenten

(Kinostart: 5.2.) Sittenbild mit Hahn: Die Suche nach Backzutaten wird für ein Schulmädchen 1990 zur Odyssee durch eine südirakische Stadt. Der Film von Regisseur Hasan Hadi erinnert vielschichtig, schön bebildert und gut gespielt an die Situation während des Zweiten Golfkriegs. ...weiter

Paul Smaczny

Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten

(Kinostart: 5.2.) Glaube, Liebe, Hoffnung: Der Leipziger Maler Michael Triegel malt den Mittelteil eines Marienaltars von Lucas Cranach neu, und Regisseur Paul Smaczny schaut ihm geduldig dabei zu - seine Doku spielt den heftigen Streit über das Bild herunter. ...weiter

Simon Verhoeven

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

(Kinostart: 29.1.) Froh zu sein bedarf es wenig: Mit besten Milieu-Kenntnissen und Liebe zum historischen Detail verfilmt Regisseur Simon Verhoeven den autobiografischen Roman des Schauspielers Joachim Meyerhoff. So wird aus dessen Jugenderinnerungen eine so witzige wie sentimentale Zeitreise. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Welt aus Fäden. Bildteppiche der Moderne“: Textilkunst bis 12.4. im Museum der bildenden Künste, Leipzig
  • „Archistories. Architektur in der Kunst“ bis 12.4. in der Orangerie der Staatlichen Kunsthalle, Karlsruhe
  • „Paula Modersohn-Becker + Edvard Munch. Große Fragen des Lebens“ bis 31.5. im Albertinum, Dresden
  • „Herkules. Held und Antiheld“: der Halbgott in der bildenden Kunst bis 28.6. in der Gemäldegalerie, Dresden
  • „Gebaute Gemeinschaft“: 12.000 Jahre alte Ruinenstätten in Anatolien bis 19.7. in der James-Simon-Galerie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  2. „Extrawurst“ von Marcus H. Rosenmüller 
  3. „Hamnet“ von Chloé Zhao mit Paul Mescal
  4. „No Other Choice“ von Park Chan-wook
  5. „Silent Friend“ von Ildikó Enyedi
  6. „Ein Kuchen für den Präsidenten“ von Hassan Hadi
  7. „Triegel trifft Cranach – Malen im Widerstreit der Zeiten“
  8. „Die progressiven Nostalgiker“ von Vinciane Millereau 
  9. „Sentimental Value“ von Joachim Trier mit Renate Reinsve
  10. „Therapie für Wikinger“ mit Mads Mikkelsen
Hamburg

Anders Zorn – Schwedens Superstar

Skandinavischer Alleskönner: Der schwedische Maler brillierte als Aquarellist, Radierer und in Öl – mit detailscharfen Alltagsszenen und impressionistischen Momentaufnahmen. Damit wurde er ab 1890 zum hochbezahlten Porträtisten; die Kunsthalle stellt den Tausendsassa endlich hierzulande gebührend vor. ...weiter

Potsdam

Einhorn – Das Fabeltier in der Kunst

Dafür, dass keiner es je sah, hat das Unicorn eine märchenhafte Laufbahn in der Kulturgeschichte aller Zeiten und Völker hingelegt. Deren Stationen zeichnet das Museum Barberini so elegant wie gewissenhaft nach – und klärt nebenbei, woher das Horn stammt und warum es so viele „Einhorn“-Apotheken gibt. ...weiter

Berlin

Diane Arbus: Konstellationen

Traditionspflege in der Bundeszentrale für Queerness: Der Gropius Bau zeigt eine große Retrospektive der US-Fotografin, die mit Porträts von Außenseitern in den 1960er Jahren berühmt wurde. Eine Zeitreise in ein trist wirkendes Land voller schräger Typen, die ihren Spleen oft selbstbewusst ausleben. ...weiter

Levin Peter + Elsa Kremser

White Snail

(Kinostart: 29.1.) Der Trost der Toten: Statt ein konventionelles Künstlerporträt über den Maler Mikhail Senkov zu drehen, besetzt das Regie-Duo Kremser/ Peter ihn als Leichenhaus-Mitarbeiter in seinem Spielfilm über zwei wortkarge Außenseiter in Minsk, die eine morbide Faszination teilen - was zumeist aufgeht. ...weiter

Chris Pratt

Mercy

(Kinostart: 22.1.) Dr. Kimble gegen die KI: Ein Angeklagter hat 90 Minuten Zeit, seine Unschuld an einem Mord zu beweisen. Die Richterin ist eine Künstliche Intelligenz, doch Regisseur Timur Bekmambetov verpasst jede Gelegenheit, aus der vielversprechenden Prämisse fesselndes Kino zu machen. ...weiter

Chloé Zhao

Hamnet

(Kinostart: 22.1.) Der Dichter ist abwesend: Regisseurin Chloé Zhao erzählt die Geschichte der Familie Shakespeare als herzergreifendes Melodram, in dem Jessie Buckley als Ehefrau Agnes ausdrucksstark brilliert. Erst am Ende zeigt die „Hamlet“-Premiere im „Globe Theater“, was ihr Gatte Will in London treibt. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ vom 28.2. bis 2.8. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Hidden on Tape. Frühe Videokunst in Europa“ vom 28.2. bis 2.8. im Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers vom 20.3. bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ vom 27.3 bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst vom 15.4. bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „Father Mother Brother Sister“ von Jim Jarmusch („Mystery Train“): Episoden über Eltern-Kind-Beziehungen; Start: 26.2.
  • „Marty Supreme“ von Josh Safdie („The Smashing Machine“): Abenteuerkomödie mit Timothée Chalamet („Dune: Part One“) als Tischtennistalent; Start: 26.2.
  • „The Bride! – Es lebe die Braut“ von Maggie Gyllenhaal („In guten Händen – Hysteria“): Remake des Klassikers „Frankensteins Braut“ von 1935 mit Christian Bale; Start: 5.3.
  • „Nouvelle Vague“ von Richard Linklater („A Killer Romance“): Drama über die Entstehung des Filmklassikers “Außer Atem” von Jean-Luc Godard; Start: 12.3.
Essen + Dresden

William Kentridge – Listen to the Echo

Welt aus Schwarz und Weiß: Damit hat der Südafrikaner William Kentridge einen überbordenden Bilderkosmos geschaffen – in Grafiken, Tapisserien, Fresken, Filmen, Video-Installationen und Opern-Inszenierungen. Zum 70. Geburtstag widmen ihm Museum Folkwang und SKD eine prachtvolle Doppel-Retrospektive. ...weiter

Remagen

Netzwerk Paris – Abstraction-Création 1931–1937

Die Erfindung der Selbstvermarktung: Um gegen den Surrealismus zu bestehen, gründeten ungegenständlich arbeitende Künstler 1931 in Paris eine Avantgarde-Gruppe, die sehr aktiv und einflussreich werden sollte. Ihr facettenreiches Wirken stellt das Arp Museum umfassend vor – zum ersten Mal seit 47 Jahren. ...weiter

Berlin

Geschichte(n) Tansanias

Politisch korrekte Provinzialität: Die Ausstellung zur Historie des ostafrikanischen Landes ignoriert diese weitgehend. Stattdessen breitet sie gebetsmühlenartig detailverliebte Bekenntnisse zum postkolonialen Bewusstsein aus – Symptom für die Malaise des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum. ...weiter

Kaouther Ben Hania

Die Stimme von Hind Rajab

(Kinostart: 22.1.) Tod in Gaza: Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania rekonstruiert das Sterben des palästinensischen Mädchens Hind Rajab in einem erschütternden Kammerspiel. Ohne jegliche Kontextualisierung der Filmhandlung bedient der Film allerdings nur Tunnelblick und Betroffenheitsreflexe. ...weiter

Hape Kerkeling + Christoph Maria Herbst

Extrawurst

(Kinostart: 15.1.) Halal in Lengenheide: In seiner Adaption einer Boulevardkomödie lotet Regisseur Marcus H. Rosenmüller die Abgründe in einem Tennisclub aus. Ein Streit ums richtige Grillen wird dank hochkarätiger Besetzung zum entlarvenden Exempel, das verhärtete Fronten einlädt, über sich selbst zu lachen. ...weiter

Ildikó Enyedi

Silent Friend

(Kinostart: 15.1.) Ihr Freund, der Baum: Ein Ginkgo im Botanischen Garten von Marburg verbindet Menschen aus drei Generationen miteinander. In ihrem bildgewaltigen Essay-Spielfilm fragt Regisseurin Ildikó Enyedi nach unserem Verhältnis zu Pflanzen – und gibt statt klarer Antworten viele Anregungen. ...weiter