Hannover

El Lissitzky und eine Rolle Plakate

Konstruktivistischer Kunst-Krimi: Das Sprengel Museum zeigt eine Kollektion von Filmplakaten aus der frühen Sowjetunion, die auf mysteriösem Weg in seinen Besitz kamen. Darunter sind etliche Entwürfe berühmter Grafiker – eindrucksvoll, aber karg präsentiert.

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Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor.

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Paderborn

Rubens und der Barock im Norden

Von Paderborn nach Antwerpen und zurück: Das Diözesanmuseum zeigt anschaulich, wie Rubens als Bilderfabrikant und -exporteur auch die Kunstproduktion etwa in Westfalen prägte – wobei die eindrucksvollsten Exponate keine Gemälde, sondern Skulpturen sind.

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John Turturro

Jesus Rolls–Niemand verarscht Jesus

(DVD-Start: 8.4.21) Zwei Taugenichtse legen kalauernd Frauen flach: John Turturro kreuzt seine Figur aus „The Big Lebowski“ mit einer französischen Komödie aus den 1970ern – für verstaubten Macho-Klamauk wie anno dazumal.

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Sylvie Verheyde

Madame Claude

(Netflix-Start: 2.4.21) Bei Anruf Callgirl: Regisseurin Sylvie Verheyde porträtiert die mächtigste Bordellchefin im Paris der 1960/70er Jahre. Ihr Biopic verheddert sich in allerlei Verwicklungen und bietet Dauerpalaver mit aseptischer Hochglanz-Erotik.

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Thomas Clay

Die Erlösung der Fanny Lye

(DVD-Start: 26.2.21) Nackt unter Puritanern: Regisseur Thomas Clay schildert die Emanzipation einer Bauersfrau im England des 17. Jahrhunderts als brillant eigenwilliges und minimalistisches Historien-Kammerspiel – eine Zeitreise auf 35-mm-Film.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Bilder aus einer verschwundenen Stadt: Keine deutsche Metropole hat sich so stark verändert wie Berlin. Die Atmosphäre in der früheren Mauerstadt beschwören grafische Werke herauf: Teils unterschieden sich Ost und West, teils ähnelten sie sich verblüffend. Das zeigt die Schau „Gezeichnete Stadt – Arbeiten auf Papier 1945 bis heute“ noch bis 4.1. in der Berlinischen Galerie – nach dem Lockdown.

Auch neu im Kino ab 29. Oktober

  • „Schwesterlein“ mit Nina Hoss („Pelikanblut“, „Phoenix“), Lars Eidinger („Persischstunden“) und Thomas Ostermeier („Mathilde“): Krebsdrama im Berliner Theatermilieu
  • „Glitzer & Staub“: Porträt von vier Cowgirls, die sich in der US-Rodeoszene durchsetzen.
  • „Srbenka“: Doku über Aufarbeitung der Ermordung eines 12-jährigen serbischen Mädchens während des Kroatienkriegs.
  • „Außer Atem“: Wiederaufnahme des Nouvelle-Vague-Klassikers von Jean-Luc Godard mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg („Against all Enemies“).
  • The Booksellers – Aus Liebe zum Buch“: Doku über ungewöhnliche Buchhandlungen in New York.

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Frankfurt am Main

Impressionismus in Skulptur

Flüchtige Sinneseindrücke in Bronze oder Marmor? Impressionistische Skulpturen erscheinen als Widerspruch an sich. Das Städel Museum spürt sie trotzdem auf – allerdings mit einer Konzentration auf zwei Künstler, die einige Zeitgenossen vernachlässigt.

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Berlin

Gezeichnete Stadt – 1945 bis heute

Stadtspaziergang für Flaneure: Die Berlinische Galerie zeichnet nach, wie sich das Erscheinungsbild der Metropole in der Grafik der letzten 75 Jahre verändert hat. Als Archäologie des Urbanen: Zum Vorschein kommen etliche Orte und Menschen, die es längst nicht mehr gibt.

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Berlin

11. Berlin Biennale

Kunst als Traumatherapie und Sozialarbeit: Die 11. Berlin Biennale versteht sich als Gedenkkapelle für benachteiligte Minderheiten. Ihre Theologie der Befreiung geht einher mit geistiger und ästhetischer Schlichtheit, aus der nur wenige Arbeiten positiv herausragen.

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Miguel Llansó

Jesus Shows You the Way to Highway

(VoD-Start: 18.2.21) Jagd auf das Böse in Stalin- und Batman-Gestalt: In seiner Science-Fiction-Groteske zitiert sich der spanische Regisseur Miguel Llansó munter durch die Popkultur – für einen stimmig überdrehten Mix aus Agententhriller und Dystopie.

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Salma Hayek + Owen Wilson

Bliss

(Amazon Prime Video-Start: 5.2.21) Normalität als Drogenhölle der Gewöhnlichkeit: Regisseur Mike Cahill mischt Realität und Simulation – bis der Zuschauer in seiner ambitionierten Science-Fiction-Utopie den roten Faden und den Blick für die Realität verliert.

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Andreas Hoessli

Der nackte König

(VoD-Start 11.2.21) 1979 wurde im Iran der Schah gestürzt, 1980 streikten in Polen Werftarbeiter: Beide Umbrüche vergleicht Regisseur Andreas Hoessli miteinander – ohne größeren Erkenntnisgewinn. Sein fragmentarischer Doku-Essay wirkt beliebig.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“: Oral-Kunst von 31.10. bis 5.4. im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Vision und Schrecken der Moderne – Industrie und Kunst“ vom 17.11. bis 28.2. im Von der Heydt Museum, Wuppertal
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4. in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Mein Liebhaber, der Esel und ich“ von Caroline Vignal
  3. „Oeconomia“ von Carmen Losmann
  4. „Kajilionaire“ von Miranda July
  5. „Ema“ von Pablo Larraín
  6. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  7. „Die Stimme des Regenwaldes“ von Niklaus Hilber
  8. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  9. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  10. „I am Greta“ von Nathan Grossman mit Greta Thunberg
Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie.

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München

Feelings – Kunst und Emotion

Reine Gefühlssache: Die Pinakothek der Moderne zeigt 100 Werke der zeitgenössischen Kunst bar jeder Erläuterung. Beim Rundgang durch einen kunterbunten Bilderbogen wird deutlich: Ohne Informationen wirkt jede Arbeit missverständlich oder beliebig.

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Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus.

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Zendaya & John David Washington

Malcolm & Marie

(Netflix-Start: 5.2.21) Showdown statt Siegersex: Regisseur Sam Levinson inszeniert den so furiosen wie pointierten Schlagtausch eines ungleichen Paars als Kammerspiel mit Starbesetzung. Durch das Machtgefälle zwischen beiden wird das Private politisch.

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Eric Steel

Minjan

(VoD-Start: 1.2.21) Jüdisch-orthodoxes Coming-out im Brooklyn der 1980er Jahre: Regisseur Eric Steel erzählt in seinem behutsam und wortkarg inszenierten Coming-of-Age-Drama vom Heranwachsen unter Holocaust-Überlebenden.

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Dea Kulumbegashvili

Beginning

(MUBI-Start: 29.1.) Glaube in Flammen: Regisseurin Dea Kulumbegashvili porträtiert die Frau eines georgischen Predigers, die zum Opfer des Dorf-Machismo wird – mit einer mutig subtilen Inszenierung, deren karge Schlichtheit dem Publikum den Atem raubt.

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Top-Ausstellungen im Oktober

  • Afrika – Im Blick der Photographen“ mit 12 Teilnehmern bis 1.11. in der Völklinger Hütte
  • „Keith Haring“: große Retrospektive des Graffiti-Künstlers bis 29.11. im Museum Folkwang, Essen
  • Russische Avantgarde im Museum Ludwig – Original und Fälschung“ bis 3.1.2021 im Museum Ludwig, Köln
  • Masculinities: Liberation through Photography“ bis 10.1.2021 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Bunte Götter – Golden Edition“: Rekonstruktion farbiger Antike-Skulpturen bis 17.1.2021 im Liebieghaus, Frankfurt
  • „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“: große Mittelalterschau bis 18.4.2021 im Landesmuseum, Mainz

Kommende Top-Kinofilme 2020

  • „Resistance“: Historienfilm über das Engagement von Marcel Marceau, später weltbekannter Pantomime, im französischen Widerstand gegen NS-Besatzer; Start 5.11.
  • „Doch das Böse gibt es nicht (There is no Evil)“ von Mohammad Rasoulof („A Man of Integrity“): Berlinale-Sieger – Episodenfilm über Todesstrafe im Iran, Start: 5.11.
  • „The Secret we keep – Schatten der Vergangenheit“ von Yuval Adler („Bethlehem“) mit Noomi Rapace: Psychothriller – Weltkriegsopfer entführt Ex-Peiniger, Start: 5.11.
  • „Curveball“ von Johannes Naber („Das kalte Herz“, „Zeit der Kannibalen“) – brillante Politthriller-Groteske über Mitschuld des BND an der US-Invasion im Irak 2003, Start: 25.11.
Berlin

Body Performance

Mehr Bilder sind immer besser: Von Tanz und Theater bleiben nach der Aufführung nur Aufnahmen, die sie dokumentieren. Eine Tour d’Horizon dieser Foto-Sparte ist im Museum für Fotografie zu sehen: von Menschen in Krokodilen bis zu Nackedeis ohne Geschlechtsorgane.

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Karlsruhe

bauhaus.film.expanded

Traumfabrik Bauhaus: Viele Lehrer und Schüler der Modernismus-Schmiede versuchten sich im neuen Medium Film. Einen Querschnitt ihres Schaffens präsentiert das ZKM – von amateurhaften Fingerübungen bis zu Meilensteinen der Kinogeschichte.

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Stuttgart + Wien

Azteken

Vor 500 Jahren zerstörte der Spanier Cortès das Reich der Azteken; ihre Hauptstadt wurde von den Eroberern buchstäblich begraben. Wie faszinierend ihre fremdartige Kultur war, zeigen Lindenmuseum und Weltmuseum mit einer opulent bestückten Überblicks-Schau.

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Martin Scorsese

Pretend It's a City

(Netflix-Start: 8.1.21) Smartphone-Zombies und wütende Homosexuelle: Regisseur Martin Scorsese lässt die intellektuelle Berufs-New-Yorkerin Fran Lebowitz so prägnant wie unterhaltsam die Welt der 1970er Jahre bis heute erklären – mit erstaunlichen Einsichten.

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71. Berlinale

Phantom-Festival der Anti-Ästhetik

Festspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Nur das Fachpublikum sah alle Filme online. Dagegen blieben die Jury-Entscheidungen der langjährigen Tradition treu; Polit-Pädagogik und spröde Dokus zählen mehr als großes Kino.

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Ramin Bahrani

Der weiße Tiger

(Netflix-Start: 22.1.21) Aufstieg eines Abgehängten: Regisseur Ramin Bahrani porträtiert einen Inder, der sich aus dörflichen Teestuben nach oben in die Sphäre der Reichen durchboxt – blutiger Klassenkampf auf dem Subkontinent im ökonomischen Aufbruch.

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