Saarbrücken

Was bleibt? – Die Zeit der Merowinger

Die vergessene Dynastie: Merowinger-Könige beherrschten 300 Jahre lang Westeuropa, vom 5. bis 8. Jahrhundert. Mangels Texten bleibt diese Epoche mysteriös; was man über sie weiß, stammt meist aus Gräbern. Solche Fundstücke präsentiert das Museum für Vor- und Frühgeschichte sehr anschaulich und attraktiv. ...weiter

Düsseldorf

Sex Now

Liebesspiele von gestern: Das NRW-Forum will vorführen, wie geschlechtliche Freuden in der Gegenwarts-Kunst dargestellt werden. Doch possierliche Bastelkunst, Fixierung auf Minderheiten-Praktiken und Ignoranz der heutigen Neo-Prüderie lassen den propagierten Hedonismus recht angestaubt wirken. ...weiter

Karlsruhe

Archistories – Architektur in der Kunst

Erlaubt ist, was das Depot hergibt: Seit vier Jahren wird die Kunsthalle saniert – zur Überbrückung zeigt sie in der Orangerie eine erste Wechselausstellung. Sie erweist sich als wirres Sammelsurium von Exponaten; anstatt sich auf Teilaspekte des Riesen-Themas zu konzentrieren, ufert die Schau aus. ...weiter

Paul Dano + Jude Law

Der Magier im Kreml

(Kinostart: 9.4.) Wie Russland wieder zu dem Gefängnis wurde, das es immer war: Regisseur Olivier Assayas verfilmt präzise einen Polit-Thriller über den wohl wichtigsten Präsidentenberater. Paul Dano brilliert als feinsinniger Strippenzieher des Systems Putin, Jude Law als sein skrupelloser Dienstherr. ...weiter

Josh O'Connor + Paul Mescal

The History of Sound

(Kinostart: 9.4.) Zwei Herzen im selben Takt: Die Liebesgeschichte von zwei Musik-Ethnologen im Neuengland des frühen 20. Jahrhunderts inszeniert Regisseur Oliver Hermanus sinnlich, sensibel und mit glänzender Besetzung – wenn er sich nicht gerade an der eigenen Filmmusik berauscht. ...weiter

John Patton Ford

How to Make a Killing – Todsicheres Erbe

(Kinostart: 9.4.) Geldadel verpflichtet: Ein netter junger Mann mordet sich durch den kompletten Stammbaum der Familie, die ihn einst verstieß. Der Film von US-Regisseur John Patton Ford basiert auf einem britischen Krimi-Klassiker, doch sein Remake gerät enttäuschend flach und herzlos. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Das obige Bild zeigt ein deformiertes Porträt der zeitgenössischen Künstlerin ORLAN; allerdings als Tapisserie, also aus unzähligen Fäden gewirkt. Solche Wandbehänge werden heutzutage vor allem in Frankreich hergestellt – überraschend variantenreich. Die gelungene Überblicks-Schau „Welt aus Fäden – Bildteppiche der Moderne“ zeigt das Leipziger Museum der bildenden Künste noch bis 11. April.

Auch neu im Kino ab 9. April

  • „Hear me: Our Summer“: südkoreanisches Remake einer taiwanesischen Romanze über die Liebe eines Essen-Auslieferers zu einer Gehörlosen, fast ausschließlich in Gebärdensprache erzählt.
  • „It’s Never Over, Jeff Buckley“: Doku über den 1997 mit 31 Jahren verstorbenen US-Songwriter.
  • „Skunk“: belgisches Drama über einen Jungen aus prekären Verhältnissen in Einrichtung für traumatisierte Jugendliche.
  • „Ready or Not 2“: Fortsetzung der Horrorkomödie von 2019 über eine Hochzeit, die in Todesangst und blutigem Chaos endet. 
  • „Arco – Eine fantastische Reise durch die Zeiten“: Kinder-Animations-Fantasyfilm über einen Junge aus der Zukunft, der im Jahr 2075 landet.

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Leipzig

Welt aus Fäden – Bildteppiche der Moderne

Heimelig ist hier nichts: Moderne Tapisserien werden nach Entwürfen berühmter Künstler als repräsentativer Wandschmuck angefertigt. Diese vor allem in Frankreich gepflegte Staatskunst ist überraschend abwechslungsreich – aber oft fehlt ästhetischer Mehrwert, wie das Museum der bildenden Künste zeigt. ...weiter

Berlin

Raoul Hausmann: Vision. Provokation. Dada.

Glanz und Elend der permanenten Revolution: Der Dauer-Avantgardist Raoul Hausmann konnte und erfand alles immer wieder neu – glaubte er. Als Ober-Dadaist hat er seinen Platz in der Kunstgeschichte; zu ihrem 50. Geburtstag widmet ihm die Berlinische Galerie eine opulente Werkschau. ...weiter

Köln

Amazônia – Fotografien von Sebastião Salgado

Reise ins Herz der wuchernden Finsternis: Der brasilianische Fotograf widmete sein letztes Projekt dem Amazonas-Regenwald und seinen Bewohnern. Nun sind rund 200 Aufnahmen im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen: in atemberaubenden Schwarzweiß, klug erläutert und blendend inszeniert. ...weiter

Carla Simón

Romería – Das Tagebuch meiner Mutter

(Kinostart: 2.4.) Zwischen Pilgerfahrt und Familienfeier: Im letzten Teil ihrer lose autobiografischen Trilogie beleuchtet Regisseurin Carla Simón ein spanisches Tabuthema der 1980er Jahre. Auch mit Mitteln des Magischen Realismus – leider wird die atmosphärisch dichte Spurensuche am Ende etwas langatmig. ...weiter

Eric Besnard

Les Misérables – Geschichte von Jean Valjean

(Kinostart: 2.4.) Ambitionierter geht es kaum: Der Roman-Klassiker von Victor Hugo ist bereits rund 50 Mal verfilmt worden – dem will Regisseur Eric Besnard etwas Neues hinzufügen. Das gelingt ihm, indem er sich auf die Vorgeschichte des Protagonisten konzentriert, doch dessen Porträt gerät etwas bemüht. ...weiter

François-Xavier Drouet

The Gospel of Revolution

(Kinostart: 2.4.) Das Prinzip Hoffnung: Die katholische Befreiungstheologie, im Lateinamerika der 1970/80er Jahre sehr präsent, scheint quasi verschwunden. Filmemacher François-Xavier Drouet geht auf Spurensuche – mit einer klug komponierten Mischung aus Archivmaterial und Zeitzeugen-Interviews. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Paula Modersohn-Becker + Edvard Munch. Große Fragen des Lebens“ bis 31.5. im Albertinum, Dresden
  • „Gebaute Gemeinschaft“: 12.000 Jahre alte Ruinenstätten in Anatolien bis 19.7. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ bis 2.8. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Das Drama“ mit Zendaya + Robert Pattinson
  2. „Der Astronaut – Project Hail Mary“ mit Ryan Gosling
  3. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  4. „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“
  5. „Calle Malága – Ein Zuhause in Tanger“ von M. Touzani
  6. „Pillion“ von Harry Lighton mit Alexander Skarsgård
  7. „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak
  8. „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmusch
  9. „Marty Supreme“ von Josh Safdie mit Timothée Chalamet
  10. „La Grazia“ von Paolo Sorrentino mit Toni Servillo
Zürich

Mongolei: Eine Reise durch die Zeit

Was vor und nach Dschingis Khan geschah: Wie das riesige asiatische Steppenland seit 2000 Jahren Europa mit China verbindet, führt das Museum Rietberg mit ausgesucht aussagekräftigen Exponaten vor - und zeitgenössischer Kunst, die von einer tiefen Identitätskrise zeugt. ...weiter

Hamburg

Huguette Caland: A Life in a few Lines

Pulsierende Farben, fließende Linien, abstrakte Erotik: Die erste Retrospektive der 2019 verstorbenen libanesischen Künstlerin Huguette Clanad in der westlichen Welt eröffnet einen umfassenden Blick auf ein vielschichtiges künstlerisches Universum, das eben erst international entdeckt wird. ...weiter

Berlin

Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus

Klein, aber fein: Der Geburtstagsgruß der Neuen Nationalgalerie zum 100. Jahrestag des surrealistischen Manifests bietet nur 26 Exponate auf. Doch die werden blendend präsentiert: als Beispiele für das dichte Beziehungsgeflecht der Künstler untereinander – fast jedes Werk trägt Zeichen seines Werdegangs. ...weiter

Margaret Qualley + Ethan Hawke

Blue Moon

(Kinostart: 26.3.) Last orders, please: Nachdem sich ein Musical-Texter von seinem Komponisten-Partner getrennt hatte, landet jener seinen größten Hit. Den Premierenabend trinkt sich der Düpierte in einer Bar schön – eine Glanzrolle für Ethan Hawke, feinfühlig inszeniert von Regisseur Richard Linklater. ...weiter

Sang-Il Lee

Kokuho – Meister des Kabuki

(Kinostart: 26.3.) Bühnen und Schminke, die die Welt bedeuten: Kaum etwas bringt Japans traditionelle Kultur so elegant zum Ausdruck wie das Kabuki-Theater. In ihm rivalisieren zwei Gefährten miteinander; das exquisite Melodram von Regisseur Sang-Il Lee taucht tief in eine fremde Lebenswelt ein. ...weiter

Ratchapoom Boonbunchachoke

A Useful Ghost

(Kinostart: 26.3.) Staubsauger der Herzen: In dieser Mystery-Komödie aus Thailand sind Elektrogeräte von Geistern beseelt. Doch der Debütfilm von Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke ist kein Klamauk, sondern eine wundervoll präzise komponierte Parabel mit politischem Hintersinn. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ vom 2.4. bis 25.10. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst vom 15.4. bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin
  • „Carl Grossberg. Sachlich – Magisch – Visionär“ vom 22.3. bis 30.8. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ vom 22.5. bis 27.9. in der Alten Nationalgalerie, Berlin
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1.2027 im Kunstpalast, Düsseldorf

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „Paris Murder Mystery“ mit Jodie Foster („Der Mauretanier“) + Daniel Auteuil („Ein Schweigen“): Krimi – Psychiaterin ermittelt nach Mord an Patientin; Start: 16.4.
  • „Kiss of the Spider Woman“ von Bill Condon (“The Good Liar”) mit Jennifer Lopez (“Hustlers”): Musical – Zwei inhaftierte Argentinier flüchten in Fantasiewelt; Start: 16.4.
  • „Michael“ von Antoine Fuqua: Biopic über Michael Jackson; Start: 22.4.
  • „Rose“ mit Sandra Hüller („Anatomie eines Falls“): Historien-Drama – Soldat eignet sich im Dreißigjährigen Krieg verlassenen Gutshof an; prämiert mit Silbernem Bären 2026
Hannover

Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami. Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer. ...weiter

Frankfurt am Main

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. ...weiter

Hamburg

Anders Zorn – Schwedens Superstar

Skandinavischer Alleskönner: Der schwedische Maler brillierte als Aquarellist, Radierer und in Öl – mit detailscharfen Alltagsszenen und impressionistischen Momentaufnahmen. Damit wurde er ab 1890 zum hochbezahlten Porträtisten; die Kunsthalle stellt den Tausendsassa endlich hierzulande gebührend vor. ...weiter

Ryan Gosling + Sandra Hüller

Der Astronaut – Project Hail Mary

(Kinostart: 19.3.) Weltuntergang einmal anders: Licht fressende Bakterien bedrohen die Sonne und damit die Erde. Das weiß Ryan Gosling zu verhindern – als einsamer Astronaut, der mit einem Alien aus Stein kooperiert. Eine optimistisch stimmende SciFi-Komödie der Regisseure Phil Lord und Christoper Miller. ...weiter

Bradley Cooper

Is This Thing On?

(Kinostart: 19.3.) Stand-up als Paartherapie: In der Tragikomödie von Bradley Cooper spielt Will Arnett einen Ex-Gatten, der seine gescheiterte Ehe mit Auftritten in einem Comedy-Club verarbeitet. Die auf die Hauptfigur und ihr neues Hobby fixierte Inszenierung lädt jedoch nicht gerade zum Mitfühlen ein. ...weiter

Paolo Sorrentino

La Grazia

(Kinostart: 19.3.) In der Staatsspitzen-Gruft: Das Porträt eines fiktiven italienischen Präsidenten, der sich mit letzten Fragen herumplagt, fällt bleischwer aus. Regisseur Paolo Sorrentino irrlichtert zwischen Ethik-Debatten und Privat-Geplänkel; das macht nur Hauptdarsteller Toni Servillo halbwegs ansehnlich. ...weiter