Mannheim

Radikal. Real. Nouveau Réalisme + die Kunst der 1960er Jahre

Alles kann Kunst werden; sei es Autoschrott, Plakatwände oder Haushaltsabfall. So krempelten die „Nouveaux Réalistes“ in den 1960ern den Kunstbetrieb um. Manche wie Christo, Yves Klein oder Daniel Spoerri wurden berühmt. Doch insgesamt versandete die Bewegung im Beliebigen, zeigt eine Schau der Kunsthalle. ...weiter

Frankfurt/ Main

The World Through AI

Wie Sie sehen, ist das Wichtigste unsichtbar: Die Schirn Kunsthalle will beleuchten, wie Künstler den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz reflektieren. Doch die meisten Beiträge überfluten den Betrachter oder verebben in Beliebigkeit – zur Selbstabschaffung der Menschheit haben sie wenig zu sagen. ...weiter

Wuppertal + Würzburg

Carl Grossberg. Sachlich – Magisch – Visionär

Maler der Maschinen: Kein Künstler hat in den 1920/30ern das technische Zeitalter so konsequent adaptiert wie Carl Grossberg – und zugleich quasi surrealistische „Traumbilder“ geschaffen. Von der Heydt-Museum und Museum im Kulturspeicher widmen ihm die erste Werkschau seit 32 Jahren – eine Wiederentdeckung! ...weiter

Ridley Scott

Das Ende der Sterne

(Kinostart: 27.8.) Endzeit-Abenteuer für schießfreudige Prepper: In seinem Postapokalypse-Actionfilm wärmt Regisseur Ridley Scott etliche Klischees des Kolonialzeitalters auf, wobei er sich um Plausibilität nicht schert. Hauptsache, es gibt genug Whiskey und Sprit, um alle Bösewichte abzufackeln. ...weiter

Klaus Martens

Schwarzers Kosmos

(Kinostart: 27.8.) Don Quijote des rheinischen Kunstbetriebs: Der Düsseldorfer Maler Bernd Schwarzer ruiniert sich mit ausufernden Farbschlachten und enormem Flächenbedarf. Dabei schaut ihm Regisseur Klaus Martens geduldig zu – seine Doku hat wenig Erkenntnis- oder Unterhaltungswert. ...weiter

Kristina Shtubert

Sonnenstadt

(Kinostart: 27.8.) Leben in einer ekstatischen Wahrheit: In der sibirischen Taiga scharte ein selbst ernannter Messias 4000 Anhänger um sich, bis er 2020 verhaftet wurde. Regisseurin Kristina Shtubert porträtiert einfühlsam Aussteiger und Außenseiter – und zeigt, warum für manche eine Sekte wohl das Beste ist. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Marina Abramović ist zweifellos die berühmteste zeitgenössische Künstlerin. Das gelang ihr vor allem mit Performances an der Schmerzgrenze im Wortsinne: etwa mit einer 2,5-monatigen Mammut-Sitzung im New Yorker MoMA oder einem 7-stündigen Auftritt mit Bauch-Ritzung und Flagellation. Einen prägnanten Überblick über ihr Gesamtwerk bietet der Gropius-Bau in Berlin mit der Werkschau „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic – The Exhibition“ – bis 30.8.

Auch neu im Kino ab 27. August

  • „One Night Only“: Romcom über ein New York, in dem außerehelicher Sex nur an einem Tag im Jahr erlaubt ist.
  • „Mutiny“: Action-Thriller mit Raubein Jason Statham an Bord eines Hochsee-Frachters.
  • „Staatsschutz“ von Faraz Shariat („Futur Drei“): Polit-Thriller über eine asiatischstämmige Staatsanwältin, die nach rassistischem Brandanschlag auf sie vor Gericht zieht.
  • „Der Heimatlose“: Historien-Parabel – junger Mann kehrt auf Nordsee-Insel zurück, doch keiner erkennt ihn mehr.
  • „Für immer 16“ mit Lilith Stangenberg („Sterben“, „Seneca“): spätpubertäre Trash-Groteske über neurotische Szene-Typen in Super-8-Optik.
  • „Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos“ mit Christian Clavier („Monsieur Claude“): Fortsetzung der französischen Komödie über Abstammung und Vaterschaft.

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Berlin

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic – The Exhibition

Die weibliche Beuys: Nach dem Vorbild des Kunst-Schamanen wurde Marina Abramović mit vollem Körpereinsatz zur populärsten Gegenwarts-Künstlerin, wie ihre Retrospektive im Gropius-Bau zeigt. Was ihre Performances zwischen Selbstverstümmelung und Herrenwitzen nicht besser macht. ...weiter

Kassel + Gotha

Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke

Das Jahr, in dem der Maler durchstartete: Nach seinem Umzug nach Amsterdam stieg Rembrandt zum gefragten Großkünstler auf. Das zeichnen Schloss Wilhelmshöhe und Herzogliches Museum nach, wobei deutlich wird: Welche Bilder tatsächlich von ihm selbst angefertigt wurden, wird wohl stets umstritten bleiben. ...weiter

Weimar

Faust – Eine Ausstellung

Overkill für den Olympier: 1775 kam Goethe nach Weimar, was die Klassik Stiftung mit einem Faust-Themenjahr feiert. Die Ausstellung zum Drama-Hauptwerk im Schiller-Museum probt den Spagat aus Dokumentation und Entertainment; so überladen und schwer verdaulich, wie vielen die Tragödie selbst erscheint. ...weiter

Charly Hübner

Spaziergang nach Syrakus

(Kinostart: 20.8.) Die Welt sehen, ohne die Heimat zu verlieren: Jahrelang plante ein Lebenskünstler seine Flucht aus der DDR, um nach Italien zu reisen – und zurückzukehren. Seine Geschichte verfilmt Regisseur Lars Jessen stimmig und einfühlsam; für die Hauptrolle ist Charly Hübner wie geschaffen. ...weiter

Annekatrin Hendel

Hiddensee

(Kinostart: 20.8.) Inselträume in Schwarzweiß: In ihrem essayistischen Film gelingt der Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel ein assoziatives Porträt des Eilands in der Ostsee als Sehnsuchtsort im Wandel der Zeit – von der Weimarer Republik bis heute, vom Eskapismus zum Tourismus. ...weiter

Cyril Aris

A Sad and Beautiful World

(Kinostart: 20.8.) Eine Liebe fürs Leben: Wer wie Regisseur Cyril Aris auf die dramaturgische Macht des Zufalls vertraut, wird mit einer emotionalen Achterbahnfahrt durch die jüngere Geschichte des Libanon belohnt. Humor und Tragik liegen in seinem Film dicht beieinander. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „16. Manifesta“: Wanderschau zeitgenössischer Kunst bis 4.10. in Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen
  • „Symphonie der Farben. Signac + Neoimpressionismus“ bis 11.10. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“: Realismus-Schau bis 8.11. im Folkwang Museum, Essen
  • „Tomás Saraceno: Verwobene Welten“: Werkschau des Land-Art-Künstlers bis 7.2.27 im Haus der Kunst, München

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Spaziergang nach Syrakus“ mit Charly Hübner
  2. „Die Odyssee“ von Christopher Nolan mit Matt Damon
  3. „The Invite“ von Olivia Wilde mit Penélope Cruz
  4. „Hiddensee“ von Annekatrin Hendel
  5. „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“
  6. Was haben wir gelacht“ von Eva Müller
  7. „Glennkill – Ein Schafskrimi“ von Kyle Balda
  8. „A Sad and Beautiful World“ von Cyril Aris
  9. „Im Spiegel meiner Mutter“ von Jutta Brückner
  10. Der Klang der Stradivari“ von Grégory Magne
Bonn

Amazônia – Indigene Welten

350 Völker leben im Einzugsbereich des Amazonas-Stroms, auf einem Gebiet so groß wie Europa. Eine Mammut-Ausstellung in der Bundeskunsthalle will die Kulturen der gesamten Regenwald-Region umfassend vorstellen – trotz opulenter Inszenierung fallen aber die meisten Details unter den Tisch. ...weiter

Berlin

Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus

Wie man den Kunstgeschmack einer Nation beeinflusst: Der Galerist Paul Cassirer machte ab 1898 mehrere Strömungen der klassischen Moderne in Deutschland bekannt – wobei er ein frühes und tragisches Ende fand. Die opulente Themenschau der Alten Nationalgalerie zeigt auf, wie der Kunstmarkt funktioniert. ...weiter

Baden-Baden

Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus

What you see is what you get: Fotorealistische Malerei verbirgt ihr anspruchsvolles Konzept hinter glänzenden Oberflächen. Anfangs als Verwirrspiel mit der Warenwelt; inzwischen ist sie zur gepinselten Produktreklame degeneriert. Das zeigt eine umfassende Überblicksschau im Museum Frieder Burda. ...weiter

Hannes Holm

Der Regenmeister

(Kinostart: 13.8.) Pseudo-Sittenkomödie zur Klimakatastrophe: Ein schwedischer Provinzler lässt es regnen, indem er den Wasserhahn im Garten aufdreht. Was ein geistreiches Gedankenspiel zur Dauerdürre sein könnte, verhunzt Regisseur Hannes Holm zum sentimentalen Familiendrama von der Stange. ...weiter

Roderick Warich

Funeral Casino Blues

(Kinostart: 13.8.) Die Ästhetik des Verschwindens: In einem Bangkok ohne Tageslicht inszeniert Filmemacher Roderick Warich die Romanze zwischen einer Gelegenheits-Sexarbeiterin und einem Barkeeper so, wie man sich in Deutschland einen Arthouse-Film vorstellt: umständlich und ereignisarm. ...weiter

Florian Karner

Finding Connection

(Kinostart: 13.8.) Mein Freund, die Maschine: Anstatt zu realen Partnern unterhalten manche Menschen enge Beziehungen zu KI-Begleitern. Ihr Verhalten beobachtet Regisseur Florian Karner – allerdings ohne jede Erläuterung oder Analyse, so dass seine Doku recht monoton und redundant ausfällt. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Correggio. Berührend menschlich“: Renaissance-Malerei vom 19.9. bis 10.1. 2027 in der Gemäldegalerie, Dresden
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1. 2027 im Kunstpalast, Düsseldorf
  • „Maria Magdalena“: die Heilige in der Kunst vom 17.9. bis 17.1. 2027 im Städel Museum + Liebieghaus, Frankfurt
  • „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ vom 23.10. bis 21.2. 2027 in der Kunsthalle München
  • „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ vom 21.10. bis 18.04. 2027 in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“: Retro vom 11.9. bis 20.6. 2027 im Hamburger Bahnhof, Berlin

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „Vaterland“ von Paweł Pawlikowski (“Ida”, “Cold War – Der Breitengrad der Liebe”): Historienfilm über die Rückkehr von Thomas + Erika Mann nach Deutschland 1949, Start: 3.9.
  • „Adams Acht“ mit Oliver Masucci („Schachnovelle“) + Axel Milberg („Hannah Arendt“): Sportlerdrama über deutschen Ruder-Achter, der 1960 Olympia-Gold gewann; Start: 17.9.
  • „Pressure“ mit Brendan Fraser („The Whale“): Historienfilm über die Tage vor der Alliierten-Landung in der Normandie – alles hängt von der Wettervorhersage ab; Start: 17.9.
  • „Gentle Monster“ von Marie Kreutzer („Corsage“) mit Léa Seydoux („Silent Friend“): Drama über Pianistin, deren Partner unter Pädophilie-Verdacht gerät; Start: 17.9.
Berlin

Brancusi

Der abwesende Superstar: Constantin Brancusi ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Moderne, doch hierzulande sind seine Werke rar. Nun präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Werkschau seit 50 Jahren – 150 einzigartig stilisierte Skulpturen eines Einzelgängers, der sich brillant in Szene setzte. ...weiter

Hamburg

Druckfrisch aus den Zwanzigern - Einblicke in Chinas Moderne

Die unbeachtete Republik: Was im China der Zwischenkriegszeit geschah, ist kaum bekannt. Das ändert eine faszinierende Ausstellung im MARKK Museum am Rothenbaum – mit allerlei Alltagsobjekten wie bunten Drucken, Filmstar-Postern, Make-up-Behältern, aber auch eleganten Qipao-Kleidern. ...weiter

Wolfsburg

Julian Charrière: Midnight Zone

Wie Sie sehen, sehen Sie wenig: Der Land-Art-Künstler Julian Charrière will unbekannte Natur-Phänomene veranschaulichen, etwa Leben in der Tiefsee. Dafür treibt der Schüler von Olafur Eliasson enormen Aufwand – manche Resultate ähneln Dokus mit begrenztem Schauwert. ...weiter

Grégory Magne

Der Klang der Stradivari

(Kinostart: 6.8.) Wenn das Ego die erste Geige spielt: Um den Lebenstraum ihres verstorbenen Vaters zu erfüllen, muss eine reiche Erbin in einem zerstrittenen Streichquartett neue Harmonie schaffen. Regisseur Grégory Magne macht daraus eine lebenskluge musikalische Komödie. ...weiter

György Pálfi

Lebensansichten eines Huhns 

(Kinostart: 6.8.) Gangsterfilm mit Federvieh: Die Welt durch die Augen einer entlaufenen Henne zeigt György Pálfi in einem originellen und großartig fotografierten Tierfilm. Abrupt, aber konsequent, schlägt die possierliche Inszenierung in der zweiten Hälfte in ein menschliches Drama um. ...weiter

Birgit Minichmayr

Everytime

(Kinostart: 6.8.) Ein Schritt zu weit: Am Vorabend des geplanten Familienurlaubs verliert eine Jugendliche ihr Leben. Trauer und Weiterleben der Hinterbliebenen fängt Regisseurin Sandra Wollner als vielstimmiges Mosaik aus Alltags-Beobachtungen ein – doch am Ende verliert sie das Vertrauen in ihre Erzählweise. ...weiter