Frankfurt am Main

Maria Magdalena: Sin. Pray. Love.

Wie aus der Gefährtin Christi eine Ex-Prostituierte im Ganzkörper-Haarkleid wurde: Keine andere Heilige hat solch einen Bedeutungswandel erfahren wie Maria Magdalena. Ihn zeichnen Städel Museum und Liebieghaus nach – eine erstklassige Bildgeschichte mit Beispielen aus 500 Jahren. ...weiter

Berlin

Ryuichi Sakamoto | seeing sound, hearing time

Wellness für die Sinne: Der 2023 verstorbene Komponist Ryuichi Sakamoto brillierte in allen Genres von Pop über Ambient bis zu Filmmusik. In seinem Spätwerk konzentrierte er sich auf minimalistische Multimedia-Konzepte – der Hamburger Bahnhof zeigt eine Auswahl seiner kontemplativen Installationen. ...weiter

Essen

Ich, Gustave Courbet – Maler und Rebell

Vom „Ursprung der Welt“ zum „vor Angst Wahnsinnigen“: Gustave Courbet etablierte quasi im Alleingang den Realismus in der Malerei und trieb ihn bis an die Grenzen des Abbildbaren. Damit wurde er um 1850 zum modernsten Künstler – wie wegweisend er war, führt die exzellente Retrospektive im Museum Folkwang vor. ...weiter

Lambert Wilson

Chopin – Eine Sonate in Paris

(Kinostart: 22.10.) Ein Pianist als Popstar: Ab den 1830er Jahren war der polnische Emigrant Frédéric Chopin der am meisten umschwärmte Musiker in Paris – und zugleich todkrank. Diesen Kontrast verwandelt Regisseur Michał Kwieciński in ein originelles und gelungenes Biopic über den Dandy-Komponisten. ...weiter

Johanna Wokalek

Liebhaberinnen

(Kinostart: 22.10.) Wie angelt man sich ein Muttersöhnchen? Das Regie-Debüt von Caroline „Koxi“ Kox ist eine sehr freie Adaption eines frühen Romans von Elfriede Jelinek. Dieses Doppelporträt zweier Frauen, die sich nie begegnen, bietet interessante Spiegelungen und Reibungen zwischen Text und Bild. ...weiter

Jens Schanze

Materia Prima – New Energy – Old Powers

(Kinostart: 22.10.) Goldrausch in Wartestellung: Lithium ist einer der wichtigsten High-Tech-Rohstoffe, doch der geplante Abbau der weltgrößten Reserven in Bolivien kommt nicht voran. Woran das liegt, verrät Regisseur Jens Schanze nicht: Seine Doku begnügt sich mit anonymen O-Tönen zu Panorama-Aufnahmen. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Die Biennale in São Paulo ist die – nach der in Venedig – zweitgrößte der Welt, wird aber in Europa wenig wahrgenommen. Das ändert das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin: Es präsentiert eine Art Best-of mit Arbeiten von 30 Künstlern. Allerdings wirkt die Auswahl von HKW-Chef Bonaventure Soh Bejeng Ndikung recht willkürlich und beliebig: „Nicht alle Reisenden folgen Wegen – Humanität als Praxis: 36. Bienal de São Paulo, Berlin Edition“ läuft bis 6.12.

Auch neu im Kino ab 22. Oktober

  • „Die andere Seite“ mit Nina Hoss („Das Vorspiel“): Pandemie-Dystopie – Frau verliert Familie durch Virus, zieht sich als Infizierte in die Berge zurück, muss aber nach Unfall in Gesellschaft zurückkehren.
  • „Moscas – Fliegen und andere Gäste“: betuliche Tragikomödie aus Mexiko über einen Jungen, der sich mit einer einsamen Rentnerin anfreundet.
  • „Das Verschwinden“ mit Zar Amir Ebrahimi („Tatami“): Romanverfilmung aus Algerien: Das Spiegelbild des fügsamen Sohnes eines Topmanagers verschwindet.
  • „Der perfekte Urlaub“ mit Elyas M’Barek („Virginia Woolf`s Night & Day“) + Karoline Herfurth („Wunderschöner“): Komödie – Urlaub stellt Freundschaften auf die Probe.
  • „Ali G: Who Iz I?“ von und mit Sacha Baron Cohen („Les Misérables“): britische Komödie über die HipHop-Kunstfigur Ali G – nun wird er Vater.

Wöchentlich aktuelle Kinostarts, Film-Kritiken + Ausstellungs-Tipps direkt in Ihre Mailbox:

Berlin

Nicht alle Reisenden folgen Wegen – Humanität als Praxis: 36. Bienal de São Paulo, Berlin Edition

One size fits all: Die 36. Biennale im brasilianischen São Paulo gastiert mit einem Best-of im Haus der Kulturen der Welt. Doch Kurator und Intendant Bonaventure Soh Bejeng Ndikung presst die Auswahl in das gleiche Schema wie seine bisherigen HKW-Ausstellungen; das wirkt wie ein beliebiges Déjà-vu. ...weiter

München

Tomás Saraceno in collaboration – Verwobene Welten

Spinnen und spinnen lassen: Der argentinisch-deutsche Künstler lässt sich von Achtbeinern zu Mega-Installationen inspirieren. Nun richtet ihm das Haus der Kunst die bislang größte Werkschau hierzulande aus: Sein Makrokosmos beeindruckt, im Mikrokosmos fehlt die kreative Eigenleistung. ...weiter

Potsdam

Symphonie der Farben - Paul Signac und der Neoimpressionismus

Punkt ist nicht gleich Punkt: Mit dem Divisionismus verordnete der begeisterte Segler und Maler Paul Signac dem Impressionismus eine Version 2.0. Das Museum Barberini widmet dem Franzosen eine umfassende Ausstellung: kunsthistorisch seriös wie erhellend, aber ohne Überraschungspotenzial. ...weiter

Georgia Oakley

Sinn und Sinnlichkeit

(Kinostart: 15.10.) Mit Vernunft und Gefühl: Beides ist nötig fürs Liebesglück, was Jane Austen 1811 veranschaulichte. Ihren Romanklassiker hat Regisseurin Georgia Oakley neu verfilmt: als erstklassig inszeniertes Historien-Psychodrama mit tollen Schauspielerinnen ohne oberflächliche Aktualisierung. ...weiter

Volker Schlöndorff

Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte

(Kinostart: 15.10.) Auf märkischen Sand gebaut: Die Verfilmung des autofiktionalen Romans von Jenny Erpenbeck durch Regisseur Volker Schlöndorff gerät dem Routinier so werkgetreu wie holzschnittartig. Namhafte Schauspieler werden dabei in namenlosen Rollen zu Karikaturen verzerrt. ...weiter

Jan Schmidt-Garre

Junkies of Dreaming – Mahler 3 Currentzis

(Kinostart: 15.10.) In T-Shirt, Lederstiefeln und voller Hingabe an die Musik: Dirigent Teodor Currentzis ist das Enfant terrible des Klassik-Betriebs. Regisseur Jan Schmidt-Garre beobachtet, wie sein Orchester Mahlers 3. Sinfonie einstudiert – eine Doku als Detail-Studie für Fans und solche, die es werden wollen. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Correggio. Berührend menschlich“: Renaissance-Malerei bis 10.1.27 in der Gemäldegalerie, Dresden
  • „Jörg Immendorff“: große Werkschau des BRD-Historienmalers bis 10.1.27 im Kunstpalast, Düsseldorf
  • „Lovis Corinth: Dann kam Berlin!“: Retrospektive des Impressionisten bis 25.1.27 in der Berlinischen Galerie
  • „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“: Kunst aus Katalonien bis 21.2.27 in der Kunsthalle München
  • „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ bis 18.4.27 in der James-Simon-Galerie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Heimsuchung“ von Volker Schlöndorff
  2. „Alte Liebe“ von Andreas Dresen mit Dagmar Manzel
  3. „Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld“ von S. Cox
  4. „Vaterland“ von Paweł Pawlikowski
  5. „Sinn und Sinnlichkeit“ von Georgia Oakley
  6. „Frau Winkler verlässt das Haus“ von Doris Dörrie
  7. „Naza“ von Yuval Abraham + Rachel Szor
  8. „Lügen über meine Mutter“ von Aron Lehmann
  9. „Digger“ von Alejandro González Iñárritu mit Tom Cruise
  10. „Primetime“ mit Robert Pattinson
Bonn

Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit

Nicht über uns ohne uns: Die Bundeskunsthalle überlässt ihre Themen-Schau über die Geschichte von käuflichem Sex vor allem Milieu-Aktivisten. Mit erwartbarem Ergebnis: einseitige Perspektive, thematische Überfrachtung, ausgiebige Selbstdarstellung und Forderungen an Politik und Gesellschaft. ...weiter

Mannheim

Radikal. Real. Nouveau Réalisme + die Kunst der 1960er Jahre

Alles kann Kunst werden; sei es Autoschrott, Plakatwände oder Haushaltsabfall. So krempelten die „Nouveaux Réalistes“ in den 1960ern den Kunstbetrieb um. Manche wie Christo, Yves Klein oder Daniel Spoerri wurden berühmt. Doch insgesamt versandete die Bewegung im Beliebigen, zeigt eine Schau der Kunsthalle. ...weiter

Frankfurt/ Main

The World Through AI

Wie Sie sehen, ist das Wichtigste unsichtbar: Die Schirn Kunsthalle will beleuchten, wie Künstler den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz reflektieren. Doch die meisten Beiträge überfluten den Betrachter oder verebben in Beliebigkeit – zur Selbstabschaffung der Menschheit haben sie wenig zu sagen. ...weiter

Aaron Sorkin

The Social Reckoning

(Kinostart: 8.10.) Wir sind doppelt so groß wie das größte Land der Erde, Regierungen sind uns egal: Um der Profitmaximierung willen wiegelt Facebook/ Meta-CEO Mark Zuckerberg die Nutzer gegeneinander auf – wie das enthüllt wurde, zeigt Regisseur Aaron Sorkin in einem makellosen Polit-Thriller. ...weiter

Andreas Dresen

Alte Liebe

(Kinostart: 8.10.) Wenn alte Liebe doch noch rostet: Regisseur Andreas Dresen porträtiert in seiner Romanverfilmung ein Ehepaar, das mal bissig, mal liebevoll seine jahrzehntelange Beziehung verhandelt. Trotz exzellenter Darsteller und einiger schöner Momente vermag der Film nicht durchgängig zu zünden. ...weiter

Aron Lehmann

Lügen über meine Mutter

(Kinostart: 8.10.) Die gemobbte Mama: In ihrem Autofiktions-Bestseller erinnert sich Autorin Daniela Dröscher an den Feldzug ihres Vaters gegen die Molligkeit ihrer Mutter. In seiner angestrengt leichtfüßigen Verfilmung einer im Grunde tragischen Geschichte vergreift sich Regisseur Aron Lehmann im Tonfall. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Die Blauen Reiterinnen“: 12 Expressionistinnen vom 23.10. bis 21.2.27 im Kunstmuseum Wiesbaden
  • „Leonor Fini. Magisch Surreal“: Werkschau der Malerin vom 23.10. bis 21.2.27 in der Schirn, Frankfurt am Main
  • „Die Etrusker – die geheimnisvolle Kultur der Toskana“ vom 30.10. bis 29.3.27 im SMAC, Chemnitz
  • „Das große Drama. Auguste Rodin und der Streit um die Moderne“ vom 31.10. bis 22.8.27 im Albertinum, Dresden
  • „Schwedische Moderne“: Werke aus dem Moderna Museet, Stockholm, vom 7.11. bis 28.2.27 im Brücke Museum, Berlin
  • „Lateinamerikan. Künstlerinnen: Von Frida Kahlo bis heute“ vom 4.12. bis 29.3.27 in der Bundeskunsthalle, Bonn

Kommende Top-Kinofilme 2026

Wuppertal + Würzburg

Carl Grossberg. Sachlich – Magisch – Visionär

Maler der Maschinen: Kein Künstler hat in den 1920/30ern das technische Zeitalter so konsequent adaptiert wie Carl Grossberg – und zugleich quasi surrealistische „Traumbilder“ geschaffen. Von der Heydt-Museum und Museum im Kulturspeicher widmen ihm die erste Werkschau seit 32 Jahren – eine Wiederentdeckung! ...weiter

Berlin

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic – The Exhibition

Die weibliche Beuys: Nach dem Vorbild des Kunst-Schamanen wurde Marina Abramović mit vollem Körpereinsatz zur populärsten Gegenwarts-Künstlerin, wie ihre Retrospektive im Gropius-Bau zeigt. Was ihre Performances zwischen Selbstverstümmelung und Herrenwitzen nicht besser macht. ...weiter

Kassel + Gotha

Rembrandt 1632 – Entstehung einer Marke

Das Jahr, in dem der Maler durchstartete: Nach seinem Umzug nach Amsterdam stieg Rembrandt zum gefragten Großkünstler auf. Das zeichnen Schloss Wilhelmshöhe und Herzogliches Museum nach, wobei deutlich wird: Welche Bilder tatsächlich von ihm selbst angefertigt wurden, wird wohl stets umstritten bleiben. ...weiter

Hannah Herzsprung + Alexander Fehling

Corpus Delicti

(Kinostart: 1.10.) Stocksteifes Dasein in der Gesundheitsapostel-Gesellschaft: Das schildert Romanautorin Juli Zeh in ihrem Dystopie-Krimi. Ihre Verfilmung verlegt Regisseurin Lena Stahl in die keimfreie Glas-Beton-Architektur deutscher Innenstädte – da stellt sich die Frage nach dem richtigen Leben von selbst. ...weiter

Alejandro G. Iñárritu

Digger

(Kinostart: 1.10.) Der Mann mit dem dicksten Bohrer: Mit Tom Cruise als gegen den Strich besetztem Hauptdarsteller und viel Klamauk übt Regisseur Alejandro González Iñárritu wohlfeile Superreichen-Kritik. Ein überraschender Twist kann jedoch weder die Umwelt noch seinen Film wirklich retten. ...weiter

Tilda Swinton

Heart of Light – eleven songs for Fiji

(Kinostart: 1.10.) Die Bürde der weißen Frau: Mit Tilda Swinton als Alter Ego kehrt Regisseurin Cynthia Beatt zurück auf die Fidschi-Inseln, wo sie einen Teil ihrer Kindheit verbrachte. Leider gerät ihr Film-Essay zur postkolonialen Selbstbefragung, die mehr über die Autorin enthüllt als über die Pazifik-Inselgruppe. ...weiter