Berlin

Das Kleine Grosz Museum – Neueröffnung

Statt Zapfsäulen nun Zeichnungs-Galerie: Das neue Museum für den giftigsten und schonungslosesten Künstler der Weimarer Republik bezieht Quartier in einer ehemaligen Tankstelle. Zum Auftakt zeigt es sein Frühwerk von ersten Skizzen bis zu furiosen Motiven voller Wut und Weltekel. ...weiter

Kassel

documenta fifteen

Die documenta ist tot, es lebe die documenta: Die weltgrößte Ausstellung für zeitgenössische Kunst wird vom indonesischen ruangrupa-Kollektiv völlig umgekrempelt – und in ein gut gelauntes Graswurzel-Initativen-Festival im durchökonomisiert-pazifischen Zeitalter verwandelt. ...weiter

Berlin

12. Berlin Biennale – Still Present!

Kunst als Antwort auf drei große Menschheitsfragen: Für die 12. Berlin Biennale hat sich Kurator Kader Attia viel vorgenommen. Das können die 70 Teilnehmer kaum einlösen: Die meisten Beiträge verausgaben sich in überambitionierten Materialschlachten oder drastischer Elends-Dokumentation. ...weiter

Baz Luhrmann

Elvis

(Kinostart: 23.6.) Suspicious Minds: In seinem Biopic über den King of Rock’n’Roll beleuchtet Regisseur Baz Luhrmann vor allem das zwiespältige Verhältnis zu seinem Manager Colonel Parker. Dagegen spielen Elvis’ Musik oder peinliche Stationen seiner Karriere kaum eine Rolle. ...weiter

Jonas Carpignano

Chiara

(Kinostart: 23.6.) Papa ist ein Mafioso: Dieser Schock stellt das Leben eines Mädchens in Süditalien auf den Kopf. Die naturalistische ’Ndrangheta-Studie von Regisseur Jonas Carpignano führt eindrucksvoll vor, wie Angehörige der organisierten Kriminellen ihre Gefangenen werden. ...weiter

Toyoda Toshiaki

Shiver – Die Kunst der Taiko-Trommel

(Kinostart: 23.6.) Big Bang: Die fassförmige Taiko-Trommel aus Japan ist eines der größten Schlaginstrumente der Welt. Das Kodō-Ensemble demonstriert die Vielfalt perkussiver Musikstile – als stimmungsvolle Kombination von Landschaftsaufnahmen und Klang-Performances. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Kaum zu glauben, dass Beirut, Hauptstadt des krisengeschüttelten Libanon, in den 60er/70er Jahren als „Paris des Nahen Ostens“ galt. Libanesische Künstler waren auf der Höhe der Nachkriegsmoderne: Das zeigt der famose Epochen-Rückblick „Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility“ mit rund 220 Arbeiten von 35 Künstlern im Berliner Gropius-Bau – zu sehen bis 12. Juni.

Auch neu im Kino ab 16. Juni

  • „Cop Secret“: Action-Komödie aus Island unter der Regie des Ex-Torwarts der Fußball-Nationalmannschaft Hannes Þór Halldórsson.
  • „Tics – Mit Tourette nach Lappland“: Doku über drei Betroffene.
  • „Animals“: Dokudrama über den ersten homophoben Mord in Belgien.
  • „Mein fremdes Land“ Doku über 30-jährigen Bolivianer, der als Kind in Deutschland adoptiert wurde und nun nach Südamerika zurückkehrt.
  • „The Black Phone“ mit Ethan Hawke („The Northman“, „Born to be Blue“): Horror-Thriller – bei entführtem Kind in Keller klingelt altes Telefon mit Anrufen aus Totenwelt.

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Wolfsburg

Checkpoint – Grenzblicke aus Korea

Wo die Mauer noch steht: Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea gilt als die unüberwindlichste der Welt. Mit den Folgen beschäftigen sich Werke von 19 Künstlern im Kunstmuseum – leider fast ohne dringend nötige Erläuterungen, so dass Langnasen meist nur Chinesisch verstehen. ...weiter

Berlin

Opera Opera – Allegro ma non troppo

Heiter, aber nicht zu sehr: Das PalaisPopulaire zeigt Werke von 35 Gegenwartskünstlern, die sich mit dem Musiktheater beschäftigen. Die meisten Beiträge kommen aus dem MAXXI-Museum in Rom, doch italienischer Belcanto-Schmelz bleibt außen vor – die Schau ähnelt eher deutschem Regietheater. ...weiter

Venedig

59. Biennale Venedig: The Milk of Dreams

Alles wuchert, wabert und wandelt sich unaufhörlich: Die Mega-Ausstellung in der Lagunenstadt feiert die Fantasie, Mythen und das Irrationale. Kuratorin Cecilia Alemani reagiert auf das von Corona erschütterte Körperbewusstsein – sie lässt Tiere und Pflanzen mit Menschenleibern verschmelzen. ...weiter

Sophie Rois

A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

(Kinostart: 16.6.) Intergenerationelle Amour fou: Eine gealterte Schauspielerin verguckt sich in einen jungen Außenseiter. Beide haben ihre Ticks, verteidigen ihre Zweisamkeit aber entschlossen gegen ihr Umfeld – schön unwahrscheinliche Liebesgeschichte von Regisseurin Nicolette Krebitz. ...weiter

Dario Argento

Dark Glasses – Blinde Angst

(Kinostart: 16.6.) Rückkehr des Kunstblut-Königs: Kein Regisseur hat den italienischen Giallo-Horrorfilm so stark geprägt wie Dario Argento. Doch dieses Alterswerk voller Selbstzitate mit vorhersehbarem Plot, hölzernen Dialogen und absurden Schocks zeigt nur, dass sich das Genre überlebt hat. ...weiter

Samuel Finzi

Risiken & Nebenwirkungen

(Kinostart: 9.6.) Wenn der Gatte keine Niere abgeben will: Verweigerte Organspende entzweit ein Wiener Paar. Die Boulevardkomödie verfilmt Regisseur Michael Kreihsl ohne platte Gags, indem er die makabren Umstände seziert – die Eheleute haben sich routiniert auseinander gelebt. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Schmetterlinge im Ohr“ mit Sandrine Kiberlain
    2. „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“
    3. „Everything Everywhere All At Once“
    4. Der schlimmste Mensch der Welt“ von J. Trier
    5. „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ 
    6. „Alles in bester Ordnung“ mit Corinna Harfouch
    7. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
    8. „Leander Haußmanns Stasikomödie“
    9. „Belle“ von Mamoru Hosoda
    10. „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ von S. Curtis
Berlin

Beirut and the Golden Sixties

Die lange Levante-Party der 1960er Jahre: Damals war Beirut Banktresor und Amüsiermeile der arabischen Welt. Und ihr Kulturzentrum – Kunst, die dort entstand, beeindruckt durch Virtuosität und Sinnlichkeit. Das führt ein faszinierender Epochen-Rückblick im Gropius Bau mit origineller Inszenierung vor. ...weiter

Hamburg

Making History – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Ein kalkulierter Skandal: Auf seinem monumentalen Historienbild von Karl V. ließ Hans Makart 1878 feine Wiener Damen nackt um den Kaiser tänzeln. Der 50 Quadratmeter große Ölschinken prangt wieder in der Kunsthalle – als Blickfang einer prunkvollen Ausstellung über Salonmalerei-Schaueffekte. ...weiter

München

Gruppendynamik – Kollektive der Moderne

Gemeinsam sind wir avantgardistisch: Das Lenbachhaus führt vor, wie Künstlerkollektive auf allen Kontinenten im 20. Jahrhundert nach neuen Bild- und Formensprachen suchten. Als hervorragend dokumentierte Weltreise durch die Moderne – obwohl sie ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt. ...weiter

Léa Seydoux + Benjamin Biolay

France

(Kinostart: 9.6.) Fernsehen ist gaga, die Realität auch: Seine Satire auf den zeitgenössischen Medienbetrieb garniert Regisseur Bruno Dumont mit brachialem Klamauk und altbackenen Klischees. Das Sammelsurium unausgegorener Ideen kann auch Léa Seydoux in der Hauptrolle nicht retten. ...weiter

Arthur Harari

Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel

(Kinostart: 2.6.) Zweiter Weltkrieg ohne Ende: Nach Japans Kapitulation 1945 kämpfte ein Soldat auf einer Pazifikinsel noch 29 Jahre weiter. Sein Guerillero-Dasein schildert Regisseur Arthur Hariri fesselnd als Robinsonade im Regenwald – und als schonungslose Studie über Realitätsverlust. ...weiter

Mark Rylance

The Outfit – Verbrechen nach Maß

(Kinostart: 2.6.) Als todschicke Anzüge für Männer von Halbwelt noch Arbeitskleidung waren: Regisseur Graham Moore siedelt seinen 1950er-Jahre-Thriller im Atelier eines Herrenschneiders an. Das er nicht verlässt – als sorgfältig konstruiertes und glänzend gespieltes Film-Noir-Kammerspiel. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Paul Gauguin – Why are you angry?“: Dekolonialisierung des Klassikers bis 10.7. in der Alten Nationalgalerie, Berlin
  • „Stille Rebellen: Polnischer Symbolismus um 1900“: große Themenschau bis 7.8. in der Kunsthalle München
  • „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ bis 28.8. im Museum Folkwang, Essen
  • „Marcel Duchamp“: große Retro des Proto-Konzeptkünstlers bis 3.10. im Museum für Moderne Kunst (MMK), Frankfurt am Main
  • „Schliemanns Welten“: große Gedenkschau für den Troja-Entdecker bis 6.11. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch“: Werkschau des Jugendstil-Künstlers bis 6.11. in vier Worpsweder Museen

Kommende Top-Kinofilme 2022

Bern

Jean-Frédéric Schnyder

Vom Lego-Wolkenkratzer zum Korken-Kapitän: Schnyder fing mit Konzeptkunst an und eignete sich im Lauf der Zeit alle möglichen Bildsprachen an. Mit radikalem Eklektizismus wurde er ein ironischer Chronist der Schweizer Lebensart; nun widmen ihm Kunsthalle und Kunstmuseum eine Doppel-Retrospektive. ...weiter

Berlin + Würzburg

Hannah Höch – Abermillionen Anschauungen

Für Dada-Fotocollagen berühmt, ansonsten weniger bekannt: Das Riesenwerk von Hannah Höch mäandert zwischen vielen Stilen. Die Retrospektive im Bröhan- und Kulturspeicher-Museum bietet einen anschaulichen Querschnitt, garniert mit einem eigenwilligen Ausstellungskonzept. ...weiter

Düsseldorf

Ich. Max Liebermann - Ein europäischer Künstler

Zwischen Weimar und Paris, München und Den Haag: Max Liebermann zog lange umher und probierte vieles aus, bevor er zum berühmtesten deutschen Impressionisten wurde. Wie sehr Impulse aus halb Europa seine künstlerische Laufbahn beeinflussten, zeigt der Kunstpalast mustergültig auf. ...weiter

Joachim Trier

Der schlimmste Mensch der Welt

(Kinostart: 2.6.) Wankelmut tut ihr sehr gut: Regisseur Joachim Trier porträtiert eine junge Osloerin, die sich mit Anfang 30 noch alle Optionen offen hält – auch bei Männern. Die eigenwillige Coming-of-Age-Tragikomödie pendelt geschickt zwischen Handlung und Reflexion. ...weiter

Corinna Harfouch

Alles in bester Ordnung

(Kinostart: 26.5.) Memorabilia-Liebhaberin trifft Jung-Asketen: Sie füllt ihre Wohnung mit Erinnerungen an ihr bewegtes Leben, er will mit 100 Dingen auskommen. Die leise Culture-Clash-Komödie von Natja Brunckhorst kontrastiert zwei Daseinsentwürfe – teils harmonisch, teils zu konstruiert. ...weiter

Colin Firth

Die Täuschung (Operation Mincemeat)

(Kinostart: 26.5.) Den Zweiten Weltkrieg mit einer Wasserleiche entscheidend beeinflussen: Das gelang einer britischen Geheimdienst-Einheit 1943. Ihre Operation zeichnet Regisseur John Madden detailgetreu nach – so glatt gebügelt und steif wie die Uniformen der Protagonisten. ...weiter