Halle (Saale)

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra

Kosmischer Kalender aus Gold und Bronze: Das 1999 gefundene Prunkstück erweitert unser Wissen über die Frühbronzezeit in Mitteleuropa erheblich. Das zeigt eine große Themenschau im Landesmuseum für Vorgeschichte, die allerdings im Kleinklein der Fundstätten ausfranst. ...weiter

Berlin

Magische Spiegelungen – J. E. Hummel

Spieglein, Spieglein an der Wand: Im 19. Jahrhundert konstruierte keiner vertracktere Licht- und Schattenspiele als Johann Erdmann Hummel. Dem magischen Realisten widmet die Alte Nationalgalerie die erste große Retrospektive seit fast 100 Jahren. ...weiter

Potsdam

Impressionismus in Russland

Im Zarenreich skeptisch beäugt, in der Sowjetunion verpönt: Die kurze Blüte des russischen Impressionismus ist wenig bekannt. Obwohl er Freiräume eröffnete, die berühmten Avantgardisten den Weg ebneten, wie das Museum Barberini eindrucksvoll veranschaulicht. ...weiter

Charlotte Rampling

Benedetta

(Kinostart: 2.12.) „Der Name der Rose“ trifft „Showgirls“: Regie-Provokateur Paul Verhoeven verfilmt das Leben einer lesbischen Nonne um 1600, die erst als Heilige verehrt wird und dann als Hexe verbrannt werden soll – ein unterhaltsamer und geistvoller Klosterkrimi. ...weiter

Lady Gaga + Adam Driver

House of Gucci

(Kinostart: 2.12.) Dressed to kill: Erst heiratet eine geldgierige Aufsteigerin den Erben des Gucci-Modeimperiums, dann lässt sie ihn ermorden. Dieses wahre Familiendrama verfilmt Regisseur Ridley Scott unentschieden und ungelenk – trotz hochkarätiger Darsteller. ...weiter

Srdan Golubović

Vater – Otac

(Kino-Start: 2.12.) Das Einfache, das so schwer zu machen ist: Der serbische Regisseur Srdan Golubović porträtiert einen Mann, der seinen Kindern zuliebe zu Fuß 300 Kilometer nach Belgrad läuft. Ein ergreifendes Alltagsdrama über einen durch und durch menschlichen Helden. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein Kunst-Kontinent wird wiederentdeckt: Fünf Jahre lang waren die Bestände des Museums für Asiatische Kunst im Depot eingelagert. Nun sind sie wieder zu sehen – teilweise: mehr als die Hälfte kommt erst 2022 dazu. Dennoch: Diese riesige Kollektion fantastischer Meisterwerke ist in Deutschland einmalig – nur die Präsentation zur „Neueröffnung im Humboldt Forum“ lässt etwas zu wünschen übrig.

Auch neu im Kino ab 2. Dezember

  • Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich“: Doku über den Schweizer Graffiti-Sprüher, der in den 1970/80er Jahren dazu beitrug, dass Street Art salonfähig wurde.
  • „Aksel“: Doku über den norwegischen Weltklasse-Skifahrer Aksel Lund Svindal.
  • Das Ende des Schweigens“: Dokudrama über die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951, die Hunderte von Männern stigmatisierten.
  • „Bloody Nose, empty Pockets“: Doku-Porträt einer von Schließung bedrohten Kneipe in Las Vegas.
  • „Gunpowder Milkshake“ mit Paul Giamatti („Love & Mercy“, „Cosmopolis“): Action-Thriller über die Tochter einer Profikillerin, die in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt.

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Berlin

Yael Bartana – Redemption Now

Messianische Pläne für Millionen: Die israelische Videokünstlerin Yael Bartana beschäftigt sich bevorzugt mit Heilversprechen. Ihr richtet das Jüdische Museum Berlin die erste große Werkschau aus – ohne Instant-Erlösung, dafür mit Albert Speers megalomanen Germania-Entwürfen. ...weiter

Riehen bei Basel

Goya

Ein Hofmaler, der vor Darstellungen grässlichster Grausamkeiten nicht zurückschreckte: Francisco de Goya war der wohl widersprüchlichste Künstler um 1800. Das zeigt die opulent bestückte Werkschau, die ihm die Fondation Beyeler ausrichtet. ...weiter

Hamburg

Out of Space

Plötzlich diese Übersicht: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert Raumbegriffe und -vorstellungen seit den 1970er Jahren. Die Minimalisten stellten den Begriff des Originals infrage – heutige Digital-Simulationen erscheinen eher als Eskapismus. ...weiter

Salomé Jashi

Die Zähmung der Bäume – Taming the Garden

(Kinostart: 2.12.) Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen: Georgiens heimlicher Herrscher sammelt große Gehölze. Ihren Transport dokumentiert Regisseurin Salomé Jashi in statischen Einstellungen – als eine Art Öko-Elendsporno aus der Borkenkäfer-Perspektive. ...weiter

Eric Besnard

À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen

(Kinostart: 25.11.) Vom Spitzenkoch im Ancien Régime zum Gastro-Revolutionär: In seinem kino-kulinarischen Drei-Gänge-Menü schildert Regisseur Eric Besnard die Erfindung der Haute Cuisine – mit einer zarten, delikaten Liebesgeschichte zum Dessert. ...weiter

Nikias Chryssos

A Pure Place

(Kinostart: 25.11.) Sozialkritik in Abziehbildern: Nikias Chryssos inszeniert den Aufstand der Schmutzigen gegen die seifige Reinheitslehre eines Sektenführers als gewollt schräge Filmkunst, liefert aber ein überzeichnetes Pastiche aus B-Movie und Sozialdrama. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Johannes Vermeer. Vom Innehalten“: bis 2.1.2022 in der Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
  • „Sweat“: Werke von 30 Künstlern zum Thema Transpiration bis 9.1.2022 im Haus der Kunst, München
  • „The Cool and the Cold“: Malerei aus USA und UdSSR 1960–1990 bis 9.1.2022 im Gropiusbau, Berlin
  • „documenta. Politik und Kunst“: Geschichte 1955 bis 1997 bis 9.1.2022 im Deutschen Historischen Museum, Berlin
  • „Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker“ bis 9.1.2022 im Museum der bildenden Künste, Leipzig

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Contra“ von Sönke Wortmann
    2. „À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen“
    3. „The French Dispatch“ von Wes Anderson
    4. „Respect“ von Liesl Tommy
    5. „Lieber Thomas“ mit Albrecht Schuch
    6. „Eiffel in Love“ mit Romain Duris
    7. „Große Freiheit“ mit Franz Rogowski
    8. „In den Uffizien“ von C. Belz + E. Sánchez Lansch
    9. „Last Night in Soho“ von Edgar Wright
    10. „Die Unbeugsamen“ von Thorsten Körner
Berlin

Neueröffnung Museen Humboldt Forum

Globalkunst ohne Globalisierung: Das Humboldt Forum ergibt sich der Postkolonialismus-Debatte, betrachtet aber ansonsten alle Kulturen isoliert. Trotz steriler Überwältigungs-Ästhetik beglückt das Wiedersehen mit fantastischen Meisterwerken. ...weiter

Berlin

Spätgotik – Aufbruch in die Neuzeit

Als die Bilder realistisch wurden: Die Spätgotik überwand mittelalterliche Formeln – mit dem Buchdruck explodierte die Nachfrage nach Motiven. Das zeigt eine opulent bestückte Epochenschau in der Gemäldegalerie, die sich mit ihrem umfassenden Anspruch etwas übernimmt. ...weiter

Karlsruhe

Inventing Nature. Pflanzen in der Kunst

175 Jahre Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Ihr Jubiläum feiert sie mit einer opulenten Schau über Gewächse in der Kunst zwischen Naturbeobachtung und Umweltzerstörung. Eine facettenreiche Tour d’Horizon von Blumenvasen bis Bäumefällen. ...weiter

Corinna Belz + Enrique Sánchez Lansch

In den Uffizien

(Kinostart: 25.11.) Die kunstsinnigsten Büros der Welt: Das Museum in Florenz beherbergt eine der größten Renaissance- und Barock-Kollektionen. Die Doku des Regie-Duos Belz und Sánchez Lansch gleicht einem regulären Rundgang – geführt vom deutschen Direktor. ...weiter

Sergei Bondartschuk

Krieg und Frieden (WA)

(Kinostart: 18.11.) Das größte Kino-Epos aller Zeiten: Die siebenstündige Verfilmung des Romans von Leo Tolstoi durch Regisseur Sergej Bondartschuk brach 1966/67 alle Rekorde. Nun kommt sie digital restauriert wieder ins Kino: Nie sah sowjetischer Größenwahn besser aus. ...weiter

Romain Duris

Eiffel in Love

(Kinostart: 18.11.) Elon Musk des Dampfmaschinen-Zeitalters: Gustave Eiffel baute das Wahrzeichen von Paris. Dazu motivierte ihn eine unglückliche Liebe, spekuliert Regisseur Martin Bourboulon – in seinem originellen und gelungenen Biopic über den genialen Ingenieur. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne“: Retrospektive bis 17.1.2022 in der Berlinischen Galerie, Berlin
  • „Der geteilte Picasso“: Der Künstler und sein Bild in der BRD und DDR bis 30.1.2022 im Museum Ludwig, Köln
  • „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ bis 30.1.2022 im Städel Museum, Frankfurt am Main
  • „Paula Modersohn-Becker“: große Werkschau bis 6.2.2022 in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main
  • „Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland“ bis 6.2.2022 im Albertinum, Dresden
  • „Fantastisch Real – Belgische Moderne von Ensor bis Magritte“ bis 6.3.2022 in der Kunsthalle München

Kommende Top-Kinofilme 2021

  • „West Side Story“ von Steven Spielberg: schwungvolle Version des Musicals von Leonard Bernstein, Start: 9.12.
  • „Annette“ von Leos Carax („Holy Motors“) mit Adam Driver („Paterson“, „The Report“) + Marion Cotillard („Macbeth“): origineller Mix aus Musical + Beziehungsdrama über Liebe zwischen Comedy-Star und Operndiva, Start: 16.12.
  • „The Lost Leonardo“ von Andreas Koefoed: brillante Doku über die Ränkespiele um das Gemälde “Salvator Mundi”, das für 450 Millionen US-Dollar versteigert wurde, Start: 23.12.
  • „Drive my Car“ von Ryusuke Hamaguchi: Roadmovie nach Novelle von Haruki Murakami – nach Tod seiner Gattin öffnet sich Witwer einer anderen Frau, Start: 23.12.
Albert Markert

Beuys ist ein deutscher Markenartikel

100 Jahre Joseph Beuys: Im Reigen der Gedenkschauen wird kaum Kritik am Aktionskünstler laut. Ko-Buchautor Albert Markert wies bereits 1996 nach, dass etliche seiner Ideen in der NS-Zeit gründen – der Beuys-Kult blieb davon unbeeindruckt. Ein Gespräch über langlebige Legenden. ...weiter
Berlin

Arbeit am Gedächtnis

Nichts soll verloren gehen: Die Akademie der Künste verwahrt 1200 Künstlernachlässe. Welche Funktion Archive als kulturelle Gedächtnisse haben, zeigt eine enorm facettenreiche, aber auch überladene Ausstellung zum 325. Geburtstag. ...weiter

Berlin

Murcia: Im Garten Europas

Aus dem Land, wo die Zitronen reifen: Das Museum Europäischer Kulturen stellt die wenig bekannte südostspanische Region Murcia vor – mitsamt allen Aspekten ihrer Alltagskultur von Obstkisten über Regenwasser-Gefäße bis zu Schnecken-Körbchen und Seidenraupen. ...weiter

Pierre Monnard

Platzspitzbaby - Mutter, Drogen und ich

(Kinostart: 18.11.) Drogenhölle Schweiz: Regisseur Pierre Monnard porträtiert ein Mädchen, das sich von seiner heroinsüchtigen Mutter emanzipiert. Sein Coming-of-Age-Drama nach einem realen Fall ist überzeugend gespielt, aber inhaltlich leicht überfrachtet. ...weiter

Albrecht Schuch

Lieber Thomas

(Kinostart: 11.11.) Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin: Der Dichter Thomas Brasch lebte als Poète maudit dort, wo das am allerwenigsten hinpasste – in der DDR. Seine Biographie verfilmt Regisseur Andreas Kleinert freizügig und furios, mit einem fabelhaften Albrecht Schuch in der Hauptrolle. ...weiter

James Erskine

Billie – Legende des Jazz

(Kinostart: 11.11.) Zwei Lebensläufe mit tragischem Ende: Regisseur James Erskine erzählt eine doppelte True-Crime-Story über eine unbekannte Journalistin – weiß, jüdisch, bürgerlich – und den Weltstar Billie Holiday – schwarz, drogenabhängig, im Visier des FBI. ...weiter