Karlsruhe

Archistories – Architektur in der Kunst

Erlaubt ist, was das Depot hergibt: Seit vier Jahren wird die Kunsthalle saniert – zur Überbrückung zeigt sie in der Orangerie eine erste Wechselausstellung. Sie erweist sich als wirres Sammelsurium von Exponaten; anstatt sich auf Teilaspekte des Riesen-Themas zu konzentrieren, ufert die Schau aus. ...weiter

Leipzig

Welt aus Fäden – Bildteppiche der Moderne

Heimelig ist hier nichts: Moderne Tapisserien werden nach Entwürfen berühmter Künstler als repräsentativer Wandschmuck angefertigt. Diese vor allem in Frankreich gepflegte Staatskunst ist überraschend abwechslungsreich – aber oft fehlt ästhetischer Mehrwert, wie das Museum der bildenden Künste zeigt. ...weiter

Berlin

Raoul Hausmann: Vision. Provokation. Dada.

Glanz und Elend der permanenten Revolution: Der Dauer-Avantgardist Raoul Hausmann konnte und erfand alles immer wieder neu – glaubte er. Als Ober-Dadaist hat er seinen Platz in der Kunstgeschichte; zu ihrem 50. Geburtstag widmet ihm die Berlinische Galerie eine opulente Werkschau. ...weiter

Sang-Il Lee

Kokuho – Meister des Kabuki

(Kinostart: 26.3.) Bühnen und Schminke, die die Welt bedeuten: Kaum etwas bringt Japans traditionelle Kultur so elegant zum Ausdruck wie das Kabuki-Theater. In ihm rivalisieren zwei Gefährten miteinander; das exquisite Melodram von Regisseur Sang-Il Lee taucht tief in eine fremde Lebenswelt ein. ...weiter

Ratchapoom Boonbunchachoke

A Useful Ghost

(Kinostart: 26.3.) Staubsauger der Herzen: In dieser Mystery-Komödie aus Thailand sind Elektrogeräte von Geistern beseelt. Doch der Debütfilm von Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke ist kein Klamauk, sondern eine wundervoll präzise komponierte Parabel mit politischem Hintersinn. ...weiter

Ryan Gosling + Sandra Hüller

Der Astronaut – Project Hail Mary

(Kinostart: 19.3.) Weltuntergang einmal anders: Licht fressende Bakterien bedrohen die Sonne und damit die Erde. Das weiß Ryan Gosling zu verhindern – als einsamer Astronaut, der mit einem Alien aus Stein kooperiert. Eine optimistisch stimmende SciFi-Komödie der Regisseure Phil Lord und Christoper Miller. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein kleiner, feiner Nachtrag zum Surrealismus-Jubiläumsjahr 2024: Aus der Sammlung Pietzsch präsentiert die Neue Nationalgalerie in Berlin 26 Meisterwerke – von Weltstars wie Dalí, Miró oder Max Ernst, aber auch weniger bekannten Künstlern. Dabei wird ihr Werdegang genau dokumentiert. „Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus“ ist bis 8. April verlängert worden.

Auch neu im Kino ab 26. März

  • „Calle Malaga – Ein Zuhause in Tanger“ von Maryam Touzani („Das Blau des Kaftans“): Drama über 79-jährige Spanierin, die gegen Abschiebung ins Altenheim kämpft.
  • „Pillion“ mit Alexander Skarsgard („The Northman“, „Infinity Pool“): schwules Liebesdrama über einen jungen Mann, der eine SM-Beziehung mit älterem Motorradfahrer eingeht.
  • „Horst Schlämmer sucht das Glück“ mit Hape Kerkeling („Extrawurst“): Komödie über Deutschland-Reise des Pseudo-Redakteurs.
  • „Jason Statham – Shelter“: Action – Ex-Agent auf Insel rettet Mädchen und wird von der Vergangenheit eingeholt.
  • „They will kill you“: Horror-Action-Komödie über eine junge Frau, die eine Nacht im Unterschlupf einer dämonischen Sekte überstehen muss.

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Köln

Amazônia – Fotografien von Sebastião Salgado

Reise ins Herz der wuchernden Finsternis: Der brasilianische Fotograf widmete sein letztes Projekt dem Amazonas-Regenwald und seinen Bewohnern. Nun sind rund 200 Aufnahmen im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen: in atemberaubenden Schwarzweiß, klug erläutert und blendend inszeniert. ...weiter

Zürich

Mongolei: Eine Reise durch die Zeit

Was vor und nach Dschingis Khan geschah: Wie das riesige asiatische Steppenland seit 2000 Jahren Europa mit China verbindet, führt das Museum Rietberg mit ausgesucht aussagekräftigen Exponaten vor - und zeitgenössischer Kunst, die von einer tiefen Identitätskrise zeugt. ...weiter

Hamburg

Huguette Caland: A Life in a few Lines

Pulsierende Farben, fließende Linien, abstrakte Erotik: Die erste Retrospektive der 2019 verstorbenen libanesischen Künstlerin Huguette Clanad in der westlichen Welt eröffnet einen umfassenden Blick auf ein vielschichtiges künstlerisches Universum, das eben erst international entdeckt wird. ...weiter

Bradley Cooper

Is This Thing On?

(Kinostart: 19.3.) Stand-up als Paartherapie: In der Tragikomödie von Bradley Cooper spielt Will Arnett einen Ex-Gatten, der seine gescheiterte Ehe mit Auftritten in einem Comedy-Club verarbeitet. Die auf die Hauptfigur und ihr neues Hobby fixierte Inszenierung lädt jedoch nicht gerade zum Mitfühlen ein. ...weiter

Paolo Sorrentino

La Grazia

(Kinostart: 19.3.) In der Staatsspitzen-Gruft: Das Porträt eines fiktiven italienischen Präsidenten, der sich mit letzten Fragen herumplagt, fällt bleischwer aus. Regisseur Paolo Sorrentino irrlichtert zwischen Ethik-Debatten und Privat-Geplänkel; das macht nur Hauptdarsteller Toni Servillo halbwegs ansehnlich. ...weiter

Richard Linklater

Nouvelle Vague

(Kinostart: 12.3.) Wie man eine Kino-Revolution lostritt: Regisseur Richard Linklater rekonstruiert die Entstehung von Jean-Luc Godards Debüt „Außer Atem“, das 1960 eine neue Film-Epoche einleitete. Eine geistreiche Hommage als Quasi-Making of – allerdings nicht so spontan wie Godards Geniestreich. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Paula Modersohn-Becker + Edvard Munch. Große Fragen des Lebens“ bis 31.5. im Albertinum, Dresden
  • „Herkules. Held und Antiheld“: der Halbgott in der bildenden Kunst bis 28.6. in der Gemäldegalerie, Dresden
  • „Gebaute Gemeinschaft“: 12.000 Jahre alte Ruinenstätten in Anatolien bis 19.7. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ bis 2.8. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Der Astronaut – Project Hail Mary“ mit Ryan Gosling
  2. „Marty Supreme“ von Josh Safdie mit Timothée Chalamet
  3. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  4. „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmusch
  5. „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak
  6. „La Grazia“ von Paolo Sorrentino mit Toni Servillo
  7. „Nouvelle Vague“ von Richard Linklater
  8. „One Battle After Another“ mit Leonardo DiCaprio
  9. „Hamnet“ von Chloé Zhao mit Paul Mescal
  10. „Ein Sommer in Italien – WM 1990“ von V. Goll + N. Kölling
Berlin

Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus

Klein, aber fein: Der Geburtstagsgruß der Neuen Nationalgalerie zum 100. Jahrestag des surrealistischen Manifests bietet nur 26 Exponate auf. Doch die werden blendend präsentiert: als Beispiele für das dichte Beziehungsgeflecht der Künstler untereinander – fast jedes Werk trägt Zeichen seines Werdegangs. ...weiter

Hannover

Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami. Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer. ...weiter

Frankfurt am Main

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. ...weiter

Mona Fastvold

The Testament of Ann Lee

(Kinostart: 12.3.) Geburt einer Religion aus dem Geist sexueller Abstinenz: Um 1770 gründete Ann Lee die Glaubensgemeinschaft der Shaker; nach ihrer Emigration in die USA blühte sie auf. Das zeichnet Regisseurin Mona Fastvold mit opulenten Musical-Einlagen nach – nur das Charisma von Amanda Seyfried ist begrenzt. ...weiter

Gore Verbinski

Good Luck, Have Fun, Don't Die

(Kinostart: 12.3.) Und täglich grüßt die Apokalypse: Weltrettung vom Schnellrestaurant aus. Dort rekrutiert ein Zeitreisender seine Helfer, um einer fatalen Künstlichen Intelligenz den Garaus zu machen. Die bizarr-wahnwitzige Sci-Fi-Komödie von Regisseur Gore Verbinski strotzt vor Zitaten der Filmgeschichte. ...weiter

Jessie Buckley + Christian Bale

The Bride! – Es lebe die Braut

(Kinostart: 5.3.) Krawalliges Pastiche: Das Remake des Horror-Klassikers „Frankensteins Braut“ von 1935 zieht zwar bei Besetzung und Ausstattung alle Register. Doch Regisseurin Maggie Gyllenhaal gelingt es nicht, daraus ein rundum gelungenes Monster-Musical zu machen – es bleibt bei einer Nummernrevue. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ vom 27.3 bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ vom 2.4. bis 25.10. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst vom 15.4. bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin
  • „Carl Grossberg. Sachlich – Magisch – Visionär“ vom 22.3. bis 30.8. im Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1.2027 im Kunstpalast, Düsseldorf

Kommende Top-Kinofilme 2026

Hamburg

Anders Zorn – Schwedens Superstar

Skandinavischer Alleskönner: Der schwedische Maler brillierte als Aquarellist, Radierer und in Öl – mit detailscharfen Alltagsszenen und impressionistischen Momentaufnahmen. Damit wurde er ab 1890 zum hochbezahlten Porträtisten; die Kunsthalle stellt den Tausendsassa endlich hierzulande gebührend vor. ...weiter

Potsdam

Einhorn – Das Fabeltier in der Kunst

Dafür, dass keiner es je sah, hat das Unicorn eine märchenhafte Laufbahn in der Kulturgeschichte aller Zeiten und Völker hingelegt. Deren Stationen zeichnet das Museum Barberini so elegant wie gewissenhaft nach – und klärt nebenbei, woher das Horn stammt und warum es so viele „Einhorn“-Apotheken gibt. ...weiter

Berlin

Diane Arbus: Konstellationen

Traditionspflege in der Bundeszentrale für Queerness: Der Gropius Bau zeigt eine große Retrospektive der US-Fotografin, die mit Porträts von Außenseitern in den 1960er Jahren berühmt wurde. Eine Zeitreise in ein trist wirkendes Land voller schräger Typen, die ihren Spleen oft selbstbewusst ausleben. ...weiter

İlker Çatak

Gelbe Briefe

(Kinostart: 5.3.) Chronik einer Desillusionierung: Zwei türkische Künstler verlieren durch Behörden-Willkür erst ihre Jobs und dann den Boden unter den Füßen. Das inszeniert Regisseur İlker Çatak als subtil austarierte Autoritarismus-Parabel, die überall spielen könnte – zurecht mit dem Goldenen Bären prämiert. ...weiter

Kristen Stewart

The Chronology of Water

(Kinostart: 5.3.) Nicht die Zeit zählt, sondern der Schmerz: Bei ihrem Regie-Debüt folgt Star-Schauspielerin Kristen Stewart einer emotionalen Logik anstelle von Chronologie. In ihrer Verfilmung der Memoiren einer missbrauchten Autorin brilliert Hauptdarstellerin Imogen Poots mit sehr physischem Spiel. ...weiter

Jean-Pierre + Luc Dardenne

Jeunes Mères – Junge Mütter

(Kinostart: 5.3.) Allein mit ihrem Nachwuchs, der bald kommen wird oder schon da ist: Das macht fünf jungen Belgierinnen zu schaffen. In einem Mutter-Kind-Heim finden sie Hilfe – wie vielfältig diese Unterstützung aussieht und wirkt, zeigen die Regie-Brüder Dardenne nüchtern, aber voller Empathie. ...weiter