Hamburg

Druckfrisch aus den Zwanzigern - Einblicke in Chinas Moderne

Die unbeachtete Republik: Was im China der Zwischenkriegszeit geschah, ist kaum bekannt. Das ändert eine faszinierende Ausstellung im MARKK Museum am Rothenbaum – mit allerlei Alltagsobjekten wie bunten Drucken, Filmstar-Postern, Make-up-Behältern, aber auch eleganten Qipao-Kleidern. ...weiter

Wolfsburg

Julian Charrière: Midnight Zone

Wie Sie sehen, sehen Sie wenig: Der Land-Art-Künstler Julian Charrière will unbekannte Natur-Phänomene veranschaulichen, etwa Leben in der Tiefsee. Dafür treibt der Schüler von Olafur Eliasson enormen Aufwand – manche Resultate ähneln Dokus mit begrenztem Schauwert. ...weiter

Venedig

61. Biennale Venedig: In Minor Keys

Kunstwelt in Moll: Die Biennale der 2025 verstorbenen Kuratorin Koyo Kouoh sollte eine Schau der leisen Töne sein. Davon ist bei Tausenden von Werken nicht viel zu spüren – am meisten Aufsehen erregt Florentina Holzinger aus Wien mit nackten Performerinnen und Spektakeln zu allen Körperflüssigkeiten. ...weiter

Steven Spielberg

Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit

(Kinostart: 10.6.) Dritte Begegnung der dritten Art: Regisseur Steven Spielberg frönt seiner Faszination für Aliens und enthüllt die aus seiner Sicht unglaubliche Wahrheit – alles ist dokumentiert. Anfangs turbulent und makellos inszeniert, verheddert sich der Film hernach in magischen Ereignissen und Kawumm. ...weiter

Muriel d'Ansembourg

Truly Naked

(Kinostart: 11.6.) XXX-Filme als Familiensache: Vater agiert, Sohn dreht und schneidet. Was ihn erst stört, als er sich in seine Mitschülerin verliebt. Ihre Coming-of-Age-Story im Zeitalter von Internet-Pornos legt Regisseurin Muriel d'Ansembourg sehr differenziert an – bis zum finalen Absturz. ...weiter

Thorsten Schütte

Ensemble Modern – Why We Play

(Kinostart: 11.6.) Jedes Rascheln ist ernst zu nehmen: Das Frankfurter „Ensemble Modern“ zählt zu den führenden Interpreten Neuer Musik. In seinem Filmporträt verzichtet Regisseur Thorsten Schütte auf große Gesten und Erzählungen; stattdessen schaut er dem Klangkörper geduldig bei der Arbeit zu. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Dass halb Papua-Neuguinea einmal eine deutsche Kolonie war, ist hierzulande kaum bekannt. Und noch weniger, wie sagenhaft vielfältig und variantenreich die traditionelle Kunst dieser Insel mit 800 Sprachen ist. Im Rahmen eines weltweiten Jubiläums-Ausstellungsprojekts zeigt das Leipziger Grassi Museum die schönsten Stücke seiner reichen Bestände: „WanBel – 50 Jahre Unabhängigkeit: Papua-Neuguinea“ läuft noch bis 28. Juni.

Auch neu im Kino ab 11. Juni

  • „Im Reich der Sinne“ (WA): skandalumwitterter Erotik-Thriller von Nagisa Oshima, zum 50-jährigen Jubiläum digital restauriert.
  • „Manipulation“ mit Heino Ferch („Fritz Lang“): Mystery-Thriller über die globale Verschwörung ineinander verstrickter Geheimgesellschaften.
  • „Fluss“: Doku über die Elbe von der Quelle bis zur Mündung.
  • „Kommunist“: Doku über die Karriere von Egon Krenz, dem letzten SED-Regierungschef der DDR.
  • „Meine Frau weint“ von Angela Schanelec („Ich war zuhause, aber…“): Drama über ein Paar, das nach einem Autounfall der Frau in gegenseitigem Unverständnis verharrt.
  • „Azza“: Doku-Porträt einer Fahrlehrerin in Saudi-Arabien, die allein mit mit vier Kindern lebt.

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Berlin

Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren

Die ältesten Monumentalbauten der Welt: In der Jungsteinzeit errichteten Bewohner von Südost-Anatolien unterirdisch die ersten Ritual-Gebäude. Welche Rückschlüsse sie auf die Anfänge der Menschheit erlauben, zeigt eine faszinierende Ausstellung in der James-Simon-Galerie – ohne Archäologen-Kauderwelsch. ...weiter

Berlin

Graciela Iturbide: Eyes to Fly With

Archaik in Schwarzweiß: Seit 50 Jahren dokumentiert die mexikanische Fotografin die indigenen Kulturen in Mittelamerika. Ihre kontrastreichen Aufnahmen sind oft von strengem, aber betörenden Reiz – das zeigt die Galerie C/O Berlin mit einer großen Werkschau, die allerdings in überbordender Fülle ausufert. ...weiter

Dresden

Herkules – Held und Antiheld

Karriere eines Kraftprotzes: Seit der Antike war der Halbgott Herkules trotz seiner vielen Schwächen und Fehler eine der beliebtesten mythologischen Gestalten – Herrscher verglichen sich gern mit ihm. Im Zwinger wird sein Bild in der Kunstgeschichte anschaulich nachgezeichnet, aber ohne Stilkunde. ...weiter

Jan Komasa

Good Boy – Wir wollen nur Dein Bestes

(Kinostart: 4.6.) Ungewöhnliche Erziehungsmaßnahmen: Um einen jugendlichen Nichtnutz auf den geraden Pfad zurückzuführen, wird ein Familienvater zum Kidnapper und Schwarzen Pädagogen. Was ihn dazu treibt, lässt Regisseur Jan Komasa im Dunkeln – und bleibt einmal mehr hinter den Erwartungen zurück. ...weiter

Kilian Armando Friedrich

Ich verstehe Ihren Unmut

(Kinostart: 4.6.) Der Stress der Anderen: Regisseur Kilian Armando Friedrich folgt seiner zutiefst menschlichen Heldin durch ihren Arbeitsalltag. In einer Endlosschleife aus Anpacken, Taktieren, Bitten und Tricksen bleiben dabei weder ihr noch dem Publikum Zeit für Kontemplation – bis die Situation eskaliert. ...weiter

Kirk Jones

Verflucht Normal

(Kinostart: 28.5.) Verfickte Erkrankung: John Davidson wurde berühmt wegen seines Einsatzes für Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden. Sein ebenfalls von diesem Krankheitsbild geprägtes Leben erzählt Regisseur Kirk Jones als empathischen Crowdpleaser mit hervorragendem Ensemble. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
  • „Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke“: Karriere-Anfang bis 9.8. im Schloss Wilhelmshöhe, Kassel
  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin
  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ bis 27.9. in der Alten Nationalgalerie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Glennkill – Ein Schafskrimi“ von Kyle Balda
  2. „Verflucht normal“ von Kirk Jones
  3. „Ein Münchner im Himmel“ von David Dietl
  4. „Vivaldi und ich“ von Damiano Michieletto
  5. „Rose“ von Markus Schleinzer mit Sandra Hüller
  6. „Nürnberg“ von James Vanderbilt mit Russell Crowe
  7. „Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ von Jan Komasa
  8. „Der verlorene Mann“ von Welf Reinhart
  9. „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski
  10. „Ticket ins Leben“ von Jean-Pierre Améris
Leipzig

WanBel – 50 Jahre Unabhängigkeit: Papua-Neuguinea

Die unbekannteste deutsche Ex-Kolonie ist seit einem halben Jahrhundert selbstständig. Zum Jubiläum beteiligt sich das Grassi Museum an einem erdumspannenden Ausstellungsprojekt: mit der Präsentation seiner schönsten traditionellen Kunstwerke – eine Reise in eine völlig fremde Lebens- und Vorstellungswelt. ...weiter

Saarbrücken

Marthe Donas & Alexander Archipenko

Drei Jahre, in denen sie die Kunstwelt veränderten: Als Kurzzeit-Paar waren die Malerin Marthe Donas und der Bildhauer Alexander Archipenko sehr kreativ. Wie sie 1917 bis 1920 den Kubismus um faszinierende Varianten bereicherten, zeigt das Saarlandmuseum – Moderne Galerie mit einer beeindruckenden Werkauswahl. ...weiter

Riehen/ Basel

Cezanne

Jetzt ohne Accent aigu über dem „e“: Das ist die augenfälligste Neuerung der großen Retrospektive in der Fondation Beyeler. Sie zeigt rund 80 Ölgemälde und Aquarelle aus dem Spätwerk des Wegbereiters der Moderne – eine üppig bestückte Schau, die zu Vergleichen einlädt, aber Entdeckungen vermissen lässt. ...weiter

Greta-Marie Becker

Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes

(Kinostart: 28.5.) Tanz als konstruktive Waffe am Sandstrand von Dakar: Mit ihrer Schule „École des Sables“ wurde die senegalesisch-französische Choreographin Germaine Acogny weltberühmt. Ihr widmet Regisseurin Greta-Marie Becker eine Doku: anfangs akademisch emsig, am Ende ganz nah an der Porträtierten. ...weiter

Pedro Pinho

I Only Rest in the Storm

(Kinostart: 28.5.) Exotik-Hopping in Guinea-Bissau: Ein Entwicklungshelfer, der ein Straßenbau-Gutachten erstellen soll, macht banale bis bizarre Erfahrungen. Seinen willkürlichen Episoden-Reigen walzt Regisseur Pedro Pinho auf 3,5 Stunden aus – als identitätspolitisch korrekten Kreuzfahrt-Tourismus. ...weiter

Damiano Michieletto

Vivaldi und ich

(Kinostart: 21.5.) Erst musizieren, dann heiraten: Der Lebensweg junger Waisenhaus-Bewohnerinnen im Venedig des 18. Jahrhunderts war festgelegt. Eine wagt jedoch, gefördert vom Barock-Komponisten Vivaldi, sich zu widersetzen – das inszeniert Regisseur Damiano Michieletto so geradlinig wie sinnlich. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“: Realismus-Schau vom 17.7. bis 8.11. im Folkwang Museum, Essen
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1. 2027 im Kunstpalast, Düsseldorf
  • „Maria Magdalena“: die Heilige in der Kunst vom 17.9. bis 17.1. 2027 im Städel Museum + Liebieghaus, Frankfurt
  • „Tomás Saraceno. Verwobene Welten“: Land-Art-Werkschau vom 17.7. bis 7.2. 2027 im Haus der Kunst, München
  • „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ vom 23.10. bis 21.2. 2027 in der Kunsthalle München

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „The Death of Robin Hood“ mit Hugh Jackman („Greatest Showman“): Historien-Thriller über die Legende; Start: 18.6.
  • „Backrooms“ mit Chiwetel Ejiofor (“12 Years a Slave”) + Renate Reinsve (“Sentimental Value”): Sci-Fi-Horrorfilm: Therapeut einer verschwundenen Patientin muss in alptraumhafte Parallelwelt eindringen; Start: 18.6.
  • „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“: Essay-Film mit Sandra Hüller („Rose“) über Dichterin; Start: 25.6.
  • „The Piano Tuner“: US-Thriller – ein Klavierstimmer wird von Kriminellen engagiert, um Safes zu knacken; Start: 2.7.
Würzburg + Frankfurt/ Main

Thomas Bayrle – Stadt, Land, alles im Fluss + Fröhlich sein!

Freie Fahrt für freie Bürger: Der Pop-Artist Thomas Bayrle hat wie kein anderer den Wahnsinn der automobilen Gesellschaft in Kunstwerke verwandelt. Mit seriell komponierten Superformen: Das Museum im Kulturspeicher zeigt die Bandbreite seines Schaffens, die Schirn Kunsthalle dessen Grenzen. ...weiter

Saarbrücken

Was bleibt? – Die Zeit der Merowinger

Die vergessene Dynastie: Merowinger-Könige beherrschten 300 Jahre lang Westeuropa, vom 5. bis 8. Jahrhundert. Mangels Texten bleibt diese Epoche mysteriös; was man über sie weiß, stammt meist aus Gräbern. Solche Fundstücke präsentiert das Museum für Vor- und Frühgeschichte sehr anschaulich und attraktiv. ...weiter

Düsseldorf

Sex Now

Liebesspiele von gestern: Das NRW-Forum will vorführen, wie geschlechtliche Freuden in der Gegenwarts-Kunst dargestellt werden. Doch possierliche Bastelkunst, Fixierung auf Minderheiten-Praktiken und Ignoranz der heutigen Neo-Prüderie lassen den propagierten Hedonismus recht angestaubt wirken. ...weiter

Anne Hathaway

Mother Mary

(Kinostart: 21.5.) Unsere liebe Frau vom Showbiz-Zirkus: Die glänzend besetzte Pop-Operette von Regisseur David Lowery ist eine Mischung aus Paartherapie, spiritistischer Sitzung und Kreativ-Meeting am Rande des Nervenzusammenbruchs. Leider nehmen alle Beteiligten sich und ihr Thema viel zu ernst. ...weiter

Tarik Saleh

Eagles of the Republic

(Kinostart: 21.5.) Die Macht kommt aus den Gewehrläufen: Im letzten Teil seiner Kairo-Trilogie lässt Regisseur Tarik Saleh einen Schauspiel-Star ins Räderwerk der ägyptischen Militärdiktatur geraten. Wie diese Medien-Kontrolle und Gewalt kombiniert, wird drastisch deutlich – eine Höllenfahrt ohne Ideologie. ...weiter

Annemarie Jacir

Palästina 36

(Kinostart: 14.5.) Leben und Sterben in der Levante vor Israels Staatsgründung: Regisseurin Annemarie Jacir zeichnet den Verlauf des arabischen Aufstands in Palästina 1936 bis 1939 nach – als Guerillakrieg gegen britische Besatzer. Einseitig, aber anschaulich und berührend; ein erhellender Perspektivwechsel. ...weiter