Berlin

Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus

Klein, aber fein: Der Geburtstagsgruß der Neuen Nationalgalerie zum 100. Jahrestag des surrealistischen Manifests bietet nur 26 Exponate auf. Doch die werden blendend präsentiert: als Beispiele für das dichte Beziehungsgeflecht der Künstler untereinander – fast jedes Werk trägt Zeichen seines Werdegangs. ...weiter

Hannover

Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami. Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer. ...weiter

Frankfurt am Main

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. ...weiter

Timur Bekmambetov

Mercy

(Kinostart: 22.1.) Dr. Kimble gegen die KI: Ein Angeklagter hat 90 Minuten Zeit, seine Unschuld an einem Mord zu beweisen. Die Richterin ist eine Künstliche Intelligenz, doch Regisseur Timur Bekmambetov verpasst jede Gelegenheit, aus der vielversprechenden Prämisse fesselndes Kino zu machen. ...weiter

Chloé Zhao

Hamnet

(Kinostart: 22.1.) Der Dichter ist abwesend: Regisseurin Chloé Zhao erzählt die Geschichte der Familie Shakespeare als herzergreifendes Melodram, in dem Jessie Buckley als Ehefrau Agnes ausdrucksstark brilliert. Erst am Ende zeigt die „Hamlet“-Premiere im „Globe Theater“, was ihr Gatte Will in London treibt. ...weiter

Kaouther Ben Hania

Die Stimme von Hind Rajab

(Kinostart: 22.1.) Tod in Gaza: Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania rekonstruiert das Sterben des palästinensischen Mädchens Hind Rajab in einem erschütternden Kammerspiel. Ohne jegliche Kontextualisierung der Filmhandlung bedient der Film allerdings nur Tunnelblick und Betroffenheitsreflexe. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Als erste US-Fotografin lichtete Diane Arbus in den 1960er Jahren systematisch Mitglieder randständiger Minderheiten ab. Nach ihrem Freitod 1971 wurde sie posthum weltberühmt. Nun zeigt der Berliner Gropius Bau mit „Diane Arbus: Konstellationen“ die wohl größte Retrospektive überhaupt: mit mehr als 450 Exponaten, präsentiert im eigenwilligen Labyrinth aus Gitterwänden. Bis 18. Januar.

Auch neu im Kino ab 22. Januar

  • „Die progressiven Nostalgiker“: französische Komödie über die Zeitreise eines konservativen Ehepaars, das durch Kurzschluss ihrer Waschmaschine aus den 1950er Jahren in die Gegenwart befördert wird.
  • „Lesbian Space Princess“: Australischer LGBTQ-SciFi-Animationsfilm – eine Weltraum-Prinzessin wird von ihrem Heimatplaneten vertrieben und will ihre entführte Ex-Freundin retten.
  • „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“: Doku über die Kriegstagebücher der Autorin.
  • „Wir, die Wolfs“: Doku über die Nachfahren des deutschen Geologen und Botanikers Theodor Wolf, der in Ecuador ein Nationalheld ist.
  • „Splitsville“ mit Dakota Johnson („Daddio – Eine Nacht in New York“): US-Beziehungskomödie über Seitensprünge.

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Hamburg

Anders Zorn – Schwedens Superstar

Skandinavischer Alleskönner: Der schwedische Maler brillierte als Aquarellist, Radierer und in Öl – mit detailscharfen Alltagsszenen und impressionistischen Momentaufnahmen. Damit wurde er ab 1890 zum hochbezahlten Porträtisten; die Kunsthalle stellt den Tausendsassa endlich hierzulande gebührend vor. ...weiter

Potsdam

Einhorn – Das Fabeltier in der Kunst

Dafür, dass keiner es je sah, hat das Unicorn eine märchenhafte Laufbahn in der Kulturgeschichte aller Zeiten und Völker hingelegt. Deren Stationen zeichnet das Museum Barberini so elegant wie gewissenhaft nach – und klärt nebenbei, woher das Horn stammt und warum es so viele „Einhorn“-Apotheken gibt. ...weiter

Berlin

Diane Arbus: Konstellationen

Traditionspflege in der Bundeszentrale für Queerness: Der Gropius Bau zeigt eine große Retrospektive der US-Fotografin, die mit Porträts von Außenseitern in den 1960er Jahren berühmt wurde. Eine Zeitreise in ein trist wirkendes Land voller schräger Typen, die ihren Spleen oft selbstbewusst ausleben. ...weiter

Hape Kerkeling + Christoph Maria Herbst

Extrawurst

(Kinostart: 15.1.) Halal in Lengenheide: In seiner Adaption einer Boulevardkomödie lotet Regisseur Marcus H. Rosenmüller die Abgründe in einem Tennisclub aus. Ein Streit ums richtige Grillen wird dank hochkarätiger Besetzung zum entlarvenden Exempel, das verhärtete Fronten einlädt, über sich selbst zu lachen. ...weiter

Ildikó Enyedi

Silent Friend

(Kinostart: 15.1.) Ihr Freund, der Baum: Ein Ginkgo im Botanischen Garten von Marburg verbindet Menschen aus drei Generationen miteinander. In ihrem bildgewaltigen Essay-Spielfilm fragt Regisseurin Ildikó Enyedi nach unserem Verhältnis zu Pflanzen – und gibt statt klarer Antworten viele Anregungen. ...weiter

Alexe Poukine

Madame Kika

(Kinostart: 15.1.) BDSM als Fortsetzung von Sozialarbeit mit anderen Mitteln: Nach einem Schicksalsschlag wirft eine Sozialamts-Mitarbeiterin ihren Job hin und wird Domina. Wunderbar klischeefreie Tragikomödie aus Belgien über weibliche Selbstermächtigung mit hervorragender Hauptdarstellerin. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Amazonia. Photographs by Sebastião Salgado“ bis 15.3. im Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln
  • „Raoul Hausmann: Vision. Provokation. Dada.“ bis 16.3. in der Berlinischen Galerie, Berlin
  • „Welt aus Fäden. Bildteppiche der Moderne“: Textilkunst bis 12.4. im Museum der bildenden Künste, Leipzig
  • „Archistories. Architektur in der Kunst“ bis 12.4.26 in der Orangerie der Staatlichen Kunsthalle, Karlsruhe
  • „Herkules. Held und Antiheld“: der Halbgott in der bildenden Kunst bis 28.6. in der Gemäldegalerie, Dresden

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Extrawurst“ von Marcus H. Rosenmüller 
  2. „Silent Friend“ von Ildikó Enyedi
  3. „Therapie für Wikinger“ mit Mads Mikkelsen
  4. „Rental Family“ von Hikari mit Brendan Fraser
  5. „Ein einfacher Unfall“ von Jafar Panahi
  6. „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von W. Becker
  7. „Der Fremde“ von François Ozon
  8. „Sentimental Value“ von Joachim Trier mit Renate Reinsve
  9. „Der Medicus 2“ von Philipp Stölzl
  10. „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson
Essen + Dresden

William Kentridge – Listen to the Echo

Welt aus Schwarz und Weiß: Damit hat der Südafrikaner William Kentridge einen überbordenden Bilderkosmos geschaffen – in Grafiken, Tapisserien, Fresken, Filmen, Video-Installationen und Opern-Inszenierungen. Zum 70. Geburtstag widmen ihm Museum Folkwang und SKD eine prachtvolle Doppel-Retrospektive. ...weiter

Remagen

Netzwerk Paris – Abstraction-Création 1931–1937

Die Erfindung der Selbstvermarktung: Um gegen den Surrealismus zu bestehen, gründeten ungegenständlich arbeitende Künstler 1931 in Paris eine Avantgarde-Gruppe, die sehr aktiv und einflussreich werden sollte. Ihr facettenreiches Wirken stellt das Arp Museum umfassend vor – zum ersten Mal seit 47 Jahren. ...weiter

Berlin

Geschichte(n) Tansanias

Politisch korrekte Provinzialität: Die Ausstellung zur Historie des ostafrikanischen Landes ignoriert diese weitgehend. Stattdessen breitet sie gebetsmühlenartig detailverliebte Bekenntnisse zum postkolonialen Bewusstsein aus – Symptom für die Malaise des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum. ...weiter

Jafar Panahi

Ein einfacher Unfall

(Kinostart: 8.1.) Racheakt mit Hindernissen: Ein iranischer Ex-Häftling will seinen früheren Folterknecht büßen lassen – doch er ist unsicher, ob er den richtigen Mann erwischt hat. Im mit der Goldenen Palme prämierten Stationendrama von Regisseur Jafar Panahi kommen moralische Fragen etwas zu kurz. ...weiter

Sarah Miro Fischer

Schwesterherz

(Kinostart: 8.1.) Geschwisterliebe auf dem Prüfstand: Das Dilemma einer jungen Frau, deren Bruder der Vergewaltigung bezichtigt wird, schildert Regisseurin Sarah Miro Fischer wenig subtil, aber wirkungsvoll. Ihr Fokus liegt auf der Befangenheit der Hauptfigur; diese Last trägt Darstellerin Marie Bloching mit Bravour. ...weiter

Berlin

Christian Marclay – The Clock

Zeit, dass sich was dreht: Aus Filmschnipseln mit Uhren montiert Künstler Marclay ein 24-Stunden-Video, das synchron zur Realzeit abläuft. Doch die kontextlose Bilderflut in der Neuen Nationalgalerie nährt nur die Freude am Wiedererkennen; das Werk wird durch arg begrenzte Film-Auswahl zur monumentalen Bastelarbeit. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Marthe Donas & Alexander Archipenko – Power-Paar der Avantgarde“ vom 7.2. bis 17.5. im Saarlandmuseum – Moderne Galerie, Saarbrücken
  • „Paula Modersohn-Becker + Edvard Munch. Große Fragen des Lebens“ vom 8.2. bis 31.5. im Albertinum, Dresden
  • „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ vom 28.2. bis 2.8. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • „Hidden on Tape. Frühe Videokunst in Europa“ vom 28.2. bis 2.8. im Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers vom 20.3. bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin

Kommende Top-Kinofilme 2025/6

  • „White Snail“ von Elsa Kremser + Levin Peter: Fragile Liebesgeschichte zweier Außenseiterinnen in Minsk: Start: 29.1. 
  • „Ach, die Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Simon Verhoeven („Girl you know it’s true“): Verfilmung des gleichnamigen Romans von Joachim Meyerhoff; Start: 29.1.
  • „No other Choice“ von Park Chan-wook (“Die Frau im Nebel”): Tragikomödie aus Südkorea: Ein Arbeitsloser besorgt sich auf drastische Weise neuen Job; Start: 5.2.
  • „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ von Emerald Fennell („Promising Young Woman“): Verfilmung des Literatur-Klassikers von Emily Brontë mit Margot Robbie; Start: 12.2. 
Bern

Kirchner × Kirchner

Kunst-Import aus dem Bundeskanzleramt: Dort hängt normalerweise „Sonntag der Bergbauern“. Diese Leihgabe ziert nun als Blickfang die große Retrospektive von Ernst Ludwig Kirchner im Kunstmuseum. Sie soll die Wirkung einer Vorläuferschau von 1933 nachzeichnen, löst diesen Anspruch aber nur teilweise ein. ...weiter

Oldenburg

Ludwig Münstermann

Kunst-Revolutionär im Oldenburger Land: Für dortige Kirchen schnitzte Ludwig Münstermann um 1600 höchst eigenwillige Skulpturen. Sein Manierismus ist skurril, grotesk, gewagt und südlich von Bremen kaum bekannt. Das Landesmuseum widmet ihm die erste Einzelausstellung – eine echte Entdeckung! ...weiter

Trier

Marc Aurel – Kaiser, Feldherr, Philosoph

Seine „Selbstbetrachtungen“ wurden ein Bestseller – 1400 Jahre nach seinem Tod. Marc Aurel gilt als der wohl beste Kaiser, den das Römische Reich je hatte; doch warum, ist oft unklar. Leben und Taten zeichnet das Rheinische Landesmuseum anschaulich nach – das Stadtmuseum verhebt sich an einer Aktualisierung. ...weiter

François Ozon

Der Fremde

(Kinostart: 1.1.) Ich habe einen Araber getötet: Albert Camus' existentialistischen Klassiker hat Regisseur François Ozon neu verfilmt. In strengem Schwarzweiß mit einem Hauptdarsteller, der seine rätselhaft emotionslose Aufrichtigkeit ideal verkörpert – eine brillante Literaturadaption. ...weiter

Alison Kuhn

Holy Meat

(Kinostart: 1.1.) Nackte Haut und Wurstwaren: Mit einem postmodernen Passionsspiel will der neue Pfarrer seine schwäbische Kirchengemeinde vor dem drohenden Ende retten. Regisseurin Alison Kuhn spinnt daraus eine Satire, der es nicht an guten Ideen, wohl aber an Timing mangelt. ...weiter

Philipp Stölzl

Der Medicus 2

(Kinostart: 25.12.) Ex oriente lux: Der Historien-Schmöker von Noah Gordon über einen Engländer, der im 11. Jahrhundert im fernen Persien die Heilkunst erlernt, war ein Top-Bestseller. Nach der ersten Verfilmung 2013 legt Regisseur Philipp Stölzl nach – mit kurzweiligem Themen-Mix samt einigen Ungereimtheiten. ...weiter