Bonn

Amazônia – Indigene Welten

350 Völker leben im Einzugsbereich des Amazonas-Stroms, auf einem Gebiet so groß wie Europa. Eine Mammut-Ausstellung in der Bundeskunsthalle will die Kulturen der gesamten Regenwald-Region umfassend vorstellen – trotz opulenter Inszenierung fallen aber die meisten Details unter den Tisch. ...weiter

Berlin

Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus

Wie man den Kunstgeschmack einer Nation beeinflusst: Der Galerist Paul Cassirer machte ab 1898 mehrere Strömungen der klassischen Moderne in Deutschland bekannt – wobei er ein frühes und tragisches Ende fand. Die opulente Themenschau der Alten Nationalgalerie zeigt auf, wie der Kunstmarkt funktioniert. ...weiter

Baden-Baden

Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus

What you see is what you get: Fotorealistische Malerei verbirgt ihr anspruchsvolles Konzept hinter glänzenden Oberflächen. Anfangs als Verwirrspiel mit der Warenwelt; inzwischen ist sie zur gepinselten Produktreklame degeneriert. Das zeigt eine umfassende Überblicksschau im Museum Frieder Burda. ...weiter

Christopher Nolan

Die Odyssee

(Kinostart: 16.7.) Redseliges Antike-Patchwork: Regisseur Christopher Nolan verfilmt Homers Versepos opulent und werkgetreu mit allen klassischen Episoden, aber auch als Familien-Zusammenführung im heutigen Jargon. Was eindrucksvoll aussieht, aber die Tiefendimension der Vorlage außer Acht lässt. ...weiter

Daniel Sánchez Arévalo

So klingt das Leben

(Kinostart: 16.7.) Traumabewältigung mit Dudelsäcken: An Galiziens rauer Küste inszeniert Regisseur Daniel Sánchez Arévalo einen trotz aller Tragik herzerwärmenden Feelgood-Film. Landschaft und Bewohner der Provinz erweisen sich als die neuen Helden des spanischen Autorenkinos. ...weiter

Nepomuk Pfaff

Insekten – Helden im Verborgenen

(Kinostart: 16.7.) Mit Mikrobudget in den Mikrokosmos: Dokumentarfilmer Nepomuk Pfaff würdigt die Leistungen bedrohter Insektenarten. Faszinierende Makro-Aufnahmen wechseln sich dabei ab mit nüchternen Reportagen über Schutzmaßnahmen und unnötigen erzählerischen Verrenkungen. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Constantin Brancusi (1876-1957) ist in Frankreich und den USA ein Weltstar: Seine aufs Essentielle reduzierten Skulpturen gelten als wichtigster Beitrag zur Bildhauerei der klassischen Moderne. In Deutschland kennt man ihn kaum, weil hiesige Museen wenige Arbeiten von ihm besitzen. Das ändert die Neue Nationalgalerie in Berlin mit der ersten großen Werkschau seit rund 50 Jahren: „Brancusi“ stellt alle Aspekte seines Werks mustergültig vor – bis 9.8.

Auch neu im Kino ab 16. Juli

  • „Was haben wir gelacht“: Doku über Protagonistinnen im Fernseh-Geschäft der 1990er und 2000er Jahre und die Machtstrukturen in der deutschen Unterhaltungsindustrie.
  • „Die Töchter Europas“: Doku über verschiedene Migrantinnen, die mit Fernreisebussen unterwegs sind.
  • „Ninja Motherf*cking Destruction“: Coming-of-Age-Drama über eine lesbische Dreierbeziehung.
  • „La Maman et la Putain (WA)“: Dreieinhalbstündiges Beziehungsdrama des Nouvelle-Vague-Einzelgängers Jean Eustache von 1973 mit Jean-Pierre Léaud („Der Tod von Ludwig XIV.“) über einen Mann zwischen zwei Frauen.
  • „Mes Petites Amoureuses (WA)“: Coming-of-Age-Drama des Nouvelle-Vague-Einzelgängers Jean Eustache von 1974 über einen 13-jährigen Jungen vom Land, der mit den Härten des Lebens in der Stadt konfrontiert wird.

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Berlin

Brancusi

Der abwesende Superstar: Constantin Brancusi ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Moderne, doch hierzulande sind seine Werke rar. Nun präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Werkschau seit 50 Jahren – 150 einzigartig stilisierte Skulpturen eines Einzelgängers, der sich brillant in Szene setzte. ...weiter

Hamburg

Druckfrisch aus den Zwanzigern - Einblicke in Chinas Moderne

Die unbeachtete Republik: Was im China der Zwischenkriegszeit geschah, ist kaum bekannt. Das ändert eine faszinierende Ausstellung im MARKK Museum am Rothenbaum – mit allerlei Alltagsobjekten wie bunten Drucken, Filmstar-Postern, Make-up-Behältern, aber auch eleganten Qipao-Kleidern. ...weiter

Wolfsburg

Julian Charrière: Midnight Zone

Wie Sie sehen, sehen Sie wenig: Der Land-Art-Künstler Julian Charrière will unbekannte Natur-Phänomene veranschaulichen, etwa Leben in der Tiefsee. Dafür treibt der Schüler von Olafur Eliasson enormen Aufwand – manche Resultate ähneln Dokus mit begrenztem Schauwert. ...weiter

Tina Gharavi

Virginia Woolf`s Night & Day

(Kinostart: 9.7.) Eine fröhliche Prophezeiung: In einem ihrer ersten Romane schilderte Virginia Woolf den Aufbruch ihrer Generation in ein neues Jahrhundert. Regisseurin Tina Gharavi macht daraus ein Fanal für eine emanzipierte Wissenschaft. Für Schräglagen in der Story entschädigen vor allem die Dialoge. ...weiter

Hiam Abbass

Mit leiser Stimme

(Kinostart: 9.7.) Ein verborgenes Leben: Eine Beerdigung löst im Familiendrama der tunesischen Regisseurin Leyla Bouzid eine Krise im Doppelleben der lesbischen Protagonistin aus. Das Tabuthema Homosexualität ist aber nur eine Facette eines gelungenen Gesellschaftsporträts. ...weiter

Mathias Mlekuz

Auf zwei Rädern

(Kinostart: 9.7.) Selbsttherapie-Doku mit Drahtesel: Ein trauernder Vater durchquert Europa per Fahrrad mit seinem besten Freund, um den Tod seines Sohnes zu verarbeiten. Worum sich alles dreht – wo die beiden entlang radeln und was dort geschieht, kümmert Filmemacher Mathias Mlekuz wenig. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin
  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „The World through AI“: zeitgenössische Kunst + Künstliche Intelligenz bis 20.9. in der Schirn, Frankfurt am Main
  • „16. Manifesta“: Wanderschau zeitgenössischer Kunst bis 4.10. in Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen
  • „Symphonie der Farben. Signac + Neoimpressionismus“ bis 11.10. im Museum Barberini, Potsdam

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „The Piano Tuner“ von Daniel Roher
  2. „Obsession – Du sollst mich lieben“ von Curry Baker
  3. „Ingeborg BachmannJemand, der einmal ich war“
  4.  „Backrooms“ von Kane Parsons
  5. „Etwas ganz Besonderes“ von Eva Trobisch
  6. Die Camino-Therapie Finde Deinen Weg“
  7. „Auf zwei Rädern“ von Mathias Mlekuz
  8. „Glennkill – Ein Schafskrimi“ von Kyle Balda
  9. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  10. „Virginia Woolf’s Night & Day“ von Tina Gharavi
Venedig

61. Biennale Venedig: In Minor Keys

Kunstwelt in Moll: Die Biennale der 2025 verstorbenen Kuratorin Koyo Kouoh sollte eine Schau der leisen Töne sein. Davon ist bei Tausenden von Werken nicht viel zu spüren – am meisten Aufsehen erregt Florentina Holzinger aus Wien mit nackten Performerinnen und Spektakeln zu allen Körperflüssigkeiten. ...weiter

Berlin

Gebaute Gemeinschaft – Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren

Die ältesten Monumentalbauten der Welt: In der Jungsteinzeit errichteten Bewohner von Südost-Anatolien unterirdisch die ersten Ritual-Gebäude. Welche Rückschlüsse sie auf die Anfänge der Menschheit erlauben, zeigt eine faszinierende Ausstellung in der James-Simon-Galerie – ohne Archäologen-Kauderwelsch. ...weiter

Berlin

Graciela Iturbide: Eyes to Fly With

Archaik in Schwarzweiß: Seit 50 Jahren dokumentiert die mexikanische Fotografin die indigenen Kulturen in Mittelamerika. Ihre kontrastreichen Aufnahmen sind oft von strengem, aber betörenden Reiz – das zeigt die Galerie C/O Berlin mit einer großen Werkschau, die allerdings in überbordender Fülle ausufert. ...weiter

Daniel Roher

The Piano Tuner

(Kinostart: 2.7.) Eine rare Begabung: Ein junger Klavierstimmer in New York hat ein derart sensibles Gehör, dass er aufs Knacken von Tresoren umsattelt. Regisseur Daniel Roher findet dagegen in seiner Mischung aus Krimi, Romanze und Tragikomödie nur in den leisen Passagen die richtige Tonlage. ...weiter

Ludovica Rampoldi

Eine Stürmische Affäre

(Kinostart: 2.7.) Mit der schönen Unbekannten ins Stundenhotel: Zwei eigentlich Liierte fangen miteinander eine Affäre an. Wobei sie bald als Stalkerin erscheint – zu Unrecht, wie Regisseurin Ludovica Rampoldi am Ende enthüllt; in einem raffiniert konstruierten Psychodrama für starke Frauen. ...weiter

Sandra Hüller

Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war

(Kinostart: 25.6.) Eine Séance zum 100. Geburtstag: Filmemacherin Regina Schilling würdigt mit einem dokumentarischen Filmporträt die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Als Medium in dieser scharfsinnigen Material-Montage dient die Schauspielerin Sandra Hüller. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“: Realismus-Schau vom 17.7. bis 8.11. im Folkwang Museum, Essen
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1. 2027 im Kunstpalast, Düsseldorf
  • „Correggio. Berührend menschlich“: Renaissance-Malerei bis 10.1. 2027 in der Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
  • „Maria Magdalena“: die Heilige in der Kunst vom 17.9. bis 17.1. 2027 im Städel Museum + Liebieghaus, Frankfurt
  • „Tomás Saraceno. Verwobene Welten“: Land-Art-Werkschau vom 17.7. bis 7.2. 2027 im Haus der Kunst, München
  • „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ vom 23.10. bis 21.2. 2027 in der Kunsthalle München

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust“: französische Komödie – da seine Frau keine Orgasmen hat, erfindet Ingenieur neuen Vibrator – den Womanizer; Start: 23.7.
  • „Dreams – Gefährliches Verlangen“ von Michel Franco („New Order“) mit Jessica Chastain („Molly’s Game“): Drama über Affäre von Philanthropin mit Ballettänzer; Start: 23.7.
  • „Bitteres Fest“ von Pedro Almodóvar („The Room Next Door“, „Parallele Mütter“): Drama über die Lebenskrise einer Frau nach dem Tod ihrer Mutter, Start: 30.7.
  • „Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski“ von Jean-Paul Salomé („Eine Frau mit berauschenden Talenten“): Drama über genialen Geldfälscher in Frankreich, Start: 30.7.
Dresden

Herkules – Held und Antiheld

Karriere eines Kraftprotzes: Seit der Antike war der Halbgott Herkules trotz seiner vielen Schwächen und Fehler eine der beliebtesten mythologischen Gestalten – Herrscher verglichen sich gern mit ihm. Im Zwinger wird sein Bild in der Kunstgeschichte anschaulich nachgezeichnet, aber ohne Stilkunde. ...weiter

Leipzig

WanBel – 50 Jahre Unabhängigkeit: Papua-Neuguinea

Die unbekannteste deutsche Ex-Kolonie ist seit einem halben Jahrhundert selbstständig. Zum Jubiläum beteiligt sich das Grassi Museum an einem erdumspannenden Ausstellungsprojekt: mit der Präsentation seiner schönsten traditionellen Kunstwerke – eine Reise in eine völlig fremde Lebens- und Vorstellungswelt. ...weiter

Saarbrücken

Marthe Donas & Alexander Archipenko

Drei Jahre, in denen sie die Kunstwelt veränderten: Als Kurzzeit-Paar waren die Malerin Marthe Donas und der Bildhauer Alexander Archipenko sehr kreativ. Wie sie 1917 bis 1920 den Kubismus um faszinierende Varianten bereicherten, zeigt das Saarlandmuseum – Moderne Galerie mit einer beeindruckenden Werkauswahl. ...weiter

Bi Gan

Resurrection

(Kinostart: 25.6.) Reise ans Ende der Vorstellungskraft: Der chinesische Regisseur Bi Gan entfesselt einen faszinierenden Bilderbogen, der einen Träumer beim Eintauchen in Chinas Geschichte im 20. Jahrhundert begleitet. Doch diese Traumlogik entzieht sich rationalem Verständnis und lässt ratlos zurück. ...weiter

Amine Adjina

Couscous und Geheimnisse

(Kinostart: 25.6. Meine Freundin, unser Bistro, ihre Schwiegermutter und ich: Französische Lebensart trifft in der Komödie von Amine Adjine einmal mehr auf muslimische Werte, ohne jemandem wehzutun. Allein die darstellerische Leistung von Hiam Abbas gibt dem Film etwas von der Würze, die ihm sonst abgeht. ...weiter

Romas Zabarauskas

The Activist

(Kinostart: 25.6.) Mörderische Homophobie: Ein schwuler Aktivist wird in Litauens zweitgrößter Stadt erschlagen. Sein Geliebter ermittelt auf eigene Faust – indem er sich als Neonazi tarnt. Regisseur Romas Zabarauskas inszeniert seinen queeren Politkrimi mit ruhigem Tempo, aber komplex und spannend. ...weiter