Berlin

Yael Bartana – Redemption Now

Messianische Pläne für Millionen: Die israelische Videokünstlerin Yael Bartana beschäftigt sich bevorzugt mit Heilversprechen. Ihr richtet das Jüdische Museum Berlin die erste große Werkschau aus – ohne Instant-Erlösung, dafür mit Albert Speers megalomanen Germania-Entwürfen. ...weiter

Riehen bei Basel

Goya

Ein Hofmaler, der vor Darstellungen grässlichster Grausamkeiten nicht zurückschreckte: Francisco de Goya war der wohl widersprüchlichste Künstler um 1800. Das zeigt die opulent bestückte Werkschau, die ihm die Fondation Beyeler ausrichtet. ...weiter

Hamburg

Out of Space

Plötzlich diese Übersicht: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert Raumbegriffe und -vorstellungen seit den 1970er Jahren. Die Minimalisten stellten den Begriff des Originals infrage – heutige Digital-Simulationen erscheinen eher als Eskapismus. ...weiter

Sönke Wortmann

Contra

(Kinostart: 28.10.) Pygmalion im Uni-Hörsaal: Ein arroganter Professor trainiert eine Migranten-Studentin für Debatten-Wettbewerbe. Das Remake einer französischen Komödie gerät sehr deutsch: Regisseur Sönke Wortmann zeichnet Figuren und Milieus sorgfältig, aber mit wenig Esprit. ...weiter

Eugene Boateng

Borga

(Kinostart: 28.10.) Reich werden ist schwer, reich scheinen umso mehr: Im Film von Regisseur York-Fabian Raabe gaukelt ein Exilant seiner Familie in Ghana Wohlstand vor – und ruiniert sich beinahe damit. Ein faszinierend facettenreiches Nord-Süd-Drama aus schwarzer Sicht. ...weiter

Julianne Moore + Amy Adams

Dear Evan Hansen

(Kinostart: 28.10.) Teenager-Depression als Broadway-Erfolg: Das Musical über einen Jungen, der sich Selbstwertgefühl erschwindelt, ist seit 2016 ein Hit. In der Kinoversion von Regisseur Stephen Chbosky mäandert die Handlung etwas zu sehr hin und her. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein Kunst-Kontinent wird wiederentdeckt: Fünf Jahre lang waren die Bestände des Museums für Asiatische Kunst im Depot eingelagert. Nun sind sie wieder zu sehen – teilweise: mehr als die Hälfte kommt erst 2022 dazu. Dennoch: Diese riesige Kollektion fantastischer Meisterwerke ist in Deutschland einmalig – nur die Präsentation zur „Neueröffnung im Humboldt Forum“ lässt etwas zu wünschen übrig.

Auch neu im Kino ab 28. Oktober

  • „Black Box – Gefährliche Wahrheit“ mit Pierre Niney („Frantz“, „Yves Saint Laurent“): Französischer Thriller über die wahren Ursachen eines Flugzeugabsturzes.
  • „Glassboy“: Drama über einen Jungen, der an der Bluter-Krankheit leidet.
  • „Aufschrei der Jugend – Fridays for Future Inside“: Doku über die Klimaschutz-Bewegung.
  • „Daido Moriyama – The Past is always new, the Future is always nostalgic“: Doku über japanischen Street-Fotografen.
  • „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“: Doku über den Mythos der Bayreuther Festspiele und den weltweiten Wagner-Kult.

Wöchentlich aktuelle Kinostarts, Film-Kritiken + Ausstellungs-Tipps direkt in Ihre Mailbox:

Berlin

Neueröffnung Museen Humboldt Forum

Globalkunst ohne Globalisierung: Das Humboldt Forum ergibt sich der Postkolonialismus-Debatte, betrachtet aber ansonsten alle Kulturen isoliert. Trotz steriler Überwältigungs-Ästhetik beglückt das Wiedersehen mit fantastischen Meisterwerken. ...weiter

Berlin

Spätgotik – Aufbruch in die Neuzeit

Als die Bilder realistisch wurden: Die Spätgotik überwand mittelalterliche Formeln – mit dem Buchdruck explodierte die Nachfrage nach Motiven. Das zeigt eine opulent bestückte Epochenschau in der Gemäldegalerie, die sich mit ihrem umfassenden Anspruch etwas übernimmt. ...weiter

Karlsruhe

Inventing Nature. Pflanzen in der Kunst

175 Jahre Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Ihr Jubiläum feiert sie mit einer opulenten Schau über Gewächse in der Kunst zwischen Naturbeobachtung und Umweltzerstörung. Eine facettenreiche Tour d’Horizon von Blumenvasen bis Bäumefällen. ...weiter

Wes Anderson

The French Dispatch

(Kinostart: 21.10.) All the Stories That’s Fit to Print: Seine detailverliebte Hommage an die goldenen Zeiten des Magazin-Journalismus verlegt Regisseur Wes Anderson in ein Ideal-Paris zwischen Hemingway und Mai 1968 – voller Anspielungen für prädigitale Frankophile. ...weiter

Clint Eastwood

Cry Macho

(Kinostart: 21.10.) Hahnenkampf für Anfänger: Ein Ex-Rodeoreiter soll den Sohn seines Bosses aus Mexiko nach Texas heimholen. Hollywood-Legende Clint Eastwood verfilmt ein Drehbuch, das 40 Jahre in der Schublade lag – und besser dort geblieben wäre. ...weiter

Jesse Eisenberg

Résistance – Widerstand

(Kinostart: 14.10.) Vor dem Rampenlicht im Untergrund: Der Pantomime Marcel Marceau rettete als Jüngling in der französischen Résistance Scharen von Kindern das Leben. Regisseur Jonathan Jakubowicz überfrachtet seinen Historienfilm mit zu großen Ambitionen. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Der geteilte Picasso“: Der Künstler und sein Bild in der BRD und DDR bis 30.1.2022 im Museum Ludwig, Köln
  • „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ bis 30.1.2022 im Städel Museum, Frankfurt am Main
  • „Paula Modersohn-Becker“: große Werkschau bis 6.2.2022 in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main
  • „Träume von Freiheit. Romantik in Russland und Deutschland“ bis 6.2. im Albertinum, Dresden
  • „Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne“: Retrospektive bis 17.1. in der Berlinischen Galerie, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „The French Dispatch“ von Wes Anderson
    2. „Schachnovelle“ mit Oliver Masucci
    3. „Die Unbeugsamen“ von Thorsten Körner
    4. „Supernova“ mit Colin Firth + Stanley Tucci
    5. „Walchensee forever“ von Janna Ji Wonders
    6. „Der Rausch“ von Thomas Vinterberg
    7. „Titane“ von Julia Ducournau
    8. „Auf alles, was uns glücklich macht“
    9. „Ottolenghi und die Versuchungen von Versailles“
    10. „The Father“ mit Anthony Hopkins
Albert Markert

Beuys ist ein deutscher Markenartikel

100 Jahre Joseph Beuys: Im Reigen der Gedenkschauen wird kaum Kritik am Aktionskünstler laut. Ko-Buchautor Albert Markert wies bereits 1996 nach, dass etliche seiner Ideen in der NS-Zeit gründen – der Beuys-Kult blieb davon unbeeindruckt. Ein Gespräch über langlebige Legenden. ...weiter
Berlin

Arbeit am Gedächtnis

Nichts soll verloren gehen: Die Akademie der Künste verwahrt 1200 Künstlernachlässe. Welche Funktion Archive als kulturelle Gedächtnisse haben, zeigt eine enorm facettenreiche, aber auch überladene Ausstellung zum 325. Geburtstag. ...weiter

Berlin

Murcia: Im Garten Europas

Aus dem Land, wo die Zitronen reifen: Das Museum Europäischer Kulturen stellt die wenig bekannte südostspanische Region Murcia vor – mitsamt allen Aspekten ihrer Alltagskultur von Obstkisten über Regenwasser-Gefäße bis zu Schnecken-Körbchen und Seidenraupen. ...weiter

Adam Driver + Matt Damon

The Last Duel

(Kino-Start: 14.10.) Mann gegen Mann für die Tugend einer Frau: Regisseur Ridley Scott lässt zwei Kämpen die Klingen kreuzen, um einen Vergewaltigungsvorwurf zu klären. Ein passables Mittelalter-Spektakel, virtuos choreografiert und inszeniert. ...weiter

Chiara Mastroianni

Zimmer 212 – In einer magischen Nacht 

(Kinostart: 14.10.) Die Geister, mit denen sie schlief: Eine notorische Ehebrecherin wird mit all ihren Liebhaber gleichzeitig konfrontiert. Regisseur Christophe Honoré kreuzt Psychoanalyse mit Screwball-Komödie – für eine feinsinnig sinnliche Gespenster-Schau. ...weiter

Vincent Lindon

Titane

(Kinostart: 7.10.) Radical Chic in Reklame-Optik: Ein Go-go-Girl frönt Autofetischismus, wird Serienkillerin und dann Adoptivsohn. Mit kruder Body-Horror-Fantasy bedient Regisseurin Julia Ducournau gängige Aufreger-Themen des Feuilletons – dafür bekam sie die Goldene Palme. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Sweat“: Werke von 30 Künstlern zum Thema Transpiration bis 9.1.2022 im Haus der Kunst, München
  • „The Cool and the Cold“: Malerei aus USA und UdSSR 1960–1990 bis 9.1.2022 im Gropiusbau, Berlin
  • „Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde“ bis 9.1.2022 im Museum Barberini, Potsdam
  • „documenta. Politik und Kunst“: Geschichte 1955 bis 1997 bis 9.1.2022 im Deutschen Historischen Museum, Berlin
  • „Johannes Vermeer. Vom Innehalten“: bis 22.1.2022 in der Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
  • „Fantastisch Real – Belgische Moderne von Ensor bis Magritte“ bis 6.3.2022 in der Kunsthalle München

Kommende Top-Kinofilme 2021

  • „Eternals (3D)“ von Chloé Zhao („Nomadland“) mit Salma Hayek („Bliss“, „Wege des Lebens“) + Angelina Jolie („In the Land of Blood and Honey“): Superheldenfilm, Start: 3.11.
  • „The Many Saints of Newark“ von Alan Taylor: Prequel zur legendären TV-Serie „Sopranos“ über eine Mafia-Familie im Newark der 1960er Jahre, Start: 4.11.
  • „Lieber Thomas“ mit Albrecht Schuch („Schachnovelle“, „Systemsprenger“): brillantes Biopic über den Schriftsteller und deutsch-deutschen Grenzgänger Thomas Brasch, Start: 11.11.
  • „Billie – Legende des Jazz“ von James Erskine: Doku-Porträt der Ausnahmesängerin, Start: 11.11.
Hannover

El Lissitzky und eine Rolle Plakate

Konstruktivistischer Kunst-Krimi: Das Sprengel Museum zeigt eine Kollektion von Filmplakaten aus der frühen Sowjetunion, die auf mysteriösem Weg in seinen Besitz kamen. Darunter sind etliche Entwürfe berühmter Grafiker – eindrucksvoll, aber karg präsentiert. ...weiter

Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor. ...weiter

Paderborn

Rubens und der Barock im Norden

Von Paderborn nach Antwerpen und zurück: Das Diözesanmuseum zeigt anschaulich, wie Rubens als Bilderfabrikant und -exporteur auch die Kunstproduktion etwa in Westfalen prägte – wobei die eindrucksvollsten Exponate keine Gemälde, sondern Skulpturen sind. ...weiter

Stefan Ruzowitzky

Hinterland

(Kinostart: 7.10.) Düsteres Kriminalspiel: Kaum zurück aus der Kriegsgefangenschaft, muss Oberstleutnant Perg es mit einem Serienmörder aufnehmen – Regisseur Stefan Ruzowitzky inszeniert einen historischen Thriller in expressionistischer Kulisse. ...weiter

Daniel Craig

Keine Zeit zu sterben

(Kinostart: 30.9.) Bye bye Blondschopf: Dieser James-Bond-Film ist der fünfte und letzte mit Daniel Craig in der Titelrolle. Ihm richtet Regisseur Cary Joji Fukunaga eine opulente Abschiedsvorstellung aus – mit vielen diversen Figuren aus der unübersichtlichen Gegenwart. ...weiter

Dietrich Brüggemann

(Kinostart: 30.9.) Szenen einer Ehe – sieben Jahre in 14 Schnitten: Regisseur Dietrich Brüggemann porträtiert ein Mittdreißiger-Paar, das sich in den Schleifen der Selbstoptimierung verfängt. Eine lakonische Komödie, deren Pointen gelegentlich etwas plump geraten. ...weiter