Venedig

59. Biennale Venedig: The Milk of Dreams

Alles wuchert, wabert und wandelt sich unaufhörlich: Die Mega-Ausstellung in der Lagunenstadt feiert die Fantasie, Mythen und das Irrationale. Kuratorin Cecilia Alemani reagiert auf das von Corona erschütterte Körperbewusstsein – sie lässt Tiere und Pflanzen mit Menschenleibern verschmelzen. ...weiter

Berlin

Beirut and the Golden Sixties

Die lange Levante-Party der 1960er Jahre: Damals war Beirut Banktresor und Amüsiermeile der arabischen Welt. Und ihr Kulturzentrum – Kunst, die dort entstand, beeindruckt durch Virtuosität und Sinnlichkeit. Das führt ein faszinierender Epochen-Rückblick im Gropius Bau mit origineller Inszenierung vor. ...weiter

Hamburg

Making History – Hans Makart und die Salonmalerei des 19. Jahrhunderts

Ein kalkulierter Skandal: Auf seinem monumentalen Historienbild von Karl V. ließ Hans Makart 1878 feine Wiener Damen nackt um den Kaiser tänzeln. Der 50 Quadratmeter große Ölschinken prangt wieder in der Kunsthalle – als Blickfang einer prunkvollen Ausstellung über Salonmalerei-Schaueffekte. ...weiter

David Kross

Leander Haußmanns Stasikomödie

(Kinostart: 12.5.) Back in the GDR: Nach „Sonnenallee“ und „NVA“ komplettiert Regisseur Leander Haußmann seine DDR-Trilogie. Mit einem unbedarften Nachwuchs-Spitzel, der Gefallen am wilden Leben im Prenzlauer Berg findet – die biedere und vorhersehbare Story schlägt kaum witzige Funken. ...weiter

Bastian Günther

One of these Days

(Kinostart: 19.5.) Mit Handauflegen ein Auto gewinnen: Dafür harrt eine Gruppe von Texanern tagelang schlaflos aus. Über ihren Ausdauer-Wettbewerb in Leidensfähigkeit dreht Regisseur Bastian Günther ein stimmiges Gesellschafts-Paranoma der US-Unterschicht. ...weiter

Heidi Specogna

Stand up my Beauty

(Kinostart: 19.5.) Kaffeeklatsch in Addis Abeba: Regisseurin Heidi Specogna lässt eine äthiopische Sängerin mit anderen Frauen über Zwangsverheiratung und Unterdrückung palavern. Die wortreiche Doku mit Musikeinlagen und Bauwut-Impressionen gerät zum beliebigen Bildersalat. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Kaum zu glauben, dass Beirut, Hauptstadt des krisengeschüttelten Libanon, in den 60er/70er Jahren als „Paris des Nahen Ostens“ galt. Libanesische Künstler waren auf der Höhe der Nachkriegsmoderne: Das zeigt der famose Epochen-Rückblick „Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility“ mit rund 220 Arbeiten von 35 Künstlern im Berliner Gropius-Bau – zu sehen bis 12. Juni.

Auch neu im Kino ab 19. Mai

  • Dog“ von und mit Channing Tatum („Logan Lucky“, „Magic Mike“): US-Komödie über einen Army Ranger mit Hund auf einem Roadtrip entlang des Pacific Coast Highway.
  • „Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona“: spanische Komödie über drei Elektro-Installateure, ihre Probleme mit Kunden + Alltagsrassismus.
  • „Bettina“: Doku über die Liedermacherin Bettina Wegner.
  • „Fuchs im Bau“ mit Maria Hofstätter („Paradies: Glaube“) + Sibel Kekilli („What a man“): Drama über Gefängnis-Pädagogen mit unkonventionellen Methoden.
  • „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“: Doku über Extremsportler und seinen Triathlon rund um die Welt.

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München

Gruppendynamik – Kollektive der Moderne

Gemeinsam sind wir avantgardistisch: Das Lenbachhaus führt vor, wie Künstlerkollektive auf allen Kontinenten im 20. Jahrhundert nach neuen Bild- und Formensprachen suchten. Als hervorragend dokumentierte Weltreise durch die Moderne – obwohl sie ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt. ...weiter

Bern

Jean-Frédéric Schnyder

Vom Lego-Wolkenkratzer zum Korken-Kapitän: Schnyder fing mit Konzeptkunst an und eignete sich im Lauf der Zeit alle möglichen Bildsprachen an. Mit radikalem Eklektizismus wurde er ein ironischer Chronist der Schweizer Lebensart; nun widmen ihm Kunsthalle und Kunstmuseum eine Doppel-Retrospektive. ...weiter

Berlin + Würzburg

Hannah Höch – Abermillionen Anschauungen

Für Dada-Fotocollagen berühmt, ansonsten weniger bekannt: Das Riesenwerk von Hannah Höch mäandert zwischen vielen Stilen. Die Retrospektive im Bröhan- und Kulturspeicher-Museum bietet einen anschaulichen Querschnitt, garniert mit einem eigenwilligen Ausstellungskonzept. ...weiter

Pan Nalin

Das Licht, aus dem die Träume sind

(Kinostart: 12.5.) Dieses Licht kommt natürlich aus dem Projektor: Der indische Regisseur Pan Nalin erinnert sich an die Aufregung der ersten Kinobesuche. Als Porträt eines neunjährigen Jungen, der sein eigenes Lichtspielhaus einrichtet – gefühlsseliger Balsam für Cineasten-Seelen. ...weiter

Marie Noëlle

Heinrich Vogeler - Aus dem Leben eines Träumers

(Kinostart: 12.5.) Erst dekorativer Jugendstil-Künstler, dann Propagandist der Sowjetmacht: Heinrich Vogeler wechselte radikal die Seiten – weswegen er lange ignoriert wurde. Ihm widmet Regisseurin Marie Noëlle ein schräges „Doku-Fiktion-Kaleidoskop“, das ihm durchaus gerecht wird. ...weiter

Julian Radlmaier

Blutsauger

(Kinostart: 12.5.) Ausgebeutete bis aufs Blut ausquetschen: Regisseur Julian Radlmaier nimmt die Metapher von Kapitalisten als Vampire wörtlich – er macht daraus eine bizarre Agitprop-Sittenkomödie zwischen Marx, Goldenen Zwanzigern und stalinistischer Verfolgung. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Everything Everywhere All At Once“
    2. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
    3. „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ von S. Curtis
    4. „The Northman“ von Robert Eggers
    5. „Eingeschlossene Gesellschaft“ von S. Wortmann
    6. „Meine schrecklich verwöhnte Familie“
    7. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben e. Träumers“
    8. „Blutsauger“ von Julian Radlmaier
    9. „Memoria“ mit Tilda Swinton
    10. „Das Licht, aus dem die Träume sind“ von P. Nalin
Düsseldorf

Ich. Max Liebermann - Ein europäischer Künstler

Zwischen Weimar und Paris, München und Den Haag: Max Liebermann zog lange umher und probierte vieles aus, bevor er zum berühmtesten deutschen Impressionisten wurde. Wie sehr Impulse aus halb Europa seine künstlerische Laufbahn beeinflussten, zeigt der Kunstpalast mustergültig auf. ...weiter

München

Shirin Neshat – Living in one land, dreaming ...

Verirrt im Traumland: Die exiliranische Künstlerin Shirin Neshat zeigt eine Multimedia-Großinstallation in der Pinakothek der Moderne. Doch überdekorierte Schwarzweiß-Porträts und dunkel raunende Videoprojektionen bebildern vor allem ihre privaten Obsessionen. ...weiter

Würzburg

Landschaften im Licht – Der erste Impressionist

Der erste deutsche Impressionist ist heute weitgehend vergessen: Dass Ludwig von Gleichen-Rußwurm schon ab 1889 in hell leuchtenden Farben malte, wissen nur Spezialisten. Dem zu Unrecht Verkannten widmet das Museum im Kunstspeicher die erste Werkschau seit fast 40 Jahren. ...weiter

Tilda Swinton

Memoria

(Kinostart: 5.5.) Ein Knall im Kopf, den kein anderer hört: Tilda Swinton sucht in Kolumbien nach Ursachen für ihre akustischen Halluzinationen. Daraus webt der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul eine fein gesponnene, vieldeutig schillernde Fabel über Geschichte und Erinnerung. ...weiter

David Teboul

Sigmund Freud – Freud über Freud

(Kinostart: 5.5.) Ein gottloser Jude entdeckt das Unbewusste: Freud war einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Ihn porträtiert Regisseur David Teboul eindrucksvoll mit Korrespondenz-Zitaten – kongenial illustriert durch einfallsreich verfremdete Archiv- und Symbolbilder. ...weiter

Majid Majidi

Sun Children

(Kinostart: 5.5.) Schatzsuche mit doppeltem Boden: Regisseur Majid Majidi lässt Straßenkinder in Teheran nach Kostbarem graben – in ihrer Schule. Sie finden nicht, was sie suchen; doch dieses rasante und mitreißende Sozialdrama ist voller authentischer Einblicke in den iranischen Alltag. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Kunst für Keinen: 1933–1945“: innere Emigration in der NS-Zeit bis 6.6. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt
  • „Paul Gauguin – Why are you angry?“: Dekolonialisierung des Klassikers bis 10.7. in der Alten Nationalgalerie, Berlin

  • „Stille Rebellen: Polnischer Symbolismus um 1900“: große Themenschau bis 7.8. in der Kunsthalle München
  • „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ bis 28.8. im Museum Folkwang, Essen
  • „Schliemanns Welten“: große Gedenkschau für den Troja-Entdecker bis 6.11. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch“: Werkschau des Jugendstil-Künstlers bis 6.11. in vier Worpsweder Museen

Kommende Top-Kinofilme 2022

  • „Die Täuschung“ von John Madden („Miss Sloane“) mit Colin Firth („1917“): Kriegsdrama über Geheimdienst-Manöver vor alliierter Eroberung Siziliens 1943, Start: 26.5.
  • „Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“ von Arthur Harari: Drama über japanischen Soldaten, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf Pazifik-Insel vergessen wird; Start: 2.6.
  • „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ von Nicolette Krebitz mit Sophie Rois („Das Vorspiel“): 60-jährige Schauspielerin verliebt sich in 17-jährigen Dieb, Start: 16.6.
  • „Elvis“ von Baz Luhrmann („Der große Gatsby“) mit Tom Hanks („Captain Phillips“): Biopic über Elvis‘ Karriereanfang und den Konflikt mit seinem Manager, Start: 23.6.
Bochum

Black Gold and China

Von Menschen gemachte Mondlandschaften: Der Fotograf Lu Guang dokumentiert Kohle- und Industriereviere. Seine kunstvoll komponierten Aufnahmen zeigen gigantische Umweltzerstörung – diese Reise ins Herz der Finsternis präsentiert das Bergbau-Museum erstmals außerhalb Chinas. ...weiter

München

Fantastisch Real – Belgische Moderne

Die vielfältige Kunst im westlichen Nachbarland von James Ensor bis René Magritte vorzustellen, ist verdienstvoll. Allerdings präsentiert die Kunsthalle sie recht eigenwillig: mit Leihgaben vor allem aus Antwerpen – samt Schwerpunkten und Auslassungen, die teils fragwürdig erscheinen. ...weiter

Berlin

Iran – Kunst und Kultur aus fünf Jahrtausenden

In Persien steht nicht nur eine der Wiegen der Weltzivilisation – die Region verband auch Jahrtausende lang Einflüsse aus Europa mit solchen aus Fernost. Das zeigt eine brillante Ausstellung in der James-Simon-Galerie; sie versammelt tatsächlich 5000 Jahre auf engstem Raum. ...weiter

Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

(Kinostart: 28.4.) Politskandal-Chronik als Wohlfühl-Film: Die Affäre um den unschuldigen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz zeichnet Regisseur Andreas Dresen aus der Perspektive seiner Mutter Rabiye nach. Die spielt Meltem Kaptan als kalauernde Betriebsnudel; dafür bekam sie einen Silbernen Bären. ...weiter

Michelle Yeoh

Everything Everywhere All At Once

(Kinostart: 28.4.) Das Finanzamt als Tor zum Paralleluniversum: Weil sie Ärger mit der Steuererklärung hat, mutiert eine chinesische Hausfrau zur multiplen Superheldin. Überbordendes Ideen- und Bildergewitter vom Regieduo Kwan/ Scheinert für ein knallbuntes Anarcho-Märchen. ...weiter

Florence Miailhe

Die Odyssee

(Kinostart: 28.4.) Flucht als ewige Menschheits-Erfahrung: Regisseurin Florence Miailhe schildert die Suche zweier Geschwister nach einem sicheren Ort als zeitlose Parabel. Dafür nutzt sie eine einzigartige Technik – die Künstlerin malt jedes Einzelbild mit Ölfarben auf Glas. ...weiter