Berlin

No Master Territories: Feminist Moving Image

Emanzipation frauenbewegter Bilder: Das Haus der Kulturen der Welt stellt feministische Filmemacherinnen mit Werken aus den 1970er bis 1990en Jahren vor. Beim Rückblick fällt auf: Trotz ähnlicher Themen waren die Pionierinnen origineller und experimentierfreudiger als heutige Nachfolgerinnen. ...weiter

Kassel

documenta fifteen: documenta Halle und Ottoneum

Die Jagd auf antisemitische Kunstwerke nimmt inquisitorische Züge an – obwohl fast alle Beiträge nichts damit zu tun haben, wie ein Rundgang durch die documenta Halle und das Ottoneum zeigt. Doch das lumbung-Prinzip bedroht das Geschäftsmodell des Kunstmarkts. Da hilft nur: Nächstes Mal in Jerusalem! ...weiter

Berlin

Hollywood

Als die Filmbilder stehen lernten: Ohne Set- und Werbe-Fotografie ist Kino nicht denkbar. Ihre Entwicklung zeichnet das Museum für Fotografie in einer kompakten Ausstellung mustergültig nach – von glamourösen Star-Porträts bis zur Demontage des Mythos durch Freaks am Straßenrand. ...weiter

Carla Simon

Alcarràs – Die letzte Ernte

(Kino-Start: 11.8.) Wenn Pfirsichbäume dem Solarpark weichen müssen: Wie eine katalanische Obstbauern-Familie ihre Existenzgrundlage verliert, beobachtet Regisseurin Carla Simón so einfühlsam wie unsentimental – ihr flirrend vielschichtiges Modernisierungs-Dokudrama gewann den Goldenen Bären. ...weiter

Timothy Spall

Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr

(Kinostart: 11.8.) Neun-Euro-Ticket auf britisch: Im Vereinigten Königreich fahren Rentner kostenlos mit dem ÖPNV. So bringt ein Greis die Asche seiner Gattin zurück in ihre frühere Heimat – Regisseur Gillies MacKinnon klappert mit diesem Nieselwetter-Roadmovie klischeehafte Episoden ab. ...weiter

Jordan Peele

Nope

(Kinostart: 11.8.) Im Banne des Lebewesen verschlingenden Staubsauger-UFOs: Für sein auf den Kopf gestelltes Quasi-Remake von „Der weiße Hai“ mixt Regisseur Jordan Peele Familiensaga, Western, Science Fiction und Horror zu anspielungsreichem Referenzkino, das die Zuschauer etwas überfordert. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Die documenta war oft umstritten – aber noch keine hat einen derartigen Eklat verursacht wie die „documenta fifteen“.  Beim Streit über Antisemitismus und die Verantwortung des ruangrupa-Kuratorenkollektivs gerät aus dem Blick, welche thematische Vielfalt die Mega-Schau erneut bietet – etwa eine Mini-Retrospektive zur Roma-Kunst (cf. Startbild); bis 25. September in Kassel.

Auch neu im Kino ab 11. August

  • „Laal Singh Chaddha“ mit Aamir Khan („Bombay Diaries – Dhobi Ghat“): Remake des Komödien-Klassikers “Forrest Gump” als Bollywood-Dramödie – Event-Kino, nur in wenigen Großstädten.
  • „Republic of Silence“: autobiographische Doku über eine Beziehung zwischen Damaskus und Berlin.
  • „Namaste Himalaya – Wie ein Dorf in Nepal uns die Welt öffnete“: Doku über Globetrotter, die während des Corona-Lockdowns in Nepal stranden.
  • „Grand Jeté“: deutsches Drama über eine frühere Balletttänzerin und die Beziehung zu ihrem Sohn.
  • „Sweet Disaster“: Frau will Ex-Freund zurückzugewinnen, als sie mit 40 unerwartet von ihm schwanger wird.

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München

Stille Rebellen: Polnischer Symbolismus um 1900

Expedition in eine Terra Incognita gleich nebenan: Die Klassische Moderne unseres östlichen Nachbarlands ist hierzulande kaum bekannt. Die Kunsthalle stellt die Bewegung des „Jungen Polen“ in allen Facetten vor, von stimmungsvollen Landschaften bis zu Historien-Fantasy – anschaulich präsentiert und erklärt. ...weiter

Kassel

documenta fifteen: Fridericianum

Der Antisemitismus-Streit um die weltgrößte Ausstellung für Gegenwartskunst enthüllt die Provinzialität des Standorts. Dabei zeigt ein Rundgang durch das Fridericianum, in welche Richtung sich ein radikal erweiterter und entwestlicher Kunstbegriff entwickeln könnte – wenn man ihn lässt. ...weiter

Frankfurt am Main

Marcel Duchamp

Minimaler Aufwand, maximale Wirkung: Mit der Erfindung von Readymades wurde Marcel Duchamp zum Pionier der Konzeptkunst. Seinem Gesamtwerk widmet das Museum für Moderne Kunst (MMK) die erste Retrospektive seit zwei Dekaden – von konventionellen Anfängen bis zu zotigen Kalauern. ...weiter

Romain Duris

Warten auf Bojangles

(Kinostart: 4.8.) Tanz auf dem High-Society-Vulkan: In mondänen Villen an der Côte d’ Azur beginnt eine Amour Fou, die in der Psychiatrie endet. Regisseur Regis Roinsard verfilmt sein Melodram mit viel Retrocharme und bonbonbunter Ausstattung, behandelt sein ernstes Thema aber auch mit Feingefühl. ...weiter

Stefan Sarazin + Peter Keller

Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie

(Kinostart: 4.8.) Wer’s glaubt, wird selig: Dem Regie-Duo Sarazin und Keller schwebte wohl die ultimative Versöhnungs-Komödie vor. Doch ihr Roadmovie über einen orthodoxen Juden im Schlepptau eines Beduinen witzelt sich bizarr durch die Sinai-Wüste – grob patriarchalisch und arg unplausibel. ...weiter

Javier Bardem

Der perfekte Chef

(Kino-Start: 28.7.) Neueste Management-Methoden auf Spanisch: Um einen Preis der Bezirksregierung zu gewinnen, tut Javier Bardem als Firmenboss wirklich alles. Die Unternehmensführungs-Satire von Regisseur Fernando León de Aranoa gleitet ins Düstere ab – trotz ihres überragenden Hauptdarstellers. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Monsieur Claude und sein großes Fest“
    2. „Meine Stunden mit Leo“ mit Emma Thompson
    3. „Elvis“ von Baz Luhrmann
    4. „Der perfekte Chef“ mit Javier Bardem
    5. „Nicht ganz koscher“ von S. Sarazin + P. Keller
    6. „Everything Everywhere All At Once“
    7. „Corsage“ von Marie Kreutzer mit Vicky Krieps
    8. „Der schlimmste Mensch der Welt“ von J. Trier
    9. „Warten auf Bojangles“ mit Romain Duris
    10. „Die Magnetischen“ von Vincent Maël Cardona
Berlin

Das Kleine Grosz Museum – Neueröffnung

Statt Zapfsäulen nun Zeichnungs-Galerie: Das neue Museum für den giftigsten und schonungslosesten Künstler der Weimarer Republik bezieht Quartier in einer ehemaligen Tankstelle. Zum Auftakt zeigt es sein Frühwerk von ersten Skizzen bis zu furiosen Motiven voller Wut und Weltekel. ...weiter

Kassel

documenta fifteen

Die documenta ist tot, es lebe die documenta: Die weltgrößte Ausstellung für zeitgenössische Kunst wird vom indonesischen ruangrupa-Kollektiv völlig umgekrempelt – und in ein gut gelauntes Graswurzel-Initativen-Festival im durchökonomisiert-pazifischen Zeitalter verwandelt. ...weiter

Berlin

12. Berlin Biennale – Still Present!

Kunst als Antwort auf drei große Menschheitsfragen: Für die 12. Berlin Biennale hat sich Kurator Kader Attia viel vorgenommen. Das können die 70 Teilnehmer kaum einlösen: Die meisten Beiträge verausgaben sich in überambitionierten Materialschlachten oder drastischer Elends-Dokumentation. ...weiter

Vincent Maël Cardona

Die Magnetischen

(Kinostart: 28.7.) Jugendkultur in den 1980er Jahren, das war auch: Piratensender in der Provinz. Ein französisches Brüderpaar surft auf den Radiowellen, bis einer zum Wehrdienst nach Westberlin muss. Atmosphärisch stimmiges Epochenbild von Vincent Maël Cardona ohne nostalgische Klischees. ...weiter

Barry Levinson

The Survivor

(Kinostart: 28.7.) Sich ins Leben zurück boxen: Ein Auschwitz-Überlebender absolviert im New York der Nachkriegszeit etliche Profi-Kämpfe – um seine vermisste Verlobte auf sich aufmerksam zu machen. Überzeugende Sportfilm-Studie von Regisseur Barry Levinson über posttraumatische Belastungsstörungen. ...weiter

Christian Clavier

Monsieur Claude und sein großes Fest

(Kinostart: 21.7.) Multikulti-Chaos in der französischen Provinz, zum Dritten: Monsieur Claude, dessen Stiefsöhne von drei Kontinenten kommen, soll seinen 40. Hochzeitstag feiern. Mit Verwandten aus aller Welt – das Gag-Feuerwerk, das Regisseur Philippe de Chauveron abbrennt, zündet nicht immer. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ bis 28.8. im Museum Folkwang, Essen
  • Die Form der Freiheit“: Abstrakter Impressionismus + Informel bis 25.9. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Moved by Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett“ bis 9.10. in der Staatsgalerie Stuttgart
  • „Songlines: Sieben Schwestern erschaffen Australien“: Aborigines-Kunst bis 30.10. im Humboldt Forum, Berlin
  • „Schliemanns Welten“: große Gedenkschau für den Troja-Entdecker bis 6.11. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch“: Werkschau des Jugendstil-Künstlers bis 6.11. in vier Worpsweder Museen

Kommende Top-Kinofilme 2022

  • „Der Gesang der Flusskrebse“ von Olivia Newman: Roman-Adaption – mysteriöse Frau wächst in Sumpflandschaft auf und wird des Mordes beschuldigt; Start: 18.8.
  • „Three Thousand Years of Longing“ von George Miller mit Tilda Swinton („Memoria“) + Idris Elba: Dark-Fantasy-Comedy-Drama – Frau trifft auf Flaschengeist; Start: 1.9.
  • „Das Glücksrad“ von Ryusuke Hamaguchi („Drive my Car“): verhalten naturalistischer Episodenfilm über drei Frauen, ihre Beziehungs-Entscheidungen und spätere Reue; Start: 1.9.
  • „Das Leben ein Tanz“ von Cédric Klapisch („Einsam Zweisam“): Drama über Primaballerina, die nach Verletzung zu zeitgenössischer Compagnie wechselt; Start: 8.9.
Wolfsburg

Checkpoint – Grenzblicke aus Korea

Wo die Mauer noch steht: Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea gilt als die unüberwindlichste der Welt. Mit den Folgen beschäftigen sich Werke von 19 Künstlern im Kunstmuseum – leider fast ohne dringend nötige Erläuterungen, so dass Langnasen meist nur Chinesisch verstehen. ...weiter

Berlin

Opera Opera – Allegro ma non troppo

Heiter, aber nicht zu sehr: Das PalaisPopulaire zeigt Werke von 35 Gegenwartskünstlern, die sich mit dem Musiktheater beschäftigen. Die meisten Beiträge kommen aus dem MAXXI-Museum in Rom, doch italienischer Belcanto-Schmelz bleibt außen vor – die Schau ähnelt eher deutschem Regietheater. ...weiter

Venedig

59. Biennale Venedig: The Milk of Dreams

Alles wuchert, wabert und wandelt sich unaufhörlich: Die Mega-Ausstellung in der Lagunenstadt feiert die Fantasie, Mythen und das Irrationale. Kuratorin Cecilia Alemani reagiert auf das von Corona erschütterte Körperbewusstsein – sie lässt Tiere und Pflanzen mit Menschenleibern verschmelzen. ...weiter

Alex Garland

Men – Was dich sucht, wird dich finden

(Kinostart: 21.7.) Kein Entrinnen vor den Männerfratzen: Eine Witwe will auf dem Land das Trauma ihres Gatten-Todes bewältigen, doch die Trauerarbeit wird zum schlechten Trip. Regisseur Alex Garland, Spezialist für vertrackten Psycho-Horror, setzt nach zwei SciFi-Szenarien nun auf heidnische Symbolik. ...weiter

Valeria Bruni Tedeschi

Der Sommer mit Anaïs

(Kinostart: 21.7.) Bisexueller Backfisch: Eine schwatzsüchtige Doktorandin macht sich im Eiltempo an eine Erfolgsautorin heran. In der plump konstruierten Erotikkomödie von Regisseurin Charline Bourgeois-Tacquet wirkt alles ausgedacht und reizlos – das dürfte niemanden umgarnen. ...weiter

Federico Fellini

La Dolce Vita – Das süße Leben (WA)

(Kinostart: 14.7.) Kaum ein Kinoklassiker fasziniert bis heute so sehr wie „La Dolce Vita“ von 1960 – obwohl oder gerade weil der Episoden-Reigen durch Roms High Society eigentlich ein Tanz in den Abgrund ist. Nun kommt der Geniestreich von Regisseur Federico Fellini restauriert wieder auf die Leinwand. ...weiter