Berlin

Gezeichnete Stadt – 1945 bis heute

Stadtspaziergang für Flaneure: Die Berlinische Galerie zeichnet nach, wie sich das Erscheinungsbild der Metropole in der Grafik der letzten 75 Jahre verändert hat. Als Archäologie des Urbanen: Zum Vorschein kommen etliche Orte und Menschen, die es längst nicht mehr gibt.

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Berlin

11. Berlin Biennale

Kunst als Traumatherapie und Sozialarbeit: Die 11. Berlin Biennale versteht sich als Gedenkkapelle für benachteiligte Minderheiten. Ihre Theologie der Befreiung geht einher mit geistiger und ästhetischer Schlichtheit, aus der nur wenige Arbeiten positiv herausragen.

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Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie.

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Lars Eidinger

Persischstunden

(Kinostart: 24.9.) Pseudo-Farsi als Tor zur Freiheit: Ein KZ-Häftling rettet seinen Hals, indem er einem SS-Offizier eine Fantasiesprache beibringt. Die akkurat inszenierte Kopfgeburt von Regisseur Vadim Perelman wirkt arg unplausibel – trotz glänzender Hauptdarsteller.

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Dev Patel + Tilda Swinton

David Copperfield

(Kinostart: 24.9.) Roman-Biographie als Gag-Feuerwerk: In seiner Verfilmung des Klassikers von Charles Dickens stürzt sich Regisseur Armando Iannucci vor allem auf komisch exzentrische Episoden; dabei gerät die Sozialkritik der Vorlage etwas ins Hintertreffen.

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Faraz Shariat

Futur Drei

(Kinostart: 24.9.) Schwules Online-Dating statt Mullah-Regime: Ein junger Exilperser lebt in der deutschen Provinz in den Tag hinein – bis er sich in einen iranischen Flüchtling verliebt. Debütfilm von Regisseur Faraz Shariat mit viel Sendungs- und Stilbewusstsein.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Ein Sittenstrolch, wer Obszönes dabei denkt: Alle Teilnehmerinnen der Performance von Vanessa Beecroft in der Neuen Nationalgalerie 2005 trugen Strumpfhosen. Dieser Auftritt ist wohl der vielköpfigste der „Body Performances“, die das Berliner Museum für Fotografie bis 20.9. dokumentiert – mit Beiträgen von u.a. Helmut Newton, Bernd Uhlig, Erwin Wurm, Yang Fudong und Cindy Sherman.

Auch neu im Kino ab 24. September

  • „Blackbird – Eine Familiengeschichte“ mit Susan Sarandon („Die Akte Grant“) + Mia Wasikowska („Jane Eyre“): Drama über ein Familientreffen im Landhaus, das abdriftet.
  • „Space Dogs“ mit Alexej Serebrjakow („Leviathan“): Doku über Moskauer Straßenhunde + ihre Vorfahrin Laika im All.
  • „In Berlin wächst kein Orangenbaum“ von Kida Khodr Ramadan mit Stipe Erceg („Schilf“, „Der Albaner“): Drama über Ex-Häftling, der sich seiner Familie wieder annähert.
  • „Freie Räume – Eine Geschichte der Jugendzentrums- bewegung“: Doku über kommunale Initiativen der 1970er Jahre, um Jugendlichen Selbstverwaltung zu ermöglichen.
  • Brave Mädchen tun das nicht“: US-Komödie über junge Frau, die in Sachen Sex einigen Nachholbedarf hat.

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München

Feelings – Kunst und Emotion

Reine Gefühlssache: Die Pinakothek der Moderne zeigt 100 Werke der zeitgenössischen Kunst bar jeder Erläuterung. Beim Rundgang durch einen kunterbunten Bilderbogen wird deutlich: Ohne Informationen wirkt jede Arbeit entweder missverständlich oder beliebig.

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Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus.

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Berlin

Body Performance

Mehr Bilder sind immer besser: Von Tanz und Theater bleiben nach der Aufführung nur Aufnahmen, die sie dokumentieren. Eine Tour d’Horizon dieser Foto-Sparte ist im Museum für Fotografie zu sehen: von Menschen in Krokodilen bis zu Nackedeis ohne Geschlechtsorgane.

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Nina Hoss

Pelikanblut

(Kinostart: 24.9.) Traumatisiert oder besessen? Regisseurin Katrin Gebbe inszeniert ihr Drama um ein gewalttätiges Adoptivkind als überraschenden Genre-Mix – mit einer brillanten Nina Hoss als Mutter zwischen Entschlossenheit und Überforderung.

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Kristen Stewart

Jean Seberg – Against all Enemies

(Kinostart: 17.9.) Chanel-Kostüme und heimliche Verehrer statt dubioser Polizei-Machenschaften: Regisseur Benedict Andrews verschenkt im Biopic über die Schauspielerin und Bürgerrechtsaktivistin Jean Seberg das Potenzial ihrer dramatischen Lebensgeschichte.

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Roy Andersson

Über die Unendlichkeit

(Kinostart: 17.9.) Mit Künstlichkeit die Normalität zerlegen: Regisseur Roy Andersson inszeniert scheinbar beiläufige Alltagsmomente und zeigt dabei die Verlorenheit des Einzelnen. So entsteht ein melancholisch-lakonisches Panorama der Entfremdung.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • Russische Avantgarde im Museum Ludwig – Original und Fälschung“ vom 26.9. bis 3.1.2021 im Museum Ludwig, Köln
  • „Federico Fellini – Von der Zeichnung zum Film“ vom 23.10. bis 9.2.2021 im Museum Folkwang, Essen
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2.2021 im Museum Barberini, Potsdam
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4.2021 in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5.2021 in der Schirn, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Jean Seberg – Against all Enemies“ mit Kristen Stewart
  2. „Über die Unendlichkeit“ von Roy Andersson
  3. „Corpus Christi“ von Jan Komasa
  4. „Kiss me kosher“ von Shirel Peleg
  5. „Love Sarah – Liebe ist wichtigste Zutat“ von E. Schröder
  6. „Master Cheng in Pohjanjoki“ von Mika Kaurismäki
  7. „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“
  8. „Auf der Couch in Tunis“ mit Golshifteh Farahani
  9. Schlingensief – In das Schweigen hinein…“ von B. Böhler
  10. „Eine Nacht im Louvre“ von Pierre-Hubert Martin
Karlsruhe

bauhaus.film.expanded

Traumfabrik Bauhaus: Viele Lehrer und Schüler der Modernismus-Schmiede versuchten sich im neuen Medium Film. Einen Querschnitt ihres Schaffens präsentiert das ZKM – von amateurhaften Fingerübungen bis zu Meilensteinen der Kinogeschichte.

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Stuttgart + Wien

Azteken

Vor 500 Jahren zerstörte der Spanier Cortès das Reich der Azteken; ihre Hauptstadt wurde von den Eroberern buchstäblich begraben. Wie faszinierend ihre fremdartige Kultur war, zeigen Lindenmuseum und Weltmuseum mit einer opulent bestückten Überblicks-Schau.

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Berlin

Pop on Paper – Von Warhol bis...

Als das Protzen noch geholfen hat: Die Pop Art feierte den Konsumismus der Nachkriegszeit so plakativ und krass, dass die ironische Absicht unverkennbar war. Das zeigt ein Best-of von Siebdrucken und anderen Grafiken aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts.

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Marina Abramović + Shirin Neshat

Body of Truth

(Kinostart: 10.9.) Frauenpower im Quartett: Regisseurin Evelyn Schels porträtiert vier erfolgreiche Künstlerinnen, die mit Ausdrucksformen des Körpers arbeiten. In der optisch gefälligen Doku bleiben Fragen nach dem, was sie verbindet, oder gar Kritik außen vor.

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Baichwal+ De Pencier+ Burtynsky

Die Epoche des Menschen

(Kinostart: 10.9.) Die Welt als Nussschale: Drei kanadische Filmemacher führen vor, wie menschliche Eingriffe die Erde prägen. Ihr betörender Bilderbogen wechselt ständig die Schauplätze und überflutet den Zuschauer, was ihn ratlos zurücklässt.

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Georgi Danelija

Kin-Dza-Dza!

(Kinostart: 10.9.) Mit Streichhölzern durch die Galaxis: 1986 drehte der sowjetische Regisseur Georgi Danelija während der Perestroika eine SciFi-Groteske, die anarchischen Witz à la Monty Python mit sarkastischer Systemkritik verband – sein Kultfilm läuft endlich hier an.

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Top-Ausstellungen im September

  • En Passant. Impressionismus in Skulptur“ bis 25.10. im Städel Museum, Frankfurt
  • „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ bis 25.10. im Diözesanmuseum, Paderborn
  • Afrika – Im Blick der Photographen“ mit 12 Teilnehmern bis 1.11. in der Völklinger Hütte
  • „Keith Haring“: große Retrospektive des Graffiti-Künstlers bis 29.11. im Museum Folkwang, Essen
  • „Dekadenz und dunkle Träume: Belgischer Symbolismus“: bis 17.1.2021 in der Alten Nationalgalerie, Berlin
  • „Bunte Götter – Golden Edition“: Rekonstruktion farbiger Antike-Skulpturen bis 17.1.2021 im Liebieghaus, Frankfurt

Kommende Top-Kinofilme 2020

  • „Niemals Selten Manchmal Immer“: auf der Berlinale hoch gelobtes US-Drama – schwangeres Mädchen aus Provinz reist für Abtreibung mit Freundin nach New York; Start: 1.10.
  • „Vergiftete Wahrheit“ von Todd Haynes („Carol“): Umweltskandal-Drama – US-Anwalt streitet 19 Jahre lang vor Gericht gegen Chemieriesen DuPont; Start: 8.10.
  • „Resistance“: Historienfilm über das Engagement von Marcel Marceau, später weltbekannter Pantomime, im französischen Widerstand gegen NS-Besatzer; Start 5.11.
  • „Doch das Böse gibt es nicht (There is no Evil)“ von Mohammad Rasoulof („A Man of Integrity“): Berlinale-Sieger – Episodenfilm über Todesstrafe im Iran, Start: 5.11.
Frankfurt am Main

Fantastische Frauen

Von wegen Macho-Ästhetik: Surrealistische Künstlerinnen behandelten in ihren Werken Sinnlichkeit und Erotik auf sehr spielerische und originelle Weise. Das führt eine fulminante Überblicks-Schau der Schirn Kunsthalle variantenreich vor – eine echte Entdeckung.

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Potsdam

Monet. Orte

Eine Europa-Rund- als Lebens-Reise: Auf der Suche nach neuen visuellen Reizen durchquerte Ober-Impressionist Claude Monet den halben Kontinent. Wie sehr seine Malweise vom jeweiligen Motiv abhing, zeigt eine opulente Werkschau im Museum Barberini.

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Chemnitz + Paderborn

Leben am Toten Meer

Unwirtlich, aber seit jeher sehr populär: Orte an den Ufern des Toten Meeres zählen zu den ältesten der Welt. Eindrucksvolle kulturelle Zeugnisse aus 10.000 Jahren präsentieren SMAC und Kaiserpfalz-Museum als aufwändig und originell inszenierte Rundreise.

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Jan Komasa

Corpus Christi

(Kinostart: 3.9.) Die Letzten werden die Ersten sein: Ein junger Häftling gibt sich als Landpfarrer aus. Das packende Dorf-Drama von Regisseur Jan Komasa fesselt durch seinen charismatischen Hauptdarsteller – und bietet tiefe Einblicke in die katholische polnische Provinz.

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Stéphane Batut

Der flüssige Spiegel

(Kinostart: 3.9.) Persönliche Begleitung ins Jenseits: Das beschäftigt einen jungen Geist in Paris – bis sich eine Lebende in ihn verliebt. Der Debüt-Spielfilm von Regisseur Stéphane Batut oszilliert überzeugend zwischen Naturalismus und Traum; nur das Ende fällt deutlich ab.

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Midi Z

Nina Wu

(Kinostart: 3.9.) Missbrauch führt zur Psychose: Regisseur Midi Z beleuchtet eindrucksvoll Sexismus und Ausbeutung in der Filmindustrie. Sein komplex konstruierter und stilsicher inszenierter Thriller zeigt die #MeToo-Thematik aus taiwanesischer Perspektive.

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