Chemnitz

Pompeji und Herculaneum – Leben und Sterben unter dem Vulkan

Kein Untergang lebt länger fort: Die Ruinen beider Städte am Golf von Neapel, unter Vesuv-Asche und -Lava konserviert, machen antiken Alltag für die Nachwelt anschaulich. Das zeigt die Ausstellung im SMAC mit geschicktem Multimedia-Einsatz – archäologische Aspekte bleiben unterbelichtet. ...weiter

Aachen

Belkis Ayón: Ya Estamos Aquí

Mein Leben im Busch der Geister: Die früh verstorbene Künstlerin Belkis Ayón hat die Mythen der afrokubanischen Abakuá-Religion in monumentale Druckgrafiken übertragen. Ihr so faszinierendes wie verstörendes Werk zeigt das Ludwig Forum – in der ersten Retrospektive im deutschsprachigen Raum. ...weiter

Köln

Susanna – Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo

Dreiecksbeziehung mit Möchtegern-Vergewaltigern: „Susanna und die Alten“ ist eines der beliebtesten Bibelmotive der Kunstgeschichte. Dem widmet das Wallraf-Richartz-Museum eine brillante Themen-Ausstellung voller beeindruckender Bildbeispiele; subtil analysiert und kundig kommentiert. ...weiter

Gunnar Vikene

War Sailor

(Kinostart: 9.2.) Kriegsmatrosen ohne Heimathafen: Als die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Norwegen besetzt, müssen zwei Seeleute fortan auf US-Konvois fahren, die Bomben transportieren. In eindrucksvollen Bildern zeigt Regisseur Gunnar Vikene, dass Neutralität vor Kriegselend nicht schützt. ...weiter

Alejandro Loayza Grisi

Utama – Ein Leben in Würde

(Kinostart: 9.2.) Bleiben oder gehen: Wassermangel drängt ein altes Hirtenpaar im Hochland von Bolivien zum Wegzug. Dieses Graswurzel-Klimawandeldrama bebildert Regisseur Alejandro Loayza Grisi mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen – Niedergang und Verlust können kaum schöner aussehen. ...weiter

Bujar Alimani

Luanas Schwur

(Kinostart: 9.2.) Geschlechterwechsel, um der Zwangsehe zu entgehen: Eine junge Albanerin schwört, fortan als Mann zu leben. Regisseur Bujar Alimani inszeniert diffus, seine Hauptdarstellerin agiert recht hölzern – die Konflikte in der patriarchalischen Gesellschaft sind nur unterschwellig spürbar. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Verfolgte Unschuld: Im Alten Testament wird Susanna von zwei Lustgreisen erpresst, bis der Prophet Daniel einschreitet. Die Episode inspiriert seit jeher Maler zu Bildern zwischen Moralismus und Voyeurismus. Wie sich die Akzente verschoben, zeichnet das Kölner Wallraf-Richartz-Museum in der Schau „SUSANNA – Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo“ mustergültig nach; bis 26. Februar.

Auch neu im Kino ab 9. Februar

  • „Knock at the Cabin“: US-Thriller – Familie wird bei Urlaub in einsamer Holzhütte als Geiseln genommen.
  • „Die Aussprache“ mit Rooney Mara („Maria Magdalena“): Drama über Mennoniten-Frauen, die sich sexueller Übergriffe erwehren.
  • „Der Geschmack der kleinen Dinge“ mit Gérard Depardieu („Verlorene Illusionen“): Tragikomödie über Starkoch in Japan.
  • „Sorry Genosse“: Doku über als Urlaub in Rumänien getarnte Flucht aus der DDR.
  • „Magic Mike – The Last Dance“ von Steven Soderbergh („Magic Mike“) mit Salma Hayek („House of Gucci“): dritter Teil der Stripperkomödien-Serie. 

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Frankfurt am Main

Chagall – Welt in Aufruhr

Shtetl als Karneval der Lebenslust: Mit fliegenden Bräuten, Kühen und Clowns half Marc Chagall den Deutschen, nach 1945 den Holocaust zu bewältigen. Nun präsentiert die Schirn ihn mit Bildern der 1930/40er Jahre als hellsichtigen Beobachter der Epoche – diese Deutung überzeugt nur teilweise. ...weiter

Berlin

Johann Gottfried Schadow – Berührende Formen

Preußische Prinzessinnen im Doppelpack: Das lebensgroße Standbild von Luise und Friederike in lässig vertrauter Pose ist – neben der Brandenburger-Tor-Quadriga – die bekannteste Skulptur des klassizistischen Bildhauers. Dem widmet die Alte Nationalgalerie eine kleine, feine Werkschau. ...weiter

Berlin

Käthe-Kollwitz-Museum – Neueröffnung

Aus der verwinkelten Gründerzeitvilla ins Königliche Schlosstheater: Das Museum der sozialkritischen Künstlerin logiert jetzt sehr nobel. Der neue Standort bietet den idealen Rahmen zur Präsentation ihres Gesamtwerks: von kleinteiligen Anfängen über wuchtige Zyklen bis zu anrührenden Plastiken. ...weiter

Park Chan-Wook

Die Frau im Nebel

(Kinostart: 2.2.) Cherchez la femme in Südkorea: Ein Kommissar fühlt sich von einer jungen Witwe, die zugleich Mordverdächtige ist, magisch angezogen. Der Neo-Noir-Psychothriller von Park Chan-wook ist raffiniert konstruiert und exquisit inszeniert – doch zum Meisterwerk fehlt das gewisse Etwas. ...weiter

Alex Schaad

Aus meiner Haut

(Kinostart: 2.2.) Science Fiction auf zwischenmenschlicher Ebene: Regisseur Alex Schaad zeigt in seinem Gedankenspiel, was passieren könnte, wenn der Geist von Individuen in andere Körper schlüpft – mit dem Fazit: Verliere deine Seele, um sie zu gewinnen, und gib sie weg, um sie wiederzufinden. ...weiter

Albert Serra

Pacifiction

(Kinostart: 2.2.) "...am Ende gefällt mir die Vorstellung, dass es exotisch, künstlich und unglaubwürdig ist": So kommentiert der katalanische Regisseur Albert Serra sein Epos über eine unheimliche Bedrohung – dabei gelingt ihm eine atmosphärisch dichte Charakterstudie der Bewohner der französischen Tropen. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • Die Oper ist tot – Es lebe die Oper!“: Geschichte des Musiktheaters bis 5.2.2023 in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Die Normannen“: Mobilität, Eroberung und Innovation bis 26.2.2023 in den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
  • „Guido Reni – der Göttliche“: große Retrospektive des Barockmalers bis 5.3.2023 im Städel, Frankfurt/ Main
  • „Max Beckmann – Departure“ bis 12.3.2023 in der Pinakothek der Moderne, München
  • „Die Habsburger im Mittelalter“: Aufstieg einer Dynastie bis 16.4.2023 im Historischen Museum, Speyer

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „The Banshees of Inisherin“ mit Colin Farrell
    2. „Die Frau im Nebel“ von Park Chan-wook
    3. „Ein Mann namens Otto“ von Marc Forster
    4. „Close“ von Lucas Dhont
    5. „Was man von hier aus sehen kann“ 
    6. „Babylon – Rausch der Extase“ von D. Chazelle
    7. „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund
    8. „Maria träumt – oder: Die Kunst des…“
    9. „Acht Berge“ von Felix Van Groeningen
    10. „The Son“ von Florian Zeller
Halle (Saale)

Margret Eicher: Medientapisserien

Gobelins für die Gegenwart: Margret Eicher gestaltet Wandteppiche mit den Bilderfluten aus Massenmedien und Internet. Ihre postmodern anspielungsreichen Collagen sind im Kunstmuseum Moritzburg zu sehen – bis zu 30 Meter lange Tapisserien voller Pop-Ikonen und Pinup-Nymphen. ...weiter

Berlin

Magyar Modern: Ungarische Kunst in Berlin 1910 – 1933

Von Budapest in die Reichshauptstadt: Sie wurde in der Zwischenkriegszeit zum bevorzugten Exil-Ort ungarischer Künstler. Wie präsent diese in allen Sparten von der Malerei über die Fotografie bis zur Architektur waren, zeigt nun die Berlinische Galerie anhand von 200 glänzend inszenierten Werken. ...weiter

Frankfurt/ Main

Gauri Gill

Von Zeichnungen übersäte Fotos und Menschen unter Pappmaché-Tiermasken: Die Aufnahmen von Gauri Gill zeigen überraschende Facetten von Indien abseits geläufiger Klischees. Der südasiatischen Fotokünstlerin widmet die Schirn Kunsthalle eine so opulente wie anschaulich inszenierte Werkschau. ...weiter

Pepe Danquart

Daniel Richter

(Kinostart: 2.2.) Von der Hamburger Punkszene ins Zentrum des globalen Kunstmarkts: Daniel Richter ist einer der höchstbezahlten deutschen Maler. Die Cinemascope-Doku von Regisseur Pepe Danquart beobachtet geduldig im Atelier und in der Außenwelt, wie ein großformatiger Gemäldezyklus entsteht. ...weiter

Kirill Serebrennikow

Petrov's Flu – Petrow hat Fieber

(Kinostart: 26.1.) Petrov, von der Grippe geplagt, ist auf dem Weg zu Exfrau und Kind – das wird zur Reise durch eine zerfallende Gesellschaft: Regisseur Kirill Serebrennikow inszeniert einen Fiebertraum in der postsowjetischen Provinz und bringt lange nicht mehr gesehene Magie ins Kino. ...weiter

Samir Nasr

Sharaf

(Kinostart: 26.1.) Ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet: So gerät ein junger Ägypter in die Mühlen der Justiz. Das ausgezeichnet inszenierte und gespielte Gefängnisdrama von Regisseur Samir Nasr zeigt am Beispiel dieses Mikrokosmos die Mechanismen nahöstlicher Diktaturen. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • Paris Magnétique 1905 – 1940″: jüdische Künstler der Epoche vom 25.1. bis 1.5. im Jüdischen Museum Berlin
  • Niki De Saint Phalle“: große Werkschau der Nana-Erfinderin vom 3.2. bis 21.5. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main
  • „Paris ist meine Bibliothek“: Grafik des Symbolisten Felicien Rops vom 10.2. bis 7.5. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Alle Macht der Imagination“: Zeitgenössische Kunst aus Tschechien vom 25.2. bis 9.7. im Lipsiusbau, Dresden
  • „Hugo van der Goes – Zwischen Schmerz und Seligkeit“: Retrospektive des flämischen Alten Meisters vom 31.3. bis 16.7. in der Gemäldegalerie, Berlin

Kommende Top-Kinofilme 2023

  • „Final Cut of the Dead“ von Michel Hazanavicius (“The Artist”): Horrorkomödie überSet eines Low-Budget-Zombiefilms); Start: 16.2.
  • „Missing“: IT-Thriller nur auf Monitoren – Tochter entdeckt Geheimnisse ihrer verschwundenen Mutter; Start: 23.2.
  • „Tár“ mit Cate Blanchett („Carol“, „Blue Jasemine“): Drama über Aufstieg und Fall einer Spitzen-Dirigentin klassischer Orchester; Start: 2.3.
  • „Empire of Light“ von Sam Mendes („1917“) mit Colin Firth („Die Täuschung“): 80er-Jahre-Liebesdrama + Hommage an Kino-Magie, Start: 2.3.
Dresden + Wiesbaden

Weltflucht und Moderne – Oskar Zwintscher

Ein sächsischer Gustav Klimt, mit Betonung auf sächsisch: Das Albertinum will den Maler Oskar Zwintscher als Star-Künstler der Zeit um 1900 rehabilitieren. Was nur bedingt überzeugt: Der handwerklich hervorragende Porträtist schuf ansonsten eher unoriginell überladene Werke. ...weiter

Potsdam

Surrealismus und Magie – Verzauberte Moderne

Kunst-Revolution mit Okkultismus und Alchemie: Beides schätzten die Gefolgsleute von André Breton als Motiv-Fundus. Die Themen-Schau im Museum Barberini präsentiert etliche kaum bekannte Meisterwerke, manövriert aber die surrealistische Bewegung zu sehr in die Esoterik-Ecke. ...weiter

Trier

Der Untergang des Römischen Reiches

So vergeht der Ruhm der Welt: Warum das Imperium Romanum zerfiel und sich auflöste, ist seit 1500 Jahren umstritten. Eine hervorragend gestaltete Ausstellungs-Trias in drei Museen entwirrt die komplexe Gemengelage von Faktoren – Rom wurde nicht an einem Tag zerstört, und viele wirkten daran mit. ...weiter

Snow Hnin Ei Hlaing

Midwives

(Kinostart: 26.1.) Laut UN wird keine Minderheit weltweit stärker diskriminiert als die muslimischen Rohingya in Myanmar. Ihre Lebensbedingungen sind erstmals im Kino zu sehen – Regisseurin Snow Hnin Ei Hlaing beobachtet sensibel und differenziert zwei Frauen im ländlichen Gesundheitswesen. ...weiter

Margot Robbie + Brad Pitt

Babylon – Rausch der Ekstase

(Kinostart: 19.1.) Hollywood sehen und sterben: Regisseur Damien Chazelle zeigt die Anfänge der US-Filmindustrie als monumentalen Mahlstrom, der alle Akteure verschlingt. Dabei feiert seine opulente Ausstattungsorgie die dämonischen Reize der Traumfabrik, doch nach furiosem Auftakt geht ihr bald die Puste aus. ...weiter

Elwira Niewiera + Piotr Rosołowski

Das Hamlet Syndrom

(Kinostart: 19.1.) Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Das Regie-Duo Elwira Niewiera + Piotr Rosołowski porträtiert fünf junge Ukrainer, deren Leben schon beim russischen Angriff 2014 auf den Kopf gestellt wurde. Der Film entstand vor dem jüngsten Krieg – und zeigt, welche Traumata er hinterlassen wird. ...weiter