Berlin

Raoul Hausmann: Vision. Provokation. Dada.

Glanz und Elend der permanenten Revolution: Der Dauer-Avantgardist Raoul Hausmann konnte und erfand alles immer wieder neu – glaubte er. Als Ober-Dadaist hat er seinen Platz in der Kunstgeschichte; zu ihrem 50. Geburtstag widmet ihm die Berlinische Galerie eine opulente Werkschau. ...weiter

Köln

Amazônia – Fotografien von Sebastião Salgado

Reise ins Herz der wuchernden Finsternis: Der brasilianische Fotograf widmete sein letztes Projekt dem Amazonas-Regenwald und seinen Bewohnern. Nun sind rund 200 Aufnahmen im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen: in atemberaubenden Schwarzweiß, klug erläutert und blendend inszeniert. ...weiter

Zürich

Mongolei: Eine Reise durch die Zeit

Was vor und nach Dschingis Khan geschah: Wie das riesige asiatische Steppenland seit 2000 Jahren Europa mit China verbindet, führt das Museum Rietberg mit ausgesucht aussagekräftigen Exponaten vor - und zeitgenössischer Kunst, die von einer tiefen Identitätskrise zeugt. ...weiter

Jessie Buckley + Christian Bale

The Bride! – Es lebe die Braut

(Kinostart: 5.3.) Krawalliges Pastiche: Das Remake des Horror-Klassikers „Frankensteins Braut“ von 1935 zieht zwar bei Besetzung und Ausstattung alle Register. Doch Regisseurin Maggie Gyllenhaal gelingt es nicht, daraus ein rundum gelungenes Monster-Musical zu machen – es bleibt bei einer Nummernrevue. ...weiter

İlker Çatak

Gelbe Briefe

(Kinostart: 5.3.) Chronik einer Desillusionierung: Zwei türkische Künstler verlieren durch Behörden-Willkür erst ihre Jobs und dann den Boden unter den Füßen. Das inszeniert Regisseur İlker Çatak als subtil austarierte Autoritarismus-Parabel, die überall spielen könnte – zurecht mit dem Goldenen Bären prämiert. ...weiter

Kristen Stewart

The Chronology of Water

(Kinostart: 5.3.) Nicht die Zeit zählt, sondern der Schmerz: Bei ihrem Regie-Debüt folgt Star-Schauspielerin Kristen Stewart einer emotionalen Logik anstelle von Chronologie. In ihrer Verfilmung der Memoiren einer missbrauchten Autorin brilliert Hauptdarstellerin Imogen Poots mit sehr physischem Spiel. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein kleiner, feiner Nachtrag zum Surrealismus-Jubiläumsjahr 2024: Aus der Sammlung Pietzsch präsentiert die Neue Nationalgalerie in Berlin 26 Meisterwerke – von Weltstars wie Dalí, Miró oder Max Ernst, aber auch weniger bekannten Künstlern. Dabei wird ihr Werdegang genau dokumentiert. „Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus“ ist bis 8. April verlängert worden.

Auch neu im Kino ab 3. März

  • „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ mit Christian Clavier („Monsieur Claude und sein großes Fest“): französische Komödie über einen pensionierten Lehrer, der sich an seinen ehemaligen Schülern rächt.
  • „No Mercy“: Doku über einflussreiche feministische Regisseurinnen wie Céline Sciamma („Porträt einer jungen Frau in Flammen“), Alice Diop („Saint Omer“), Catherine Breillat, Valie Export, Monika Treut u.a.
  • „On the Wave“: Doku über die Rekordjagd von Surfern nach der höchsten Welle.
  • „Mavka: Die wahre Legende“: Sequel eines ukrainischen Fantasy-Animationsfilms von 2023.
  • „Hoppers“: Animationsfilm über lebensechte Roboter-Tiere mit menschlichem Bewusstsein.

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Hamburg

Huguette Caland: A Life in a few Lines

Pulsierende Farben, fließende Linien, abstrakte Erotik: Die erste Retrospektive der 2019 verstorbenen libanesischen Künstlerin Huguette Clanad in der westlichen Welt eröffnet einen umfassenden Blick auf ein vielschichtiges künstlerisches Universum, das eben erst international entdeckt wird. ...weiter

Berlin

Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus

Klein, aber fein: Der Geburtstagsgruß der Neuen Nationalgalerie zum 100. Jahrestag des surrealistischen Manifests bietet nur 26 Exponate auf. Doch die werden blendend präsentiert: als Beispiele für das dichte Beziehungsgeflecht der Künstler untereinander – fast jedes Werk trägt Zeichen seines Werdegangs. ...weiter

Hannover

Niki. Kusama. Murakami. Love You For Infinity

Alles so schön bunt hier: Das Sprengel Museum präsentiert die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle gemeinsam mit den Japanern Yayoi Kusama und Takahashi Murakami. Diese farbenfrohe Zusammenstellung geizt nicht mit Oberflächenreizen zwischen Kitsch und Kommerz: Glitzer geht immer. ...weiter

Jean-Pierre + Luc Dardenne

Jeunes Mères – Junge Mütter

(Kinostart: 5.3.) Allein mit ihrem Nachwuchs, der bald kommen wird oder schon da ist: Das macht fünf jungen Belgierinnen zu schaffen. In einem Mutter-Kind-Heim finden sie Hilfe – wie vielfältig diese Unterstützung aussieht und wirkt, zeigen die Regie-Brüder Dardenne nüchtern, aber voller Empathie. ...weiter

Kevin + Toby Schmutzler

Nawi – Dear Future Me

(Kinostart: 5.3.) Acht Kamele, 60 Schafe und 100 Ziegen: Diesen Brautpreis für eine 14-Jährige will ihr Vater erlösen. Erst sträubt sich die Musterschülerin, dann opfert sie sich. Vier Regisseure legen ihr deutsch-kenianisches Gemeinschaftswerk arg didaktisch an – dem Hochglanz-Look mangelt es an Plausibilität. ...weiter

Timothée Chalamet

Marty Supreme

(Kinostart: 26.2.) Bildungsroman auf Speed: Regisseur Josh Safdie porträtiert einen US-Tischtennis-Profi, der sich in den 1950er Jahren mit Chuzpe und unbändiger Energie nach oben spielte. Eine Paraderolle für Timothée Chalamet – doch dem turbulenten Episoden-Feuerwerk fehlt es an Tiefgang. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Archistories. Architektur in der Kunst“ bis 12.4. in der Orangerie der Staatlichen Kunsthalle, Karlsruhe
  • „Paula Modersohn-Becker + Edvard Munch. Große Fragen des Lebens“ bis 31.5. im Albertinum, Dresden
  • „Herkules. Held und Antiheld“: der Halbgott in der bildenden Kunst bis 28.6. in der Gemäldegalerie, Dresden
  • „Gebaute Gemeinschaft“: 12.000 Jahre alte Ruinenstätten in Anatolien bis 19.7. in der James-Simon-Galerie, Berlin
  • „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ bis 2.8. im Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Marty Supreme“ von Josh Safdie mit Timothée Chalamet
  2. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
  3. „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmusch
  4. „Das Flüstern der Wälder“ von Vincent Meunier
  5. „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ mit Margot Robbie
  6. „Hamnet“ von Chloé Zhao mit Paul Mescal
  7. „Extrawurst“ von Marcus H. Rosenmüller
  8. „No Other Choice“ von Park Chan-wook
  9. „EPiC: Elvis Presley In Concert“ von Baz Luhrmann
  10. „Souleymans Geschichte“ von Boris Lojkine
Frankfurt am Main

Carl Schuch und Frankreich

Auf der Suche nach der perfekten Farbgebung: Der Österreicher Carl Schuch bereiste Ende des 19. Jahrhunderts halb Europa, um die ideale Malweise zwischen Realismus und Impressionismus zu finden. Dem Meister der Landschaften und Stillleben widmet das Städel Museum eine glänzende Werkschau. ...weiter

Hamburg

Anders Zorn – Schwedens Superstar

Skandinavischer Alleskönner: Der schwedische Maler brillierte als Aquarellist, Radierer und in Öl – mit detailscharfen Alltagsszenen und impressionistischen Momentaufnahmen. Damit wurde er ab 1890 zum hochbezahlten Porträtisten; die Kunsthalle stellt den Tausendsassa endlich hierzulande gebührend vor. ...weiter

Potsdam

Einhorn – Das Fabeltier in der Kunst

Dafür, dass keiner es je sah, hat das Unicorn eine märchenhafte Laufbahn in der Kulturgeschichte aller Zeiten und Völker hingelegt. Deren Stationen zeichnet das Museum Barberini so elegant wie gewissenhaft nach – und klärt nebenbei, woher das Horn stammt und warum es so viele „Einhorn“-Apotheken gibt. ...weiter

Jim Jarmusch

Father Mother Sister Brother

(Kinostart: 26.2.) Auf ein Heißgetränk mit der Familie: Im Episodenfilm von Regisseur Jim Jarmusch über die Entfremdung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern verbindet sich subtiler Humor mit eigenwilliger Zärtlichkeit. Die staubtrockenen Dialoge sind dem Star-Ensemble wie auf den Leib geschrieben. ...weiter

Tumpal Tampubolon

Crocodile Tears

(Kinostart: 26.2.) Ein junger Javaner pflegt täglich Riesen-Reptilien – doch die größte Gefahr auf der Krokodilfarm geht von seiner Mutter aus. Dort siedelt der indonesische Regisseur Tumpal Tampubolon eine eigenwillige Coming-of-Age-Story an: mit Hühnern en masse als Futter und dezenten Mystery-Elementen. ...weiter

76. Berlinale

Tabellenführer in der zweiten Liga

Wie das Land, so die Festspiele: Das größte Publikumsfestival der Welt richtet sich in seiner Zweitklassigkeit gemütlich ein, weil Leiterin Tricia Tuttle keine Reformen angeht. Am schleichenden Abstieg ändern auch verdiente Wettbewerbs-Sieger nichts; den Goldenen Bären gewann İlker Çatak mit „Gelbe Briefe“. ...weiter

Kommende Top-Ausstellungen

  • „Constantin Brâncuși“: große Retrospektive des Bildhauers vom 20.3. bis 9.8. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin
  • „Amazônia- Indigene Welten“: umfangreiche Themen-Schau vom 13.3. bis 9.8. in der Bundeskunsthalle, Bonn
  • „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ vom 27.3 bis 30.8. in der Hamburger Kunsthalle
  • „Marina Abramović: Balkan Erotic Epic“: Performance-Kunst vom 15.4. bis 23.8. im Gropiusbau, Berlin
  • „Jörg Immendorf“: große Werkschau des Historienmalers vom 25.9. bis 10.1.2027 im Kunstpalast, Düsseldorf

Kommende Top-Kinofilme 2026

  • „Nouvelle Vague“ von Richard Linklater („A Killer Romance“): Drama über die Entstehung des Filmklassikers “Außer Atem” von Jean-Luc Godard; Start: 12.3.
  • „The Testament of Ann Lee“: Musical-Biopic über Gründerin der Shaker-Bewegung im 18. Jahrhundert; Start: 12.3.
  • „Der Astronaut – Project Hail Mary“ mit Ryan Gosling + Sandra Hüller: SciFi-Drama – rätselhafte Substanz bedroht die Sonne und das Überleben der Menschheit; Start: 19.3.
  • „La Grazia“ von Paolo Sorrentino („Parthenope“) mit Toni Servillo („Loro“, „La Grande Bellezza“): Drama – Italiens Präsident hadert mit anstehender Begnadigung; Start: 19.3.
Berlin

Diane Arbus: Konstellationen

Traditionspflege in der Bundeszentrale für Queerness: Der Gropius Bau zeigt eine große Retrospektive der US-Fotografin, die mit Porträts von Außenseitern in den 1960er Jahren berühmt wurde. Eine Zeitreise in ein trist wirkendes Land voller schräger Typen, die ihren Spleen oft selbstbewusst ausleben. ...weiter

Essen + Dresden

William Kentridge – Listen to the Echo

Welt aus Schwarz und Weiß: Damit hat der Südafrikaner William Kentridge einen überbordenden Bilderkosmos geschaffen – in Grafiken, Tapisserien, Fresken, Filmen, Video-Installationen und Opern-Inszenierungen. Zum 70. Geburtstag widmen ihm Museum Folkwang und SKD eine prachtvolle Doppel-Retrospektive. ...weiter

Remagen

Netzwerk Paris – Abstraction-Création 1931–1937

Die Erfindung der Selbstvermarktung: Um gegen den Surrealismus zu bestehen, gründeten ungegenständlich arbeitende Künstler 1931 in Paris eine Avantgarde-Gruppe, die sehr aktiv und einflussreich werden sollte. Ihr facettenreiches Wirken stellt das Arp Museum umfassend vor – zum ersten Mal seit 47 Jahren. ...weiter

Luna Wedler + Karl Markovics

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

(Kinostart: 19.2.) Im volkspädagogischen Nirgendwo: Regisseur Nicolas Steiner verfilmt schwarzweiß eine Fabel, in dem eine studentische Schreibkurs-Leiterin einem verbitterten Säufer neuen Lebensmut einflößt. Der bizarr absurde Mix aus Sozialreportage, Romanze und Märchen lässt ratlos zurück. ...weiter

Boris Lojkine

Souleymans Geschichte

(Kinostart: 19.2.) Die Einsamkeit des Essenskuriers: Von der unsicheren Situation eines westafrikanischen Immigranten in den Straßen von Paris erzählt der Film von Regisseur Boris Lojkine so eindringlich wie nachfühlbar. Hauptdarsteller Abou Sangaré muss den kleinen Film über weite Strecken allein tragen. ...weiter

Margot Robbie

Wuthering Heights – Sturmhöhe

(Kinostart: 12.2.) Anti-Barbie trifft Anti-Ken: In ihrer Adaption des Romanklassikers von Emily Brontë sucht Regisseurin Emerald Fennell den Schrecken nicht im Übersinnlichen, sondern im Kern einer toxischen Beziehung. In schrillen Kulissen spukt ein stiller Kommentar zur Janusköpfigkeit der Liebe. ...weiter