Dortmund

EFIE: The Museum as Home – Kunst aus Ghana

Fufuzelas, Prunkschirme und Vergewaltigungs-Dokus: Im Dortmunder U wird Gegenwartskunst aus Ghana gezeigt – allerdings ohne Erläuterungen zu den Künstlern und ihren Werken. Die königliche Kuratorin Nana Oforiatta Ayim verfolgt andere Ziele. ...weiter

Bremen

Manet und Astruc – Künstlerfreunde

Hinter jedem Starmaler steht ein starker Förderer: Zacharie Astruc war Publizist, Kollege und enger Freund von Édouard Manet. Ohne ihn hätte sich der Impressionismus-Vorreiter kaum so rasch durchgesetzt. Ihr Zusammenspiel zeigt die Kunsthalle Bremen gelungen facettenreich auf. ...weiter

Berlin

Anna Dorothea Therbusch

Wacher Geist, lockerer Pinsel: Die Berliner Malerin Anna Dorothea Therbusch boxte sich im 18. Jahrhundert gegen viele Widerstände durch. Nun erinnert die Gemäldegalerie zum 300. Geburtstag an die Künstlerin, die erst mit mehr als 40 Jahren richtig durchstartete. ...weiter

Nicole Kidman + Ethan Hawke

The Northman

(Kinostart: 21.4.) Historienfilm als Heldensage: Regisseur Robert Eggers verfilmt einen nordischen Mythos, der schon Shakespeare zu „Hamlet“ inspirierte. Mit sorgfältigem Zeitkolorit, drastischen Schocks und mitreißendem Erzählfluss vergegenwärtigt er die vorchristliche Welt der Wikinger. ...weiter

Sylvie Ohayon

Haute Couture – Die Schönheit der Geste

(Kinostart: 21.4.) Aschenputtel aus der Banlieue: Die Leiterin eines Modeateliers gibt einer Taschendiebin die Chance, für sie als Schneiderin zu arbeiten. Realitätsnahe Sozialreportage mit märchenhaften Zügen, von Regisseurin Sylvie Ohayon warmherzig mit leichter Hand inszeniert. ...weiter

Jennifer Peedom

River

(Kinostart: 21.4.) Sehnsucht nach dem Ozean: Das australische Regie-Duo Jennifer Peedom und Joseph Nizeti fängt den Lauf von Flüssen weltweit ein. Beeindruckende Aufnahmen setzen auf visuelle Überwältigung ohne Erkenntnisgewinn – begleitet von wuchtiger Musik und esoterischem Kitsch. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Kaum zu glauben, dass Beirut, Hauptstadt des krisengeschüttelten Libanon, in den 60er/70er Jahren als „Paris des Nahen Ostens“ galt. Libanesische Künstler waren auf der Höhe der Nachkriegsmoderne: Das zeigt der famose Epochen-Rückblick „Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility“ mit rund 220 Arbeiten von 35 Künstlern im Berliner Gropius-Bau – zu sehen bis 12. Juni.

Auch neu im Kino ab 19. Mai

  • Dog“ von und mit Channing Tatum („Logan Lucky“, „Magic Mike“): US-Komödie über einen Army Ranger mit Hund auf einem Roadtrip entlang des Pacific Coast Highway.
  • „Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona“: spanische Komödie über drei Elektro-Installateure, ihre Probleme mit Kunden + Alltagsrassismus.
  • „Bettina“: Doku über die Liedermacherin Bettina Wegner.
  • „Fuchs im Bau“ mit Maria Hofstätter („Paradies: Glaube“) + Sibel Kekilli („What a man“): Drama über Gefängnis-Pädagogen mit unkonventionellen Methoden.
  • „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“: Doku über Extremsportler und seinen Triathlon rund um die Welt.

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Hamburg

Toyen

Radikale Einzelgängerin mit vielen engen Freunden: Die tschechische Surrealistin Toyen schuf ein vielseitig leuchtendes Werk, das nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet. Mit einer exzellenten Retrospektive ruft es die Hamburger Kunsthalle in Erinnerung – eine hoch verdiente Wiederentdeckung. ...weiter

Frankfurt am Main

Paula Modersohn-Becker

Märtyrerin der Moderne: So jung Paula Modersohn-Becker starb, so früh wurde sie kultisch verehrt – ihren Fans gilt jedes ihrer Bilder als genial. In der Werkschau der Schirn Kunsthalle entpuppt sich die vermeintliche Vorläuferin des Expressionismus als ideale Projektionsfläche. ...weiter

Berlin

Carl Blechen – Das Einfachste und Schwerste

Keiner ließ Bilder so strahlend leuchten wie er: Der romantische Landschaftsmaler hatte viele Verehrer. Für einen Impressionisten-Vorläufer hielt ihn Max Liebermann, die Nazis missverstanden ihn als Deutschtümler. Die Faszination seiner Bilder ist nun in der Liebermann-Villa zu erleben. ...weiter

Anke Engelke + Florian David Fitz

Eingeschlossene Gesellschaft

(Kinostart: 14.4.) Von Molière und Sartre lernen: Ein Vater will bessere Noten für seinen Sohn erzwingen – das wird für die Lehrer zur Schulstunde der Wahrheit. Gelungene Gymnasial-Komödie von Regisseur Sönke Wortmann, die Doppelmoral mit präzisem Timing und treffsicheren Pointen demaskiert. ...weiter

François Ozon

Alles ist gut gegangen

(Kinostart: 14.4.) Tabu Sterbehilfe: Regisseur François Ozon porträtiert einen Greis, der von seinen Töchtern verlangt, dass sie seinem Leben ein Ende setzen. Eine unsentimentale und gleichzeitig berühende Reflexion über die Frage nach einem guten Tod, nüchtern und realistisch inszeniert. ...weiter

Mahamat-Saleh Haroun

Lingui

(Kinostart: 14.4.) Selbst ist die Frau: Eine Mutter im Tschad ermöglicht ihrer Tochter eine illegale Abtreibung, um deren Zukunft zu retten. Regisseur Mahamat-Saleh Haroun schildert weibliche Selbstermächtigung ohne Pathos in ruhigen Einstellungen mit exquisiten Bildern. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Everything Everywhere All At Once“
    2. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
    3. „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ von S. Curtis
    4. „The Northman“ von Robert Eggers
    5. „Eingeschlossene Gesellschaft“ von S. Wortmann
    6. „Meine schrecklich verwöhnte Familie“
    7. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben e. Träumers“
    8. „Blutsauger“ von Julian Radlmaier
    9. „Memoria“ mit Tilda Swinton
    10. „Das Licht, aus dem die Träume sind“ von P. Nalin
Halle (Saale)

Sittes Welt – Willi Sitte: Die Retrospektive

Auf zum letzten Gefecht: Wille Sitte war der umstrittenste Künstler der DDR. Zum 100. Geburtstag widmet ihm das Kunstmuseum Moritzburg die erste Werkschau seit gut 30 Jahren – ein Panoptikum zwischen Propaganda und Porno-Barock. ...weiter

Berlin

Ways of Seeing Abstraction

Anything goes, solange es ungegenständlich ist: Abstrakte Kunst seit den 1960er Jahren kennt zahllose Spielarten. Das zeigt eine Schau im PalaisPopulaire mit Werken aus der Sammlung der Deutschen Bank – von Lochkarten über Jalousien bis zum Raumpfeiler-Quadrat. ...weiter

Berlin

documenta. Politik und Kunst

Altnazis und Antikommunismus: Das Deutsche Historische Museum zeichnet die Entwicklung der größten Ausstellung für zeitgenössische Kunst nach. Mit wenig Interesse für deren Eigenlogik und Perspektiven – ein papierner Rückblick macht die üblichen Buhmänner dingfest. ...weiter

Eskil Vogt

The Innocents

(Kinostart: 14.4.) Kleine Monster unter sich: Vier Grundschulkinder in einer norwegischen Siedlung haben übernatürliche Kräfte – das kann nicht gut ausgehen. Trotz subtiler Arrangements fehlt es dem lakonischen Alltags-Horror von Regisseur Eskil Vogt an durchgehender Spannung. ...weiter

Jacques Audiard

Wo in Paris die Sonne aufgeht

(Kinostart: 7.4.) Liebe im Zeitalter von Tinder und Betondschungel: In einem Pariser Hochhausviertel inszeniert Regisseur Jacques Audiard eine amouröse Vierecksbeziehung. Die Suche nach Zweisamkeit zwischen Hoffnung und Frust fängt er schroff und zärtlich ein – in nüchternem Schwarzweiß. ...weiter

Gabriel Byrne

Death of a Ladies‘ Man

(Kinostart: 7.4.): Die unerträgliche Leichtigkeit der Egozentrik: Trinker und Frauenhelden sind aus der Mode. Daran krankt dieses Akademiker-Psychogramm von Regisseur Matt Bissonette – ein von sich selbst besoffener Egotrip, untermalt von Songs des kanadischen Nationalbarden Leonard Cohen. ...weiter