München

Die Fäden der Moderne

Die ganze Welt als Wandbehang: In Frankreich wird die Kunst der Tapisserie auf höchstem Niveau gepflegt. Dafür lieferten berühmte Avantgardisten des 20. Jahrhunderts herausragende Entwürfe – die Kunsthalle präsentiert rund 70 beeindruckende Beispiele.

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Hamburg

Goya, Fragonard, Tiepolo

Hinfort mit Akademie-Regeln: Der Italiener Tiepolo, der Franzose Fragonard und der Spanier Goya etablierten nach 1750 eine neue, lockere Malweise. Ihre „Freiheit der Malerei“ vergleicht die Kunsthalle erstmals systematisch, doch mit begrenzter Reichweite.

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Karlsruhe

Hans Baldung Grien

Benannt nach seiner Lieblingsfarbe: Hans Baldung Grien war der talentierteste Mitarbeiter von Albrecht Dürer – und überflügelte seinen Meister bald durch Wagemut. Alle Facetten des Ausnahmekünstlers zeigt die grandiose Werkschau in der Staatlichen Kunsthalle.

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Alejandro Landes

Monos – Zwischen Himmel und Hölle

(Kinostart: 4.6.) „Herr der Fliegen“ im Stil von Werner Herzog: Eine jugendliche Guerilla-Truppe im Dschungel von Lateinamerika wird durch ihre Gruppendynamik gesprengt. Das fasst Regisseur Alejandro Landes in eine surreal anmutende Parabel mit fesselnden Bildern.

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Emin Alper

Eine Geschichte von drei Schwestern

(Kinostart: 4.6.) Nach Istanbul, nach Istanbul: Regisseur Emin Alper porträtiert drei Schwestern, die in einem archaischen Bergdorf in Zentralanatolien festsitzen. Seine genau beobachtete Sozialstudie beeindruckt vor allem durch großartige Landschaftsaufnahmen.

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Stefan Ruzowitzky

Narziss und Goldmund

(Kinostart: 12.3.) Odyssee statt Homoerotik: Regisseur Stefan Ruzowitzky adaptiert Hermann Hesses Klassiker als Abenteuerfilm. Die etwas hanebüchene Inszenierung wirkt am besten, sobald die Freundschaft des Duos im Mittelpunkt steht.

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Kunst+Film-Video der Woche:

Bewegungslos schweben am tiefsten Punkt der Erde: Das ermöglicht das Tote Meer. Seine Ufer wirken unwirtlich, sind aber seit Jahrtausenden besiedelt – erstmals im Überblick in der Ausstellung „Leben am Toten Meer – Schätze aus dem Heiligen Land“ ab 24. Juli im LWL-Museum in der Kaiserpfalz, Paderborn

Auch neu im Kino ab 9. Juli

  • „Harriet – Der Weg in die Freiheit“: Historien-Drama über eine schwarze Ex-Sklavin, die in den USA Hunderte von Leidensgenossen befreite – voller Pathos und heiligem Zorn.
  • „Das Beste kommt noch – Le meilleur reste à venir“ mit Fabrice Luchini („In ihrem Haus“, „Nur für Personal!“): französische Komödie über zwei Freunde mit begrenzter Lebenserwartung.
  • „Ronnie Wood: Somebody Up There Likes Me“: Doku über den Gitarristen der Rolling Stones.
  • „Semper Fi“: Action-Drama – Marines-Soldat will zum Tod Verurteilten aus Gefängnis retten.
  • „Gretel & Hänsel“: Neuinterpretation des Märchens auf zeitgenössischem Horroreffekte-Niveau.

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Berlin

Micro Era – Medienkunst aus China

Alles so schön bunt hier: Zur Feier von 25 Jahren Städtepartnerschaft Berlin-Beijing wird im Kulturforum Sino-Medienkunst gezeigt. Vier Kuratoren präsentieren nur vier Künstler – mit beliebigen Bilderbögen, die Kritik und Kontroverses weitgehend aussparen.

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Potsdam

Van Gogh – Stillleben

Kartoffeln und Kohl anstelle von Sonnenblumen: Die Van-Gogh-Ausstellung im Museum Barberini überrascht mit unscheinbaren Sujets und altmeisterlich gemalten Frühwerken. Nur 27 Gemälde bieten einen Überblick über die gesamte künstlerische Entwicklung.

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Mannheim

Javagold – Pracht und Schönheit

Im Antiquitäten-Juwelierladen: Die Reiss-Engelhorn-Museen präsentieren historische Preziosen aus Java als funkelndes Augenpulver, ohne diese exotische Hochkultur gebührend zu erläutern. So bleibt es bei Bling-Bling in edlem Ambiente – eine verpasste Gelegenheit.

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Haifaa Al Mansour

Die perfekte Kandidatin

(Kinostart: 12.3.) Wahlkämpferin wider Willen: Anstatt zu emigrieren, bewirbt sich eine Ärztin für den Gemeinderat. Was in Saudi-Arabien einem Spießrutenlauf gleicht: Regisseurin Haifaa Al Mansour zeichnet ein subtiles Bild der patriarchalen Verhältnisse.

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Catherine Deneuve

La Vérité – Leben und lügen lassen

(Kinostart: 5.3.) Slapstickhaft durch familiäre Untiefen: Regisseur Hirokazu Kore-eda inszeniert locker-flockig die schwierige Beziehung einer Schauspieldiva zu ihrer Tochter. Ein schräger Film im Film ist nur eine von vielen originellen Ideen.

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Anna Hepp

800 mal einsam– Tag mit Edgar Reitz

(Kinostart: 5.3.) Baumwurzel mit Talblick: Mit seiner monumentalen „Heimat“-Trilogie hat Autorenfilmer Edgar Reitz fast im Alleingang die deutsche Vergangenheit kulturell rehabilitiert. Ihm widmet Anna Hepp ein arg improvisiertes und manieriertes Film-Porträt.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „Keith Haring“: große Retrospektive des Graffiti-Künstlers ab 21.8. bis 29.11. im Museum Folkwang, Essen
  • „Yayoj Kusama“: erste Werkschau der Japanerin in Deutschland ab 5.9. bis 17.1.2021 im Gropius-Bau, Berlin
  • „Dekadenz und dunkle Träume: Der belgische Symbolismus“ ab Ende 2020 bis Anfang 2021 in der Alten Nationalgalerie, Berlin
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.2021 bis 25.4.2021 in der Hamburger Kunsthalle
  • „The Cool and the Cold: Malerei der USA + UdSSR bis 1990“ ab April bis September 2021 im Gropius-Bau, Berlin

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Undine“ von Christian Petzold mit Paula Beer
  2. „Die schönsten Jahre eines Lebens“ von Claude Lelouch
  3. „Die Känguru-Chroniken“ von Dani Levy
  4. „Die perfekte Kandidatin“ von Haifaa Al Mansour
  5. „Der Fall Richard Jewell“ von Clint Eastwood
  6. „Parasite“ von Bong Joon-Ho
  7. „Narziss und Goldmund“ von Stefan Ruzowitzky
  8. „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ von A. Landes
  9. „Knives Out – Mord ist Familiensache“ mit Daniel Craig
  10. „La Verité – Leben und lügen lassen“ mit C. Deneuve
Stuttgart

Tiepolo – Der beste Maler Venedigs

Giovanni Battista Tiepolo war der wohl bedeutendste Maler des 18. Jahrhunderts – keiner verband Erhabenes und Verspieltes so geschickt wie er. Zum 250. Todestag präsentiert die Staatsgalerie sein Gesamtwerk – ein Fest fürs Auge in delikaten Pastellfarben.

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Berlin

Durch Mauern gehen

Vom Elend der Polit-Kunst: Die Gruppenausstellung im Martin-Gropius-Bau zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wirkt so diffus wie beliebig. Doch sie passt zum Programm der neuen Direktorin, die ein Massenpublikum mit Avantgarde-Positionen zwangsbeglücken will.

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Mannheim

Inspiration Matisse

Im Wettstreit mit Picasso: Ab 1905 wurde der Fauvist Henri Matisse zu einer Zentralgestalt der Klassischen Moderne. Seinen enormen Einfluss auf Künstlerkollegen führt die Kunsthalle Mannheim in einer klug komponierten Gedenkschau zum 150. Geburtstag vor.

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70. Berlinale

Verwelkter Vorschusslorbeer

Mit dem Goldenen Bären für „There Is No Evil“ von Mohammad Rasoulof kürte die Jury ein Polit-Drama hoch verdient zum Gewinnerfilm. Das neue Leitungs-Duo hat das Festival nur halbherzig reformiert; der zusätzliche „Encounters“-Wettbewerb wirkt überflüssig.

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Hugh Grant + Colin Farrell

The Gentlemen

(Kinostart: 27.2.) Unternehmens-Veräußerung in der Unterwelt: Ein Drogenbaron will sein Marihuana-Imperium verkaufen. Wie schwierig das ist, schildert Regisseur Guy Ritchie in seiner amüsanten Gangster-Komödie mit großem Star-Ensemble.

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Elisabeth Moss

Der Unsichtbare

(Kinostart: 27.2.) Wenn der Ex-Partner nach seinem Selbstmord herumspukt: In dieser Neuverfilmung eines 1897 erschienenen Romans von H.G. Wells setzt Regisseur Leigh Whannell auf sich langsam steigernde Spannung – in der Hauptrolle glänzt Elisabeth Moss.

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