Hannover

El Lissitzky und eine Rolle Plakate

Konstruktivistischer Kunst-Krimi: Das Sprengel Museum zeigt eine Kollektion von Filmplakaten aus der frühen Sowjetunion, die auf mysteriösem Weg in seinen Besitz kamen. Darunter sind etliche Entwürfe berühmter Grafiker – eindrucksvoll, aber karg präsentiert. ...weiter

Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor. ...weiter

Paderborn

Rubens und der Barock im Norden

Von Paderborn nach Antwerpen und zurück: Das Diözesanmuseum zeigt anschaulich, wie Rubens als Bilderfabrikant und -exporteur auch die Kunstproduktion etwa in Westfalen prägte – wobei die eindrucksvollsten Exponate keine Gemälde, sondern Skulpturen sind. ...weiter

Kate Winslet + Saoirse Ronan

Ammonite

(Kinostart: 4.11.) Aus dem Seeschneckenhaus herauskommen: Regisseur Francis Lee porträtiert eine Fossiliensucherin im 19. Jahrhundert, die sich auf eine lesbische Affäre einlässt. Ein schön gefilmtes und subtil gespieltes, etwas konventionelles Kostümdrama. ...weiter

Ildikó Enyedi

Die Geschichte meiner Frau

(Kinostart: 4.11.) Ehekrisen eines Wanderarbeiters: Während seine Gattin an Land auf ihn wartet, vergeht ein Kapitän vor Eifersucht. Regisseurin Ildikó Enyedi verfilmt einen Klassiker der ungarischen Literatur – als opulenten Bilderbogen und erlesenes Kunsthandwerk. ...weiter

Mia Hansen-Løve

Bergman Island

(Kino-Start: 4.11.) Im Bann des besten Regisseurs aller Zeiten: Ein Filmmacher-Paar sucht nach Inspiration auf der Ostseeinsel Fårö, wo Ingmar Bergman lebte. Die Beziehungschronik von Regisseurin Mia Hansen-Løve verfängt sich in der Orientierungslosigkeit, die sie thematisiert. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Ein Kunst-Kontinent wird wiederentdeckt: Fünf Jahre lang waren die Bestände des Museums für Asiatische Kunst im Depot eingelagert. Nun sind sie wieder zu sehen – teilweise: mehr als die Hälfte kommt erst 2022 dazu. Dennoch: Diese riesige Kollektion fantastischer Meisterwerke ist in Deutschland einmalig – nur die Präsentation zur „Neueröffnung im Humboldt Forum“ lässt etwas zu wünschen übrig.

Auch neu im Kino ab 25. November

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Frankfurt am Main

Impressionismus in Skulptur

Flüchtige Sinneseindrücke in Bronze oder Marmor? Impressionistische Skulpturen erscheinen als Widerspruch an sich. Das Städel Museum spürt sie trotzdem auf – allerdings mit einer Konzentration auf zwei Künstler, die einige Zeitgenossen vernachlässigt. ...weiter

Berlin

Gezeichnete Stadt – 1945 bis heute

Stadtspaziergang für Flaneure: Die Berlinische Galerie zeichnet nach, wie sich das Erscheinungsbild der Metropole in der Grafik der letzten 75 Jahre verändert hat. Als Archäologie des Urbanen: Zum Vorschein kommen etliche Orte und Menschen, die es längst nicht mehr gibt. ...weiter

Berlin

11. Berlin Biennale

Kunst als Traumatherapie und Sozialarbeit: Die 11. Berlin Biennale versteht sich als Gedenkkapelle für benachteiligte Minderheiten. Ihre Theologie der Befreiung geht einher mit geistiger und ästhetischer Schlichtheit, aus der nur wenige Arbeiten positiv herausragen. ...weiter

Benoît Delépine + Gustave Kervern

Online für Anfänger

(Kinostart: 28.10.) Digital-Alphabetisierung auf die harte Tour: Dabei zahlen drei Franzosen viel Lehrgeld. Mit seiner IT-Komödie führt das Regie-Duo Delépine und Kervern die Protagonisten eher vor, anstatt abstrakte Gefahren in eine stimmige Story zu übertragen. ...weiter

Sönke Wortmann

Contra

(Kinostart: 28.10.) Pygmalion im Uni-Hörsaal: Ein arroganter Professor trainiert eine Migranten-Studentin für Debatten-Wettbewerbe. Das Remake einer französischen Komödie gerät sehr deutsch: Regisseur Sönke Wortmann zeichnet Figuren und Milieus sorgfältig, aber mit wenig Esprit. ...weiter

Eugene Boateng

Borga

(Kinostart: 28.10.) Reich werden ist schwer, reich scheinen umso mehr: Im Film von Regisseur York-Fabian Raabe gaukelt ein Exilant seiner Familie in Ghana Wohlstand vor – und ruiniert sich beinahe damit. Ein faszinierend facettenreiches Nord-Süd-Drama aus schwarzer Sicht. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Johannes Vermeer. Vom Innehalten“: bis 2.1.2022 in der Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
  • „Sweat“: Werke von 30 Künstlern zum Thema Transpiration bis 9.1.2022 im Haus der Kunst, München
  • „The Cool and the Cold“: Malerei aus USA und UdSSR 1960–1990 bis 9.1.2022 im Gropiusbau, Berlin
  • „documenta. Politik und Kunst“: Geschichte 1955 bis 1997 bis 9.1.2022 im Deutschen Historischen Museum, Berlin
  • „Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker“ bis 9.1.2022 im Museum der bildenden Künste, Leipzig

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Contra“ von Sönke Wortmann
    2. „À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen“
    3. „The French Dispatch“ von Wes Anderson
    4. „Respect“ von Liesl Tommy
    5. „Lieber Thomas“ mit Albrecht Schuch
    6. „Eiffel in Love“ mit Romain Duris
    7. „Große Freiheit“ mit Franz Rogowski
    8. „In den Uffizien“ von C. Belz + E. Sánchez Lansch
    9. „Last Night in Soho“ von Edgar Wright
    10. „Die Unbeugsamen“ von Thorsten Körner
Hildesheim

Voodoo

Von Göttern im alten Ägypten bis zu Grabschändung auf Haiti: Voodoo ist eine auf drei Kontinenten verbreitete Weltreligion. Deren Varianten stellt das Roemer-Pelizaeus-Museum in einer fabelhaft verschwenderisch bestückten Ausstellung vor – so umfassend wie noch nie. ...weiter

München

Feelings – Kunst und Emotion

Reine Gefühlssache: Die Pinakothek der Moderne zeigt 100 Werke der zeitgenössischen Kunst bar jeder Erläuterung. Beim Rundgang durch einen kunterbunten Bilderbogen wird deutlich: Ohne Informationen wirkt jede Arbeit missverständlich oder beliebig. ...weiter

Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus. ...weiter

Julianne Moore + Amy Adams

Dear Evan Hansen

(Kinostart: 28.10.) Teenager-Depression als Broadway-Erfolg: Das Musical über einen Jungen, der sich Selbstwertgefühl erschwindelt, ist seit 2016 ein Hit. In der Kinoversion von Regisseur Stephen Chbosky mäandert die Handlung etwas zu sehr hin und her. ...weiter

Wes Anderson

The French Dispatch

(Kinostart: 21.10.) All the Stories That’s Fit to Print: Seine detailverliebte Hommage an die goldenen Zeiten des Magazin-Journalismus verlegt Regisseur Wes Anderson in ein Ideal-Paris zwischen Hemingway und Mai 1968 – voller Anspielungen für prädigitale Frankophile. ...weiter

Clint Eastwood

Cry Macho

(Kinostart: 21.10.) Hahnenkampf für Anfänger: Ein Ex-Rodeoreiter soll den Sohn seines Bosses aus Mexiko nach Texas heimholen. Hollywood-Legende Clint Eastwood verfilmt ein Drehbuch, das 40 Jahre in der Schublade lag – und besser dort geblieben wäre. ...weiter