Tübingen + Wien

Innenwelten: Sigmund Freud und die Kunst

Im Freudianischen Zeitalter: Die Entdeckung des Unbewussten und die Psychoanalyse haben auch die Kunst geprägt – so umfassend, dass sich direkte Einflüsse kaum noch dingfest machen lassen. Das zeigt eine ambitionierte Ausstellung von Kunsthalle und Sigmund Freud Museum, die aber ins Beliebige abdriftet. ...weiter

Frankfurt am Main

Lyonel Feininger

Die Geburt des Prisma-ismus aus dem Geist der Karikatur: Bevor Feininger als Bauhaus-Künstler berühmt wurde, zeichnete er für die Tagespresse. Die ganze Bandbreite seines Werks breitet die Schirn Kunsthalle aus – als Retrospektive eines vermeintlich Bekannten voller Überraschungen. ...weiter

Berlin

Hej rup! Die Tschechische Avantgarde

Vom Kubismus über Poetismus und Konstruktivismus bis zum Surrealismus: Die Kunst in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit war enorm wandelbar und vielseitig. Das zeigt eine fulminante Ausstellung im Bröhan Museum – und rehabilitiert eine hierzulande fast vergessene Spielart der Moderne. ...weiter

Stéphane Brizé

Zwischen uns das Leben

(Kinostart: 2.5.) Beziehungsaufarbeitung mit Meerblick: Im Wellness-Urlaub trifft ein ausgelaugter Schauspieler auf seine Verflossene. Dieser romantischen Standardsituation entlockt Regisseur Stéphane Brizé mit hervorragenden Darstellern und pointierten Dialogen eine paar tiefe Wahrheiten. ...weiter

Kanwal Sethi

Was von der Liebe bleibt

(Kinostart: 2.5.) Posthumer Terrorverdacht: Die ermordete kurdische Frau eines Deutschtürken könnte PKK-Unterstützerin gewesen sein. Das behaupten hiesige Ermittler – was den Witwer völlig verstört. Regisseur Kanwal Sethi entfaltet anschaulich und sinnlich einen Fall von strukturellem Rassismus. ...weiter

Luca Guadignino

Challengers – Rivalen

(Kinostart: 25.4.) Drei sind keiner zu viel: Im Gewand einer Screwball-Komödie revitalisiert das Liebesdrama von Regisseur Luca Guadignino das außer Puste geratene Genre des Sportfilms. Der Film porträtiert die Tennis-Karrieren und das Privatleben eines gemischten Trios so gnadenlos wie vergnüglich. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Die zweite von drei großen Retrospektiven von Caspar David Friedrich zum 250. Geburtstag übertrifft ihre Hamburger Vorgängerin sowohl in der Konzeption wie der Präsentation: Großzügig gehängt, bietet „Unendliche Landschaften“ mehr als 100 seiner Meisterwerke ohne zeitgeistigen Schnickschnack auf. Quasi Friedrich pur – nur ergänzt um ein paar Leuchtkästen mit heutigen Foto-Collagen seiner berühmtesten Motive. Bis 4. 8. in der Alten Nationalgalerie, Berlin.

Ab 23. Mai im Kino:

Hamburg

Caspar David Friedrich – Kunst für eine neue Zeit

Bilder zum Sehnsucht stillen – nach was auch immer: Gemälde von C.D. Friedrich sind die berühmtesten der deutschen Romantik. Ihre Aktualität betonen will die Kunsthalle in der ersten von drei Retrospektiven zum 250. Geburtstag; doch der Vergleich mit Gegenwartskunst beweist eher ihre Zeitlosigkeit. ...weiter

Brühl

Surreal Futures

Die Zukünfte des Surrealismus: Geist und Methoden dieser Bewegung will das Max Ernst Museum in der zeitgenössischen Digital-Kunst aufspüren. Mit begrenztem Ertrag: Manche Werke schließen an surrealistische Vorbilder an, andere bieten nur politisch korrekte Spielereien – in einem wilden Mix. ...weiter

Hamburg + Basel

Geniale Frauen – Künstlerinnen und ihre Weggefährten

Kein Geniestreich, eher eine bienenfleißig zusammengetragene Fallsammlung: Bucerius Kunst Forum und Kunstmuseum zeichnen das Arbeitsleben von 30 Künstlerinnen des 16. bis 18. Jahrhunderts nach. Ein überbordender, wenig strukturierter Bilderbogen bietet vorwiegend nahe liegende und etwas banale Einsichten. ...weiter

Kobi Libii

The American Society of Magical Negroes

(Kinostart: 25.4.) Nett ausgedacht, aber schlecht gemacht: Außer der Idee eines Geheimbundes von Schwarzen, die sich unablässig um das Wohl der Weißen kümmern, fiel Regisseur Kobi Libii nicht viel ein. Was als Rassismus-Satire angelegt ist, verpufft in langatmig didaktischen Dialogen von Klischee-Figuren. ...weiter

Corinna Harfouch + Lars Eidinger

Sterben

(Kinostart: 25.4.) Eine ziemlich kaputte Familie: Im autobiografisch inspirierten Film von Matthias Glasner herrschen hochgradig dysfunktionale Beziehungen vor. Drei Stunden zwischen prätentiöser Zumutung und Mut zum Risiko werden allein durch die hervorragende Besetzung erträglich. ...weiter

Viggo Mortensen + Chiara Mastroianni

Eureka

(Kinostart: 25.4.) Stop Making Sense: In drei vage miteinander verbundenen Episoden wandert der Film des argentinischen Regisseurs Lisandro Alonso durch Raum und Zeit. Vom klassischen B-Western über Sioux-Elend im US-Reservat bis zu Goldfieber am Amazonas – lose Handlungsfäden in betörenden Bildern. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Paris 1874: Revolution in der Kunst – Vom Salon zum Impressionismus“ bis 28.7. im Wallraf-Richartz-Museum, Köln
  • „Hilma af Klint und Wassily Kandinsky. Träume von der Zukunft“: zwei Mal Abstraktion bis 11.8. im K20, Düsseldorf
  • „Bauhaus und Nationalsozialismus“: große Bilanz-Ausstellung bis 15.9. in drei Museen, Weimar
  • „1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“ bis 20.10. im Archäologischen Landesmuseum, Konstanz
  • „Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten“: Skulptur-Retrospektive bis 3.11. in drei Museen, Worpswede

Auch neu im Kino ab 30. Mai

  • „The End we start from“ mit Benedict Cumberbatch („Edison – Ein Leben voller Licht“): Öko-Thriller – London wird überschwemmt und junge Familie auseinandergerissen.
  • „Alle die du bist“ von Michael Fetter Nathansky („The Ordinaries“): romantisches Sozialdrama über den schleichenden Prozess des Entliebens.
  • „In mir tanze ich – Das Klezmer Projekt“: Dokudrama über Suche in Osteuropa nach verschollenen Klezmer-Melodien.
  • Kulissen der Macht“: Doku über Entscheidungsfindung und Konflikte in der US-Außenpolitik.
  • „Late Night with the Devil“: Horror – eine 1970er-Jahre-TV-Show über Exorzismus läuft völlig aus dem Ruder.
München

Venezia 500<< – Sanfte Revolution der Malerei

Empfindsame Bilder für schlechte Zeiten: Um 1500 entstand in der krisengeschüttelten Lagunenstadt eine neuartige Kunst – voller Vagem und Vieldeutigem, Sanftmütigem und Sinnlichem. Diese Soft Power präsentiert die Alte Pinakothek mit Werken von Tizian, Bellini, Tintoretto und einem neu entdeckten Giorgione. ...weiter

Berlin

Archäologische Schätze aus Usbekistan

Buddha im Gewand von Apoll: Nach dem Alexanderreich entstanden in Mittelasien jahrhundertelang diverse Mischkulturen aus West und Ost, die hierzulande kaum bekannt sind. Neues Museum und James-Simon-Galerie zeigen spektakuläre Beispiele – ihre Bedeutung erschließt sich nur dem, der viel liest. ...weiter

Bonn

Alles auf einmal: Die Postmoderne 1967–1992

Reizüberflutung als Programm: Zum 30-jährigen Bestehen widmet sich die Bundeskunsthalle der postmodernen Epoche, in der sie entstanden ist. Auf den ersten Blick ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene, schürft die Ausstellung durchaus tiefer – auch wenn sie Ursachen und Folgen bis heute nur antippen kann. ...weiter

Ryûsuke Hamaguchi

Evil does not exist

(Kinostart: 18.4.) Wo Gut und Böse nichts bedeuten: Nach dem Auto in „Drive My Car“ wird nun der Wald zum Spiegel der Seele im Kino von Regisseur Ryūsuke Hamaguchi. Die kongeniale Filmmusik von Eiko Ishibashi öffnet den Blick auf ein vielschichtiges Drama über die Rolle der Menschen in ihrer Umwelt. ...weiter

Alex Garland

Civil War

(Kinostart: 18.4.) Stell Dir vor, in den USA herrscht Krieg, und keiner weiß, worum es geht: Der Action-Film von Regisseur Alex Garland verzichtet auf politische Motive oder sonstige Begründungen. Stattdessen zeigt er, wie die gesellschaftliche Ordnung schlagartig zerfällt, und die Medien das sensationslüstern aufsaugen. ...weiter

Grit Lemke

Bei uns heißt sie Hanka

(Kinofilm: 18.4.) Auf der Suche nach der unbekannten Minderheit: Regisseurin Grit Lemke beleuchtet sorbische Identität abseits von Folklore-Klischees. Ihre sehr persönliche Doku stellt mit einem Kaleidoskop von Begegnungen diverse Aspekte des Sorbischseins vor – als Einladung, es selbst zu entdecken. ...weiter