Stuttgart

Tiepolo – Der beste Maler Venedigs

Giovanni Battista Tiepolo war der wohl bedeutendste Maler des 18. Jahrhunderts – keiner verband Erhabenes und Verspieltes so geschickt wie er. Zum 250. Todestag präsentiert die Staatsgalerie sein Gesamtwerk – ein Fest fürs Auge in delikaten Pastellfarben.

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Berlin

Durch Mauern gehen

Vom Elend der Polit-Kunst: Die Gruppenausstellung im Martin-Gropius-Bau zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wirkt so diffus wie beliebig. Doch sie passt zum Programm der neuen Direktorin, die ein Massenpublikum mit Avantgarde-Positionen zwangsbeglücken will.

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Mannheim

Inspiration Matisse

Im Wettstreit mit Picasso: Ab 1905 wurde der Fauvist Henri Matisse zu einer Zentralgestalt der Klassischen Moderne. Seinen enormen Einfluss auf Künstlerkollegen führt die Kunsthalle Mannheim in einer klug komponierten Gedenkschau zum 150. Geburtstag vor.

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Ethan Hawke

Tesla

(Kinostart: 20.8.) Wie ein Griff in die Steckdose: Das Leben des exzentrischen Elektro-Erfinders Nikola Tesla verfilmt Regisseur Michael Almereyda als wirre Freistil-Übung – bedeutungshuberndes Technik-Geschwafel dürfte alle Nicht-Nerds abschrecken.

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Marco Bellocchio

Il Traditore– Cosa-Nostra-Kronzeuge

(Kinostart: 13.8.) Wie man eine Verbrecher-Organisation zerschlägt: Der Kronzeuge Tommaso Buscetta brachte in den 1980/90ern Hunderte von Mafiosi in den Knast. Das zeichnet Regisseur Marco Bellocchio grandios nüchtern und schnörkellos nach – ein monumentales Anti-Mafia-Epos.

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Javier Bardem + Ellen Fanning

Wege des Lebens – Roads not taken

(Kinostart: 13.8.) Papa ist Gemüse: Eine Tochter müht sich mit ihrem demenzkranken Vater ab, der von quälenden Visionen heimgesucht wird. Dessen Innenleben veranschaulicht Regisseurin Sally Potter plausibel; Javier Bardem spielt ihn meisterlich nuanciert.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Bilder aus einer verschwundenen Stadt: Keine deutsche Metropole hat sich so stark verändert wie Berlin. Die Atmosphäre in der früheren Mauerstadt beschwören grafische Werke herauf: Teils unterschieden sich Ost und West, teils ähnelten sie sich verblüffend. Das zeigt die Schau „Gezeichnete Stadt – Arbeiten auf Papier 1945 bis heute“ noch bis 4.1. in der Berlinischen Galerie – nach dem Lockdown.

Auch neu im Kino ab 29. Oktober

  • „Schwesterlein“ mit Nina Hoss („Pelikanblut“, „Phoenix“), Lars Eidinger („Persischstunden“) und Thomas Ostermeier („Mathilde“): Krebsdrama im Berliner Theatermilieu
  • „Glitzer & Staub“: Porträt von vier Cowgirls, die sich in der US-Rodeoszene durchsetzen.
  • „Srbenka“: Doku über Aufarbeitung der Ermordung eines 12-jährigen serbischen Mädchens während des Kroatienkriegs.
  • „Außer Atem“: Wiederaufnahme des Nouvelle-Vague-Klassikers von Jean-Luc Godard mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg („Against all Enemies“).
  • The Booksellers – Aus Liebe zum Buch“: Doku über ungewöhnliche Buchhandlungen in New York.

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Augsburg

Magie vom Dach der Welt

Das entlegene Tibet und die dortige Spielart des Buddhismus faszinieren viele; seine materielle Kunst und Kultur ist jedoch wenig bekannt. Eine Einführung bietet das Schaezlerpalais – der Auswahl prächtiger Kleinodien mangelt es jedoch an Kontextwissen.

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Metz

Die Oper als Welt

Vorhang auf für kunstvolle Inszenierungen: Seit mehr als 100 Jahren wirken bildende Künstler am Musiktheater mit. Ihr Zusammenspiel beleuchtet das Centre Pompidou als opulent arrangierte Themenschau – mit großen Gefühlen und verblüffenden Effekten.

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Leipzig

Point of No Return

Kunst ohne Wiederkehr: 30 Jahre nach dem Ende der DDR blickt das Museum der bildenden Künste auf Bilder vor und nach dem Mauerfall zurück. Reich bestückt und vollmundig präsentiert – das große Angebot vermittelt wenig neue Erkenntnisse.

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Marcell Jankovics

Sohn der weissen Stute

(Kinostart: 13.8.) Psychedelischer Rausch trifft Volksmärchen: Der Regisseur Marcell Jankovics schuf vor fast 40 Jahren eine wilde Orgie an Farben und Formen. Nun ist sein inhaltlich eher traditionelles Märchen endlich hierzulande zu bewundern.

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Leonardo DiCaprio

Inception (WA)

(Kinostart: 14.8.) In wessen Unterbewusstsein sind wir? 2010 drehte Regisseur Christopher Nolan einen verschachtelten SciFi-Psychothriller über manipulierbare Träume. Seine komplexe Kopfgeburt kommt wieder ins Kino – und soll wohl über die Verschiebung von „Tenet“ hinwegtrösten.

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Steve Carell

Irresistible – Unwiderstehlich

(Kinostart: 6.8.) Jeder kann es schaffen: Ein PR-Profi will mit viel Getöse einen Nobody zum Bürgermeister machen. Regisseur Jon Stewart seziert genüsslich die Inhaltsleere des US-Politbetriebs – auch wenn manche Gags hierzulande kaum verständlich sind.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • „In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“: Oral-Kunst von 31.10. bis 5.4. im Kunstmuseum Wolfsburg
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2. im Museum Barberini, Potsdam
  • „Vision und Schrecken der Moderne – Industrie und Kunst“ vom 17.11. bis 28.2. im Von der Heydt Museum, Wuppertal
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4. in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5. in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Mein Liebhaber, der Esel und ich“ von Caroline Vignal
  3. „Oeconomia“ von Carmen Losmann
  4. „Kajilionaire“ von Miranda July
  5. „Ema“ von Pablo Larraín
  6. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  7. „Die Stimme des Regenwaldes“ von Niklaus Hilber
  8. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  9. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  10. „I am Greta“ von Nathan Grossman mit Greta Thunberg
Berlin

This Place

Turbulenzen am Jüdischen Museum: Israels Regierungschef intervenierte, der Direktor warf das Handtuch. Dabei tritt die aktuelle Fotoschau ganz unparteiisch auf: Sie führt vor Augen, wie unauslotbar vielschichtig die Region ist – gegen alle Hegemonial-Ansprüche.

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Potsdam

Wege des Barock

#MeToo im 17. Jahrhundert: Eine eindrückliche Ausstellung zeichnet die verschlungenen Wege des Barock nach. Obwohl die neue Epoche in Rom entstand, sorgte sie bald in ganz Europa für frischen Wind und eine neue Emotionalität in der Kunst.

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München

Kanada und der Impressionismus

Die Moderne des nördlichsten Amerika begann in Paris: Ab 1880 reisten fast alle kanadischen Künstler dorthin. Ihre Spielart des Impressionismus feierte ihre Heimat in stilisierten Visionen als wildes und raues Land – eine prächtige Auswahl führt die Kunsthalle vor.

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Clive Owen + Tim Roth

The Song of Names

(Kinostart: 6.8.) Wenn ein Wunderkind verschwindet: Ein jüdischer Violinvirtuose aus Polen ließ 1951 seine Ersatzfamilie im Stich. 35 Jahre später findet ihn sein Kindheitsfreund wieder – komplexes Melodram von Regisseur François Girard, am Ende leicht verkitscht.

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Malik Vitthal

Body Cam - Unsichtbares Grauen

(Kinostart: 6.8.) B-Movie-Horror statt sozialer Relevanz: Regisseur Malik Vitthal erzählt überraschungsfrei von einer Polizistin, die dem brutalen Tod eines Kollegen nachforscht – und verschenkt ein spannendes Thema: willkürliche Polizeigewalt.

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Mika Kaurismäki

Master Cheng in Pohjanjoki

(Kinostart: 30.7.) Kräuter-Rentier statt Kartoffelbrei: Ein chinesischer Meisterkoch revolutioniert Essgewohnheiten in Lappland. Die kulinarische Feelgood-Komödie von Regisseur Mika Kaurismäki mundet durchaus, indem sie alle Konflikte weichkocht.

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