Düsseldorf + Bern

Chaïm Soutine – Gegen den Strom

Deformation mit menschlichem Antlitz: Durch seinen einzigartigen Stil gelang dem radikalen Einzelgänger Chaïm Soutine die wohl erstaunlichste Künstler-Karriere der Zwischenkriegszeit. Im Ausland hochberühmt, ist er hierzulande kaum bekannt – das ändert eine grandiose Retrospektive in K20 und Kunstmuseum. ...weiter

Berlin

Zoom auf van Eyck – Meisterwerke im Detail

Miniaturen-Meister überlebensgroß: Anfang des 14. Jahrhunderts katapultierte Jan van Eyck die Ölmalerei auf ungeahntes Niveau – mit Kleinformaten. Wie raffiniert er Details darstellte, zeigt nun eine Multimedia-Installation der Gemäldegalerie; interaktive Digitaltechnik erlaubt, in den Bilderkosmos einzutauchen. ...weiter

Wuppertal + Hannover

Pablo Picasso – Max Beckmann: Mensch, Mythos, Welt

Nicht alles hängt mit allem zusammen: Von der Heydt- und Sprengel-Museum vergleichen die Jahrhundertkünstler Picasso und Beckmann miteinander. Mit überschaubarem Ergebnis: Die Kapitel-Kategorien sind arg wolkig, Katalog-Abbildungen unerkennbar winzig – da bleibt ein Potpourri von Nebenwerken. ...weiter

Stéphane Brizé

Zwischen uns das Leben

(Kinostart: 2.5.) Beziehungsaufarbeitung mit Meerblick: Im Wellness-Urlaub trifft ein ausgelaugter Schauspieler auf seine Verflossene. Dieser romantischen Standardsituation entlockt Regisseur Stéphane Brizé mit hervorragenden Darstellern und pointierten Dialogen eine paar tiefe Wahrheiten. ...weiter

Kanwal Sethi

Was von der Liebe bleibt

(Kinostart: 2.5.) Posthumer Terrorverdacht: Die ermordete kurdische Frau eines Deutschtürken könnte PKK-Unterstützerin gewesen sein. Das behaupten hiesige Ermittler – was den Witwer völlig verstört. Regisseur Kanwal Sethi entfaltet anschaulich und sinnlich einen Fall von strukturellem Rassismus. ...weiter

Luca Guadignino

Challengers – Rivalen

(Kinostart: 25.4.) Drei sind keiner zu viel: Im Gewand einer Screwball-Komödie revitalisiert das Liebesdrama von Regisseur Luca Guadignino das außer Puste geratene Genre des Sportfilms. Der Film porträtiert die Tennis-Karrieren und das Privatleben eines gemischten Trios so gnadenlos wie vergnüglich. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

In nur elf Jahren wandelte sich die Kunstwelt grundlegend: 1863 wurden im Pariser „Salon des Refusés“ erstmals Werke präsentiert, die nicht zum offiziellen Salon zugelassen waren – 1874 veranstalteten die Impressionisten ihre erste Ausstellung. Wie es dazu kam, zeigt anschaulich die Schau „1863 · Paris · 1874 – Revolution in der Kunst: Vom Salon zum Impressionismus“ bis 28.7. im Wallraf-Richartz-Museum, Köln.

Neuerscheinung:

Müncheberg-Trebitz

Idee – Formerlebnis – Gestalt: Edwin Scharff

Heinrich Mann, Max Liebermann oder Emil Nolde: Edwin Scharff hat sie alle porträtiert. Er zählte zu den gefragtesten Bildhauern der Zwischenkriegszeit, geriet aber später aus dem Blick. Das Gustav Seitz Museum rückt sein Werk wieder ins Rampenlicht – im kontrastreichen Vergleich mit seinem Namensgeber. ...weiter

Karlsruhe

Renaissance 3.0 – Kunst + Wissenschaft im 21. Jh.

Lost in High-Tech: In einer wegweisenden Überblicks-Schau will das ZKM vorführen, wie Kunst und Wissenschaft „neue Allianzen“ eingehen – doch beim Rundgang zwischen Chemielabor und Technik-Museum ist von Kunst wenig zu sehen. Einen der kreativsten Beiträge liefert ein Industrieroboter. ...weiter

Berlin

Edvard Munch – Zauber des Nordens

Sprungbrett für die Skandalnudel: Als 1892 seine Solo-Schau in Berlin nach drei Tagen schloss, kam der norwegische Maler groß heraus – und blieb 16 Jahre lang. Seine höchst produktiven Jahre in der Hauptstadt zeichnet eine üppig bestückte Ausstellung in der Berlinischen Galerie facettenreich nach. ...weiter

Kobi Libii

The American Society of Magical Negroes

(Kinostart: 25.4.) Nett ausgedacht, aber schlecht gemacht: Außer der Idee eines Geheimbundes von Schwarzen, die sich unablässig um das Wohl der Weißen kümmern, fiel Regisseur Kobi Libii nicht viel ein. Was als Rassismus-Satire angelegt ist, verpufft in langatmig didaktischen Dialogen von Klischee-Figuren. ...weiter

Corinna Harfouch + Lars Eidinger

Sterben

(Kinostart: 25.4.) Eine ziemlich kaputte Familie: Im autobiografisch inspirierten Film von Matthias Glasner herrschen hochgradig dysfunktionale Beziehungen vor. Drei Stunden zwischen prätentiöser Zumutung und Mut zum Risiko werden allein durch die hervorragende Besetzung erträglich. ...weiter

Viggo Mortensen + Chiara Mastroianni

Eureka

(Kinostart: 25.4.) Stop Making Sense: In drei vage miteinander verbundenen Episoden wandert der Film des argentinischen Regisseurs Lisandro Alonso durch Raum und Zeit. Vom klassischen B-Western über Sioux-Elend im US-Reservat bis zu Goldfieber am Amazonas – lose Handlungsfäden in betörenden Bildern. ...weiter

Aktuelle Top-Ausstellungen

  • „Bauhaus und Nationalsozialismus“: große Bilanz-Ausstellung bis 15.9. in drei Museen, Weimar
  • „Avantgarde and Liberation. Zeitgenössische Kunst und dekoloniale Moderne“ bis 22.9. im Mumok, Wien
  • When We See Us“: figurative Malerei aus Afrika und schwarzer Diaspora bis 13.10. im Kunstmuseum Basel
  • „Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten“: Skulptur-Retrospektive bis 3.11. in drei Museen, Worpswede
  • „Courage: Lehmbruck und die Avantgarde“: bis 6.10. im Lehmbruck-Museum, Duisburg

Auch neu im Kino ab 18. Juli

  • „Juliette im Frühling“ mit Izïa Higelin („Auguste Rodin“): französische Komödie über eine Kinderbuch-Illustratorin, die ihre Familie in der Provinz besucht.
  • „Verbrannte Erde“ von Thomas Arslan („Gold“): Thriller – Gangster beteiligt sich an Diebstahl von Gemälde.
  • „Projekt Ballhausplatz“ von Kurt Langbein („Landraub“): Doku über Österreichs Kurzzeit-Kanzler Sebastian Kurz.
  • „Twisters“ von Lee Isaac Chung („Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“): Sequel des Katastrophenfilms von 1996 – Sturmjägerin kämpft mit Wirbelstürmen, Start: 17.7.
Stuttgart

Wolfgang Laib: The Beginning of Something Else

Milchsteine, Reisfelder und Pollenteppiche: Aus organischem Material fertigt der schwäbische Land-Art-Künstler mit viel Geduld und Ausdauer karge Werke. Seinem Minimalismus mit spirituellem Anspruch, der in Ostasien viel populärer ist als hierzulande, widmet das Kunstmuseum eine mehrstöckige Retrospektive. ...weiter

Potsdam

Wolken und Licht – Impressionismus in Holland

Wonnen der Gewöhnlichkeit: Der niederländische Impressionismus war weniger bunt und sinnesfreudig als anderswo. Stattdessen entsprachen weite, flache Landschaften unter bedecktem Himmel dem Nationalgefühl – mit Windmühlen unter Wolkenformationen in zahllosen subtilen Farbnuancen. ...weiter

Frankfurt am Main

Plastic World

Die dritte Schöpfung: Plastik-Produkte prägen den Planeten wie kein anderes Material. Welche Rolle Kunststoffe in den bildenden Künsten spielen, führt die Schirn Kunsthalle vor – mit einer famosen Tour d'Horizon, in der Riesenspielzeug-Kugelblasen ebenso ihren Platz haben wie Strände aus Schaumstoff. ...weiter

Ryûsuke Hamaguchi

Evil does not exist

(Kinostart: 18.4.) Wo Gut und Böse nichts bedeuten: Nach dem Auto in „Drive My Car“ wird nun der Wald zum Spiegel der Seele im Kino von Regisseur Ryūsuke Hamaguchi. Die kongeniale Filmmusik von Eiko Ishibashi öffnet den Blick auf ein vielschichtiges Drama über die Rolle der Menschen in ihrer Umwelt. ...weiter

Alex Garland

Civil War

(Kinostart: 18.4.) Stell Dir vor, in den USA herrscht Krieg, und keiner weiß, worum es geht: Der Action-Film von Regisseur Alex Garland verzichtet auf politische Motive oder sonstige Begründungen. Stattdessen zeigt er, wie die gesellschaftliche Ordnung schlagartig zerfällt, und die Medien das sensationslüstern aufsaugen. ...weiter

Grit Lemke

Bei uns heißt sie Hanka

(Kinofilm: 18.4.) Auf der Suche nach der unbekannten Minderheit: Regisseurin Grit Lemke beleuchtet sorbische Identität abseits von Folklore-Klischees. Ihre sehr persönliche Doku stellt mit einem Kaleidoskop von Begegnungen diverse Aspekte des Sorbischseins vor – als Einladung, es selbst zu entdecken. ...weiter