Berlin

Durch Mauern gehen

Vom Elend der Polit-Kunst: Die Gruppenausstellung im Martin-Gropius-Bau zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wirkt so diffus wie beliebig. Doch sie passt zum Programm der neuen Direktorin, die ein Massenpublikum mit Avantgarde-Positionen zwangsbeglücken will.

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Mannheim

Inspiration Matisse

Im Wettstreit mit Picasso: Ab 1905 wurde der Fauvist Henri Matisse zu einer Zentralgestalt der Klassischen Moderne. Seinen enormen Einfluss auf Künstlerkollegen führt die Kunsthalle Mannheim in einer klug komponierten Gedenkschau zum 150. Geburtstag vor.

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Augsburg

Magie vom Dach der Welt

Das entlegene Tibet und die dortige Spielart des Buddhismus faszinieren viele; seine materielle Kunst und Kultur ist jedoch wenig bekannt. Eine Einführung bietet das Schaezlerpalais – der Auswahl prächtiger Kleinodien mangelt es jedoch an Kontextwissen.

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Clive Owen + Tim Roth

The Song of Names

(Kinostart: 6.8.) Wenn ein Wunderkind verschwindet: Ein jüdischer Violinvirtuose aus Polen ließ 1951 seine Ersatzfamilie im Stich. 35 Jahre später findet ihn sein Kindheitsfreund wieder – komplexes Melodram von Regisseur François Girard, am Ende leicht verkitscht.

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Malik Vitthal

Body Cam - Unsichtbares Grauen

(Kinostart: 6.8.) B-Movie-Horror statt sozialer Relevanz: Regisseur Malik Vitthal erzählt überraschungsfrei von einer Polizistin, die dem brutalen Tod eines Kollegen nachforscht – und verschenkt ein spannendes Thema: willkürliche Polizeigewalt.

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Mika Kaurismäki

Master Cheng in Pohjanjoki

(Kinostart: 30.7.) Kräuter-Rentier statt Kartoffelbrei: Ein chinesischer Meisterkoch revolutioniert Essgewohnheiten in Lappland. Die kulinarische Feelgood-Komödie von Regisseur Mika Kaurismäki mundet durchaus, indem sie alle Konflikte weichkocht.

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Kunst+Film-Video des Monats:

Comeback der Kunstreligion, diesmal als Theologie der Befreiung: für diskriminierte Minderheiten aller Couleur. Mit stark katholischem Einschlag – aus dem hispanischen Raum kommt die Mehrheit der Teilnehmer an der 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Neben plakativem Agitprop bietet sie auch farbenfroh sinnliche Arbeiten; bis 1.11. an vier Standorten, darunter KW + Gropiusbau.

Auch neu im Kino ab 15. Oktober

  • „Mrs. Taylor’s Singing Club“ mit Kristin Scott Thomas („The Party“, „Die dunkelste Stunde“): britische Feelgood-Komödie – Frauen von Soldaten, die nach Afghanistan entsandt wurden, gründen Chor für Pop-Evergreens.
  • „Der Bär in mir“: Reise nach Alaska ins Land der Grizzlys.
  • „Oeconomia“: Doku über Turbokapitalismus zwischen Verschuldung und Rekordgewinnen.
  • Der geheime Garten“ mit Colin Firth („1917“, „Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft“): Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers von 1911 über ein Mädchen, das einen magischen Garten entdeckt.
  • „I am Greta“: Doku über die Klimaaktivistin Greta Thunberg, Start: 16.10.

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Metz

Die Oper als Welt

Vorhang auf für kunstvolle Inszenierungen: Seit mehr als 100 Jahren wirken bildende Künstler am Musiktheater mit. Ihr Zusammenspiel beleuchtet das Centre Pompidou als opulent arrangierte Themenschau – mit großen Gefühlen und verblüffenden Effekten.

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Leipzig

Point of No Return

Kunst ohne Wiederkehr: 30 Jahre nach dem Ende der DDR blickt das Museum der bildenden Künste auf Bilder vor und nach dem Mauerfall zurück. Reich bestückt und vollmundig präsentiert – das große Angebot vermittelt wenig neue Erkenntnisse.

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Berlin

This Place

Turbulenzen am Jüdischen Museum: Israels Regierungschef intervenierte, der Direktor warf das Handtuch. Dabei tritt die aktuelle Fotoschau ganz unparteiisch auf: Sie führt vor Augen, wie unauslotbar vielschichtig die Region ist – gegen alle Hegemonial-Ansprüche.

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Golshifteh Farahani

Auf der Couch in Tunis

(Kinostart: 30.7.) Den Maghreb therapieren: Eine junge Psychologin eröffnet eine Freiluft-Praxis in Tunesiens Hauptstadt. Dort geht es kaum um Probleme und Komplexe einer blockierten Gesellschaft – Regisseurin Manele Labidi setzt auf Klischee-Komik und Brachialhumor.

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Benedict Cumberbatch

Edison – Ein Leben voller Licht

(Kinostart: 23.7.) Alles ist erleuchtet – besser mit Gleich- oder Wechselstrom? An dieser Frage entzündete sich in den USA der 1880er Jahre ein Stromkrieg zwischen zwei Erfindern. Ihn transformiert Regisseur Alfonso Gomez-Rejon in ein elektrisierendes Historien-Psychodrama.

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Levan Akin

Als wir tanzten

(Kinostart: 23.7.) Tanz als Ticket für die große, weite Welt: Ein junges Talent setzt alles daran, um ins Georgische Nationalballett aufgenommen zu werden. Dabei kommen ihm intensive Gefühle für einen Kollegen in die Quere – mitreißendes Drama von Regisseur Levan Akin.

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Kommende Top-Ausstellungen

  • Masculinities: Liberation through Photography vom 16.10. bis 10.1.2021 im Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • „Federico Fellini – Von der Zeichnung zum Film“ vom 23.10. bis 9.2.2021 im Museum Folkwang, Essen
  • „Impressionismus in Russland – Aufbruch zur Avantgarde“ vom 7.11. bis 28.2.2021 im Museum Barberini, Potsdam
  • De Chirico. Magische Wirklichkeit“: Pittura Metafisica ab 22.1.bis 25.4.2021 in der Hamburger Kunsthalle
  • Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910 – 1940″ vom 5.2. bis 16.5.2021 in der Schirn, Frankfurt

Arthouse-Kino Top 10 Charts

  1. „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ mit I. Huppert
  2. „Persischstunden“ von Vadim Perelman mit Lars Eidinger
  3. „Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman
  4. „Enfant Terrible“ von Oskar Roehler mit Oliver Masucci
  5. „Milla meets Moses“ von Shannon Murphy
  6. „Futur Drei“ von Faraz Shariat
  7. „Vergiftete Wahrheit (Dark Waters)“ von Todd Haynes
  8. „Die Misswahl“ von Philippa Lowthorpe mit Keira Knightley
  9. „Unser Boden, unser Erbe“ von Marc Uhlig
  10. „David Copperfield“ von Armando Iannucci mit Dev Patel
Potsdam

Wege des Barock

#MeToo im 17. Jahrhundert: Eine eindrückliche Ausstellung zeichnet die verschlungenen Wege des Barock nach. Obwohl die neue Epoche in Rom entstand, sorgte sie bald in ganz Europa für frischen Wind und eine neue Emotionalität in der Kunst.

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München

Kanada und der Impressionismus

Die Moderne des nördlichsten Amerika begann in Paris: Ab 1880 reisten fast alle kanadischen Künstler dorthin. Ihre Spielart des Impressionismus feierte ihre Heimat in stilisierten Visionen als wildes und raues Land – eine prächtige Auswahl führt die Kunsthalle vor.

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Berlin

Summer of Love: art and fashion

San Francisco im Ausnahmezustand: 1967 strömten Zehntausende von Hippies in die Stadt. Im Nu wurden psychedelische Kunst und Design populär; ihre visuelle Radikalität ist unübertroffen. Das zeigt eine erstklassig bestückte Gedenkschau im PalaisPopulaire.

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Jella Haase + Albrecht Schuch

Berlin Alexanderplatz

(Kinostart: 16.7.) Es braust ein Ruf wie Donnerhall: Alfred Döblins Meisterwerk über die Höllenfahrt eines Arbeiters aktualisiert Regisseur Burhan Qurbani als politisch korrektes Problemfilm-Einerlei. Aus ihm sticht nur Albrecht Schuch als brillanter Psychopath heraus.

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Rosamund Pike + Sam Riley

Marie Curie – Elemente des Lebens

(Kinostart: 16.7.) Mit einer Phiole Radium ins Bett gehen: Die zweifache Nobelpreisträgerin widmete sich Tag und Nacht der Physik. Ihre Idealisierung vermeidet Regisseurin Marjane Satrapi, doch ihr facettenreiches Biopic krankt ein wenig an überflüssigen Aktualisierungen.

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Patricio Guzmán

Die Kordillere der Träume

(Kinostart: 16.7.) Von Berggipfeln und den Abgründen der chilenischen Geschichte: Regisseur Patricio Guzmán nutzt die Anden als Kontrastfolie, um über die Pinochet-Diktatur zu reflektieren – ein assoziativer Ansatz, der nur teilweise aufgeht.

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