Berlin

Spätgotik – Aufbruch in die Neuzeit

Als die Bilder realistisch wurden: Die Spätgotik überwand mittelalterliche Formeln – mit dem Buchdruck explodierte die Nachfrage nach Motiven. Das zeigt eine opulent bestückte Epochenschau in der Gemäldegalerie, die sich mit ihrem umfassenden Anspruch etwas übernimmt. ...weiter

Karlsruhe

Inventing Nature. Pflanzen in der Kunst

175 Jahre Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: Ihr Jubiläum feiert sie mit einer opulenten Schau über Gewächse in der Kunst zwischen Naturbeobachtung und Umweltzerstörung. Eine facettenreiche Tour d’Horizon von Blumenvasen bis Bäumefällen. ...weiter

Albert Markert

Beuys ist ein deutscher Markenartikel

100 Jahre Joseph Beuys: Im Reigen der Gedenkschauen wird kaum Kritik am Aktionskünstler laut. Ko-Buchautor Albert Markert wies bereits 1996 nach, dass etliche seiner Ideen in der NS-Zeit gründen – der Beuys-Kult blieb davon unbeeindruckt. Ein Gespräch über langlebige Legenden. ...weiter
Pedro Almodóvar

Parallele Mütter

(Kinostart: 10.3.) Zwei Mütter wider Willen, die einander souverän beistehen – und dadurch ein Vorbild für Spaniens Umgang mit grausamen Aspekten seiner Geschichte geben: Regisseur Pedro Almodóvar verknüpft virtuos Privates mit Politischem zu einem schillernden Möbiusstreifen. ...weiter

Pouya Eshtehardi

Untimely

(Kinostart: 10.3.) Rauchen tötet: Weil er im Wachdienst qualmt, wird ein iranischer Rekrut vom Offizier gemaßregelt – mit fatalen Folgen. In seinem Debütfilm schildert Regisseur Pouya Eshtehardi das Leben in der iranischen Unterschicht; mit faszinierend originellen filmischen Mitteln. ...weiter

Joe Wright

Cyrano

(Kinostart: 3.3.) Mit Fake-Briefen ein liebend Herz gewinnen: Die Musicalfassung des Bühnenklassikers „Cyrano de Bergerac“ adaptiert Regisseur Joe Wright für die Leinwand. Statt großer Nase plagt den Titelhelden sein kleiner Wuchs – in einem schön inszenierten, aber unharmonischen Musik-Drama-Mix. ...weiter

Kunst+Film-Video des Monats:

Kaum zu glauben, dass Beirut, Hauptstadt des krisengeschüttelten Libanon, in den 60er/70er Jahren als „Paris des Nahen Ostens“ galt. Libanesische Künstler waren auf der Höhe der Nachkriegsmoderne: Das zeigt der famose Epochen-Rückblick „Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility“ mit rund 220 Arbeiten von 35 Künstlern im Berliner Gropius-Bau – zu sehen bis 12. Juni.

Auch neu im Kino ab 19. Mai

  • Dog“ von und mit Channing Tatum („Logan Lucky“, „Magic Mike“): US-Komödie über einen Army Ranger mit Hund auf einem Roadtrip entlang des Pacific Coast Highway.
  • „Sechs Tage unter Strom – Unterwegs in Barcelona“: spanische Komödie über drei Elektro-Installateure, ihre Probleme mit Kunden + Alltagsrassismus.
  • „Bettina“: Doku über die Liedermacherin Bettina Wegner.
  • „Fuchs im Bau“ mit Maria Hofstätter („Paradies: Glaube“) + Sibel Kekilli („What a man“): Drama über Gefängnis-Pädagogen mit unkonventionellen Methoden.
  • „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“: Doku über Extremsportler und seinen Triathlon rund um die Welt.

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Berlin

Arbeit am Gedächtnis

Nichts soll verloren gehen: Die Akademie der Künste verwahrt 1200 Künstlernachlässe. Welche Funktion Archive als kulturelle Gedächtnisse haben, zeigt eine enorm facettenreiche, aber auch überladene Ausstellung zum 325. Geburtstag. ...weiter

Berlin

Murcia: Im Garten Europas

Aus dem Land, wo die Zitronen reifen: Das Museum Europäischer Kulturen stellt die wenig bekannte südostspanische Region Murcia vor – mitsamt allen Aspekten ihrer Alltagskultur von Obstkisten über Regenwasser-Gefäße bis zu Schnecken-Körbchen und Seidenraupen. ...weiter

Hannover

El Lissitzky und eine Rolle Plakate

Konstruktivistischer Kunst-Krimi: Das Sprengel Museum zeigt eine Kollektion von Filmplakaten aus der frühen Sowjetunion, die auf mysteriösem Weg in seinen Besitz kamen. Darunter sind etliche Entwürfe berühmter Grafiker – eindrucksvoll, aber karg präsentiert. ...weiter

Oscar Isaac + Willem Dafoe

The Card Counter

(Kinostart: 3.3.) Rien ne va plus: Ein Ex-Soldat, der für Beteiligung an Kriegsverbrechen zehn Jahre absaß, verspielt seine Zeit am Pokertisch. Regisseur Paul Schrader inszeniert sein Schuld-und-Sühne-Drama recht schal; das macht auch ein charismatischer Oscar Isaac in der Hauptrolle nicht wett. ...weiter

Michaela DePrince

Coppelia

(Kinostart: 3.3.) E.T.A. Hofmann trifft Mark Zuckerberg: Das Ballett um die Liebeskonkurrenz von Dorfmädchen und mechanischer Puppe zählt seit 1870 zum Standard-Repertoire. Diese Filmversion modernisiert es mit Digital-Brimborium, spielt aber der Original-Musik übel mit. ...weiter

Kenneth Branagh

Belfast

(Kinostart: 24.2.) Kindheit im Straßenkampf: Als Kenneth Branagh in Nordirlands Hauptstadt aufwuchs, brachen dort bürgerkriegsähnliche Unruhen aus. Fünf Jahrzehnte später blickt der nunmehr berühmte Regisseur zurück – detailreich und lebensnah, aber auch nostalgisch verklärend. ...weiter

Reportage: Spazierfahrt nach Syrakus

Auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes legendärem „Spaziergang nach Syrakus“ 1802 radelt Oliver Heilwagen von Sachsen bis Sizilien. Dabei vergleicht er, was Seume damals sah, mit dem heutigen Italien. Abseits der Rennstrecken führt seine Reportage „Spazierfahrt nach Syrakus“ durch kaum bekannte Gegenden: von schrägen Schönheiten am Straßenrand bis zur Bar als Lebensraum.
304 S. mit 1 Karte + 80 Fotos; 20 €. (Anzeige)

Arthouse-Kino Top 10 Charts

    1. „Everything Everywhere All At Once“
    2. „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
    3. „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ von S. Curtis
    4. „The Northman“ von Robert Eggers
    5. „Eingeschlossene Gesellschaft“ von S. Wortmann
    6. „Meine schrecklich verwöhnte Familie“
    7. „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben e. Träumers“
    8. „Blutsauger“ von Julian Radlmaier
    9. „Memoria“ mit Tilda Swinton
    10. „Das Licht, aus dem die Träume sind“ von P. Nalin
Berlin

Dekadenz - Belgischer Symbolismus

In der Peepshow der klassischen Moderne: Der Symbolismus in Belgien war erotischer, drastischer und düsterer als im übrigen Europa. Ihn stellt die Alte Nationalgalerie mit einer hervorragenden Auswahl erstklassiger Werke erstmals hierzulande ausführlich vor. ...weiter

Paderborn

Rubens und der Barock im Norden

Von Paderborn nach Antwerpen und zurück: Das Diözesanmuseum zeigt anschaulich, wie Rubens als Bilderfabrikant und -exporteur auch die Kunstproduktion etwa in Westfalen prägte – wobei die eindrucksvollsten Exponate keine Gemälde, sondern Skulpturen sind. ...weiter

Frankfurt am Main

Impressionismus in Skulptur

Flüchtige Sinneseindrücke in Bronze oder Marmor? Impressionistische Skulpturen erscheinen als Widerspruch an sich. Das Städel Museum spürt sie trotzdem auf – allerdings mit einer Konzentration auf zwei Künstler, die einige Zeitgenossen vernachlässigt. ...weiter

Kaouther Ben Hania

Der Mann, der seine Haut verkaufte

(Kinostart: 24.2.) Seine Haut zum Kunstmarkt tragen: Ein syrischer Flüchtling lässt sich das Bild eines Schengen-Visums tatöwieren, um an das Original zu kommen – und wird zum letzten Schrei für Galeriebesucher. Gelungene Satire auf Kunstbetriebs-Exzesse von Regisseurin Kaouther Ben Hania. ...weiter

Kida Khodr Ramadan

Saf

(Kinostart: 24.2.) Das Leben ist eine Spekulanten-Baustelle: Auf ihr schuftet ein Handlanger in Istanbul zum Dumpinglohn. Der reicht hinten und vorn nicht; Gewalt ist auch keine Lösung. Regisseur Ali Vatansever beleuchtet die Armutsfalle des türkischen Prekariats nach 20 Jahren AKP-Herrschaft. ...weiter

72. Berlinale

Halbherziges Gesundschrumpfen

Die gute Nachricht ist: Die Filmfestspiele fanden statt. Die schlechte ist: Überzogene Sicherheitsvorkehrungen nahmen ihnen jeden Reiz und schreckten das Publikum ab. Die Preisträger decken wie üblich das Spektrum zwischen halbwegs zugänglich und sperrig pseudoavantgardistisch ab. ...weiter