Artikel von Pamela Jahn (70)

Jahrgang 1978, Studium der Kulturwissenschaften und Publizistik in Berlin und Wien. Daneben freiberufliche Tätigkeit u.a. für die "tageszeitung" (taz) und "Ticket“, das Kulturmagazin des Berliner "Tagesspiegel". Anschließend Magister in Filmwissenschaften in London, gefolgt von Anstellungen am Institute of Contemporary Arts (ICA) und in der National Portrait Gallery. Schreibt seit 2000 übers Kino und ist heute in London hauptsächlich als freie Journalistin, Autorin und Filmkuratorin tätig.

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Ryûsuke Hamaguchi

Drive my Car

(Kino-Start: 23.12.) Roadmovie zwischen Hotel und Bühne: Beim Pendeln entfaltet der japanische Regisseur Ryûsuke Hamaguchi die Seelennöte von Regisseur und Chauffeurin – als dezentes Vergangenheitsbewältigungs-Drama mit Bildern voller Poesie. ...weiter

Srdan Golubović

Vater – Otac

(Kino-Start: 2.12.) Das Einfache, das so schwer zu machen ist: Der serbische Regisseur Srdan Golubović porträtiert einen Mann, der seinen Kindern zuliebe zu Fuß 300 Kilometer nach Belgrad läuft. Ein ergreifendes Alltagsdrama über einen durch und durch menschlichen Helden. ...weiter

Edgar Wright

Last Night in Soho

(Kino-Start: 11.11.) Von London um den Verstand gebracht: Sixties-Fan Ellie gerät in einen Strudel aus Halluzinationen und realem Horror. Sein Psychomärchen überfrachtet Regisseur Edgar Wright mit popkulturellen Referenzen, die vom Retro-Charme ablenken. ...weiter

Mia Hansen-Løve

Bergman Island

(Kino-Start: 4.11.) Im Bann des besten Regisseurs aller Zeiten: Ein Filmmacher-Paar sucht nach Inspiration auf der Ostseeinsel Fårö, wo Ingmar Bergman lebte. Die Beziehungschronik von Regisseurin Mia Hansen-Løve verfängt sich in der Orientierungslosigkeit, die sie thematisiert. ...weiter

Julianne Moore + Amy Adams

Dear Evan Hansen

(Kinostart: 28.10.) Teenager-Depression als Broadway-Erfolg: Das Musical über einen Jungen, der sich Selbstwertgefühl erschwindelt, ist seit 2016 ein Hit. In der Kinoversion von Regisseur Stephen Chbosky mäandert die Handlung etwas zu sehr hin und her. ...weiter

Adam Driver + Matt Damon

The Last Duel

(Kino-Start: 14.10.) Mann gegen Mann für die Tugend einer Frau: Regisseur Ridley Scott lässt zwei Kämpen die Klingen kreuzen, um einen Vergewaltigungsvorwurf zu klären. Ein passables Mittelalter-Spektakel, virtuos choreografiert und inszeniert. ...weiter

Luca Marinelli

Martin Eden

(Kino-Start: 26.8.) Aufstieg und Fall eines Autors mit seinem Jahrhundert: Einen Roman von Jack London verfilmt Pietro Marcello mit vielen originellen Stilmitteln als grandioses Epochen-Panorama und ergreifendes Kino-Erlebnis – mit einem brillanten Hauptdarsteller. ...weiter

Jasmila Žbanić

Quo vadis, Aida?

(Kino-Start: 5.8.) Tricksen und Schmeicheln, Flehen und Drohen: Aida setzt alles daran, um ihre Familie vor dem Massaker von Srebrenica 1995 zu bewahren. Regisseurin Jasmila Žbanić erinnert ergreifend an das Totalversagen der UN-Blauhelme im Bosnienkrieg. ...weiter

Amanda Seyfried + Clive Owen

Anon

(Netflix-Start: 3.5.21) Jeder hat sein Daten-Päckchen zu tragen: In einer Welt totaler Digital-Überwachung ereignen sich rätselhafte Morde. Daraus macht SciFi-Regisseur Andrew Niccol einen Thriller, der zwar gekonnt düster inszeniert ist, aber unausgegoren wirkt. ...weiter

Julia von Heinz

Und morgen die ganze Welt

(Kinostart: 29.10., VoD-Start: 1.3.21) Demokratierettung auf eigene Faust: Die Antifa macht Jagd auf Neonazis und wen sie dafür hält. Anschauliche Innenansichten des linksradikal-autonomen Milieus verbindet Regisseurin Julia von Heinz mit dem etwas überzogenen Porträt einer Aktivistin. ...weiter