Artikel von Pamela Jahn (17)

Jahrgang 1978, Studium der Kulturwissenschaften und Publizistik in Berlin und Wien. Daneben freiberufliche Tätigkeit u.a. für die "tageszeitung" (taz) und "Ticket“, das Kulturmagazin des Berliner "Tagesspiegel". Anschließend Magister in Filmwissenschaften in London, gefolgt von Anstellungen am Institute of Contemporary Arts (ICA) und in der National Portrait Gallery. Schreibt seit 2000 übers Kino und ist heute in London hauptsächlich als freie Journalistin, Autorin und Filmkuratorin tätig.

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Javier Bardem

Der perfekte Chef

(Kino-Start: 28.7.) Neueste Management-Methoden auf Spanisch: Um einen Preis der Bezirksregierung zu gewinnen, tut Javier Bardem als Firmenboss wirklich alles. Die Unternehmensführungs-Satire von Regisseur Fernando León de Aranoa gleitet ins Düstere ab – trotz ihres überragenden Hauptdarstellers. ...weiter

Vicky Krieps

Corsage

(Kino-Start: 7.7.) Schluss mit Sissi: Regisseurin Marie Kreutzer porträtiert Kaiserin Elisabeth von Österreich als eigenwillige, widerspenstige Persönlichkeit, die an den erstickenden Zwängen des Hoflebens verzweifelt – atemberaubend verkörpert von Vicky Krieps. ...weiter

Juho Kuosmanen

Abteil Nr. 6

(Kinostart: 31.3.) Pfannkuchen mit Wodka im „Wagon-Restoran“: Langstreckenfahrten in russischen Nachtzügen sind legendär. Regisseur Juho Kuosmanen lässt eine finnische Studentin ans Polarmeer fahren – in einer stimmungsvoll melancholischen Zeit-Zugreise. ...weiter

Oscar Isaac + Willem Dafoe

The Card Counter

(Kinostart: 3.3.) Rien ne va plus: Ein Ex-Soldat, der für Beteiligung an Kriegsverbrechen zehn Jahre absaß, verspielt seine Zeit am Pokertisch. Regisseur Paul Schrader inszeniert sein Schuld-und-Sühne-Drama recht schal; das macht auch ein charismatischer Oscar Isaac in der Hauptrolle nicht wett. ...weiter

Kenneth Branagh

Belfast

(Kinostart: 24.2.) Kindheit im Straßenkampf: Als Kenneth Branagh in Nordirlands Hauptstadt aufwuchs, brachen dort bürgerkriegsähnliche Unruhen aus. Fünf Jahrzehnte später blickt der nunmehr berühmte Regisseur zurück – detailreich und lebensnah, aber auch nostalgisch verklärend. ...weiter

Corinna Harfouch

Das Mädchen mit den goldenen Händen

(Kino-Start: 17.2.) Powerfrau in Neufünfland: Eine 60-Jährige feiert ihren runden Geburtstag im ostdeutschen Kinderheim, in dem sie einst aufwuchs. In dieser Rolle glänzt Corinna Harfouch, die den Film quasi im Alleingang stemmt – Regisseurin Katharina Marie Schubert packt viel in ihr Debüt. ...weiter

Isabelle Adjani

Schwestern - Eine Familiengeschichte

(Kino-Start: 30.12.) Postkoloniales Verwandtschaftsdrama: Die frankoalgerische Regisseurin Yamina Benguigui verwebt Emigranten-Konflikte mit dem Bürgerkrieg gegen Islamisten von 1992 bis 2002 – allerdings kommt die Zeitgeschichte etwas zu kurz. ...weiter

Ryûsuke Hamaguchi

Drive my Car

(Kino-Start: 23.12.) Roadmovie zwischen Hotel und Bühne: Beim Pendeln entfaltet der japanische Regisseur Ryûsuke Hamaguchi die Seelennöte von Regisseur und Chauffeurin – als dezentes Vergangenheitsbewältigungs-Drama mit Bildern voller Poesie. ...weiter

Srdan Golubović

Vater – Otac

(Kino-Start: 2.12.) Das Einfache, das so schwer zu machen ist: Der serbische Regisseur Srdan Golubović porträtiert einen Mann, der seinen Kindern zuliebe zu Fuß 300 Kilometer nach Belgrad läuft. Ein ergreifendes Alltagsdrama über einen durch und durch menschlichen Helden. ...weiter

Edgar Wright

Last Night in Soho

(Kino-Start: 11.11.) Von London um den Verstand gebracht: Sixties-Fan Ellie gerät in einen Strudel aus Halluzinationen und realem Horror. Sein Psychomärchen überfrachtet Regisseur Edgar Wright mit popkulturellen Referenzen, die vom Retro-Charme ablenken. ...weiter