Artikel von Pamela Jahn (55)

Jahrgang 1978, Studium der Kulturwissenschaften und Publizistik in Berlin und Wien. Daneben freiberufliche Tätigkeit u.a. für die "tageszeitung" (taz) und "Ticket“, das Kulturmagazin des Berliner "Tagesspiegel". Anschließend Magister in Filmwissenschaften in London, gefolgt von Anstellungen am Institute of Contemporary Arts (ICA) und in der National Portrait Gallery. Schreibt seit 2000 übers Kino und ist heute in London hauptsächlich als freie Journalistin, Autorin und Filmkuratorin tätig.

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Daniel Auteuil

Ein Schweigen

(Kinostart: 13.6.) Wenn der Bock zum Gärtner wird: Ein Star-Anwalt, der Opfer von Kindesmissbrauchs verteidigt, ist selbst pädophil – am meisten leidet seine Familie darunter. Dieses Psychodrama schildert der belgische Regisseur Joachim Lafosse so taktvoll wie raffiniert, mit mancher falschen Fährte. ...weiter

Günter Atteln

Joana Mallwitz – Momentum

(Kinostart: 16.5.) Die menschenscheue Maestra: Sein Porträt der Star-Dirigentin Joana Mallwitz gerät dem Filmemacher Günter Atteln über weite Strecken zum Werbefilm. Energie und Leidenschaft der Neu-Berlinerin vermittelt die Dokumentation aber überzeugend. ...weiter

Stéphane Brizé

Zwischen uns das Leben

(Kinostart: 2.5.) Beziehungsaufarbeitung mit Meerblick: Im Wellness-Urlaub trifft ein ausgelaugter Schauspieler auf seine Verflossene. Dieser romantischen Standardsituation entlockt Regisseur Stéphane Brizé mit hervorragenden Darstellern und pointierten Dialogen eine paar tiefe Wahrheiten. ...weiter

Alice Rohrwacher

La Chimera

(Kino-Start: 11.4.) Unterm Pflaster liegen die Kunstschätze: Regisseurin Alice Rohrwacher porträtiert italienische Grabräuber, die Etrusker-Grüfte aufspüren und ausplündern. Mal sozialrealistisch, mal fantastisch, bezaubert ihr Film durch den eigenwilligen Blick auf das heutige Verhältnis zur Vergangenheit. ...weiter

Hirokazu Kore-eda

Die Unschuld

(Kinostart: 21.3.) Rashomon lässt grüßen: Mit beeindruckender Sensibilität erzählt Regisseur Hirokazu Kore-eda die Geschichte einer Kinderfreundschaft drei Mal aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Damit gelingt ihm großes japanisches Erzählkino in der Tradition von Akira Kurosawa. ...weiter

Denis Moschitto

Schock

(Kinostart: 15.2.) Ein Arzt sieht rot: Denis Moschitto spielt in „Schock“ einen Mediziner, der etwas zu tief ins Kölner Unterwelt-Milieu verstrickt ist. Dabei debütiert er auch als Ko-Regisseur von Daniel Rakete Siegel mit feinem Gespür für die Straßen seiner Stadt – und hoher Schmerzgrenze. ...weiter

Tina Satter

Reality

(Kinostart: 8.2.) Wenn zuhause FBI-Agenten warten: Regisseurin Tina Satter zeichnet das vielschichtige Porträt einer Whistleblowerin, die Russlands Einflussnahme in den USA offenlegte. Mithilfe echter Vernehmungsprotokolle von ihrer Festnahme entsteht ein Dokudrama zwischen Kammerspiel und Thriller. ...weiter

Paul Giamatti

The Holdovers

(Kinostart: 25.1.) „Breakfast Club“ für Erwachsene: Auf dem verwaisten College-Campus bekommt ein vom Leben enttäuschter Professor die Chance, das Ruder noch einmal herumzureißen. Mit schrägem Humor weckt Regisseur Alexander Payne Empathie für drei Außenseiter, die mehr verbindet als gedacht. ...weiter

Behrooz Karamizade

Leere Netze

(Kinostart: 18.1.) Wasser als Rettung und Verhängnis zugleich: Junge Leute am Kaspischen Meer sehnen sich nach Veränderung – und sei es mithilfe der Kaviar-Mafia. Doch die Verhältnisse in der iranischen Provinz lassen ihnen keine Spielräume; das zeigt Regisseur Behrooz Karamizade schonungslos. ...weiter

Andrew Legge

Lola

(Kinostart: 28.12.) Schwestern schreiben Weltkriegs-Geschichte: mit einer Maschine, die Radio- und TV-Signale aus der Zukunft empfängt. Mit kleinem Budget und umso größerem Ideenreichtum gelingt Regisseur Andrew Legge eine fantastische Parabel mit Groove auf die Janusköpfigkeit der Wissenschaft. ...weiter