Artikel von Pamela Jahn (87)

Jahrgang 1978, Studium der Kulturwissenschaften und Publizistik in Berlin und Wien. Daneben freiberufliche Tätigkeit u.a. für die "tageszeitung" (taz) und "Ticket“, das Kulturmagazin des Berliner "Tagesspiegel". Anschließend Magister in Filmwissenschaften in London, gefolgt von Anstellungen am Institute of Contemporary Arts (ICA) und in der National Portrait Gallery. Schreibt seit 2000 übers Kino und ist heute in London hauptsächlich als freie Journalistin, Autorin und Filmkuratorin tätig.

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Noomi Rapace

Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten

(Kino-Start: 4.12.) Per aspera ad astra: Mit Armenpflege in Kalkutta wurde Mutter Teresa zur berühmtesten katholischen Ordensschwester der Welt. An der Heiligenlegende strickt Regisseurin Teona Strugar Mitevska zwar nicht mit; ihr Biopic klammert aber Kritik an der Wohltätigkeits-Praxis aus. ...weiter

Andreas Prochaska

Welcome Home Baby

(Kinostart: 27.11.) Ihr Bauch gehört uns: Einen „kleinen dreckigen Horrorfilm” wollte Regisseur Andreas Prochaska drehen – was ihm „ein wenig entglitten“ sei. In der Tat: Sein kraftvoll bebildertes Schauerstück um eine ahnungslose Erbin und verschwörerische Dörfler lässt im Unklaren, worum es eigentlich geht. ...weiter

Jan Komasa

The Change

(Kinostart: 6.11.) Lagerkampf im Familienkreis: Im ersten US-Film des polnischen Regisseurs Jan Komasa rächt sich die Autorin eines neo-autoritären Bestsellers bei Verwandten ihres Mannes. Gedacht als Studie über Ideologie und Machtmissbrauch, fehlt es dem Drama völlig an Tiefe, Spannung und Raffinesse. ...weiter

Rainer Bock

Karla

(Kinostart: 2.10.) Dem Unsagbaren eine Stimme geben – mit einer Stimmgabel: Anfang der 1960er Jahre verklagte eine Zwölfjährige ihren Vater wegen Missbrauchs. Diesen realen Fall zeichnet Regisseurin Christina Tournatzés nach; mit sensibler Inszenierung und glaubhaften Charakteren trifft sie den richtigen Ton. ...weiter

Damien Dorsaz

Maria Reiche – Das Geheimnis der Nazca-Linien

(Kinostart: 25.9.) Spuren im Sand: Seinem eigenen Dokumentarfilm über die Geoglyphen-Forscherin Maria Reiche lässt Filmemacher Damien Dorsasz nun ein Biopic über sie folgen. Liebevoll und sensibel gezeichnet, mangelt es seiner Hommage jedoch an psychologischer Tiefe und historischer Präzision. ...weiter

Nahuel Pérez Biscayart

Kill the Jockey

(Kinostart: 18.9.) Mal so richtig die Frau raus lassen: Ein Jockey verliert sein Gedächtnis, entkommt seinem Vorleben und erfindet sich neu. Wer sich auf Luis Ortegas erratische Episodenhandlung einlässt, wird mit einem wilden Cocktail aus Krimi, queerer Komödie und magischem Realismus belohnt. ...weiter

Mia Maariel Meyer

22 Bahnen

(Kinostart: 4.9.) Wenn die Zukunft nur im Kopf stattfindet: In ihrer Roman-Verfilmung konzentriert sich Regisseurin Mia Maariel Meyer aufs Innenleben ihrer auf der Stelle tretenden Heldin. Mit zurückhaltender Hauptdarstellerin und klarer Bildsprache überträgt sie den Text fast verlustfrei auf die Leinwand. ...weiter

Cédric Klapisch

Die Farben der Zeit

(Kinostart: 14.8.) Schöne neue Vergangenheit: Mit einem alten Haus und einem geheimnisvollen Erbe beginnt eine poetische Zeitreise von Paris 1895 in die französische Provinz heute. Regisseur Cedric Klapisch spielt kunstvoll mit den zwei Erzählebenen, neigt aber auch zu Harmonieseligkeit. ...weiter

Maura Delpero

Vermiglio

(Kinostart: 24.7.) Wie herausgelöst aus Zeit und Raum: Inspiriert von einem Traum, erweckt Regisseurin Maura Delpero das italienische Alpendorf ihrer Großeltern im Winter vor 80 Jahren zum Leben. Die wunderbar stimmungsvolle Inszenierung dieser Familiensaga sorgt für berührende Intimität. ...weiter

Marianne Elliott

Der Salzpfad

(Kinostart: 17.7.) Der Weg ist das Ziel: Die Bestseller-Verfilmung um ein verarmtes Ehepaar auf Wanderschaft fängt die Atmosphäre der Romanvorlage erfolgreich ein. Die Aufregung um deren Wahrheitsgehalt scheint angesichts der harmlosen Erbauungsgeschichte jedoch übertrieben. ...weiter