Artikel von Dörthe Gromes (143)

Geboren 1978 in Rostock. Studium der Politik- und Kulturwissenschaften in Leipzig. Längere Aufenthalte in Lateinamerika und Russland. Seitdem freiberufliche Tätigkeit als Journalistin und Autorin für Mitteldeutscher Rundfunk, Sächsische Zeitung, Freie Presse, ZEIT, ZEITonline, VisionKino u.a. Interessen: Film und Kino, Zeitgeschichte, Gärtnern, Musik und Reisen.

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Jim Jarmusch

Father Mother Sister Brother

(Kinostart: 26.2.) Auf ein Heißgetränk mit der Familie: Im Episodenfilm von Regisseur Jim Jarmusch über die Entfremdung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern verbindet sich subtiler Humor mit eigenwilliger Zärtlichkeit. Die staubtrockenen Dialoge sind dem Star-Ensemble wie auf den Leib geschrieben. ...weiter

Nanni Moretti

Das Beste liegt noch vor uns

(Kinostart: 12.2.) Liebes Notizbuch: In Nanni Morettis neuer Selbstbespiegelung dreht sein Alter Ego einen Film über italienische Kommunisten im Jahr 1956. Sein Spiel mit verschiedenen Zeit- und Erzählebenen ist größtenteils so amüsant wie selbstrefenziell. Allerdings wirft das utopische Ende Fragen auf. ...weiter

Hasan Hadi

Ein Kuchen für den Präsidenten

(Kinostart: 5.2.) Sittenbild mit Hahn: Die Suche nach Backzutaten wird für ein Schulmädchen 1990 zur Odyssee durch eine südirakische Stadt. Der Film von Regisseur Hasan Hadi erinnert vielschichtig, schön bebildert und gut gespielt an die Situation während des Zweiten Golfkriegs. ...weiter

Kaouther Ben Hania

Die Stimme von Hind Rajab

(Kinostart: 22.1.) Tod in Gaza: Die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania rekonstruiert das Sterben des palästinensischen Mädchens Hind Rajab in einem erschütternden Kammerspiel. Ohne jegliche Kontextualisierung der Filmhandlung bedient der Film allerdings nur Tunnelblick und Betroffenheitsreflexe. ...weiter

Ildikó Enyedi

Silent Friend

(Kinostart: 15.1.) Ihr Freund, der Baum: Ein Ginkgo im Botanischen Garten von Marburg verbindet Menschen aus drei Generationen miteinander. In ihrem bildgewaltigen Essay-Spielfilm fragt Regisseurin Ildikó Enyedi nach unserem Verhältnis zu Pflanzen – und gibt statt klarer Antworten viele Anregungen. ...weiter

Christiane Paul + Charly Hübner

Der Held vom Bahnhof Friedrichsstraße

(Kinostart: 11.12.) Geschichte ist, was du draus machst: In Wolfgang Beckers letztem Film wird ein Mann unverdient zum Helden einer DDR-Fluchtgeschichte verklärt und nutzt dies zu seinem Vorteil. Damit gelingt dem 2024 verstorbenen Filmemacher eine brillante Satire auf deutsche Erinnerungsrituale. ...weiter

Christian Petzold

Miroirs No.3

(Kinostart: 18.9.) Traumwandler im Kino der Blicke: Mit leichter Hand inszeniert Filmemacher Christian Petzold in der Uckermark ein elegantes Spätsommermärchen über Verlust, Trauer und die Möglichkeit eines Neubeginns. Vier brillante Darsteller ziehen einen dabei in ihre eigene, entrückte Welt. ...weiter

Pavlo Ostrikov

U Are the Universe

(Kinostart: 4.9.) Die letzten Tage der Menschheit: Als die Erde untergeht, bleibt nur ein einsamer Weltall-Trucker übrig – auch sein Ende ist absehbar. Filmemacher Pavlo Ostrikov gelingt ein kosmisches Kammerspiel voller schwarzem Humor mit brillantem Hauptdarsteller und geistreichen Anspielungen. ...weiter

Juan Olea

Bitter Gold

(Kinostart: 21.8.) Edelmetall schmeckt bitter: Eine Goldgräber-Tochter muss sich in Nordchiles rauer Männerwelt behaupten. Regisseur Juan Francisco Olea inszeniert einen vor Spannung vibrierenden Neowestern mit hinreißenden Aufnahmen aus der Atacama-Wüste, der trockensten Region der Erde. ...weiter

Fritzi Haberlandt

Wilma will mehr

(Kinostart: 31.7.) Fähnlein im Wind of Change: Eine Ossi-Musterfrau lässt in den 1990ern die Tristesse in der heimischen Lausitz hinter sich und startet neu in Wien. Regisseurin Maren-Kea Freese reiht Ost-Klischees aneinander – dass sich ihr Film nicht darin erschöpft, verdankt er seiner Hauptdarstellerin. ...weiter