Artikel von Dörthe Gromes (77)

Geboren 1978 in Rostock. Studium der Politik- und Kulturwissenschaften in Leipzig. Längere Aufenthalte in Lateinamerika und Russland. Interessen: künstlerische Dokumentar- und Spielfilme, Kinolandschaft in Mitteldeutschland, Lokaljournalismus, Zeitgeschichte, Umweltpolitik, Gärtnern, Reisen. Medien: Sächsische Zeitung, Leipziger Volkszeitung, ZEIT, ZEITonline, Player-Kinomagazin u.a.

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Marina Abramović + Shirin Neshat

Body of Truth

(Kinostart: 10.9.) Frauenpower im Quartett: Regisseurin Evelyn Schels porträtiert vier erfolgreiche Künstlerinnen, die mit Ausdrucksformen des Körpers arbeiten. In der optisch gefälligen Doku bleiben Fragen nach dem, was sie verbindet, oder gar Kritik außen vor.

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Marcell Jankovics

Sohn der weissen Stute

(Kinostart: 13.8.) Psychedelischer Rausch trifft Volksmärchen: Der Regisseur Marcell Jankovics schuf vor fast 40 Jahren eine wilde Orgie an Farben und Formen. Nun ist sein inhaltlich eher traditionelles Märchen endlich hierzulande zu bewundern.

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Patricio Guzmán

Die Kordillere der Träume

(Kinostart: 16.7.) Von Berggipfeln und den Abgründen der chilenischen Geschichte: Regisseur Patricio Guzmán nutzt die Anden als Kontrastfolie, um über die Pinochet-Diktatur zu reflektieren – ein assoziativer Ansatz, der nur teilweise aufgeht.

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Emin Alper

Eine Geschichte von drei Schwestern

(Kinostart: 4.6.) Nach Istanbul, nach Istanbul: Regisseur Emin Alper porträtiert drei Schwestern, die in einem archaischen Bergdorf in Zentralanatolien festsitzen. Seine genau beobachtete Sozialstudie beeindruckt vor allem durch großartige Landschaftsaufnahmen.

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Jörg Adolph + Jan Haft

Das geheime Leben der Bäume

(Kinostart: 23.1.) Schwelgerisches vom Baumflüsterer: Regisseur Jörg Adolph findet eindrucksvolle Bilder für das Leben im Wald – zumindest wie es Bestsellerautor Peter Wohlleben sieht. Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Thesen bleibt aus.

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Jessica Hausner

Little Joe – Glück ist ein Geschäft

(Kinostart: 9.1.) Sag es mit Blumen: Künftig kommt Glück als Parfümduft. In ihrer etwas anderen Gentechnik-Dystopie führt Regisseurin Jessica Hausner brillant vor, wie Machbarkeitswahn und Zwang zur Selbstoptimierung in emotionaler Entfremdung enden.

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Karim Aïnouz

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(Kinostart: 26.12.) Schöne Traurigkeit: Zwei Schwestern verpassen ihre Leben im Rio de Janeiro der 1950er Jahre. Das exquisit inszenierte und nuancierte Melodram von Regisseur Karim Aïnouz feiert weibliche Selbstbehauptung in einer männerdominierten Welt.

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Markus Schleinzer

Angelo

(Kinostart: 28.11.) Als Hofmohr durch halb Europa: Regisseur Markus Schleinzer erinnert an Angelo Soliman, der im 18. Jahrhundert unter Monarchen herumgereicht wurde – mit einer komplexen und ästhetisch ausgefeilten Reflexion über die Wurzeln von Rassismus.

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Teona Strugar Mitevska

Gott existiert, ihr Name Petrunya

(Kinostart: 14.11.) Geschlechterkampf in Mazedonien: Beim Wetttauchen erhascht eine Frau das Kruzifix – und löst eine Krise des lokalen Patriarchats aus. Originelle Tragikomödie von Regisseurin Teona Strugar Mitevska, die im zweiten Teil etwas auf der Stelle tritt.

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Stefan Haupt

Zwingli – Der Reformator

(Kinostart: 31.10.) Gegen Bezahlung aus dem Fegefeuer: Im 16. Jahrhundert sorgte der Kirchenreformator Ulrich Zwingli für Unruhe in der Schweiz. Der Regisseur Stefan Haupt inszeniert sein ungewöhnliches Leben historisch präzise, aber recht didaktisch.

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