Bonn + Leipzig

Inszeniert– Geschichte im Spielfilm

Filmbilder formen Geschichtsbilder: Wie Kino und TV historisches Bewusstsein prägen, zeichnet eine opulente Ausstellung im Haus der Geschichte nach. Allerdings beschränkt auf spektakuläre Umbrüche – das Lebensgefühl ganzer Jahrzehnte wird ignoriert.

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06.12.2016

Ken Loach

Daniel Blake wäre für den Brexit

Der Held des neuen Films von Ken Loach kämpft gegen ein zynisches Sozialsystem, das ihm jede Hilfe verweigert. Das sei symptomatisch für den Zerfall der britischen Gesellschaft, so der Regisseur: Die Wirtschaft stehle sich aus ihrer Verantwortung für die Beschäftigten.

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23.11.2016
Geoffrey Rush

Die Wildente

(Kinostart: 27.10.) Freundesmund tut Wahrheit kund: Mit Enthüllungen zerreißt ein Rückkehrer das fragile soziale Gleichgewicht. In seiner beeindruckend schnörkellosen Neufassung des Ibsen-Dramas legt Regisseur Simon Stone ein zeitloses Psychogramm frei.

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25.10.2016

Anne Zohra Berrached

Ich habe selbst abgetrieben

In „24 Wochen“ muss sich Julia Jentsch zwischen Spätabtreibung und Kind mit Behinderung entscheiden. Ihr Film solle Schuldgefühle bei Frauen mindern, die in ähnlicher Lage selbst abgetrieben haben, erklärt Regisseurin Zohra Berrached im Interview.

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20.09.2016
Rachel Weisz+ Michael Fassbender

The Light between Oceans

(Kinostart: 8.9.) Wie Moses im Bastkörbchen: Mit einem Findelkind genießt ein Paar ohne Nachwuchs Familienglück am Ende der Welt– bis die leibliche Mutter auftaucht. Verklärendes Gefühlskino von Regisseur Derek Cianfrance in majestätischer Naturkulisse.

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07.09.2016

Lee Tamahori

Mahana – Eine Maori-Saga

(Kinostart: 1.9.) Generationen-Konflikt beim Schafschur-Wettbewerb: Ein junger Maori begehrt gegen den Patriarchen auf, der seinen Clan tyrannisch beherrscht. Authentisch und etwas glatt inszeniertes Familienepos aus Neuseeland von Regisseur Lee Tamahori.

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29.08.2016

Michael Grandage

Lektor ging mit Hut ins Bett

In „Genius“ porträtiert Michael Grandage einen Berufsstand, der sonst nie im Kino zu sehen ist: Verlagslektoren sorgen dafür, dass aus Manuskripten Bücher werden. Ihre Arbeit ähnelt derjenigen von Regisseuren, erklärt der Regisseur im Interview.

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11.08.2016
James Napier Robertson

Das Talent des Genesis Potini

(Kinostart: 16.6.) Schach der bipolaren Störung: Regisseur Robertson porträtiert einen Maori-Meisterspieler, dessen Laufbahn in die Psychiatrie führte – danach trainierte er benachteiligte Jugendliche. Außergewöhnliches Biopic ohne Hang zum Sozialkitsch.

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14.06.2016

Ulrike Ottinger

Chamissos Schatten – Teil 4

(Kinostart: 26.5.) Im letzten und besten Teil ihrer zwölfstündigen Polarmeer-Saga besucht Regisseurin Ottinger das Grab von Vitus Bering auf der nach ihm benannten Insel und bereist Kamtschatka – dort traut sie sich leider kaum an die 29 aktiven Vulkane heran.

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23.05.2016

Omer Fast

Genug Geld für Koks + Stripperinnen

Vergangenheit ist, was wir dafür halten; ihre vollständige Rekonstruktion bleibt unmöglich. Dennoch unterwirft der Kunst-Filmer Omer Fast seinen Protagonisten in „Remainder“ einer aufwändigen Amnesie-Eigentherapie – um Tabus sichtbar zu machen, betont er.

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11.05.2016
Thomas Vinterberg

Betrunkene haben Weltkrieg gewonnen

In „Die Kommune“ fließt viel Bier; das macht die Mitbewohner großzügig, so der dänische Regisseur Vinterberg. Er erzählt im Interview, welche eigenen Erfahrungen er mit einer WG gemacht hat – und warum sein nächster Film den Alkohol feiern soll.

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18.04.2016
66. Berlinale

Wegen Überfüllung geschlossen

Die Berlinale platzt aus allen Nähten. Während die Massen gucken, was sie kriegen können, pflegen Filmauswahl und Jury die Eigenreklame eines politisch engagierten Festivals. Anstatt abzukassieren, sollte es endlich wieder den Berlinern entgegen kommen.

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22.02.2016

Florian Gallenberger

Auswärtiges Amt vertuscht Mitschuld

Ein Sadist aus Bonn etablierte in Chile eine Sekte mit Folter und Kindesmissbrauch: Geflohene wurden von der deutschen Botschaft ins Lager zurückgeschickt. Bis heute werde das vom Außenministerium vertuscht, erklärt Regisseur Florian Gallenberger.

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17.02.2016
Apichatpong Weerasethakul

Nur Träume ermöglichen Befreiung

Mit einfachen Stilmitteln schafft der Thai Apichatpong Weerasethakul poetisch verrätseltes Traumkino. In „Cemetery of Splendour“ leiden Soldaten an Schlafkrankheit: kein Kommentar zur Militärregierung, sondern zum Soldaten in uns, erklärt er im Interview.

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12.01.2016