70. Berlinale

Verwelkter Vorschusslorbeer

Mit dem Goldenen Bären für „There Is No Evil“ von Mohammad Rasoulof kürte die Jury ein Polit-Drama hoch verdient zum Gewinnerfilm. Das neue Leitungs-Duo hat das Festival nur halbherzig reformiert; der zusätzliche „Encounters“-Wettbewerb wirkt überflüssig.

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Elisabeth Moss

Der Unsichtbare

(Kinostart: 27.2.) Wenn der Ex-Partner nach seinem Selbstmord herumspukt: In dieser Neuverfilmung eines 1897 erschienenen Romans von H.G. Wells setzt Regisseur Leigh Whannell auf sich langsam steigernde Spannung – in der Hauptrolle glänzt Elisabeth Moss.

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August Diehl

Alles wird immerzu gefilmt

Eine Ode an das elementare Gefühl für Gut und Böse: August Diehl spielt Franz Jägerstätter, der wegen NS-Kriegsdienst-Verweigerung hingerichtet wurde. Im Interview spricht Diehl über das Eintauchen in eine andere Welt – die Kamera ist beim Aufwachen dabei.

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Hilary Swank

I am Mother

(Kinostart: 22.8.) Kuscheln mit der Roboter-Mutter: In seinem SciFi-Thriller wirft Regisseur Grant Sputore einen ungewohnten Blick auf Künstliche Intelligenz. Sein apokalyptisches Kammerspiel plädiert für einen zärtlichen Umgang mit menschlicher Selbstabschaffung.

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Sandra Maischberger

Keine larmoyante Opfergeschichte

TV-Moderatorin Sandra Maischberger hat den Spielfilm „Nur eine Frau“ über den so genannten Ehrenmord an der Kurdin Hatun „Aynur“ Sürücü 2005 in Berlin produziert. Damit wollte sie endlich das Geschehen aus Aynurs Sicht darstellen, erklärt Maischberger im Interview.

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Julian Schnabel

Als Künstler sein Ding machen

Ein alter Hauptdarsteller und eine neue Todes-Theorie: Regisseur Julian Schnabel, selbst bekannter Maler, findet Zweifel am Biopic über seinen berühmten Kollegen Vincent van Gogh unangebracht – mit den Fiktionen der Kunst stolpere man über die Wahrheit.

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Querfurt

Ganz großer Trick!

Black is beautiful: Vor 100 Jahren schuf Lotte Reiniger ihren ersten Silhouetten-Kurzfilm, 1926 den ersten Animations-Langfilm der Welt. Zum Jubiläum zeigt die FilmBurg eine kleine, feine Schau über das Genre – kuratiert vom letzten praktizierenden Großmeister.

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Christian Bale

Körpermasse verhilft zur Macht

Schluss mit dem Schlankheitswahn: Für die Rolle von Dick Cheney in „Vice – Der zweite Mann“ legte Christian Bale fast zwei Dutzend Kilo zu. Seine schwergewichtige Statur verlieh ihm deutlich mehr Durchschlagskraft, erzählt der Schauspieler im Interview.

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69. Berlinale

Schmallippiger Staatsbetrieb

Abspann läuft: Nach 18 Jahren wird Direktor Dieter Kosslick abgelöst. Seine letzten Filmfestspiele bieten den gewohnten Kessel Buntes mit gemischtem Preisträger-Potpourri – auf die Herausforderungen durch Zensur und Streaming findet die Berlinale keine Antwort.

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Bonn + Berlin

Kino der Moderne: Weimarer Republik

Babylon Bundeskunsthalle: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Film zum Massenmedium, das sämtliche Aspekte seiner Zeit reflektierte. Das zeigt eine so üppig ausgestattete wie souverän inszenierte Großausstellung – ab Juni im Berliner Museum für Film und Fernsehen.

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Warwick Thornton

Sweet Country

(Kinostart: 27.9.) Flucht ins Outback: Der australische Regisseur Warwick Thornton inszeniert die Jagd auf zwei Aborigines als minimalistische Melange aus Western, Justiz- und Beziehungsdrama. Eine klassische Geschichte, gesehen aus anderem Blickwinkel.

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Philipp Jedicke

Virtuelles Essen mit Leslie Feist

Private Szenen wollte der Musiker Chilly Gonzales nicht mit sich drehen lassen. Doch Philipp Jedicke findet, das habe seinem Dokuporträt nur gut getan. „Wir finden über die Kunst die Privatperson und nicht umgekehrt“, sagt der Regisseur im Interview.

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Shirin Neshat

Einen Sommer nur ihre Musik hören

Oum Kulthum ist ein Mega-Star, und Fans sind empfindlich: Als Exil-Iranerin einen Film über Ägyptens nationale Ikone zu drehen, ist von allen Seiten angreifbar. Ihr Werk werde stets teils gefeiert, teils abgelehnt, erklärt Regisseurin Shirin Neshat im Interview.

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Frankfurt am Main

50 Jahre "2001: A Space Odyssey"

Der ultimative Trip: Regisseur Stanley Kubrick revolutionierte 1968 den Science-Fiction-Film. Wie visionär sein Meisterwerk ein halbes Jahrhundert später im Sprachassistenten-Zeitalter noch wirkt, führt das Deutsche Filmmuseum in einer Jubiläumsschau glänzend vor.

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Christian Petzold

Nur Liebende überstehen die Flucht

Regisseur Christian Petzold hat die Handlung von Anna Seghers Flüchtlings-Roman „Transit“ aus den 1940er Jahren ins heutige Marseille verlegt. Vergangenheit und Gegenwart seien ohnehin stets gleichzeitig präsent, erklärt er seinen Kunstgriff im Interview.

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Berlin + München

Die Ufa – Geschichte einer Marke

Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder: Die Ufa war Kino-Traumfabrik der Weimarer Republik und Nazi-Propagandaschmiede – heute produziert sie TV-Massenware. Ihre wechselvolle 100-jährige Geschichte beleuchtet eine Ausstellung recht summarisch.

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68. Berlinale

Behinderten-Sex im Bären-Portfolio

Die Berlinale-Jury schockiert mit dem Goldenen Bären für „Touch me not“, die potentiell besten Wettbewerbsfilme laufen in Nebenreihen – alles wie gehabt. Dennoch zeichnen sich erste Konturen für ein Festival nach dem Ende des endlosen Kosslick-Regimes ab.

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Guillermo del Toro

Reale Monster sind im Menschenherz

Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro hat mit „Shape of Water“ einen Fantasy-Historienfilm gedreht, der für 13 Oscars nominiert wurde. Das Monster in seinem Film spiegele immer auch das Monster im Menschen, betont er im Interview.

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Essen + Wien + Stuttgart

Alexander Kluge: Pluriversum

Medienvirtuose und Tausendsassa: Alexander Kluge ist Filmemacher, TV-Produzent, Schriftsteller und Instant-Theoretiker – gern alles gleichzeitig. Sein Lebenswerk würdigen zum 85. Geburtstag zwei Ausstellungen; sie scheitern daran, dass Kluge sie kuratiert hat.

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Diane Kruger

Könnte den Film nicht nochmal sehen

Wenn Kino vom Leben nachgeahmt wird: In „Aus dem Nichts“ spielt Diane Kruger eine Frau, die Mann und Sohn bei einem Attentat verliert. Während der Dreharbeiten starb völlig unerwartet ihr Stiefvater – das setzte ihr sehr zu, erzählt Kruger im Interview.

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Ruben Östlund

Kunstbetrieb ist wie Filmgeschäft

In „The Square“ nimmt der schwedische Regisseur Ruben Östlund die Eitelkeiten und Absurditäten der Museumswelt aufs Korn; dafür bekam er in Cannes die Goldene Palme. Seine Satire basiere zu großen Teilen auf realen Erlebnissen, erzählt er im Interview.

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Luc Besson

Jeder von uns ist ein Sandkorn

Mit der Comic-Verfilmung „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ erfüllt sich Regisseur Luc Besson einen Jugendtraum. Daran hat er sieben Jahre gearbeitet – denn „Avatar“ von James Cameron zwang ihn zu einem Neuanfang, erzählt Besson im Interview.

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Bruno Ganz

Ohnmacht an der Ostberliner Grenze

Schauspieler Bruno Ganz, der „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ einen greisen SED-Genossen mimt, kannte die Ex-DDR gut: Als Schweizer durfte er problemlos einreisen. Die strengen Grenzkontrollen machten ihm aber furchtbare Angst, erzählt er im Interview.

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Cate Shortland

Berlin Syndrom

(Kinostart: 25.5.) Opfer des Berlin-Hype: Eine australische Touristin gerät in die Fänge eines Psychopathen. Regisseurin Cate Shortland gelingt ein fesselnder Thriller über die Beweggründe, warum manche Entführer ihre Opfer dauerhaft wegsperren wollen.

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München

Kino der Kunst 2017

Zwischen Metropolen-Glamour und Millionendorf-Gekungel: Das Spezial-Festival für Künstler-Filme hinkt in der dritten Ausgabe seinen eigenen Ansprüchen weit hinterher. Dabei machen Lokalmatadore wie Julian Rosefeldt Posten und Preise unter sich aus.

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