Artikel von Ivo Nagelweihler (112)

Geboren 1971 in Hessen. Studium der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Münster, Paris und München. Promotion 2001 über die Darstellung meteorologischer Phänomene im Werk von William Turner. Arbeit für diverse Galerien, Beiträge für Fachorgane wie "Kunstzeitung", "Zeitkunst" und Regionalzeitungen wie "Rheinische Post", "Neue Westfälische" und "Nürnberger Nachrichten"; seit 2011 regelmäßig für "Kunst+Film". Schwerpunkte: Kunstmarkt, Malerei aller Epochen und große Einzelgänger der Kunstgeschichte.

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Kassel

documenta fifteen: documenta Halle und Ottoneum

Die Jagd auf antisemitische Kunstwerke nimmt inquisitorische Züge an – obwohl fast alle Beiträge nichts damit zu tun haben, wie ein Rundgang durch die documenta Halle und das Ottoneum zeigt. Doch das lumbung-Prinzip bedroht das Geschäftsmodell des Kunstmarkts. Da hilft nur: Nächstes Mal in Jerusalem! ...weiter

Frankfurt am Main

Marcel Duchamp

Minimaler Aufwand, maximale Wirkung: Mit der Erfindung von Readymades wurde Marcel Duchamp zum Pionier der Konzeptkunst. Seinem Gesamtwerk widmet das Museum für Moderne Kunst (MMK) die erste Retrospektive seit zwei Dekaden – von konventionellen Anfängen bis zu zotigen Kalauern. ...weiter

München

Gruppendynamik – Kollektive der Moderne

Gemeinsam sind wir avantgardistisch: Das Lenbachhaus führt vor, wie Künstlerkollektive auf allen Kontinenten im 20. Jahrhundert nach neuen Bild- und Formensprachen suchten. Als hervorragend dokumentierte Weltreise durch die Moderne – obwohl sie ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt. ...weiter

Würzburg

Landschaften im Licht – Der erste Impressionist

Der erste deutsche Impressionist ist heute weitgehend vergessen: Dass Ludwig von Gleichen-Rußwurm schon ab 1889 in hell leuchtenden Farben malte, wissen nur Spezialisten. Dem zu Unrecht Verkannten widmet das Museum im Kunstspeicher die erste Werkschau seit fast 40 Jahren. ...weiter

Dortmund

EFIE: The Museum as Home – Kunst aus Ghana

Fufuzelas, Prunkschirme und Vergewaltigungs-Dokus: Im Dortmunder U wird Gegenwartskunst aus Ghana gezeigt – allerdings ohne Erläuterungen zu den Künstlern und ihren Werken. Die königliche Kuratorin Nana Oforiatta Ayim verfolgt andere Ziele. ...weiter

Hamburg

Toyen

Radikale Einzelgängerin mit vielen engen Freunden: Die tschechische Surrealistin Toyen schuf ein vielseitig leuchtendes Werk, das nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet. Mit einer exzellenten Retrospektive ruft es die Hamburger Kunsthalle in Erinnerung – eine hoch verdiente Wiederentdeckung. ...weiter

Halle (Saale)

Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra

Kosmischer Kalender aus Gold und Bronze: Das 1999 gefundene Prunkstück erweitert unser Wissen über die Frühbronzezeit in Mitteleuropa erheblich. Das zeigt eine große Themenschau im Landesmuseum für Vorgeschichte, die allerdings im Kleinklein der Fundstätten ausfranst. ...weiter

Berlin

Spätgotik – Aufbruch in die Neuzeit

Als die Bilder realistisch wurden: Die Spätgotik überwand mittelalterliche Formeln – mit dem Buchdruck explodierte die Nachfrage nach Motiven. Das zeigt eine opulent bestückte Epochenschau in der Gemäldegalerie, die sich mit ihrem umfassenden Anspruch etwas übernimmt. ...weiter

Frankfurt am Main

Impressionismus in Skulptur

Flüchtige Sinneseindrücke in Bronze oder Marmor? Impressionistische Skulpturen erscheinen als Widerspruch an sich. Das Städel Museum spürt sie trotzdem auf – allerdings mit einer Konzentration auf zwei Künstler, die einige Zeitgenossen vernachlässigt. ...weiter

Berlin

Wiedereröffnung Jüdisches Museum

Fünf Jahre Vorbereitungszeit, mehr als 1000 Exponate: Die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist eine Schau der Superlative. Als gelungene Gratwanderung zwischen Information und sinnlicher Anschauung – nur das Ende franst aus. ...weiter