Artikel von Swantje Seberg (159)

Sächsische Künstlerin und Autorin; lebt und arbeitet in Dresden und Berlin. Dort war sie Ende der 1980er Jahre in der Subkultur-Szene vom Prenzlauer Berg aktiv. Das Ende der DDR erlebte sie als Bilderrausch: eine Flut nie gesehener Ideen und Motive. Seither hat sie sich den westlichen Kunstkanon angeeignet und füttert damit diverse Medien. Besonders interessiert sie die Übertragung von Kunst in Film und umgekehrt; über beides schreibt sie regelmäßig bei K+F.

Alle Autoren bei kunstundfilm.de

Maren Eggert

Gavagai

(Kinostart: 30.4.) Kopflastiger Postkolonialismus: In einem Film-im-Film verlegt Regisseur Ulrich Köhler den Medea-Mythos in den Senegal. Zugleich tippt er allerlei politisch brisante Themen an und lässt seinen großen Berlinale-Auftritt Revue passieren – im überfrachteten Konstrukt überzeugt nur Maren Eggert. ...weiter

Saarbrücken

Was bleibt? – Die Zeit der Merowinger

Die vergessene Dynastie: Merowinger-Könige beherrschten 300 Jahre lang Westeuropa, vom 5. bis 8. Jahrhundert. Mangels Texten bleibt diese Epoche mysteriös; was man über sie weiß, stammt meist aus Gräbern. Solche Fundstücke präsentiert das Museum für Vor- und Frühgeschichte sehr anschaulich und attraktiv. ...weiter

Kevin + Toby Schmutzler

Nawi – Dear Future Me

(Kinostart: 5.3.) Acht Kamele, 60 Schafe und 100 Ziegen: Diesen Brautpreis für eine 14-Jährige will ihr Vater erlösen. Erst sträubt sich die Musterschülerin, dann opfert sie sich. Vier Regisseure legen ihr deutsch-kenianisches Gemeinschaftswerk arg didaktisch an – dem Hochglanz-Look mangelt es an Plausibilität. ...weiter

James Cameron

Avatar: Fire and Ash (3D)

(Kinostart: 17.12.) Rekordjagd, dritter Teil: Mit der Fortsetzung seiner Science-Fiction-Saga über blaue Katzenmenschen übertrifft Regisseur James Cameron abermals sich selbst. Die CGI-Grafik ist noch plastischer, es gibt nun auch indigene Bösewichte – nur die Ökotopie bleibt unverändert. ...weiter

Bonn + Frankfurt am Main

W.I.M. – Die Kunst des Sehens

Chronist bundesdeutscher Sinnsuche: Mit Sendungsbewusstsein, Fleiß und Netzwerken wurde Wim Wenders zum Urgestein des Neuen Deutschen Films. Bundeskunsthalle und DFF widmen ihm eine Gedenkschau zum 80. Geburtstag – sie präsentiert sein Lebenswerk opulent und glänzend arrangiert. ...weiter

Radu Jude

Kontinental '25

(Kinostart: 9.10.) Wie man mit dem Holzhammer moralisiert: Bevor er aus seinem Unterschlupf geworfen wird, begeht ein Obdachloser Selbstmord – das löst bei einer rumänischen Gerichtsvollzieherin heftige Gewissensbisse aus. Ihre folgenlose Zerknirschung inszeniert Regisseur Radu Jude wortreich und langatmig. ...weiter

Dresden

Teamwork in Antwerpen! Pieter Bruegel, Hendrick van Balen und die anderen

Bilderflut für gute Bürgerstuben: In Flandern bedienten nach 1600 ganze Maler-Dynastien die wachsende Nachfrage vermögender Kunstsammler. Die Gemäldegalerie zeigt eine beeindruckende Auswahl vor allem aus eigenem Bestand – nur über Künstler-Kooperation erfährt man nicht viel. ...weiter

Álvaro Longoria

Ecce Homo – Der verlorene Caravaggio

(Kinostart: 31.7.) Seht, welch ein Bild: 2021 wurde in Madrid ein Gemälde entdeckt, das bald als unbekanntes Werk von Caravaggio galt. Wie es begutachtet, restauriert und vermarktet wurde, schildert die Doku von Regisseur Álvaro Longoria wortreich, aber wenig strukturiert – entscheidende Fragen bleiben offen. ...weiter

Giulia Louise Steigerwalt

Diva Futura

(Kinostart: 26.6.) Sexindustrie als Sittenkomödie und Sozial-Melodram: Aufstieg und Niedergang der wichtigsten Erotikmodel-Agentur im Italien der 1990er Jahre erzählt Regisseurin Giulia Louise Steigerwalt in zwei radikal unterschiedlichen Teilen – auf anarchisch-frivolen Spaß folgt zähe, redselige Agonie. ...weiter

Nabil Ayouch

Alle lieben Touda

(Kinostart: 29.5.) Singen und tanzen, bis es Geldscheine regnet: Nachtclub-Sängerinnen in Marokko agieren mit vollem Körpereinsatz. Ihr prekäres Dasein am Rande der Macho-Gesellschaft beleuchtet Regisseur Nabil Ayouch mit Drastik und Empathie – und einer furiosen Hauptdarstellerin. ...weiter