Artikel von Swantje Seberg (127)

Sächsische Künstlerin und Autorin; lebt und arbeitet in Dresden und Berlin. Dort war sie Ende der 1980er Jahre in der Subkultur-Szene vom Prenzlauer Berg aktiv. Das Ende der DDR erlebte sie als Bilderrausch: eine Flut nie gesehener Ideen und Motive. Seither hat sie sich den westlichen Kunstkanon angeeignet und füttert damit diverse Medien. Besonders interessiert sie die Übertragung von Kunst in Film und umgekehrt; über beides schreibt sie regelmäßig bei K+F.

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Dresden + Wiesbaden

Weltflucht und Moderne – Oskar Zwintscher

Ein sächsischer Gustav Klimt, mit Betonung auf sächsisch: Das Albertinum will den Maler Oskar Zwintscher als Star-Künstler der Zeit um 1900 rehabilitieren. Was nur bedingt überzeugt: Der handwerklich hervorragende Porträtist schuf ansonsten eher unoriginell überladene Werke. ...weiter

Berlin

Schliemanns Welten

Heinrich Schliemann war viel mehr als nur der Entdecker von Troja. Als polyglotter Kaufmann wurde er mit unter 30 Millionär – später reiste er ständig um die Welt. Seine abenteuerliche Biographie reicht für ein Dutzend Leben aus; das zeigt eine anschauliche Gedenkschau zum 200. Geburtstag in zwei Museen. ...weiter

Berlin

Hollywood

Als die Filmbilder stehen lernten: Ohne Set- und Werbe-Fotografie ist Kino nicht denkbar. Ihre Entwicklung zeichnet das Museum für Fotografie in einer kompakten Ausstellung mustergültig nach – von glamourösen Star-Porträts bis zur Demontage des Mythos durch Freaks am Straßenrand. ...weiter

Arthur Harari

Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel

(Kinostart: 2.6.) Zweiter Weltkrieg ohne Ende: Nach Japans Kapitulation 1945 kämpfte ein Soldat auf einer Pazifikinsel noch 29 Jahre weiter. Sein Guerillero-Dasein schildert Regisseur Arthur Hariri fesselnd als Robinsonade im Regenwald – und als schonungslose Studie über Realitätsverlust. ...weiter

Andreas Dresen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

(Kinostart: 28.4.) Politskandal-Chronik als Wohlfühl-Film: Die Affäre um den unschuldigen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz zeichnet Regisseur Andreas Dresen aus der Perspektive seiner Mutter Rabiye nach. Die spielt Meltem Kaptan als kalauernde Betriebsnudel; dafür bekam sie einen Silbernen Bären. ...weiter

München

Shirin Neshat – Living in one land, dreaming ...

Verirrt im Traumland: Die exiliranische Künstlerin Shirin Neshat zeigt eine Multimedia-Großinstallation in der Pinakothek der Moderne. Doch überdekorierte Schwarzweiß-Porträts und dunkel raunende Videoprojektionen bebildern vor allem ihre privaten Obsessionen. ...weiter

Nanni Moretti

Drei Etagen

(Kinostart: 17.3.) Männer sind Schweine: Im römischen Mietshaus herrschen Misstrauen, Gefühlskälte und blanker Hass. Das bekommt dem Episodenfilm von Regisseur Nanni Moretti schlecht – sein Sammelsurium aus Schuldzuweisungen wirkt willkürlich und dürftig konstruiert. ...weiter

Essen + Zürich

Federico Fellini – Von der Zeichnung zum Film

Die Geburt von Kinoklassikern aus dem Geist der Karikatur: Federico Fellini, Schöpfer von vielschichtig sinnlichen Ausstattungsorgien, bereitete seine Filme mit zahllosen Zeichnungen vor. Eine Auswahl von 200 Exemplaren wird im Museum Folkwang und Kunsthaus Zürich anschaulich präsentiert. ...weiter

Halle (Saale)

Sittes Welt – Willi Sitte: Die Retrospektive

Auf zum letzten Gefecht: Wille Sitte war der umstrittenste Künstler der DDR. Zum 100. Geburtstag widmet ihm das Kunstmuseum Moritzburg die erste Werkschau seit gut 30 Jahren – ein Panoptikum zwischen Propaganda und Porno-Barock. ...weiter

Frankfurt am Main

Katastrophe: Was kommt nach dem Ende?

Die Ausstellung als sich selbst erfüllende Prophezeiung: Das Deutsche Filmmuseum nimmt Untergangs-Visionen in den Blick. Doch die Sicht wird von rauchenden Trümmern vernebelt – übrig bleibt ein Weltuntergangs-Eintopf mit volkspädadogischer Absicht. ...weiter