Artikel von Renée-Maria Richter (146)

Geboren 1972 in Rheinland-Pfalz; nach dem Abitur Umzug nach Berlin. Studium der Germanistik, Komparatistik und Psychologie an der FU Berlin, danach Kamerafrau an der Hochschule für Film und Fernsehen (heute: Filmuniversität) Babelsberg. Mitarbeit bei diversen Film- und TV-Produktionen; schreibt seit 1998 regelmäßig über Kino. Mag Filme, die in keine Schublade passen – oder, noch besser, deren Grenzen sprengen.

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Stéphane Sorlat

Das Geheimnis von Velázquez

(Kinostart: 20.11.) Alles überall auf einmal: Seinen Essay-Film über Leben und Werk des spanischen Barockmalers reichert Regisseur Stéphane Sorlat mit derart vielen Experten-Stimmen und anderen Elementen an, dass ohne Vorkenntnisse Verwirrung droht. Dadurch wirkt dieses Patchwork sehr französisch. ...weiter

Emma Stone + Jesse Plemons

Bugonia

(Kinostart: 30.10.) Allein gegen die Aliens: Zwei Spinner entführen eine Konzern-Chefin, um die Erde vor Außerirdischen zu retten. Sein Remake einer koreanischen Sci-Fi-Komödie gerät Regisseur Giorgos Lanthimos zur flachen Parabel von Frauen-Aufstieg und Männer-Deklassierung – trotz exzellenter Schauspieler. ...weiter

Amanda Kim

Nam June Paik: Moon is the Oldest TV

(Kinostart: 11.9.) Der Mann, der Youtube vorwegnahm: Mit exzentrischen TV-Experimenten wurde Nam June Paik zum Erfinder der Videokunst. Wie der berühmteste koreanische Künstler anfangs belächelt und später als visionärer Pionier gefeiert wurde, zeichnet die Doku von Regisseurin Amanda Kim fesselnd nach. ...weiter

Johannes Betz

Sep Ruf – Architekt der Moderne

(Kinostart: 10.7.) Baumeister der frühen Bundesrepublik: In den 1950/60er Jahren schuf Sep Ruf viele moderne Wohn- und Verwaltungsbauten, die leicht und elegant erschienen – als Sinnbilder der jungen Demokratie. Regisseur Johannes Betz widmet ihm eine solide, passagenweise etwas konfuse Doku. ...weiter

Cécile de France

Die Bonnards – Malen und Lieben

(Kinostart: 5.6.) Sie küssten sich (oft) und sie schlugen sich (selten): Der Nabis-Künstler Pierre Bonnard und seine Partnerin Marthe de Méligny waren ein unzertrennliches Paar. Das zeigt Regisseur Martin Provost so stimmungsvoll wie undramatisch – indem er seinen Film an Bonnards Malweise angleicht. ...weiter

Dag Johan Haugerud

Oslo-Stories: Träume

(Kinostart: 8.5.) Queeres Erwachen in Oslo: Eine Schülerin verknallt sich in ihre Lehrerin – aus ihren Notizen machen Mutter und Großmutter ein Buch. Das verwandelt Regisseur Dag Johan Haugerud mit beeindruckendem Feingefühl in ein Psychogramm der ersten Liebe; prämiert mit dem Goldenen Bären. ...weiter

Adèle Exarchopoulos

Beating Hearts (L'Amour ouf)

(Kinostart: 27.3.) Romeo und Julia mit Knast und Kleinbürgerhölle: Die Liebe zwischen einem Kleinkriminellen und einer Halbwaisen schildert Regisseur Gilles Lellouche als betörend originellen Bilderbogen, der zwischen Romantik-Drama und Gangster-Epos changiert. Eine Amour fou, so intensiv wie das erste Mal. ...weiter

Nikolai Kinski

Traumnovelle

(Kinostart: 16.1.) Auf den Spuren von Stanley Kubrick: 25 Jahre nach dessen letztem Werk „Eyes Wide Shut“ verfilmt Regisseur Florian Frerichs die „Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler neu. Als aseptische Ausstattungsorgie mit lauen Schauspielern, in der es keine Sekunde lang knistert – schon gar nicht erotisch. ...weiter

Enrique Sánchez Lansch

Pol Pot Dancing

(Kinostart: 5.12.) Die Extreme berühren sich: Kambodschas Diktator Pol Pot, dessen Rote Khmer bis zu zwei Millionen Landsleute massakrierten, war am Königshof unter Tänzern aufgewachsen. Diese Paradoxie beleuchtet Regisseur Enrique Sánchez Lansch mit bewegenden Aufnahmen und traumschönen Tanz-Szenen. ...weiter

Ali Abbasi

The Apprentice – The Trump Story

(Kinostart: 17.10.) Wie er wurde, was er ist: Regisseur Ali Abbasi beleuchtet das Milieu, in dem der Immobilien-Mogul und US-Ex-Präsident Donald Trump reich und mächtig wurde; seine erste Frau Ivana spielte eine Rolle. Die wichtigste und gröbste hatte aber Anwalt Roy Cohn als Mentor inne – ein Duo infernale. ...weiter