Artikel von Renée-Maria Richter (103)

Geboren 1972 in Rheinland-Pfalz; nach dem Abitur Umzug nach Berlin. Studium der Germanistik, Komparatistik und Psychologie an der FU Berlin, danach Kamerafrau an der Hochschule für Film und Fernsehen (heute: Filmuniversität) Babelsberg. Mitarbeit bei diversen Film- und TV-Produktionen; schreibt seit 1998 regelmäßig über Kino. Mag Filme, die in keine Schublade passen – oder, noch besser, deren Grenzen sprengen.

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Petra Höfer + Freddie Röckenhaus

Russland von oben

(Kinostart: 27.2.) Elf Zeitzonen in zwei Stunden: Die Doku-Regisseure Höfer und Röckenhaus überfliegen das größte Land der Erde. In der kondensierten Kino-Version ihrer TV-Serie ist jedoch kaum Raum für Hintergrundinformationen – alles wirkt arg idyllisch.

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Terrence Malick

Ein verborgenes Leben

(Kinostart: 30.1.) Passiver Widerstand: Weil er den NS-Kriegsdienst aus Glaubensgründen verweigerte, wurde der österreichische Bauer Franz Jägerstätter 1943 hingerichtet. Sein Schicksal verfilmt Regisseur Terrence Malick als brillante Reflexion über Prinzipientreue.

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Victor Kossakovsky

Aquarela

(Kinostart: 12.12.) Ein Schlag ins Wasser: Regisseur Victor Kossakovsky will H2O in allen Erscheinungsformen rund um den Globus zeigen. Doch sein kontext- und sinnfreier Bilderbogen in Blautönen bietet nur sprudelndes Augenpulver – als eiskalte Kino-Dusche.

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Adam Driver

The Report

(Kinostart: 7.11.) Der wandelnde Untersuchungsausschuss: Als Assistent einer US-Senatorin enthüllt Adam Driver die Folterpraktiken der CIA nach 9/11. Das nüchterne Dokudrama von Regisseur Scott Z. Burns erklärt auch die Selbstlähmung demokratischer Regierungen.

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Ritesh Batra

Photograph

(Kinostart: 8.8.) Mauerblümchen in Mumbai: „Lunchbox“-Regisseur Ritesh Batra porträtiert ein Paar, das vor lauter Hemmungen und Komplexen nicht zueinander findet. Sein sozialer Realismus hat ein Manko: Was seine Akteure bewegt, sieht und hört man nicht.

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László Nemes

Sunset

(Kinostart: 13.6.) Kopflastig verschwommener Kostümschinken: Oscar-Preisträger László Nemes scheucht eine Waise 1913 durch Budapest. Indem er Stilmittel seines Lehrmeisters Béla Tarr verramscht, gelingt ihm ein Historien-Porno mit garantiertem Schockeffekt.

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Sion Sono

Antiporno

(Kinostart: 16.5.) Verfremdungseffekte im Rotlichtmilieu: Das Setting von SM-Softcore entpuppt sich als Gegenteil der Realität. In der plagt sich ein Teenager mit inzestuösem Begehren herum – für knallige Optik suspendiert Regisseur Sion Sono die Plausibilität des Plots.

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Vincent Lindon

Streik (En Guerre)

(Kinostart: 25.4.) Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will: Arbeiter kämpfen gegen die Schließung ihrer Fabrik. Vincent Lindon gibt als Gewerkschafter alles, doch vergeblich. Packend legt Regisseur Stéphane Brizé die Ängste der Gelbwesten-Generation bloß.

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Adam McKay

Vice – Der zweite Mann

(Kinostart: 21.2.) Wie die USA wurden, was sie sind: Sein Biopic über Dick Cheney, Vizepräsident von George W. Bush, erweitert Regisseur Adam McKay zur epischen Zeitgeschichts-Tragikomödie – voller Widersprüche, Überraschungen und messerscharfer Pointen.

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Emily Blunt

Mary Poppins‘ Rückkehr

(Kinostart: 20.12.) Märchen-Musical zum Brexit: Nach 54 Jahren bringt Regisseur Rob Marshall das magische Kindermädchen aus London wieder ins Kino. In geänderten Zeiten – seine optisch eindrucksvolle Fortsetzung spricht eher ergraute Nostalgiker an als Knirpse.

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