Artikel von Renée-Maria Richter (107)

Geboren 1972 in Rheinland-Pfalz; nach dem Abitur Umzug nach Berlin. Studium der Germanistik, Komparatistik und Psychologie an der FU Berlin, danach Kamerafrau an der Hochschule für Film und Fernsehen (heute: Filmuniversität) Babelsberg. Mitarbeit bei diversen Film- und TV-Produktionen; schreibt seit 1998 regelmäßig über Kino. Mag Filme, die in keine Schublade passen – oder, noch besser, deren Grenzen sprengen.

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Olivier Assayas

Personal Shopper

(Kinostart: 19.1.) Von allen guten Geistern verlassen: Regisseur Olivier Assayas lässt eine Star-Einkäuferin auf Botschaften aus dem Jenseits warten. Sein Mystery-Thriller voller Geraune über Okkultes walzt das Elend von Lifestyle-Esoterik aus.

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Christopher Doyle

Hong Kong Trilogy

(Kinostart: 15.12.) Revolution der Regenschirme: 2014 protestierten Hunderttausende in Hongkong gegen Bevormundung durch Beijing. Der Doku-Drama-Verschnitt von Christopher Doyle gerät zum konfusen Remake von Improvisationsfilmen aus den 1970er Jahren.

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Natalie Portman

Geschichte von Liebe und Finsternis

(Kinostart: 3.11.) Glanz und Elend einer Literatur-Adaption: Star-Schauspielerin Natalie Portman verfilmt als Regisseurin die Roman-Autobiographie des israelischen Autors Amos Oz – ihrem sorgfältig bebilderten Episoden-Reigen fehlt meist die Tiefendimension.

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Danièle Thompson

Meine Zeit mit Cézanne

(Kinostart: 6.10.) Starliterat und Kraftkerl: Der Romancier Émile Zola und der Maler Paul Cézanne waren enge Freunde. Ihr Verhältnis zeichnet Regisseurin Danièle Thompson nach: als Human-Interest-Bilderbogen, bei dem Kunstgeschichte kaum eine Rolle spielt.

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Fatih Akin

Tschick

(Kinostart: 15.9.) Wie gut Scheiße bauen tut: Wolfgang Herrndorfs Bestseller verfilmt Regisseur Fatih Akin kongenial als anarchisches Road Movie im sommerlichen Brandenburg – ein Jugendroman als Anleitung zum Ausbruch aus dem normierten Dasein.

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Isabelle Huppert

Alles was kommt – L'Avenir

(Kinostart: 18.8.) Lebenshilfe für „Le Monde“-Leser: Isabelle Huppert glänzt als Philosophie-Lehrerin, deren Dasein aus den Fugen gerät – doch Regisseurin Mia Hansen-Løve begnügt sich mit einer betriebsam sterilen Selbstbespiegelung des Akademiker-Milieus.

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Jeremy Irons

Zeit für Legenden – Race

(Kinostart: 28.7.) Wie ein Schwarzer den Nazis ihre Propaganda-Schau vermasselte: Der US-Athlet Jesse Owens gewann bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin vier Mal Gold. Regisseur Stephen Hopkins zeigt, wie Spitzensport zum politischen Kräftemessen wurde.

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Alexander Scheer

Lou Andreas-Salomé

(Kinostart: 30.6.) Femme fatale im Fin de siècle: Aus ihrem bewegten Leben macht Regisseurin Cordula Kablitz-Post öden Bildungsbürger-Kitsch mit papiernen Dialogen. Die emanzipierte Muse von Nietzsche, Rilke und Freud hat ein besseres Biopic verdient.

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Cate Blanchett + Robert Redford

Der Moment der Wahrheit – Truth

(Kinostart: 2.6.) Glanz und Elend der US-Medien: Die Affäre um einen TV-Moderator und seine Produzentin, die wegen gefälschter Dokumente gefeuert wurden, bläst Regisseur James Vanderbilt zum tendenziösen Polit-Melodram auf – als linksliberale Sowjetpropaganda.

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Stefan Eberlein + Manuel Fenn

Parchim International

(Kinostart: 19.5.) Viel Fluglärm um nichts: Ein Investor aus China will einen ostdeutschen Ex-Militärflughafen ausbauen, kommt aber kaum voran. Wie die Filmemacher Eberlein und Fenn: Ihre Langzeit-Dokumentation legt eine ausfransende Bruchlandung hin.

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