Artikel von Anne-Katrin Müller (129)

Kommt aus Niedersachsen; war von der norddeutschen Tiefebene schnell gelangweilt. Umzug nach NRW, Ausbildung zur Fotografin in Köln und Iserlohn. Diverse Jobs, die mal mehr, mal weniger mit Foto und Film zu tun hatten, was ihre Begeisterung fürs Kino nicht minderte. Schreibt seit ca. zehn Jahren über bewegte Bilder für diverse Medien. Liebt Filme, die ihr die Augen für fremde Lebenswelten öffnen, ohne ihr Sand in dieselben zu streuen.

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Jude Law + Daniel Brühl

Eden

(Kinostart: 3.4.) Ärger im Paradies: 1934 eskalierten Konflikte unter deutschen Aussteigern auf einer Galápagos-Insel so sehr, dass einige zu Tode kamen. Diese Affäre hat Regisseur Ron Howard als ausgefeiltes Abenteuer-Epos verfilmt – ein Psychodrama, in dem der ersehnte Naturzustand bald in Barbarei umschlägt. ...weiter

Mo Harawe

The Village Next to Paradise

(Kinostart: 30.1.) Wortkarge Lebenskünstler am Horn von Afrika: Regisseur Mo Harawe porträtiert einen Tagelöhner samt Sohn und seine Schwester in Somalia. Seine durchaus realistische Kleine-Leute-Chronik ist malerisch inszeniert, schleppt sich aber mit mäßig begabten Laiendarstellerin recht zäh dahin. ...weiter

Anthony Hopkins

Freud – Jenseits des Glaubens

(Kinostart: 19.12.) Endspiel über die Existenz Gottes: Drei Wochen vor Sigmund Freuds Tod debattiert der Psychoanalyse-Begründer mit einem christlichen Autor. Das konstruierte Kammerspiel gerät zu oberflächlich für die Bedeutung seines Themas; Regisseur Brown behilft sich mit Allzumenschlichem. ...weiter

Beatrice Minger + Christoph Schaub

E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer

(Kinostart: 24.10.) Wem gehören die Wände? Sie waren weiß, als die Architektin Eileen Gray ihre Villa an der Côte d’Azur baute; später bemalte Le Corbusier sie bunt, was Gray ablehnte. Diesen Streit inszenieren Regisseurin Beatrice Minger und Ko-Regisseur Christoph Schaub als bescheiden ausgestattetes Kammerspiel. ...weiter

Kate Winslet

Die Fotografin

(Kinostart: 19.9.) Ein klarer Fall von Überidentifikation: Star-Schauspielerin Kate Winslet ist vom Wagemut der Weltkriegs-Fotografin Lee Miller so begeistert, dass sie das in jeder Szene ausagiert. Bei ihrer One-Woman-Show bleibt das Beste außen vor – Millers surrealistisches Frühwerk der 1920/30er Jahre. ...weiter

Mohamed Kordofani

Goodbye Julia

(Kinostart: 15.8.) Ehe-Zwist als Prolog zur Teilung der Nation: Bewunderungswürdig elegant zeigt Regisseur Mohamed Kordofani, wie Rassismus die Zwei-Klassen-Gesellschaft des Sudans prägt – das führte 2011 zur Spaltung. Der wohl erst zweite sudanesische Spielfilm in deutschen Kinos ist ein kleines Meisterwerk. ...weiter

Pawo Choyning Dorji

Was will der Lama mit dem Gewehr?

(Kinostart: 1.8.) Graswurzeldemokratie mit Gelbstich: Vor dem Hintergrund der ersten freien Wahlen in Bhutan 2006 inszeniert Regisseur Pawo Choyning Dorji eine harmonieselige Dramödie im Himalaya-Staat – mit respektvoll gelassenen Laiendarstellern in idyllischer Bergwiesen-Kulisse. ...weiter

Lionel Baier

Nathalie – Überwindung der Grenzen

(Kinostart: 30.5.) Familienzusammenführung durch Anti-EU-Protest: Eine Eurokratin soll einen Staatsbesuch auf Sizilien organisieren – stattdessen macht sie bei Sponti-Aktionen ihres Sohnes mit. Die anfangs scharfzüngige Politsatire verwandelt Regisseur Lionel Baier in ein rührseliges Versöhnungs-Melodram. ...weiter

Devid Striesow

Roxy

(Kinostart: 25.1.) Russenmafia-Reprise in Klassik-Soße: Regisseur Dito Tsintsadze wärmt das Klischee vom kriminellen Oligarchen auf, hinter dem Dunkelmänner her sind. Fehlbesetzungen, schale Gags und ein beharrlich schweigender Devid Striesow ergeben eine Gangsterkomödie, die besser ein Hörspiel wäre. ...weiter

Berlin

Großes Kino – Filmplakate aller Zeiten

Keine Kassenschlager ohne Kinoplakate: Trotz Digitalisierung bleiben sie die wichtigsten Werbeträger für Filme. 300 Exemplare seit Beginn der bewegten Bilder präsentiert die Kunstbibliothek – die Geschichte des Mediums ist so abwechslungsreich und interessant wie ein kurzweiliger Kinobesuch. ...weiter