Artikel von Anne-Katrin Müller (101)

Kommt aus Niedersachsen; war von der norddeutschen Tiefebene schnell gelangweilt. Umzug nach NRW, Ausbildung zur Fotografin in Köln und Iserlohn. Diverse Jobs, die mal mehr, mal weniger mit Foto und Film zu tun hatten, was ihre Begeisterung fürs Kino nicht minderte. Schreibt seit ca. zehn Jahren über bewegte Bilder für diverse Medien. Liebt Filme, die ihr die Augen für fremde Lebenswelten öffnen, ohne ihr Sand in dieselben zu streuen.

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Niklaus Hilber

Die Stimme des Regenwaldes

(Kinostart: 22.10.) Robin Hood im Dschungel: Regisseur Niklaus Hilber schildert das kurze, wilde Leben des Schweizers Bruno Manser, der mit Penan-Nomaden gegen die Abholzung von Borneo kämpfte, als fesselnd facettenreiches Biopic der besonderen Art.

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Jan Komasa

Corpus Christi

(Kinostart: 3.9.) Die Letzten werden die Ersten sein: Ein junger Häftling gibt sich als Landpfarrer aus. Das packende Dorf-Drama von Regisseur Jan Komasa fesselt durch seinen charismatischen Hauptdarsteller – und bietet tiefe Einblicke in die katholische polnische Provinz.

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Javier Bardem + Ellen Fanning

Wege des Lebens – Roads not taken

(Kinostart: 13.8.) Papa ist Gemüse: Eine Tochter müht sich mit ihrem demenzkranken Vater ab, der von quälenden Visionen heimgesucht wird. Dessen Innenleben veranschaulicht Regisseurin Sally Potter plausibel; Javier Bardem spielt ihn meisterlich nuanciert.

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Jella Haase + Albrecht Schuch

Berlin Alexanderplatz

(Kinostart: 16.7.) Es braust ein Ruf wie Donnerhall: Alfred Döblins Meisterwerk über die Höllenfahrt eines Arbeiters aktualisiert Regisseur Burhan Qurbani als politisch korrektes Problemfilm-Einerlei. Aus ihm sticht nur Albrecht Schuch als brillanter Psychopath heraus.

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Haifaa Al Mansour

Die perfekte Kandidatin

(Kinostart: 12.3.) Wahlkämpferin wider Willen: Anstatt zu emigrieren, bewirbt sich eine Ärztin für den Gemeinderat. Was in Saudi-Arabien einem Spießrutenlauf gleicht: Regisseurin Haifaa Al Mansour zeichnet ein subtiles Bild der patriarchalen Verhältnisse.

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Francesco Rizzi

Cronofobia

(Kinostart: 20.2.) Aluminiumschwere Entfremdung in der Schweiz: Ein Dienstleistungs-Tester mit Schuldgefühlen stellt einer jungen Witwe nach. Das inszeniert Regisseur Francesco Rizzi in einer aseptischen Schweiz unter Neonlicht – quälend langsam und zäh.

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Sam Mendes

1917

(Kinostart: 16.1.) Krieg als inneres Erlebnis: Regisseur Sam Mendes schickt zwei Soldaten auf ein Himmelfahrtskommando durch das Niemandsland zwischen den Frontlinien. Und der Zuschauer ist ständig mittendrin – Gräuel und Schrecken so hautnah wie nie zuvor.

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Jennifer Lopez

Hustlers

(Kinostart: 28.11.) Softcore-Show ab zwölf Jahren: Eine Betrügerinnen-Bande aus dem Stripclub-Milieu porträtiert Regisseurin Lorene Scafaria als Frauenpower-Vorkämpferinnen, die Mackern schmutziges Geld abknöpfen. So sieht Emanzipation im Trump-Zeitalter aus.

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Christoph Röhl

Verteidiger des Glaubens

(Kinostart: 31.10.) Weltfremd im Vatikan: Josef Ratzinger war der erste deutsche Papst seit 500 Jahren – bis er sein Amt aufgab. Die Ursachen für seinen Rücktritt beleuchtet die Doku von Christoph Röhl: solide, aber bieder und fad bebildert, bietet sie wenig Neues.

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Denys Arcand

Der Unverhoffte Charme des Geldes

(Kinostart: 1.8.) Es gibt ein richtiges Leben im falschen: Paketbote, Prostituierte und Rockerboss unterschlagen Millionen für einen guten Zweck. Was abseitig klingt, macht Regisseur Denys Arcand zur brillant kritischen wie ironischen Krimikomödie mit Sex Appeal.

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