Artikel von Holger Heiland (61)

Geboren 1969 in Frankfurt am Main, seit 1993 in Berlin. Diplomierter Sozialwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Stadtsoziologie. Hat sich unter anderem als Taxifahrer, Musiker, Werbetexter und Filmemacher durchgeschlagen. Sein Kurzfilm „Tangled“ mit Dirk Borchardt in der Hauptrolle lief weltweit auf großen Publikumsfestivals, in Deutschland etwa beim Filmfest Dresden und auf dem Fantasy Filmfest. Heute in erster Linie freier Autor und Journalist sowie Betreiber des Blogs weltwundern.net.

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Greta Gerwig + Adam Driver

Weißes Rauschen

(Kinostart: 8.12.) Trilogie aus Familien-Shopping, Chemieunfall und Psychodroge: Das 1985 publizierte Buch von Don DeLillo gilt als Inbegriff des postmodernen Romans. Regisseur Noah Baumbach verfilmt ihn als detailverliebtes Dauerpalaver – mit einer der schönsten Abspann-Sequenzen der Kinogeschichte. ...weiter

Luca Guadagnino

Bones and all

(Kinostart: 24.11.) Dieses Liebespaar hat sich zum Fressen gern: Regisseur Luca Guadagnino schildert sein Porträt junger Kannibalen teils als Romantik-Roadmovie, teils als blutrünstigen Horrorstreifen, der dem Publikum unappetitliche Details nicht erspart – ein schwer verdaulicher Genre-Mix. ...weiter

Hans-Christian Schmid

Wir sind dann wohl die Angehörigen

(Kinostart: 3.11.) Realismus statt Spektakel: Die Reemtsma-Entführung 1996, einen der spektakulärsten Kriminalfälle der bundesdeutschen Geschichte, schildert Regisseur Hans-Christian Schmid aus der Perspektive seines 13-jährigen Sohnes – als Coming-of-Age-Geschichte besonderer Art. ...weiter

Henriette Confurius

Schweigend steht der Wald

(Kinostart: 27.10.) Und ewig schweigen die Wälder: Studentin Anja will das Verschwinden ihres Vaters in der Oberpfalz aufklären. Sie stößt auf eine Mauer des Schweigens – Regisseurin Saralisa Volm inszeniert ihr Debüt als düster grünstichigen Thriller, in dem die Wahrheit unter dem Wurzelwerk liegt. ...weiter

Ruben Östlund

Triangle of Sadness

(Kinostart: 13.10.) Bermudadreieck der Traurigkeit: Der schwedische Regisseur Ruben Östlund versenkt einen Luxusliner voller dekadenter Zeitgenossen – und lässt auf einer Robinson-Insel die Klassengesellschaft wieder auferstehen. Für die herrlich ätzende Parabel gab es die Goldene Palme 2022. ...weiter

Cédric Klapisch

Das Leben ein Tanz

(Kinostart: 8.9.) Karriereknick durch Knacks im Knöchel: Nach ihrem Unfall muss eine Ballerina die Bühne verlassen. Wie ihr Zufälle helfen, sich neu zu orientieren, zeigt Regisseur Cédric Klapisch so lebhaft wie einfühlsam – und mit atemberaubenden Tanzszenen. ...weiter

Ryusuke Hamaguchi

Das Glücksrad

(Kinostart: 1.9.) Menschen denken, Liebesgötter lenken: Wie amouröse Wünsche und Pläne an Zufällen zerschellen, spielt der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi in drei Episoden durch. Sie wirken ruhig und alltäglich, doch unter der Oberfläche brodeln existentielle Emotionen – ein Meisterwerk. ...weiter

Stefan Sarazin + Peter Keller

Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie

(Kinostart: 4.8.) Wer’s glaubt, wird selig: Dem Regie-Duo Sarazin und Keller schwebte wohl die ultimative Versöhnungs-Komödie vor. Doch ihr Roadmovie über einen orthodoxen Juden im Schlepptau eines Beduinen witzelt sich bizarr durch die Sinai-Wüste – grob patriarchalisch und arg unplausibel. ...weiter

Sophie Rois

A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe

(Kinostart: 16.6.) Intergenerationelle Amour fou: Eine gealterte Schauspielerin verguckt sich in einen jungen Außenseiter. Beide haben ihre Ticks, verteidigen ihre Zweisamkeit aber entschlossen gegen ihr Umfeld – schön unwahrscheinliche Liebesgeschichte von Regisseurin Nicolette Krebitz. ...weiter

Dario Argento

Dark Glasses – Blinde Angst

(Kinostart: 16.6.) Rückkehr des Kunstblut-Königs: Kein Regisseur hat den italienischen Giallo-Horrorfilm so stark geprägt wie Dario Argento. Doch dieses Alterswerk voller Selbstzitate mit vorhersehbarem Plot, hölzernen Dialogen und absurden Schocks zeigt nur, dass sich das Genre überlebt hat. ...weiter