Artikel von Ingrid Beerbaum (145)

Ingrid Beerbaum kam bei Berlin zur Welt und hat Germanistik, Slawistik und Soziologie in Potsdam, St. Petersburg und Dnjepropetrowsk studiert. Anschließend war sie im PR-Bereich und als Journalistin für Rundfunk, TV-Sender und Presse tätig. Sie lebt und arbeitet in Berlin als Journalistin und Kritikerin für mehrere Zeitungen und Online-Magazine mit dem Schwerpunkt osteuropäisches Kino. Außerdem ist sie als Kuratorin für das Internationale Kurzfilm-Festival "Interfilm" und als Mitglied des deutschen Filmkritiker-Verbandes in Jurys diverser Festivals im In- und Ausland tätig.

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John Turturro

Jesus Rolls–Niemand verarscht Jesus

(DVD-Start: 8.4.21) Zwei Taugenichtse legen kalauernd Frauen flach: John Turturro kreuzt seine Figur aus „The Big Lebowski“ mit einer französischen Komödie aus den 1970ern – für verstaubten Macho-Klamauk wie anno dazumal.

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Dea Kulumbegashvili

Beginning

(MUBI-Start: 29.1.21) Glaube in Flammen: Regisseurin Dea Kulumbegashvili porträtiert die Frau eines georgischen Predigers, die zum Opfer des Dorf-Machismo wird – mit einer mutig subtilen Inszenierung, deren karge Schlichtheit dem Publikum den Atem raubt.

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Tom Hanks + Helena Zengel

Neues aus der Welt

(Netflix-Start: 10.2.21) Empathie schlägt Haudegen: 1870 bricht Tom Hanks mit einem Waisenmädchen zu einer strapaziösen Reise durch die amerikanischen Südstaaten auf – Regisseur Paul Greengrass zeichnet ein stimmiges Bild der Gesellschaft nach dem US-Bürgerkrieg.

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Gary Oldman

Mank

(Netflix-Start: 4.12.20) Klassiker aus dem Krankenbett: Herman Mankiewicz schrieb 1939 mit gebrochenem Bein das Drehbuch zu „Citizen Kane“ von Orson Welles. Die verwickelte Entstehung des vielleicht besten Films aller Zeiten zeichnet Regisseur David Fincher brillant nach.

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Kantemir Balagow

Bohnenstange

(Kinostart: 22.10.) Was vom Kriege übrig blieb: Im befreiten, aber ruinierten Leningrad sind zwei Freundinnen durch Schuld und Zuneigung untrennbar verbunden. Regisseur Kantemir Balagow verfilmt einen Roman von Swetlana Alexijewitsch einfühlsam als universelle Fabel.

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Reiner Holzemer

Martin Margiela – Mythos der Mode

(Kinostart: 15.10.) Jacken aus Perücken, Recycling-Kleider, verschleierte Models und Schmuck aus Eis: Der belgische Modeschöpfer Martin Margiela hat die Branche revolutioniert. Regisseur Reiner Holzemer porträtiert ihn konventionell, arbeitet aber seinen Stil hervorragend heraus.

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Keira Knightley

Misswahl – Beginn einer Revolution

(Kinostart: 1.10.) Schluss mit 90-60-90: Britische Feministinnen probten 1970 den Aufstand gegen TV-Schönheitsterror. Daran erinnert der Historienfilm von Regisseurin Philippa Lowthorpe: mit schwungvoll sinnlichem Erzählfluss, aber auch schablonenhaft didaktischen Dialogen.

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Clive Owen + Tim Roth

The Song of Names

(Kinostart: 6.8.) Wenn ein Wunderkind verschwindet: Ein jüdischer Violinvirtuose aus Polen ließ 1951 seine Ersatzfamilie im Stich. 35 Jahre später findet ihn sein Kindheitsfreund wieder – komplexes Melodram von Regisseur François Girard, am Ende leicht verkitscht.

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Golshifteh Farahani

Auf der Couch in Tunis

(Kinostart: 30.7.) Den Maghreb therapieren: Eine junge Psychologin eröffnet eine Freiluft-Praxis in Tunesiens Hauptstadt. Dort geht es kaum um Probleme und Komplexe einer blockierten Gesellschaft – Regisseurin Manele Labidi setzt auf Klischee-Komik und Brachialhumor.

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Rosamund Pike + Sam Riley

Marie Curie – Elemente des Lebens

(Kinostart: 16.7.) Mit einer Phiole Radium ins Bett gehen: Die zweifache Nobelpreisträgerin widmete sich Tag und Nacht der Physik. Ihre Idealisierung vermeidet Regisseurin Marjane Satrapi, doch ihr facettenreiches Biopic krankt ein wenig an überflüssigen Aktualisierungen.

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